Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2026

Am 15. März entscheiden wir gemeinsam, wohin sich Darmstadt in den kommenden fünf Jahren entwickelt. Die Kommunalwahl ist mehr als ein formaler Termin – sie ist eine Einladung an uns alle, Verantwortung für unsere Stadt zu übernehmen. Nutzen wir diese Möglichkeit.

In vielen Demokratien – und auch hier bei uns in Darmstadt – wird Politik zunehmend zur Inszenierung. Einfache Antworten werden versprochen, komplexe Probleme schwarz-weiß gemalt. Das spaltet, statt zusammenzuhalten. Es wird Zeit, dass Inhalte wieder wichtiger werden. Die Wahrheit liegt selten im Extremen; sie liegt in den Zwischentönen – dort, wo Lösungen für den Alltag entstehen.

Wir GRÜNE stehen für Differenzierung statt Vereinfachung, für Klarheit statt Parolen, für Haltung, Pragmatismus und Balance. Dabei sind Soziales, Nachhaltigkeit und Wirtschaft keine Gegensätze, sondern gehören untrennbar zusammen.

Grundlage einer funktionierenden Stadtgesellschaft ist Chancengerechtigkeit – für alle Menschen, in allen Lebensbereichen. Alle müssen Zugang zu bezahlbarem Wohnen, Kitas und guter Bildung haben, ebenso wie zu Grünflächen, Sport, Kultur und öffentlichem Raum – zu all dem, was Gesundheit, Teilhabe und Lebensqualität ausmacht. Ermöglicht wird das durch eine starke, nachhaltige Wirtschaft, die Infrastruktur und soziale Sicherheit schafft. Denn wo Menschen ausgeschlossen werden, geht der Zusammenhalt verloren. Und wo der Zusammenhalt bröckelt, wachsen antidemokratische Kräfte.

Chancengerechtigkeit heißt für uns auch: Klimaschutz ist immer sozial. Die Folgen von Hitze, Dürre und Starkregen treffen besonders diejenigen, die wenig Geld haben, ebenso ältere Menschen, Kinder und gesundheitlich Belastete. Wer den Klimawandel bekämpft, schützt deshalb auch die Schwächeren in unserer Stadt.

Ebenso unverzichtbar sind Gleichberechtigung und die Verteidigung von Frauenrechten. Eine offene Stadt lebt von Vielfalt, Toleranz und Respekt – und davon, dass alle Menschen unabhängig von Geschlecht, Herkunft oder Lebensweise die gleichen Rechte und Möglichkeiten haben. Deshalb bekämpfen wir Diskriminierung konsequent und stellen den Menschen in den Mittelpunkt – auch in schwierigen Zeiten. Trotz angespannter Haushaltslage haben wir das soziale Netz in Darmstadt bewusst geschützt – und werden es auch künftig nicht preisgeben.

Seit unserer Gründung stehen wir GRÜNE für Politik im Bündnis mit der Stadtgesellschaft. Darin liegt unsere Stärke: Wir hören zu, nehmen Impulse auf und geben ihnen politische Kraft. Initiativen, Vereine, Wirtschaft, Wissenschaft, Kultur, Ehrenamt und engagierte Bürger*innen prägen Darmstadt – und genau diese Vielfalt macht unsere Stadt aus.

Unser Wahlprogramm ist Ausdruck dieses Verständnisses. Viele von uns haben über Monate hinweg miteinander gerungen, um die besten, pragmatischsten und gerechtesten Lösungen für Darmstadt zu finden. Immer stand dabei eine Frage im Mittelpunkt: Was bewegt die Menschen in unserer Stadt? Denn gemeinsam wollen wir Darmstadt besser machen – mit Respekt, Anstand und Wertschätzung im Umgang miteinander.

Die Zukunft Darmstadts entscheidet sich jetzt. Wir wollen unsere Stadt ökologisch, modern und solidarisch weiterentwickeln –in offener demokratischer Auseinandersetzung um die besten Lösungen, aber mit einem klaren gemeinsamen Ziel: Zusammenhalt und Fortschritt.

Diese Kommunalwahl bestimmt, wie gerecht und nachhaltig Darmstadt morgen sein wird. Dafür braucht es starke GRÜNE. Dafür bitten wir um Deine und Ihre Stimme.

Eva Bredow-Cordier und Heiko Depner


Das gesamte Wahlprogramm als Download gibt es hier: Wahlprogramm Grüne Darmstadt

Unser Chatbot GREENIE beantwortet Dir Fragen zum Kommunalwahlprogramm 2026 von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Darmstadt. (Der Chatbot wird zur Zeit nicht aktualisiert und beschränkt sich auf das Wahlprogramm). Ihr findet ihn hier: GREENIE

MIT DIR FÜR ZUSAMMENHALT

Seit über zwei Jahrzehnten gestalten wir GRÜNE die Sozialpolitik in Darmstadt – und wir werden die erfolgreiche, innovative Arbeit fortsetzen und weiterentwickeln. Unser Ziel ist klar: Inklusion und Teilhabe für alle.

Für uns heißt das: Jeder Mensch wird in seiner Individualität akzeptiert, kann am gesellschaftlichen Leben teilhaben, die eigenen Fähigkeiten entfalten und selbstbestimmt leben – unabhängig von Beeinträchtigung, sozialer oder ethnischer Herkunft, sexueller Identität, Religion, Weltanschauung oder Alter. Eine inklusive Stadt bietet gleiche Rechte, Chancen und Lebensbedingungen und schützt vor Diskriminierung und Gewalt. Besonders dort, wo Armut Zukunftschancen und Selbstbestimmung einschränkt, handeln wir.

Inklusion im umfassenden Sinn ist für uns Grundlage des sozialen Friedens. Unsere Leitlinien sind Prävention, Partizipation und Sozialraumorientierung – sie wirken frühzeitig, kleinräumig und emanzipatorisch. Wir analysieren Formen sozialer Ausgrenzung und steuern dort gegen, wo wir Einfluss haben. Dabei gilt: Lieber vorbeugen als nachbessern.

Teilhabe gelingt nur mit einer verlässlichen, mit freien Trägern abgestimmten und gemeinsam konzipierten Sozialpolitik. Beteiligung ist für uns ein Grundprinzip – und gelebte Praxis in Kooperation mit einer funktionierenden Gemeinwesenarbeit.

 Sozialpolitik muss auch die finanzielle Stabilität der Träger und Vereine sichern. Gerade in Zeiten knapper Kassen braucht es dafür starke GRÜNE. In vielen Bereichen haben wir dafür gesorgt, dass Mittel dynamisiert und vertraglich gesichert werden. Unser Ziel bleibt, die Finanzierung an zentralen Stellen auszubauen, um soziale Einrichtungen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. 

Angesichts wachsender sozialer Spaltung setzen wir GRÜNE auf Menschlichkeit, Respekt und Akzeptanz. Gute Sozialarbeit ist für uns entscheidend, damit die soziale Herkunft nicht über den Lebensweg bestimmt.
Teilhabe lebt vom Dialog: Alle Menschen müssen in Entscheidungen einbezogen werden. Mitbestimmung heißt für uns, kontinuierlich im Gespräch zu bleiben, flexibel auf Bedürfnisse zu reagieren und Strukturen zu schaffen, die Beteiligung möglich machen. Dabei gibt es keine Obergrenze für Partizipation – wichtig ist, passende Angebote und Konzepte zu entwickeln, die echte Mitgestaltung ermöglichen.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> das seit 2011 etablierte Bürger*innenbeteiligungsmodell zeitgemäß weiterentwickelt wird – mit Beteiligungsformaten, die nicht als Informationsveranstaltungen erlebt werden, sondern bei denen Bürger*innen ihre Selbstwirksamkeit erfahren, 
>>> Beteiligungsmodelle gezielt auch Kinder und Jugendliche erreichen, 
>>> Gesellschaftsräte bzw. Bürger*innenräte zunächst modellhaft erprobt und dann langfristig etabliert werden,
>>> die Koordinierungsstelle im Jugendbildungswerk und der Jugendring e.V. das neue Jugendplenum weiterhin organisatorisch begleiten,
>>> die Interessenvertretung für ältere Menschen aktiv unterstützt und gemeinsam mit dem Gremium weiterentwickelt wird.

Eine lebendige Demokratie braucht Menschen, die sich einbringen. Wir GRÜNE sehen in einer starken Zivilgesellschaft das Rückgrat unseres Gemeinwesens. Engagement kennt viele Formen: von Feuerwehr, Chor und Sportverein über Geflüchteten- und Nachbarschaftshilfe bis hin zum Einsatz für Umwelt, Menschenrechte oder globale Gerechtigkeit – unabhängig von Herkunft oder sozialem Status.
Verpflichtende soziale Dienste lehnen wir ab. Freiwilliges Engagement entsteht aus eigenem Antrieb – nur so ist es von echter Leidenschaft getragen. Auch eine direkte Bezahlung halten wir für den falschen Weg, weil sie neue Abhängigkeiten schafft und die ursprüngliche Motivation verändern kann.
Ehrenamt und Selbsthilfe sind freiwillig, selbstbestimmt und kritisch – sie decken Lücken im staatlichen Handeln, geben Impulse und zeigen neue Wege auf. Sie ersetzen jedoch nicht die Aufgaben, für die die öffentliche Hand sowie Hauptamtliche Verantwortung tragen.
Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen: wachsende soziale Ungleichheit, zunehmende Demokratiefeindlichkeit, Klimakrise, Migration und sozialer Wandel. Gerade jetzt brauchen Ehrenamtliche verlässliche Strukturen, Räume, Beratung und Anerkennung. Wer in Menschen investiert, die sich für andere einsetzen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> Ehrenamt gefördert, anerkannt und attraktiv gestaltet wird,
>>> Ehrungen für engagierte Bürger*innen – insbesondere Jugendliche – fortgeführt werden,
>>> die Angebote der Jugendleiter*innen-Card (JuLeiCa) – ein bundesweiter Ausweis für ehrenamtlich Engagierte in der Jugendarbeit, der auch in Darmstadt mit verschiedenen Vergünstigungen verbunden ist – und andere Anreize und Unterstützungsleistungen weiter ausgebaut werden,
>>> Arbeitgeber*innen stärker für die Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt gewonnen werden,
>>> die Ehrenamtskarte zusätzliche kulturelle Vergünstigungen bietet,
>>> Räume für bürgerschaftliches Engagement geschaffen werden, die auch zur überkonfessionellen Nutzung bereitgestellt werden können.
Wir wollen, dass Darmstadt ein Ort bleibt, an dem Ehrenamt und Selbsthilfe sichtbar, willkommen und gut begleitet sind – gerade jetzt, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je ist. Dafür braucht es nicht nur warme Worte, sondern verlässliche Unterstützung und gute Rahmenbedingungen – zum Nutzen aller.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> Projekte mit Ehrenamtlichen eine qualifizierte hauptamtliche Begleitung erhalten – u. a. durch das seit 30 Jahren bestehende Selbsthilfebüro, das wir weiter ausbauen wollen,
>>> die Freiwilligenagentur weiterhin ausreichend Ressourcen erhält,
>>> Engagement durch Formate wie eine jährlich statt alle zwei Jahre stattfindende Dankeschön-Veranstaltung, einen Engagement-Preis oder Porträtkampagnen sichtbarer wird, 
>>> ein Haus für Alle entsteht – ein offener Treff- und Arbeitsort für Selbsthilfegruppen, Initiativen und engagierte Bürger*innen, mit kostenfrei nutzbaren Räumen. 

