GRÜNE stellen wirtschaftspolitische Zukunftsagenda vor

Beim Wirtschaftsabend im KuK skizzierten die Darmstädter Grünen ihre Strategie für Wachstum, Innovation und Unternehmensansiedlungen – und stellten klare Forderungen für die nächsten Jahre auf.

Mit einem klaren wirtschaftspolitischen Signal haben die Darmstädter Grünen in der heißen Phase des Kommunalwahlkampfs ihre Zukunftsagenda für den Standort vorgestellt. Unter dem Titel „Mut, Vertrauen und Verlässlichkeit für die Wirtschaft“ diskutierten der ehemalige Oberbürgermeister Jochen Partsch und der grüne Spitzenkandidat Heiko Depner am Dienstagabend im Café KuK im City Carree über die wirtschaftliche Entwicklung Darmstadts – und über die nächsten Schritte für eine starke Wirtschafts- und Innovationsstadt.

Partsch blickte zunächst auf die wirtschaftspolitischen Grundlagen der vergangenen Jahre zurück. Darmstadt habe sich bewusst als Wissenschafts- und Innovationsstandort weiterentwickelt – mit einer klaren Clusterstrategie, engen Kooperationen zwischen Wissenschaft und Wirtschaft sowie einer aktiven Standortpolitik. Entwicklungen wie Alnatura, Akasol, Investitionen von Merck in Arheilgen oder Isra Vision stünden beispielhaft für eine Politik, die wirtschaftliches Wachstum ermögliche und strategisch begleite.

„Eine moderne Stadtführung muss den Nährboden für Innovation schaffen“, erklärte Partsch. Dazu gehörten Initiativen wie der Runde Tisch Wirtschaft, die Effizienzklasse von ENTEGA und Handwerkskammer sowie das Gründerzentrum HUB31, das sich zu einem zentralen Baustein des Darmstädter Start-up-Ökosystems entwickelt habe.

Im zweiten Teil des Abends richtete Heiko Depner den Blick bewusst nach vorne. Darmstadt sei heute einer der dynamischsten Zukunftsstandorte Deutschlands, doch diese Position müsse aktiv gesichert und weiterentwickelt werden. Wachstum dürfe dabei nicht zum politischen Streitbegriff werden.

„Wer Wachstum verhindern will, macht eine Stadt am Ende teurer und schließt Menschen aus“, sagte Depner. Gerade in einer wirtschaftlich erfolgreichen Stadt wie Darmstadt müsse es darum gehen, wirtschaftliche Dynamik, Wohnraum und Lebensqualität gemeinsam zu entwickeln.

Der grüne Spitzenkandidat stellte deshalb mehrere konkrete wirtschaftspolitische Schwerpunkte für die kommenden Jahre vor:

  • Eine klare wirtschaftliche Markenstrategie für Darmstadt, die die vorhandenen Cluster – von Wissenschaft und IT bis Life Sciences – stärker sichtbar macht und damit ein klares Profil für die Ansiedlung von Wirtschaft zeigt.
  • Netzwerkpflege als Chefsache, mit engem Austausch zwischen Stadtspitze, Unternehmen, Wissenschaft und Handwerk.
  • Eine aktiv arbeitende Wirtschaftsförderung, die Gewerbeflächen – unabhängig von Eigentumsverhältnissen – zusammenfasst und Unternehmen aktiv anspricht.
  • Unternehmenslotsen in der Verwaltung, die Betriebe durch Genehmigungsprozesse begleiten und auch bei Fachkräftefragen eng mit der Ausländerbehörde zusammenarbeiten.
  • Konsequente Entwicklung neuer Gewerbeflächen, etwa am Gehaborner Hof sowie perspektivisch am Kuhnwaldareal, verbunden mit einer Aufwertung bestehender Standorte wie Mainzer Straße und Pallaswiesenstraße.
  • Stärkere Bindung von Start-ups an den Standort Darmstadt, etwa durch Mietanreize, Coachingprogramme und gezielte Unterstützung beim Wachstum.

Depner betonte, dass Darmstadt nur dann wirtschaftlich stark bleiben könne, wenn Innovation, Unternehmensentwicklung und Lebensqualität zusammen gedacht würden. „Unser Ziel ist eine Stadt, die wirtschaftlich erfolgreich ist – aber eine Stadt für viele bleibt und nicht für wenige.“

Der Abend machte damit deutlich, wie die Grünen ihre wirtschaftspolitische Linie verstehen: Jochen Partsch erklärte, wie Darmstadt zu einem der führenden Innovationsstandorte Deutschlands geworden ist – Heiko Depner zeigte auf, wie dieser Kurs mit neuen Impulsen fortgeführt werden soll.

„Mut, Vertrauen und Verlässlichkeit für die Wirtschaft – genau das braucht Darmstadt, um auch in Zukunft zu den erfolgreichsten Städten Deutschlands zu gehören. Damit meine ich auch explizit die politische Verlässlichkeit – unabhängig vom Parteibuch“, fasste Depner zum Abschluss zusammen.

Artikel kommentieren

Artikel kommentieren

Ihre E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert. Mit der Nutzung dieses Formulars erklärst du dich mit der Speicherung und Verarbeitung deiner Daten durch diese Website einverstanden. Entnimm Weiteres bitte der Datenschutzerklärung.