Die Leitprinzipien der UN-Behindertenrechtskonvention – Würde, Inklusion, Teilhabe, Selbstbestimmung, Empowerment, Chancengleichheit und Barrierefreiheit – sind für uns GRÜNE verbindliche Maßstäbe. Inklusion ist für uns eine Querschnittsaufgabe: Strukturen müssen so gestaltet sein, dass sie keine zusätzlichen Hürden schaffen. Menschen mit Beeinträchtigung sollen in allen Lebensbereichen – vom Wohnen über Mobilität bis zu Sport, Kultur und Arbeit – selbstverständlich und gleichberechtigt teilhaben können.
Wir setzen uns für ein Bildungssystem ein, das alle Kinder – mit und ohne Behinderungen – entsprechend ihren Bedürfnissen fördert. Menschen mit Behinderung sollen Berufe ausüben können, die ihren Wünschen und Fähigkeiten entsprechen. Inklusive Strukturen sind ein wesentlicher Schritt zu einer Gesellschaft, in der tatsächlich alle dazugehören.
Wir GRÜNE fordern:
>>> die Landesregierung auf, inklusive Strukturen im Schulsystem konsequent umzusetzen,
>>>mehr Chancen für Menschen mit Beeinträchtigung im ersten Arbeitsmarkt,
>>> einen inklusiv ausgestalteten Sportentwicklungsplan.
3.1. Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention
 Mit dem kommunalen Aktionsplan Auf dem Weg zur inklusiven Stadt haben wir – gemeinsam mit Verbänden, Vereinen und Betroffenen – bereits 100 Maßnahmen auf den Weg gebracht, von denen viele dauerhaft umgesetzt werden. Kitas arbeiten inklusiv, neue Schulen sind barrierearm gestaltet. Diesen Weg wollen wir fortsetzen und weiterentwickeln.
Unser Ziel ist ein gesellschaftlicher Paradigmenwechsel, der Teilhabe für alle selbstverständlich macht und die nötigen Rahmenbedingungen dafür schafft.
Wir GRÜNE wollen:
>>> in allen Bereichen der UN-Behindertenrechtskonvention Fortschritte erzielen – von Bewusstseinsbildung über Barrierefreiheit, Zugang zu Gesundheitsangeboten, Gewaltschutz bis zu inklusiven Arbeitsmärkten,
>>> die Koordinationsstelle für inklusive Projekte im Büro für Sozialplanung personell ausbauen, um diese Querschnittsaufgabe wirksam umzusetzen. 
3.2. Arbeitskreis Inklusion Darmstadt (AiDa) 
Der Arbeitskreis Inklusion in Darmstadt (AiDa) vernetzt Akteur*innen, entwickelt Ideen und bringt Inklusion in alle Fachbereiche – von Mobilität über digitale Zugänge bis zum Wohnungsmarkt.


Wir GRÜNE wollen:
>>> AiDa weiter stärken,
>>> Selbsthilfe und Selbstorganisation von Menschen mit Behinderung fördern,
>>> das Modell Inklusives Martinsviertel auf weitere Stadtteile übertragen,
>>> mehr barrierefreie öffentliche Gebäude, Haltestellen und Sanitäranlagen schaffen – inklusive geschlechtsneutraler Toiletten,
>>> einfache und Leichte Sprache verbindlich in Verwaltungskommunikation und Online-Angeboten einsetzen,
>>> inklusive Wohnmöglichkeiten und Wohnprojekte ausbauen.
>>> mehr Unterstützung auf Landesebene, um eine faire Bezahlung von Inklusionskräften zu sichern und damit Inklusion in Kitas und Schulen zu stärken – etwa durch Pool-Modelle als Ergänzung zur individuellen Schulassistenz. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
3.3. Quartiersbezogene Inklusion
Darmstadt zahlt jährlich rund 60 Millionen Euro an den Landeswohlfahrtsverband (LWV) zur Finanzierung sozialer Leistungen. Wir wollen einen Teil dieser Mittel für ein Modellprojekt nutzen, das quartiersnahe Inklusionsangebote schafft – nach dem Vorbild der Postsiedlung mit Mittagstisch, Umsonstladen oder Begegnungscafés.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein,dasssolche niedrigschwelligen inklusiven Angebote in allen armutsgefährdeten Quartieren aufgebaut werden.

Die Bundespolitik prägt unsere kommunale Sozialpolitik maßgeblich. Sie muss ihrer sozialstaatlichen Verantwortung gerecht werden, statt Problemlagen auf die Kommunen abzuwälzen. Gleichzeitig sind Städte wie Darmstadt gefordert, vor Ort handlungsfähig zu bleiben und soziale Teilhabe aktiv zu sichern.
Darmstadt ist wirtschaftlich stark und verfügt über einen stabilen Arbeitsmarkt – vor allem für gut und hoch qualifizierte Fachkräfte. Gleichzeitig steigt die Zahl der Menschen, die auf Grundsicherung nach SGB II oder XII (Grundsicherung) angewiesen sind. Ein Drittel der Leistungsbeziehenden im Jobcenter ist erwerbstätig, teils in Vollzeit. Das zeigt: Erwerbsarbeit allein schützt nicht vor Armut. Fragen wie ein existenzsichernder Mindestlohn und flächendeckende Tarifverträge haben direkte Auswirkungen auf die Lebenssituation in unserer Stadt.
Die zentrale Herausforderung bleibt, Armut, soziale Ausgrenzung und daraus entstehende Benachteiligungen zu verhindern. Dafür braucht es gute Bildung, eine verlässliche Infrastruktur und einen gerechten Zugang zum Arbeitsmarkt. Armut schadet allen – den Betroffenen, deren Chancen auf ein selbstbestimmtes Leben eingeschränkt werden, ebenso wie dem gesellschaftlichen Zusammenhalt, der auf die Potenziale aller angewiesen ist.
Wir GRÜNE wollen, dass jede*r – mit eigener Anstrengung und solidarischer Unterstützung – in Darmstadt ein gutes Leben führen kann. Sozialpolitik muss dabei flexibel und schnell auf neue Anforderungen reagieren. Sie funktioniert nur im Zusammenspiel mit Arbeitsmarkt-, Wirtschafts-, Beschäftigungs-, Wohnungs- und Stadtentwicklungspolitik.
 Das Sozialdezernat leistet diese Aufgabe in enger Kooperation mit der Liga der Freien Wohlfahrtspflege, Vereinen, Verbänden und Initiativen. Die soziale Infrastruktur ist gut ausgebaut und finanziell abgesichert. Damit Maßnahmen gezielt geplant und umgesetzt werden können, haben wir Sozial-, Jugendhilfe- und Altenhilfeplanung sowie die sozialpolitische Koordination in der Stadt gestärkt und personell ausgebaut.
Wir GRÜNE wollen:
>>> den Sozialatlas, den Versorgungsbericht Kinderbetreuung, die Sozialplanung für die Bedarfe Älterer, die Pflegebedarfsplanung und den Bildungsbericht kontinuierlich fortschreiben und daraus konkrete Maßnahmen ableiten,
>>> den Sozialatlas um Messgrößen zur gesellschaftlichen Teilhabe erweitern, um wirksame Instrumente zur Sicherung sozialer und Bildungsgerechtigkeit zu entwickeln.
4.1. Bündnis gegen Kinderarmut 
 Um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen und Armutsgefährdung frühzeitig vorzubeugen, haben wir das Bündnis gegen Kinderarmut ins Leben gerufen. Dieses Netzwerk aus Politik, Einrichtungen, Institutionen und Hochschulen arbeitet daran, kommunale Strukturen zu verbessern, Projekte zu initiieren und den Zugang zu Teilhabeleistungen zu erleichtern.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> das Netzwerk Bündnis gegen Kinderarmut weiter ausgebaut und seine Aktivitäten – wie die Familien-Infotage – gestärkt werden,
>>> sich Darmstadt für das Landesprogramm Präventionsketten bewirbt und wir dies durch kommunale Co-Finanzierung und Personaleinsatz unterstützen, > siehe auch 5.2. Kinderschutz
>>> die Lebenssituation von Alleinerziehenden stärker in den Blick rückt, da sie laut Sozialatlas überdurchschnittlich häufig von Armut betroffen oder bedroht sind und dadurch oft in prekären Lebenslagen leben.
4.2. Soziale Stadt – Sozialer Zusammenhalt
Die Erfahrungen aus den Städtebauförderprojekten Soziale Stadt zeigen: Der Schlüssel zu einer positiven Quartiersentwicklung liegt in der aktiven Beteiligung der Menschen vor Ort. Gemeinwesenarbeit setzt auf emanzipatorische, stärkende Sozialarbeit in den Stadtteilen – besonders für benachteiligte Bevölkerungsgruppen. Sie befähigt Menschen, sich für ihre eigenen Bedürfnisse einzusetzen, politisch mitzureden und zu erleben, dass Beteiligung wirkt.
Gerade in sozial benachteiligten Quartieren ist Gemeinwesenarbeit ein zentrales Instrument gegen Armut, soziale Ausgrenzung und Einsamkeit. 
 Uns GRÜNEN ist es gelungen, nach dem Auslaufen des Programms Soziale Stadt in Eberstadt-Süd und Kranichstein die Arbeit der Stadtteilwerkstätten langfristig zu sichern. Heute gibt es Gemeinwesenarbeit an vielen Orten – vom Akazienweg über die Kirschenallee, die Rodgaustraße/Messeler Straße in Arheilgen, Kranichstein, Eberstadt-Süd, Lincoln und die Postsiedlung bis zu den Fördergebieten Pallaswiesen/Mornewegviertel und Waldkolonie. Im Ludwigshöhviertel wird sie mit dem neuen Quartiers- und Familienzentrum ebenfalls etabliert.
>>> Wir wollen die Gemeinwesenarbeit fest verankern, bedarfsgerecht ausbauen und auch in neuen Quartieren etablieren. 
>>> Wir unterstützen ehrenamtliche Initiativen, die Nachbarschaftsengagement fördern, Begegnungsräume schaffen und so den sozialen Zusammenhalt stärken.
>>> Wir bauen ein Netzwerk für freie Träger und Initiativen auf, bieten regelmäßige Austauschformate an und sorgen dafür, dass erfolgreiche Projekte als Best-Practice-Beispiele geteilt werden. Das spart Zeit, erleichtert Förderzugänge und erhöht die Wirksamkeit.
Saubere Wege, gepflegte Grünflächen und lebendige Nachbarschaften sind ebenfalls Ausdruck einer funktionierenden Stadtgemeinschaft. Sie entstehen dort, wo Menschen Verantwortung für ihr Umfeld übernehmen und sich aktiv einbringen.
>>> Wir wollen in den Stadtteilen Programme fördern, bei denen Jugendliche und Anwohner*innen gemeinsam Verantwortung übernehmen – etwa durch regelmäßige Pflegeaktionen, Unterstützung älterer Nachbar*innen oder kleine Verschönerungsarbeiten.
Begleitet durch Sozialarbeit und lokale Partner entstehen so niedrigschwellige Beschäftigungsmöglichkeiten, die Selbstwirksamkeit fördern, den Zusammenhalt stärken und das Quartier sichtbar aufwerten.
>>> Durch den verstärkten Einsatz von vertrauensvollen Ansprechpersonen aus dem Stadtteil wollen wir dafür sorgen, dass Anliegen schnell aufgenommen, Aktionen koordiniert und gute Ideen weitergetragen werden.
4.3. Teilhabecard
 Die Einführung der Teilhabecard ist ein GRÜNER Erfolg: Mit ihr haben wir ein Angebot geschaffen, das Menschen mit geringem Einkommen den Zugang zu Sport, Kultur und Bildung erleichtert. Sie ermöglicht unter anderem den kostenlosen Besuch der Darmstädter Schwimmbäder, kostenfreien Musikunterricht an der Akademie für Tonkunst sowie ermäßigten oder freien Eintritt zu zahlreichen kulturellen Einrichtungen. Auch Leistungen aus dem Bildungs- und Teilhabepaket für Kinder und Jugendliche sind integriert. Das Modell wird gut angenommen, hat aber noch mehr Potenzial.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> noch mehr berechtigte Menschen von der Teilhabecard erfahren und sie nutzen können,
>>> die Angebote und Leistungen der Karte kontinuierlich erweitert werden.
4.4. Sozialticket
 Mobilität ist Voraussetzung für gesellschaftliche Teilhabe. Auf GRÜNE Initiative wurde 2019 das Sozialticket eingeführt, evaluiert und an die Bedarfe angepasst. Es ermöglicht Menschen mit geringem Einkommen kostengünstig Bus und Bahn zu nutzen – und damit besser am sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Leben in unserer Stadt teilzuhaben.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass das Sozialticket schrittweise ausgeweitet und vergünstigt wird – insbesondere für jene Kinder und Jugendliche, die keinen Anspruch auf das hessenweite Schüler*innenticket haben. 

Familienpolitik ist ein Kernstück unserer Gesellschafts- und Sozialpolitik. Familienbilder wandeln sich, heute sind sie vielfältiger denn je. Diese Vielfalt muss sich in den Angeboten unserer Stadt widerspiegeln. Als kinderfreundliche Stadt unterstützen wir Familien in all ihren Formen und sorgen dafür, dass Kinder bestmögliche Bedingungen für ihr Aufwachsen haben: Freiräume zum Spielen, gesunde Ernährung, gute Bildung, individuelle Förderung und gleiche Chancen.
Dafür brauchen Eltern passende Rahmenbedingungen – von familienfreundlichem Wohnen über flexible Arbeitszeiten bis hin zu einer flächendeckenden, qualitativ hochwertigen Kinderbetreuung für alle Altersgruppen. Ergänzt wird dies durch gute Beratungs-, Unterstützungs- und Bildungsangebote sowie eine lebendige Kulturlandschaft und ausreichend Grün- und Erholungsflächen.
Familienpolitik bedeutet auch, den demografischen Wandel mitzudenken: das Zusammenspiel von Beruf und Pflege, das Miteinander der Generationen und intergenerative Konzepte müssen in allen Lebensbereichen unserer Stadt eine Rolle spielen.
5.1. Anlaufstellen für Familien
Die Anforderungen an Familien wachsen – sei es durch finanzielle Sorgen, Zeitdruck oder die besondere Belastung von Alleinerziehenden, die mehrheitlich Frauen sind. Umso wichtiger ist eine starke familienpolitische Infrastruktur, die Familien niedrigschwellig unterstützt und begleitet. Dazu gehören Mehrgenerationenhäuser, Beratungsstellen und Treffpunkte für alle Generationen und Nationalitäten. Einrichtungen wie das kommunale Familienzentrum mit Erziehungsberatung und Familienbildungsstätte sind ebenso unverzichtbar wie die Angebote freier Träger im Bereich der Frühen Hilfen.
 Wir investieren in die Lebensqualität von Familien, in Chancengerechtigkeit und in frühkindliche Bildung auf höchstem Niveau. Das zeigt sich auch im Haushalt 2025, in dem für Familien, Kinder und Jugendliche 248 Mio. Euro vorgesehen sind – mehr als je zuvor (2011: 71,9 Mio. Euro).
Mit dem neuen Familienzentrum im Ludwigshöhviertel entsteht ein weiterer wichtiger Baustein, der Gemeinwesenarbeit, Jugendzentrum und Quartierswerkstatt unter einem Dach verbindet. Künftig wollen wir Familienzentren noch stärker direkt an Kitas oder in die Gemeinwesenarbeit integrieren, um wohnortnahe Anlaufstellen zu schaffen – wie etwa im Mehrgenerationenhaus des Hausfrauenbundes oder bei Menschenskinder in Kranichstein.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> das bestehende Netz an Beratungs- und Unterstützungsstellen weiter ausgebaut wird,
>>> das Angebot des städtischen Familienzentrums dauerhaft gesichert und gestärkt wird und niedrigschwellige Anlaufstellen in allen Stadtteilen ausgebaut werden, 
>>> die Angebote der Frühen Hilfen mit dem Begrüßungsdienst KiWi – Kinder Willkommen in Darmstadt zusammengeführt werden, um Familien mit kleinen Kindern besser zu erreichen,
>>> in allen städtischen Gebäuden Wickeltische eingerichtet werden – auch in Herrentoiletten und geschlechtsneutralen Toiletten.
5.2. Kinderschutz
Kinder haben das Recht, gesund und geborgen aufzuwachsen. Der Schutz ihrer körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit hat für uns GRÜNE oberste Priorität. Dafür braucht es leicht zugängliche Anlaufstellen und ein starkes Netz an Präventions- und Aufklärungsprojekten.
Beratungsstellen wie der Kinderschutzbund, Wildwasser oder die Schulsozialarbeit leisten hier wertvolle Arbeit. Auch Kinder- und Jugendhäuser oder freie Träger öffnen wichtige Zugänge und schaffen Vertrauen. Ein gut aufgestelltes Jugendamt mit ausreichendem Personalschlüssel ist dabei unverzichtbar, um den Schutzauftrag zuverlässig zu erfüllen.
>>> Neben bestehenden Angeboten und Strukturen wollen wir GRÜNE das Landesprogramm Präventionsketten in Darmstadt etablieren. > siehe auch 4.1. Bündnis gegen Kinderarmut
5.3. Vereinbarkeit von Beruf und Familie – Familienpolitik als Standortfaktor
Die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist für uns GRÜNE ein zentrales Ziel – und zugleich ein wichtiger Standortfaktor für Darmstadt. Befragungen zeigen immer wieder, wie hoch dieses Thema von den Bürger*innen gewichtet wird.
Mit der Plattform www.familien-willkommen.de, die im Frauenbüro angesiedelt ist, haben wir eine digitale Anlaufstelle etabliert, die einen aktuellen Überblick über familienpolitische Angebote gibt – und sowohl bei der Bevölkerung als auch bei Unternehmen auf große Resonanz stößt.
Wir setzen uns dafür ein, dass Gleichstellung auch in Führungspositionen Realität wird. In den Unternehmen der Stadtwirtschaft sind wir dem Ziel einer paritätischen Besetzung bereits nähergekommen, doch wir wollen mehr: echte Parität statt einer „Alibi-Quote“. Familienfreundliche Infrastruktur – allen voran eine gut ausgebaute Kinderbetreuung – ist dafür eine zentrale Voraussetzung. > Damit Frauen in Darmstadt frei und selbstbestimmt leben können
>>> Familienfreundliche Arbeitsbedingungen bedeuten für uns auch, Sitzungen und Arbeitsgruppen in familiengerechten Zeitfenstern stattfinden zu lassen. Das gilt ebenso für politische Sitzungen, damit sich ein Mandat mit Beruf und Familie besser vereinbaren lässt.
>>> Auch die Digitalisierung der Verwaltung ist ein Beitrag zur Familienfreundlichkeit: Anträge und Anliegen sollen unkompliziert von zuhause aus erledigt werden können. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
5.4. Ausbau der Kinderbetreuung
 Eine verlässliche und qualitativ hochwertige Kinderbetreuung ist die Grundlage für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf – und für die bestmögliche Förderung der Kinder. Seit über 15 Jahren setzen wir GRÜNE uns in Darmstadt konsequent für den Ausbau ein. Unser Maßstab ist dabei klar: Qualität und Quantität müssen Hand in Hand gehen.
Aktuell liegen die Versorgungsquoten bei 48,6 Prozent im U3-Bereich und 108,4 Prozent im Kindergartenbereich (Anzahl der Kinder im Verhältnis zu den Betreuungsplätzen, Stand 2023/2024). Damit ist der Rechtsanspruch statistisch gedeckt. Gleichzeitig stehen wir – wie viele Städte in Westdeutschland – vor großen Herausforderungen: fehlende Fachkräfte und hoher Integrationsbedarf führen dazu, dass Plätze reduziert werden müssen.
Neue Betreuungsplätze entstehen insbesondere in wachsenden Quartieren wie dem Ludwigshöhviertel, am Marienplatz oder am Messplatz. So stellen wir sicher, dass Familien wohnortnah Angebote finden. Die jährlichen Ausgaben für die Kinderbetreuung sind auf über 121 Mio. Euro gestiegen (zum Vergleich 2011: 38,7 Mio. Euro) – ein deutliches Zeichen unserer Prioritätensetzung.
Auch die Kindertagespflege spielt eine wichtige Rolle: Mit rund 30 Prozent Anteil an der U3-Betreuung ist sie ein fester Bestandteil der Versorgungslandschaft. Durch die neue Tageseltern-Satzung haben wir sie den städtischen Kitas gleichgestellt und damit attraktiver gemacht. Qualifizierungsprogramme sichern und erweitern kontinuierlich die hohen Standards.
>>> Wir werden den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung eng über den Versorgungsbericht Kinderbetreuung steuern und sicherstellen, dass neue Plätze zeitnah entstehen.
>>> Wir halten es für notwendig, die Betreuungszeiten von 7 bis 17 Uhr langfristig vorzuhalten, um Eltern eine echte Vereinbarkeit von Familie und Beruf zu ermöglichen.
>>> Wir fordern die Landesregierung auf, die Kommunen stärker bei der Umsetzung des Rechtsanspruchs im Kita-Bereich zu unterstützen.
>>> Wir unterstützen das 10-Punkte-Programm der Hessischen GRÜNEN, das u. a. kürzere Ausbildungszeiten, eine bessere finanzielle Förderung, die Stärkung von Kita-Teams sowie mehr administrative Unterstützung in den Einrichtungen vorsieht. 
5.5. Qualitätsoffensive Kinderbetreuung
 Mit der Qualitätsoffensive Kinderbetreuung haben wir in Darmstadt Maßstäbe gesetzt – und das auch in Zeiten knapper Kassen. Unsere Standards legen besonderen Wert auf Partizipation, Sprache, Bewegung und gesunde Ernährung und bilden die Grundlage für eine verlässliche und moderne Betreuung.
Auch wenn die Elternbeiträge moderat angepasst wurden, tragen die Familien nur einen Bruchteil der tatsächlichen Kosten:
Ein U3-Platz im Modul D (7–17 Uhr) kostet 270 Euro statt bisher 253,12 Euro
Ein Kindergartenplatz bis zu sechs Stunden bleibt beitragsfrei.
Ein Ü3-Platz im Modul D (10 Stunden/Tag) kostet 150 Euro.
Zum Vergleich: 2024 lagen die durchschnittlichen Ausgaben pro Betreuungsplatz für ein Kalenderjahr bei 12.900 Euro für den städtischen Träger, 10.100 Euro für kirchliche Träger und 15.000 Euro für freie Träger. In U3-Einrichtungen sind die Kosten wegen des höheren Fachkraftschlüssels noch höher.
Die Offensive hat weitere wichtige Weichen gestellt: Fachberatungsstellen wurden eingerichtet, Fortbildungsmittel aufgestockt und Nachwuchsförderung gestärkt. Ein echter Meilenstein war die Aufstockung der Betriebskostenzuschüsse auf 100 Prozent für alle Träger, die nach den Darmstädter Qualitätsstandards arbeiten – erstmals auch für kleine freie Träger, die zuvor mit 75 Prozent der Förderung auskommen mussten, sowie für kirchliche Träger. Damit ist die Kinderbetreuung in Darmstadt dauerhaft auf eine breite Basis gestellt.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> der Fachkräftemangel mit einer gezielten Personalakquise-Strategie der Stadt angegangen wird, 
>>> jede Kita ein eigenständiges pädagogisches Profil entwickeln kann,
>>> die Zusammenarbeit mit den Elternbeiräten weiter gestärkt wird und ein trägerübergreifender stadtweiter Elternbeirat unterstützt wird – für mehr Mitsprache und bessere Vernetzung auch auf Landesebene, 
>>> vorschulische Kinderbetreuung – wie die Schule – beitragsfrei wird, denn Bildung ist ein Kinderrecht (für die Umsetzung dieser Idee suchen wir auf Landesebene Bündnispartner*innen),
>>> das Land Hessen seine Ankündigungen aus dem Koalitionsvertrag umsetzt: Eine Fachkraftoffensive braucht weit mehr als Kita-Assistenzen. Notwendig sind bessere finanzielle Rahmenbedingungen, insbesondere für Verwaltungskräfte in den Kitas, damit Leitungen sich auf ihre pädagogische Arbeit konzentrieren können. 
5.6. Sprache ist der Schlüssel zur Welt
Sprache eröffnet Chancen, schafft Zugänge und ist die Grundlage für Bildung und Teilhabe. In einer internationalen Stadt wie Darmstadt ist deshalb frühe Sprachförderung unverzichtbar. Faktoren wie ein zu früher und intensiver Medienkonsum können Sprachentwicklung zusätzlich erschweren.
Der Besuch einer Kita verbessert die Start- und Bildungschancen von Kindern erheblich – besonders in Bezug auf Sprachkompetenzen. Dennoch nehmen gerade Kinder aus bildungsfernen Familien trotz Rechtsanspruch ab dem ersten Lebensjahr häufig keinen Platz in einer Kita oder Tagespflege wahr. Der Bildungsbericht zeigt deutlich: Bestimmte Lebenslagen erschweren den Zugang und verhindern Teilhabe an früher Bildung.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> das Programm Sprachkitas fortgeführt und durch kommunale Mittel unterstützt wird – wir begrüßen ausdrücklich, dass das Landesprogramm weitergeführt wird,
>>> die Zusammenarbeit mit den Hochschulen in Darmstadt bei Sprachförderung und Sprachforschung ausgebaut wird,
>>> die Sprachkompetenzerfassung erweitert und verbindlich in allen Kitas verankert wird.
5.7. Schulkindbetreuung
Auch nach der Kita brauchen Familien für ihre Kinder verlässliche Bildungs- und Betreuungsangebote. Deshalb setzen wir uns für den qualitativen Ausbau der Ganztagsbetreuung mit stabilen Strukturen und klaren Rahmenbedingungen ein. Mit der wachsenden Zahl junger Familien in Darmstadt steigt auch der Bedarf an Grundschulkindbetreuung. In den vergangenen Jahren wurde das Angebot direkt an den Schulen deutlich ausgeweitet. Die Verzahnung mit Ganztagsprogrammen und dem Pakt für den Ganztag sowie die Einbindung von Vereinen sehen wir als wichtigen Fortschritt. Dabei steht für uns die Qualität der Betreuung im Mittelpunkt. Denn Ganztagsbetreuung ist immer auch ein Beitrag zu mehr Bildungsgerechtigkeit – jedes Kind soll unabhängig von seiner Herkunft die gleichen Chancen haben.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> an allen Grundschulen inklusive, rhythmisierte und gebundene Ganztagsangebote bis 14.30 Uhr zügig entwickelt und verbindlich umgesetzt werden,
>>> Aufenthalts- und Kreativräume auch nachmittags für die Kinder nutzbar bleiben,
>>> Hortangebote, die durch den Ausbau des Pakts für den Ganztag nicht mehr benötigt werden, in Krippen- und Kindergartenplätze umgewandelt werden – dort, wo im Stadtteil Bedarf besteht,
>>> die Schulsozialarbeit weiter ausgebaut wird – nicht nur an neuen Standorten, sondern auch wegen zunehmend komplexer Hilfebedarfe von Kindern und Jugendlichen,
>>> Schulen stärker mit außerschulischen Partner*innen aus Kultur, Sport und Umweltbildung vernetzt werden,
>>> die Kooperation schulischer Angebote mit der kommunalen Kinder- und Jugendarbeit intensiviert wird, z. B. durch eine sozialraumorientierte Weiterentwicklung der Initiative Darmstädter Aktive Ferien in Verbindung mit den Ferienprogrammen der Grundschulen,
>>> im Programm der Ferienspiele inklusive Angebote weiter ausgebaut und klar erkennbar ausgewiesen werden.

Die Anforderungen an Kinder- und Jugendarbeit haben sich in den letzten Jahren stark verändert. Heute lebt jedes fünfte Kind in Darmstadt in einer Familie, die auf Transferleistungen angewiesen ist – und damit in Armut. Entscheidend ist, Ausgrenzung frühzeitig zu verhindern. Bundesleistungen für Kinder und Jugendliche müssen gebündelt und bedarfsgerecht ausgestaltet werden.
Wir GRÜNE setzen uns für Bildungsgerechtigkeit ein. Alle Kinder und Jugendlichen sollen unabhängig von Herkunft oder Einkommen die besten Chancen erhalten. Dazu wollen wir die Übergänge in den Bildungs- und Lebensphasen – von Familie zu Kita, von Kita zur Schule, von Schule zu Ausbildung – so begleiten, dass jedes Kind die Förderung und Unterstützung bekommt, die es braucht.
6.1. Jugendberufshilfe
Der Übergang von der Schule in Ausbildung und Beruf ist ein entscheidender Moment im Leben junger Menschen – besonders für jene, die benachteiligt sind. Damit niemand zurückbleibt, braucht es passgenaue Hilfen, niedrigschwellige Angebote und mobile Unterstützung. Jugendliche sollen in ihren Stärken wahrgenommen und gezielt gefördert werden.
Die Jugendberufsagentur bündelt Angebote und berät individuell. Durch enge Kooperation mit Schulen, freien Trägern und Unternehmen eröffnen sich auch Jugendlichen mit geringerer Ausbildungsreife reale Chancen auf Ausbildung und Teilhabe.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> kommunale, landes- und europäische Fördermittel (z. B. ESF) weiterhin in Programme für Schulabschlüsse, Ausbildungsplatzsuche, pädagogische Begleitung, Stabilisierung und moderne Qualifizierungsmethoden wie we4edu fließen – mit gesicherter kommunaler Co-Finanzierung,
>>> die sozialraumorientierte Schulsozialarbeit pädagogische und bildungsbiografische Unterstützung bietet und bedarfsgerecht weiter ausgebaut wird,
>>> die Vernetzung über OloV (Optimierung der lokalen Vermittlungsarbeit im Übergang Schule–Beruf) gestärkt wird,
>>> bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende geschaffen wird – durch flexible, erweiterbare Konzepte, die zeitnah umgesetzt werden, > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
>>> mobile Angebote der Jugendberufshilfe in Jugendhäusern – z. B. mit Bewerbungs- und Beratungsangeboten durch Just Best-Mitarbeitende – ausgebaut werden.


6.2 Offene Kinder- und Jugendarbeit
 Kinder und Jugendliche brauchen Räume, in denen sie ihre Stärken entdecken und ihre Kompetenzen entwickeln können – auch außerhalb von Schule und Ausbildung. Dafür haben wir die Kinder- und Jugendarbeit in Darmstadt neu strukturiert. Das aktuelle Rahmenkonzept richtet sich an den Interessen und Lebensrealitäten der jungen Menschen aus.
Digitale Welten prägen heute den Alltag von Kindern und Jugendlichen. Das zeigt sich besonders in der offenen Kinder- und Jugendarbeit, die ihre Angebote kontinuierlich anpassen muss. Auf GRÜNE Initiative wurde das Mediendiplom eingeführt – es vermittelt Medienkompetenz an Kinder und Jugendliche und bietet zugleich Orientierung für Eltern sowie Fachkräfte. Mit dem Haus der Digitalen Medienbildung haben wir diesem wichtigen Zukunftsthema eine dauerhafte Basis gegeben.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> neben dem Ausbau der digitalen Infrastruktur vor allem Medienkompetenz gestärkt wird – mit bedarfsgerechten Angeboten im Haus der Digitalen Medienbildung beim Institut für Medienpädagogik und Kommunikation, > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
>>> Fachkräfte in der Jugendarbeit gezielt im Umgang mit digitalen Medien geschult werden,
>>> digitale Austauschplattformen entwickelt werden, die Jugendlichen, Fachkräften und Ansprechpersonen eine verlässliche und datenschutzgerechte Vernetzung ermöglichen,
>>> niedrigschwellige, kostenfreie Sport- und Bewegungsangebote in allen Stadtteilen weiterentwickelt werden, > Sport, Bewegung und Begegnung in einer wachsenden Stadt
>>> Kooperationsprojekte der offenen Kinder- und Jugendarbeit in den Quartieren ausgebaut und um inklusive, mobile Angebote wie Streetwork ergänzt werden,
>>> im gesamten Stadtgebiet offene, barrierefreie und kostenfreie Jugendtreffpunkte entstehen – etwa durch die Weiterentwicklung bestehender Orte wie der Oetinger Villa oder durch neue Angebote wie einen Parkourpark in Bessungen,
>>> Kinder- und Jugendzentren bedarfsgerecht ausgebaut und um selbstverwaltete, nicht pädagogisierte Räume ergänzt werden,
>>> kirchliche Angebote in der offenen Kinder- und Jugendarbeit gesichert werden – etwa durch die Erhaltung des Jugendkulturortes Huette. Wir stehen den Kirchen beratend zur Seite, um die Aufgabe oder Veräußerung kirchlicher Liegenschaften mit sozial- und stadtentwicklungspolitischen Belangen zu verzahnen. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten

 Suchtprävention ist eine zentrale Aufgabe der kommunalen Gesundheits- und Jugendpolitik. Um Kinder, Jugendliche und Eltern besser zu erreichen, haben wir die kommunale Suchtprävention neu aufgestellt und beim Träger Rope e.V. verankert. Ein wichtiger Erfolg war das schnelle kommunale Verbot von Konsum und Verkauf von Lachgas, das wir mit gezielten Präventionsangeboten flankiert haben. So konnten wir frühzeitig auf neue Entwicklungen reagieren und junge Menschen besser schützen.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> präventive Angebote für Kinder und Jugendliche in der Sucht- und Drogenhilfe weiter ausgebaut werden, insbesondere mit Blick auf Lachgas, Vapen und Cannabiskonsum, > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
>>> das Verkaufsverbot von Lachgas an Minderjährige verstärkt kontrolliert wird, 
>>> die bestehenden Beratungsangebote – etwa bei der Caritas – gesichert bleiben, ebenso das Programm HALT, das gemeinsam mit den Kinderkliniken Prinzessin Margaret Hilfe bei Alkoholkonsum bietet,
>>> das Beratungsangebot um neue Herausforderungen wie Internet- und Spielsucht erweitert wird.

Immer mehr Kinder und Jugendliche sind von psychischen Erkrankungen betroffen – Einsamkeit, Überforderung und Zukunftsängste verstärken diese Entwicklung. Prävention und frühzeitige Hilfe sind entscheidend, damit junge Menschen Unterstützung erhalten, bevor Belastungen chronisch werden.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> kinder- und jugendpsychiatrische sowie psychotherapeutische Angebote in Darmstadt schnellstmöglich ausgebaut werden, > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
>>> die Kassenärztliche Vereinigung ihrer Verantwortung nachkommt und den wachsenden Bedarf mit ausreichend kassenzugelassenen Therapieplätzen deckt.

Eine kinder- und jugendgerechte Stadtentwicklung bezieht junge Menschen aktiv ein – ob bei Schule, Freizeit oder Stadtplanung. Kinder und Jugendliche wissen selbst am besten, was sie brauchen, und haben ein Recht darauf, ihre Stimme einzubringen.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, echte Mitwirkungsmöglichkeiten flächendeckend zu schaffen. Mit Jugendforum und Jugendkongress wurden bereits wichtige Beteiligungsstrukturen aufgebaut, die es jungen Menschen ermöglichen, Anliegen einzubringen – etwa bei der Gestaltung von Spielplätzen.
 Mit dem Jugendplenum haben wir gemeinsam mit Kindern und Jugendlichen, Trägern und politischen Vertretungen ein neues, starkes Beteiligungsformat geschaffen. Es gibt jungen Menschen die Möglichkeit, ihre Themen direkt in die Politik einzubringen. Über Antrags- und Rederechte in Ausschüssen, beratende Sitze in Fachausschüssen sowie die Unterstützung durch das Jugendbildungswerk und den Jugendring e.V. können Kinder und Jugendliche ihre Anliegen wirksam vertreten. So entsteht eine dauerhafte Struktur, die Jugendbeteiligung verbindlich macht.
Unser Ziel ist eine emanzipatorische Jugendpolitik: Jugendliche sollen soziale Gerechtigkeit, Selbstverantwortung und Eigenständigkeit erleben und ihre Identität frei entwickeln können – unabhängig von Herkunft, sexueller Identität oder Behinderung. Dort, wo Familien Unterstützung nicht leisten können, wollen wir gezielt fördern und schützen.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, die Mitbestimmungsrechte von Jugendlichen zu stärken – auch durch die Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre auf kommunaler Ebene.
Wir GRÜNE machen uns dafür stark, dass:
>>> die Einflussmöglichkeiten des Stadtschüler*innenrats ausgebaut werden – u. a. mit einem beratenden Sitz im Schulausschuss, erweiterten finanziellen Mitteln und einer eigenen Geschäftsführung,
>>>Kinderrechte sichtbarer werden, z. B. durch eine Zertifizierung Darmstadts als Kinderfreundliche Kommune,
>>> Kinder eine/n Kinderbürgermeister*in wählen können,
>>> die Partizipation bereits in Kitas gestärkt wird, 
>>> regelmäßig Kinder- und Jugendsprechstunden mit der zuständigen Dezernentin stattfinden,
>>> die bisherigen Kinderbeauftragten durch zwei ehrenamtliche Kinder- und Jugendbeauftragte ersetzt werden, die mindestens 16 Jahre alt sind, im Jugendhilfeausschuss beratend mitwirken und für zwei Jahre gewählt werden, so wie in der Magistratsvorlage beschlossen.

Politische Bildung ist die Grundlage einer lebendigen Demokratie. Kinder und Jugendliche sollen frühzeitig die Möglichkeit bekommen, sich mit politischen Fragen auseinanderzusetzen und eigene Erfahrungen mit Mitbestimmung zu sammeln. Auch kulturelle Bildung eröffnet Räume, in denen junge Menschen ihre Kreativität entfalten und gesellschaftliche Themen reflektieren können.
Wir GRÜNE wollen daher sowohl politische als auch kulturelle Angebote gezielt stärken – von Projekten der außerschulischen Bildung bis hin zu jugendgerechten Formaten in Staatstheater, freier Szene oder Museen. Kooperationen zwischen studentischen Initiativen und kulturellen Einrichtungen wollen wir weiter fördern. > Kulturelle Räume für Demokratie stärken
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> das Jugendbildungswerk in Kooperation mit dem Jugendring Darmstadt e.V. gestärkt wird – etwa durch politische Bildungsreisen, Erinnerungsarbeit und Beteiligungsformate, die Wissen, Selbstwirksamkeit und Demokratieverständnis fördern,
>>> die offene Kinder- und Jugendarbeit gezielt in ihrer politischen Bildungsarbeit unterstützt wird, unter anderem durch ein demokratieförderndes Sonderfinanzierungsprogramm.

Jugendkultur lebt von Vielfalt, Eigenständigkeit und der Freiheit, sich auszuprobieren. Bewegungen, die temporär entstehen oder bestehende Kultur neu interpretieren, bereichern unsere Stadt. Orte wie die Oetinger Villa oder die Huette mit ihrem stadtweiten Angebot, die seit über 25 Jahren wichtige Jugend- und Kulturarbeit leisten bzw. geleistet haben, sind dafür prägende Beispiele. Sie setzen bewusst Kontrapunkte zu etablierten Kultureinrichtungen und machen Subkultur zu einem festen Teil der Darmstädter Kulturlandschaft.
Wir GRÜNE wollen diese Vielfalt sichern und weiter fördern:
>>> Wir nehmen die kulturellen Ausdrucksformen von Jugendlichen ernst – dazu gehören legale Flächen für Graffiti ebenso wie Infrastruktur für Szenen, etwa BMX-Parcours oder die Unterstützung des 1. Sprühclub Lincoln Wall e.V., sobald die Gemeinnützigkeit vorliegt.
>>> Wir setzen uns für offene Kinder- und Jugendarbeit in der Innenstadt sowie für die Jugendkulturarbeit ein. Gerade um den drohenden Verlust der Huette zu kompensieren, wollen wir die inhaltliche und fachliche Fortführung der Kinder- und Jugendarbeit sichern.
>>> Wir wollen prüfen, ob ein Kindermuseum in Darmstadt entstehen kann, in dem Exponate von und für Kinder die künstlerische Vielfalt junger Menschen sichtbar machen.
Frei zugängliche, konsumfreie Räume sind für Kinder und Jugendliche unverzichtbar – sie brauchen Treffpunkte, die gut erreichbar sind und soziale Kontakte ermöglichen.
>>> Deshalb fördern wir den Ausbau von Spielplätzen, Parks, Bewegungs- und Sportflächen – etwa im Bürgerpark – und schaffen mehr öffentliche Freiflächen, die Jugendlichen zur freien Nutzung offenstehen.

> Mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz für LSBT*IQ

> Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch

Damit Menschen in schwierigen Lebenslagen ihre Wohnung behalten können, braucht es schnelle und wirksame Unterstützung. Deshalb bauen wir die vorbeugenden Angebote der Stadt konsequent aus. Die städtische Schuldnerberatung arbeitet eng mit der Wohnungssicherungsstelle zusammen – so können Mietschulden frühzeitig abgefangen und drohender Wohnungsverlust verhindert werden.
 Auch in der Wohnungslosenhilfe wurde mit einem zielgruppenspezifischen Konzept eine gute Grundlage geschaffen: Menschen ohne Wohnung werden in enger Zusammenarbeit der Stadt mit freien Trägern untergebracht und durch sozialpädagogische Fachkräfte betreut. Neben einer sicheren Unterkunft erhalten sie Unterstützung, um ihre persönlichen Probleme zu bewältigen und mittelfristig wieder ein selbstständiges Leben in eigenem Wohnraum führen zu können.
Damit das gelingt, stellen wir sicher, dass die Einrichtungen nicht nur Unterkünfte bereitstellen, sondern auch mit ausreichend Fachpersonal ausgestattet sind.
>>> Wir setzen uns für den bedarfsgerechten Ausbau von Hilfsangeboten in der Obdachlosenhilfe ein, etwa durch zusätzliche Unterstützung für wohnungslose Frauen und Männer mit psychischen Erkrankungen. Neben einer Unterkunft sollen sie auch die notwendige medizinische und therapeutische Begleitung erhalten. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
>>> Die Wohnungssicherungsstelle ist die zentrale Fachstelle, wenn es darum geht, Obdachlosigkeit von vornherein zu verhindern. Ihr Angebot wollen wir weiter stärken und ausbauen – ebenso wie die Schuldnerberatung.
>>> Mit dem Projekt FlexHi – Flexible Hilfen entwickeln wir gemeinsam mit der Wohnungslosenhilfe, dem Landeswohlfahrtsverband (LWV) und der Stadt ein neues Unterstützungsmodell für wohnungslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen.> Gesundheit und Wohlbefinden für alle  
>>> Wir unterstützen das europäische Leitbild Housing First, das vorsieht, Menschen ohne Wohnung direkt eine eigene Wohnung bereitzustellen – ohne Vorbedingungen. Deshalb wollen wir im Darmstädter Wohnungspolitischen Konzept eine feste Belegungsquote für wohnungslose Personen verankern.

Eine eigenständige und menschenwürdige Existenzsicherung ist das Fundament kommunaler Sozialpolitik. Wer seinen Lebensunterhalt nicht allein durch Arbeit sichern kann, hat ein Recht auf Unterstützung und Förderung.
Besonders schwer haben es Menschen, die am Arbeitsmarkt benachteiligt sind: Migrant*innen, Frauen, Geflüchtete, schwerbehinderte Menschen oder sogenannte Altbewerber*innen. Oft fehlen ihnen Sprachkenntnisse, anerkannte Abschlüsse oder passende Qualifikationen. Hier ist das Jobcenter gefragt, spezielle Programme gemeinsam mit Bildungsträgern zu entwickeln. 
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass die Einrichtung interkulturell weiter geöffnet wird – zum Beispiel durch Schulungen für Mitarbeitende, damit Angebote alle Zielgruppen besser erreichen.
Ein weiteres Problem sind unsichere oder schlecht bezahlte Jobs. Viele Betroffene sind Frauen, insbesondere Alleinerziehende. Oft reicht das Einkommen nicht zum Leben: Ein Drittel der Menschen bezieht SGB-II-Leistungen, obwohl sie in Vollzeit arbeiten.
Gleichzeitig verändert sich die Arbeitswelt rasant: Sie wird digitaler, mobiler und stärker vernetzt. Wir GRÜNE wollen diese Entwicklungen so gestalten, dass alle davon profitieren. Denn Arbeit ist für die meisten Menschen weit mehr als Einkommen: Sie ist Teilhabe, sie stiftet Sinn, Anerkennung und Gemeinschaft. Deshalb gilt für uns: Jede*r braucht eine faire berufliche Perspektive und gute Arbeitsbedingungen.
 Unser Maßstab ist gute Arbeit für alle. Das heißt: faire Löhne, gleiche Bezahlung von Frauen und Männern, weniger Leiharbeit, Minijobs und sachgrundlose Befristungen, regelmäßige Weiterbildung und familienfreundliche Arbeitszeiten.
Die Stadt flankiert die Aufgaben des Jobcenters bereits mit einem eigenen Beschäftigungsförderungsprogramm für besonders benachteiligte Menschen. Dieses wollen wir fortführen und ausbauen, um Teilhabechancen zu sichern und Brücken in den Arbeitsmarkt zu bauen.
>>> Wir werben bei Arbeitgeber*innen für attraktive und familienfreundliche Arbeitsbedingungen – auch, um dringend benötigte Fachkräfte zu gewinnen und den Fachkräftemangel abzufedern.
>>> Familienfreundliche Personalpolitik soll in allen Unternehmen Standard werden. Wir setzen uns für eine gerechte Aufteilung von Familien- und Erwerbsarbeit ein.
>>> Wir wollen, dass kommunale Ausbildungs- und Beschäftigungsprogramme für Langzeitarbeitslose, Sprachförderprogramme und Förderangebote für Geflüchtete dauerhaft gesichert bleiben.
>>> Wir begrüßen die Beschäftigung von Langzeitarbeitslosen bei der Stadt im Rahmen des Teilhabechancengesetzes.
>>> Frauen und Alleinerziehende nehmen wir bei der Arbeitsmarktförderung besonders in den Blick und wollen geschlechtsspezifische Angebote ausbauen. > Damit Frauen in Darmstadt frei und selbstbestimmt leben können
>>> Da immer mehr Menschen die Schuldnerberatung in Anspruch nehmen, setzen wir uns für einen Ausbau des Angebots und den Erhalt der Landesförderung ein.
15.1. Beschäftigungsförderung
Mit unseren Programmen zur Unterstützung von arbeitslosen Menschen und Menschen im Leistungsbezug erzielen wir gute Erfolge beim (Wieder-)Einstieg ins Berufsleben. Diese Angebote schaffen Chancen, geben Sicherheit und eröffnen neue Perspektiven.
>>> Das Programm SoWirt’s – Sozialwirtschaft integriert, das bisher vollständig vom Land finanziert wurde, wollen wir über das städtische Ausbildungs- und Arbeitsmarktprogramm absichern. Es hat sich besonders bewährt, weil es gezielt neue Fachkräfte in der Pflege und im Erziehungsbereich gewinnt – genau dort, wo sie dringend gebraucht werden.
>>> Das Budget für die kommunale Beschäftigungsförderung und die Jugendberufshilfe sichern wir in vollem Umfang. Denn jeder Euro, der in Prävention und Unterstützung investiert wird, zahlt sich sowohl für die betroffenen Menschen als auch für die gesamte Gesellschaft aus.

Eine gerechte Gesellschaft braucht die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen in allen Lebensbereichen. Empowerment bedeutet für uns, Mädchen und Frauen zu stärken, ihre Handlungsspielräume zu erweitern und ihnen den Zugang zu Bildung, Sport, Kultur, Arbeit und politischer Mitgestaltung zu öffnen.
Dazu gehört, sprachliche, soziale, ökonomische und altersbedingte Barrieren abzubauen. Teilhabe heißt für uns GRÜNE, Frauen in ihrer Vielfalt ernst zu nehmen – ob jung oder alt, mit oder ohne Migrationsgeschichte, ob im Sport, im Beruf oder in der Nachbarschaft.
Wir setzen auf wohnortnahe, niedrigschwellige Angebote und Vorbilder, die Mut machen, eigene Wege zu gehen. 
 Deshalb fördern wir Programme wie den Girls’ Day und gezielte Mädchenarbeit in der offenen Kinder- und Jugendarbeit. Wir haben zudem das Programm Frühe Hilfen mit präventiven, wohnortnahen Angeboten für Schwangere und Familien ausgebaut und es mit dem Programm Kinder schützen, Familien fördern zusammengeführt.

Wir GRÜNE setzen uns ein für:
– die Stärkung der Selbstbestimmung älterer Frauen und die Bekämpfung von Einsamkeit durch wohnortnahe Angebote und starke Nachbarschaften,
>>> Quoten als wirksames Instrument zur Verwirklichung von Geschlechtergerechtigkeit. Wir setzen sie auf unserer eigenen Kandidat*innenliste um und halten sie auch in anderen Kontexten für sinnvoll,
>>> bessere Teilhabechancen für Migrantinnen und geflüchtete Frauen – durch Sprachförderung, Beratung und Integrationsprojekte,
>>> Programme, die Mädchen und Frauen Bildungschancen eröffnen und den Zugang zu MINT-Berufen erleichtern, etwa durch gendergerechte Berufsorientierung wie die Angebote des MINT-Zentrums e.V.,
>>> neue generationsübergreifende Projekte, die Frauen aller Altersgruppen stärker in die Stadtgesellschaft einbinden,
>>> die Förderung von Empowerment-Projekten wie der Female Founders Academy, die Einrichtung von Walls of Will an Schulen, Fahrradkurse für migrantische Frauen und interkulturelle Kräutergärten,
>>> die Förderung der Sichtbarkeit erfolgreicher Frauen als Vorbilder und Inspiration – etwa Gründerinnen wie die Female Founders aus dem HUB31, Professorinnen und Nachwuchswissenschaftlerinnen der TU Darmstadt oder der h_da in Bereichen wie KI, Ingenieurwissenschaften oder Architektur sowie erfolgreiche Athletinnen aus Darmstädter Vereinen. 

Gewalt gegen Frauen ist eine der schwerwiegendsten Menschenrechtsverletzungen – weltweit und auch in Darmstadt. In Deutschland stirbt fast jeden Tag eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner. Südhessen gilt zwar als eine der sichersten Regionen Deutschlands, doch auch hier zeigen die Zahlen einen alarmierenden Anstieg der Gewalt gegen Frauen. 2024 erreichten sie einen traurigen Höchststand.
Prävention und Schutz sind deshalb zentrale Säulen unserer GRÜNEN Politik. Darmstadt gilt seit Jahren als Best-Practice-Beispiel beim Gewaltschutz.
Für uns bedeutet Gewaltprävention mehr als nur akute Hilfe in Notsituationen: Wir wollen Strukturen schaffen, die langfristig Sicherheit geben – durch Beratung, Aufklärung und die konsequente Umsetzung rechtlicher Vorgaben wie der Istanbul-Konvention. Auf kommunaler Ebene haben wir ihre Umsetzung angestoßen und begleiten sie weiter.
 Gerade haben wir den Ausbau des Frauenhauses auf mindestens 16 barrierefreie Familienzimmer beschlossen – der Neubau ist in Arbeit.
Ebenfalls von uns initiiert wurde das Programm Kinderschutz im Sport, das inzwischen erfolgreich über den Sportkreis Darmstadt-Dieburg läuft.
Unser Ansatz ist umfassend: Er beinhaltet häusliche und sexualisierte Gewalt ebenso wie Belästigung im öffentlichen Raum oder im Nachtleben. Wir wollen Gewalt sichtbar machen, Betroffene stärken und gesellschaftliche Tabus brechen. Darmstadt soll eine Stadt sein, in der Frauen in allen Lebenslagen Schutz und Sicherheit finden.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> zusätzliche Notfallwohnungen als Interimslösung, bis das neue Frauenhaus eröffnet ist,
>>> die Bekanntmachung und Finanzierung von K.O.-Tropfen-Tests in Clubs,
>>> die Einrichtung eines Runden Tisches Safe Party, um gemeinsam mit Clubs und Initiativen ein stadtweites Schutznetz zu schaffen,
>>> die Unterstützung durch Bekanntmachung von Codewort-Initiativen wie „Ist Luisa da?“ sowie des internationalen Handzeichens für den stillen Notruf,
>>> eine öffentliche Debatte über sexualisierte Gewalt, um Tabus zu brechen und die Rechte von Frauen zu stärken,
>>> die Unterstützung von Initiativen und Maßnahmen gegen Catcalling,
>>> gezielte Schulungen und Sensibilisierungsmaßnahmen für das Ordnungsamt sowie das Personal der HEAG mobilo im Umgang mit Belästigungen,
>>> den Einsatz gegen gewaltverherrlichende, sexualisierende und/oder frauenfeindliche Texte und Darstellungen im Stadtgebiet – insbesondere bei öffentlichen Veranstaltungen,
>>> ein Projekt nach Flensburger Vorbild, bei dem Bürger*innen Orte melden können, an denen sie sich unsicher fühlen – mit Auswertung und Umsetzung von Maßnahmen, z. B. über das Frauenbüro. > Prävention stärken – Sicherheitskonzepte gerecht gestalten

Selbstbestimmung über den eigenen Körper ist ein unveräußerliches Recht. Frauen müssen in allen Lebenslagen Zugang zu guter Beratung, gesundheitlicher Vorsorge und finanzieller Unterstützung haben. Eine moderne Frauenpolitik schützt reproduktive Rechte, das heißt, eine freie Entscheidung über Schwangerschaft, Geburt, Verhütung und Sexualität, baut soziale Hürden ab und bekämpft gesundheitliche Ungleichheiten. Dazu gehören die Sicherung und der Ausbau von Beratungsstellen ebenso wie konkrete Unterstützung im Alltag – von Verhütungsmitteln über Hygieneprodukte bis hin zu frauenspezifischer medizinischer Forschung. Gesundheit und Selbstbestimmung gehören für uns untrennbar zusammen – und müssen unabhängig von Einkommen oder Herkunft für jede Frau zugänglich sein.
 Der Verhütungsmittelfonds wurde auf unser Betreiben hin auf 15.000 Euro jährlich erhöht. Zudem stehen jährlich 10.000 Euro für kostenlose Hygieneartikel an Modellstandorten bereit. Darüber hinaus haben wir erreicht, dass die medizinische Soforthilfe nach Vergewaltigungen vom Land finanziell abgesichert und über eine Kampagne bekannt gemacht wird. Zusätzlich haben wir spezialisierte Beratung und Unterstützung für Frauen etabliert, die von Genitalverstümmelung betroffen sind.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den freien Zugang zu Schwangerschaftsberatung,
>>> unabhängige, vertrauliche und flächendeckend erreichbare Beratungsangebote,
>>> kostenlose Menstruations- und Verhütungsmittel auch in weiteren öffentlichen Einrichtungen in Darmstadt,
>>> eine geschlechtersensible Medizin im Klinikum Darmstadt, die frauenspezifische Krankheitsbilder konsequent berücksichtigt,
>>> das Projekt Soforthilfe bei Vergewaltigung im Klinikum Darmstadt wollen wir dauerhaft sichern,
>>> die Unterstützung des Projekts Oyá mit gesundheitsfördernder Beratung für Prostituierte sowie der Ausgabe von Verhütungsmitteln und Hygieneartikeln durch Sozialarbeiterinnen.

Frauenpolitik braucht starke Institutionen, stabile Strukturen und verlässliche Netzwerke. Beratungsstellen, Frauenorganisationen und das Frauenzentrum sind das Rückgrat unserer Gleichstellungspolitik – Orte der Beratung, der Selbsthilfe und der politischen Auseinandersetzung.
Unser Ziel ist es, diese Strukturen dauerhaft finanziell abzusichern, ihre Arbeit besser zu koordinieren und ihre Sichtbarkeit zu erhöhen. Denn nur wenn Angebote langfristig bestehen und gut vernetzt sind, erreichen sie die Frauen, die Unterstützung brauchen. Für uns GRÜNE ist Frauenpolitik keine punktuelle Aktion, sondern eine dauerhafte kommunale Verpflichtung.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die dauerhafte Finanzierung der Netzwerkarbeit frauenpolitischer Organisationen,
>>> den Erhalt und die Stärkung des Frauenzentrums Darmstadt als Ort der Begegnung, Beratung und politischen Debatte,
>>> die Unterstützung spezialisierter Beratungsstellen – etwa zu sexualisierter Gewalt, Trennung und Scheidung, Migration oder beruflichem Wiedereinstieg,
>>> die Förderung der kommunalen Koordination von Frauenprojekten sowie mehr Vernetzung und Planungssicherheit,
>>> eine stärkere Sichtbarkeit der Beratungslandschaft für Frauen, um den Zugang zu erleichtern,
>>> die kontinuierliche Stärkung des Frauenbüros – auch 40 Jahre nach seiner Gründung – als wichtige institutionalisierte Querschnittsstelle für Gleichberechtigung, Chancengerechtigkeit und Feminismus.

Frauenpolitik ist Querschnittspolitik – sie gehört in alle Bereiche: von Bildung und Stadtentwicklung über Kultur und Sicherheit bis hin zu Gesundheit. Politische Teilhabe ist für uns GRÜNE nicht nur ein Gleichstellungsziel, sondern eine Grundbedingung für Demokratie. Frauen müssen in allen Entscheidungsprozessen sichtbar, wirksam und selbstverständlich vertreten sein.
Das heißt für uns auch, Räume für feministische Kultur zu schaffen, gesellschaftliche Debatten anzustoßen und Frauen in Wissenschaft, Verwaltung, Wirtschaft und Politik gezielt zu fördern. Gleichstellung gelingt nur, wenn sie in allen Lebensbereichen verankert ist und Frauenperspektiven selbstverständlich Teil der öffentlichen Diskussion sind.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Förderung der Beteiligung von Frauen in politischen Gremien, Beiräten und Führungspositionen,
>>> die Stärkung der öffentlichen Debatte über Frauenrechte und Gleichstellung – durch Kampagnen, Veranstaltungen und Beteiligungsformate,
>>> die gezielte Förderung weiblicher Partizipation in Wissenschaft, Kultur, Verwaltung und Wirtschaft,
>>> die Weiterentwicklung verbindlicher Gleichstellungskonzepte in städtischen Einrichtungen und Betrieben – mit dem Ziel, eine ausgewogene Verteilung von Frauen und Männern in allen Berufsgruppen sicherzustellen,  
>>> eine stärkere Vernetzung von Frauenprojekten mit Stadtteilzentren und der Quartiersarbeit,
>>> die Förderung queer-feministischer Kunst- und Kulturprojekte – von Lesungen über Ausstellungen bis zu Festivals.

Frauen sind nach wie vor von strukturellen Benachteiligungen betroffen. Der Gender-Pay-Gap und die daraus folgende Altersarmut gehören zu den gravierendsten Ungleichheiten. Besonders alleinerziehende Frauen sind überproportional von Armut bedroht – das zeigt auch der aktuelle Sozialbericht, der eine deutliche Überrepräsentanz von alleinerziehenden Frauen und ihren Kindern im Transferleistungsbezug belegt. Armut schränkt nicht nur finanziell ein, sondern auch Teilhabechancen und Chancengerechtigkeit insgesamt.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die konsequente Unterstützung von Frauen in ihren Erwerbsbiografien – durch Beratung und Qualifizierung in frauenspezifischen Maßnahmen,
>>> die gezielte Nutzung europäischer, bundes- und landesweiter Förderprogramme wie des Europäischen Sozialfonds sowie Ausbildungs- und Qualifizierungsbudgets zur Förderung von Frauen,
>>> bessere Unterstützung für Alleinerziehende – etwa durch Teilzeitausbildung und bedarfsgerechte Kinderbetreuungsangebote in Qualifizierungsmaßnahmen, > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt, dort: 5. Mit und für Familien in Darmstadt
>>> die schnelle Anerkennung von Ausbildungen und Berufen für Migrantinnen durch das Land, um den Einstieg in sozialversicherungspflichtige Arbeit und eine eigenständige Existenzsicherung zu ermöglichen,
>>> die ausreichende Finanzierung von Frauen-Integrationskursen mit Kinderbetreuung durch den Bund – denn Sprache ist der erste Schritt in Ausbildung und Beruf.

Wir GRÜNE setzen uns konsequent für die Rechte und die gesellschaftliche Akzeptanz von lesbischen, schwulen, bisexuellen, trans*, inter* und queeren Menschen (LSBT*IQ) ein. Diskriminierung treten wir entschieden entgegen und wollen die Zusammenarbeit mit den Akteur*innen der Darmstädter Community, insbesondere mit dem Verein vielbunt e.V., weiter vertiefen.

vielbunt feierte kürzlich sein fünfzehnjähriges Bestehen. Seit seiner Gründung prägt der rein ehrenamtlich organisierte Verein die Vielfalt und Offenheit unserer Stadt – durch Aufklärungsarbeit, politische Präsenz und kulturelle Angebote. Er gibt queeren Menschen Sichtbarkeit und stärkt das Bewusstsein gegen homo- und transfeindliche Diskriminierung. Auch das Frauenzentrum mit dem Verein FrauenKulturZentrum e.V. leistet seit Jahrzehnten wertvolle Arbeit für lesbische Frauen – dieses Engagement verdient unsere besondere Unterstützung.

Unser Ziel ist erreicht, wenn queeres Leben in Darmstadt selbstverständlich ist und sich LSBT*IQ-Personen frei und ohne Angst vor Benachteiligung bewegen können.

 Die Stadt zeigt seit Jahren Flagge – etwa zum Christopher Street Day (CSD), zum Internationalen Tag gegen Homo-, Bi- und Transfeindlichkeit (IDAHOBIT)oder am Jahrestag des Stonewall-Aufstands in New York. Mit der Eröffnung eines der bundesweit ersten queeren Zentren in der Oetinger Villa 2016 wurde ein zentraler Ort für Begegnung, Jugend- und Kulturarbeit geschaffen. Unter der Trägerschaft von vielbunt finden dort offene Angebote, Veranstaltungen und Beratungen statt. 2020 kamen zwei wichtige Meilensteine hinzu: der Abschluss des Prozesses zur Errichtung eines Denkmals für nach §175 verfolgte Homosexuelle, das seit 2022 zwischen dem Welcome Hotel und dem Haus für Geschichte steht, sowie die Einrichtung einer städtischenLSBT*IQ -Koordinierungsstelle.

>>> Wir setzen uns dafür ein, dass die städtische LSBT*IQ-Koordinierungsstelle weiter gestärkt wird – um die Diversity-Kompetenz der Stadtverwaltung auszubauen und queeres Leben in Darmstadt nachhaltig zu fördern.

>>> Gemeinsam mit vielbunt, dem FrauenKulturZentrum e.V., der queeren Community, der LSBT*IQ-Netzwerkstelle Südhessen, der Antidiskriminierungsstelle des Landes Hessen und weiteren Akteur*innen wollen wir Strategien entwickeln und umsetzen, die Akzeptanz und Sichtbarkeit weiter stärken.

CSDs stehen seit 2025 bundesweit zunehmend unter Druck – auf der Straße durch rechte Gegenproteste, in der Organisation durch sinkende Fördermittel und zurückhaltende Sponsor*innen. Der gesellschaftliche Rechtsruck hat vielerorts zu einem raueren Klima gegenüber queeren Veranstaltungen geführt.
Gerade deshalb ist es wichtig, dass die Stadt Darmstadt ein deutliches Zeichen setzt und den CSD stärkt – als politische Demonstration, als Fest der Vielfalt und als Ausdruck einer offenen Stadtgesellschaft.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass der CSD Darmstadt künftig einen festen Zuschuss in Höhe von jährlich 10.000 Euro aus dem städtischen Haushalt erhält, um Planungssicherheit zu schaffen und das ehrenamtliche Engagement zu entlasten.
>>> Zudem wollen wir, dass die Stadt anlässlich des CSD einen offiziellen Empfang ausrichtet, um die Bedeutung des Tages für Demokratie, Vielfalt und Gleichberechtigung sichtbar zu würdigen.

Das Aufklärungsprojekt SCHLAU des Vereins vielbunt e.V. ist ein bundesweit anerkanntes Beispiel für gelungene Bildungsarbeit zu sexueller und geschlechtlicher Vielfalt. In Workshops mit Schulklassen und Jugendgruppen schafft SCHLAU einen offenen Raum für Fragen, Austausch und Sensibilisierung – und leistet damit einen wichtigen Beitrag gegen Vorurteile und Diskriminierung. Diese Arbeit wird bereits von der Stadt unterstützt und gefördert.
>>> Damit das Projekt SCHLAU langfristig gesichert und organisatorisch entlastet wird, setzen wir GRÜNE uns dafür ein, dass die Stadt Darmstadt gemeinsam mit den vier südhessischen Kreisen eine hauptamtliche Stelle für die Terminkoordination beim Träger vielbunt e.V. schafft.
>>> Zudem wollen wir erreichen, dass an allen Schulen qualifizierte Ansprechpersonen für queere Themen benannt werden, die Schüler*innen, Eltern und Lehrkräften beratend zur Seite stehen.

Familienformen sind heute vielfältig: Es gibt Patchwork- und Einelternfamilien ebenso wie sogenannte Regenbogenfamilien, in denen mindestens ein Elternteil schwul, lesbisch, bisexuell oder transgeschlechtlich lebt. Auch bei Kindern zeigt sich geschlechtliche Identität auf unterschiedliche Weise. In Kitas begegnen Fachkräfte inter- und transgeschlechtlichen Kindern ebenso wie solchen, die sich später als lesbisch, schwul oder bisexuell identifizieren.
Erzieher*innen und Pädagog*innen erleben diese Vielfalt im Alltag, verfügen jedoch oft nicht über ausreichende Kenntnisse, um sensibel und unterstützend zu reagieren.
>>> Wir GRÜNE setzen uns deshalb dafür ein, die Fort- und Weiterbildungsangebote für Erzieher*innen um queere Themen zu erweitern, damit sie den Bedürfnissen von inter- und transgeschlechtlichen Kindern gerecht werden und Vielfalt in Kitas selbstverständlich gelebt werden kann.

In vielen europäischen Ländern gehören Unisex-Toiletten längst zum Alltag. Sie stehen allen Menschen offen und nehmen damit den Druck, sich beim Gang zur Toilette für ein Geschlecht entscheiden zu müssen. Gleichzeitig schützen sie trans- und intergeschlechtliche Personen vor Anfeindungen oder dem Vorwurf, das „falsche“ WC zu benutzen.
Auch in Darmstadt gibt es Fortschritte: Im Leitbild der städtischen Modellschule sind geschlechtsneutrale Toiletten bereits verankert.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass in öffentlichen Gebäuden – insbesondere bei Neu-, Umbau- und Sanierungsmaßnahmen – vermehrt geschlechtsneutrale Toiletten eingeplant werden.
>>> Darüber hinaus soll bei der Planung und Modernisierung von Sportstätten auf die Einrichtung geschlechtsneutraler Umkleiden und Sanitäranlagen geachtet werden. > Sport, Bewegung und Begegnung in einer wachsenden Stadt

Gerade in der Phase der Identitätsfindung kann es für queere Jugendliche zu Konflikten im Elternhaus kommen – insbesondere, wenn Eltern oder Erziehungsberechtigte eine LSBT*IQ-Identität nicht akzeptieren. Wird die persönliche Entwicklung eingeschränkt oder kommt es zu psychischer oder körperlicher Gewalt, kann das gravierende Folgen haben.
Bundesweit ist die Unterbringung von queeren Jugendlichen in solchen Krisensituationen noch immer schwierig, da es nur wenige spezialisierte Angebote gibt. Auch in Darmstadt übernehmen diese Aufgabe in der Regel freie Träger der Jugendhilfe.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Mitarbeitende des Jugendamts für die besonderen Lebenslagen von queeren Jugendlichen sensibilisiert werden und diese Thematik bei Unterbringungsentscheidungen stets mitbedacht wird. Ziel ist es, geeignete Schutzräume und Betreuungskonzepte zu fördern und Kooperationen mit freien Trägern zu stärken, damit queere Jugendliche in Krisenfällen adäquat unterstützt und untergebracht werden können.

In Deutschland leben schätzungsweise rund eine Million Menschen über 65 Jahre, die sich als lesbisch, schwul, bisexuell, trans* oder inter*geschlechtlich identifizieren. Ihre Lebensgeschichten sind vielfältig – doch viele von ihnen teilen Erfahrungen von Ablehnung, Ausgrenzung, Diskriminierung, Denunziation und teilweise sogar Gewalt und Strafverfolgung aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität.
Gerade ältere LSBT*IQ-Personen der sogenannten Babyboomer-Generation sind häufig stärker auf professionelle Einrichtungen der Altenhilfe angewiesen, da familiäre Unterstützung seltener ist. Zugleich zeigen Studien und Praxiserfahrungen, dass sich viele queere Senior*innen in Pflegeeinrichtungen zurückziehen oder ihre Identität verbergen – aus Angst vor erneuter Zurückweisung oder Diskriminierung.
>>> Wir GRÜNE wollen für queere Menschen im Alter ein diskriminierungsfreies Umfeld schaffen, in dem sie Akzeptanz, Sicherheit und Respekt erfahren.Dafür sollen Mitarbeitende in Pflegeeinrichtungen und -diensten gezielt geschult und mit geeignetem Fortbildungsmaterial unterstützt werden. Wo nötig, sollenvor Ort niedrigschwellige Beratungsangeboteentstehen, die queere Senior*innen und deren Angehörige begleiten.
>>> Zudem setzen wir uns dafür ein, in Kooperation mit dem Senior*innenbeirat Maßnahmen zu entwickeln, die die Lebenssituation queerer Senior*innen in Darmstadt verbessern und ihre Sichtbarkeit stärken.

Die Sichtbarkeit schafft Akzeptanz. Eine repräsentative Umfrage der LSBT*IQ-Organisation GLAAD und des Unternehmens Procter & Gamble zeigte bereits 2019: Die Präsenz queerer Menschen in Werbung und Filmproduktionen trägt deutlich dazu bei, Vorurteile abzubauen und gesellschaftliche Offenheit zu fördern. Auch in Darmstadt soll Vielfalt selbstverständlich sichtbar sein.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass die Stadt und ihre kommunalen Unternehmen in ihren Publikationen, Werbeanzeigen und Kampagnen die Vielfalt der Bürgerschaft abbilden – etwa durch die Darstellung von Regenbogenfamilien und unterschiedlichen Lebensentwürfen.
>>> Ebenso wichtig ist, dass in Kindertagesstätten und Schulen Bücher und Medien verfügbar sind, die vielfältige Lebens- und Familienformen altersgerecht thematisieren. So lernen Kinder früh, dass Vielfalt zum Alltag gehört und alle Lebensweisen Wertschätzung verdienen.

Der Stonewall-Aufstand in der New Yorker Christopher Street im Jahr 1969 markierte einen Wendepunkt in der Geschichte sexueller Minderheiten. Seitdem setzen sich LSBT*IQ-Menschen weltweit selbstbewusst für ihre Rechte ein. Doch noch immer sind sie nicht überall akzeptiert oder rechtlich gleichgestellt – auch in einigen unserer Partnerstädte erleben queere Menschen Diskriminierung und Ausgrenzung.
Unter den Geflüchteten, die in den vergangenen Jahren nach Darmstadt gekommen sind, leben ebenfalls queere Menschen. Für sie ist die Situation häufig besonders belastend, da Trans- und Homofeindlichkeit in vielen Herkunftsländern und Gemeinschaften noch weit verbreitet sind.
Die Stadt Darmstadt trägt dieser besonderen Situation Rechnung, indem sie eine spezialisierte Unterkunft in freier Trägerschaft benennt, in der queere Geflüchtete (Rainbow Refugees) aufgenommen und sozialpädagogisch begleitet werden.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Mitarbeitende im Bereich Asyl- und Ausländerwesen regelmäßig geschult werden, um die spezifischen Bedürfnisse queerer Geflüchteter zu erkennen und geeignete Unterbringungslösungen zu entwickeln.
>>> Darüber hinaus wollen wir die politische Teilhabe und gesellschaftliche Akzeptanz von LSBT*IQ in unseren internationalen Partnerstädten durch Austausch und Kooperationen weiter fördern.

Der Sport ist traditionell stark durch binäre Geschlechterrollen geprägt – im Training, bei Wettkämpfen, in Ranglisten und olympischen Disziplinen. Diese Trennung nach „Mann“ und „Frau“ erschwert es vielen queeren Menschen, aktiv teilzunehmen oder sich im Sportumfeld willkommen zu fühlen.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass es in Darmstadt mehr inklusive Sportangebote für queere Menschen gibt. Vereine, die Projekte für trans* und inter* Jugendliche, Erwachsene oder LSBT*IQ-Personen allgemein schaffen möchten, sollen dabei gezielt von der Stadt unterstützt werden.
>>> Die städtische LSBT*IQ-Koordinierungsstelle soll hierbei eine vernetzende und beratende Rolle übernehmen – um bestehende Strukturen zu stärken, Kooperationen zu fördern und Sport als Raum der Vielfalt und Akzeptanz weiterzuentwickeln.

Darmstadt ist eine vielfältige Stadt: Rund 40 Prozent der hier lebenden Menschen haben eine Migrationsgeschichte – sei es durch eigene Migrationserfahrung oder weil mindestens ein Elternteil im Ausland geboren wurde. Sie alle sind ein selbstverständlicher und unverzichtbarer Teil unserer Stadtgesellschaft.

Wir GRÜNE stehen für ein respektvolles Miteinander und fördern das Zusammenleben vieler Kulturen. Wenn rechtsextreme Stimmen von „Remigration“ sprechen, treten wir dem entschieden entgegen – mit Menschlichkeit, Solidarität und klarer Haltung. Wir stehen Seite an Seite mit allen, die ausgegrenzt oder angegriffen werden.

Vielfalt kann unsere Gesellschaft kreativ bereichern und voranbringen. Dennoch zeigen die Entwicklungen der letzten Jahre: Weltweit, in Deutschland und auch in Darmstadt erleben wir Widerstand gegen Zuwanderung, Ressentiments gegenüber Migrant*innen und sogar Angriffe auf das im Grundgesetz verbriefte Recht auf Asyl. Rechtspopulistische Kräfte propagieren den Rückzug ins Nationale – und stellen damit auch unsere demokratischen Werte infrage.
Ablehnung von Vielfalt gibt es leider nicht nur in Teilen der Mehrheitsgesellschaft, sondern auch vereinzelt unter Zugewanderten. Umso wichtiger ist eine stabile Grundlage, auf der wir Herausforderungen gemeinsam und im Sinne des Gemeinwohls meistern können: unser Grundgesetz, unsere demokratischen und solidarischen Werte – und das Prinzip, dass die Würde des Menschen unantastbar ist.
>>> Wir GRÜNE setzen uns entschieden dafür ein, antidemokratischen Haltungen keinen Raum zu lassen. Politische Bildung in allen Quartieren für alle Generationen ist für uns ein zentraler Bestandteil städtischer Bildungsarbeit. Gemeinsam mit den vielen Institutionen und Initiativen in Darmstadt, die diese Haltung teilen, stärken wir die Demokratie – auf breiten Schultern und mit klarer Haltung.

Darmstadt ist und bleibt eine weltoffene Stadt! Die Fluchtzuwanderungen 2015 – vor allem aus Syrien, Afghanistan und dem Irak – sowie 2022 aus der Ukraine infolge des brutalen Angriffskriegs Russlands haben wir gemeinsam mit der Stadtgesellschaft solidarisch bewältigt. Gute Unterbringung bedeutet für uns GRÜNE nicht nur, Wohnraum bereitzustellen, sondern auch sozialpädagogische Begleitung und Integrationsangebote zu schaffen.
>>>Wir sind bereit, mehr Geflüchtete aufzunehmen, als uns von Bund und Land zugewiesen werden. Wir unterstützen die Seenotrettung und verurteilen ihre Kriminalisierung.
>>>Darmstadt ist Teil des bundesweiten Bündnisses Städte Sicherer Häfen – wir werden uns weiterhin dafür einsetzen, dass unsere Stadt Menschen aus der Seenotrettung aufnehmen kann.
>>>Wir fordern eine Bund-Länder-Vereinbarung, um die direkte Aufnahme von aus Seenot geretteten Menschen zu ermöglichen.
>>>Wir unterstützen die Darmstädter Kirchengemeinden, die Kirchenasyl gewähren, und stehen an der Seite der Engagierten.
>>>Wir schließen uns der Initiative deutscher Großstädte an, um Kindern aus Gaza, die chronisch krank oder schwer verletzt sind, medizinische Hilfe und menschliche Zuwendung zu bieten, und fordern die Bundesregierung auf, aktiv zu werden.

Integration bedeutet für uns GRÜNE vor allem eins: die gleichberechtigte Teilhabe aller Menschen – unabhängig von ihrer Herkunft – in allen Bereichen des gesellschaftlichen Lebens. Trotz vieler Fortschritte bestehen noch immer Barrieren: Zugewanderte stoßen im Bildungswesen, auf dem Arbeitsmarkt, beim Zugang zu Gesundheit, Wohnen und politischer Mitbestimmung auf strukturelle Hürden.

Unser Ziel ist klar: Wir wollen diese sichtbaren und unsichtbaren Zugangsbarrieren abbauen, die interkulturelle Öffnung in allen Organisationen vorantreiben und eine gelebte Willkommens- und Anerkennungskultur fest verankern. Dabei setzen wir auf die Stärkung der individuellen Ressourcen und Potenziale von Zugewanderten – als zentralen Bestandteil eines modernen kommunalen Integrationsmanagements.

Die Stadtverwaltung ist dabei die Visitenkarte unserer Stadt. Sie muss die Vielfalt Darmstadts widerspiegeln und ihre Strukturen an die Realität einer Einwanderungs- und Vielfaltsgesellschaft anpassen.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass

>>> der Anteil der Beschäftigten mit Migrationsgeschichte erhöht wird,

>>> Angebote und Dienstleistungen der Ämter stärker an den Bedarfen einer vielfältigen Stadtgesellschaft ausgerichtet werden, > mehr dazu unter 3. Internationalisierung

>>> die Partizipation Zugewanderter in Bürgerbeteiligungsprozessen gefördert und die Willkommens- und Anerkennungskultur weiter ausgebaut werden,

>>> Integration in allen relevanten Handlungsfeldern – Bildung, Soziales, Gesundheit, Arbeitsmarkt, Wohnen – und für alle Zielgruppen als Querschnittsaufgabe verankert wird.

Mit der Auflösung des Amtes für Vielfalt und Internationale Beziehungen ist die städtische Integrationsarbeit spürbar ins Stocken geraten. Für eine funktionierende Vielfaltsgesellschaft braucht es jedoch eine klare Koordination, strategische Weiterentwicklung und die Fähigkeit, fachlich auf aktuelle Herausforderungen und Angriffe zu reagieren.
Integrationsarbeit ist Querschnittsarbeit – sie muss innerhalb der Verwaltung und nach außen sichtbar verankert sein. Die Art, wie wir innerhalb der Stadtverwaltung kommunizieren und auftreten, ist ein wichtiges Signal für Weltoffenheit und für die Haltung der Wissenschaftsstadt Darmstadt.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> das Amt für Vielfalt und Internationale Beziehungen als eigenständige Einheit und sichtbares politisches Aushängeschild der Verwaltung wieder etabliert wird,
>>> Integrationsarbeit gemeinsam mit allen relevanten Akteur*innen kontinuierlich evaluiert und an aktuelle Anforderungen angepasst wird – mit starker Einbindung der Perspektiven zugewanderter Menschen,
>>> Elternbildungs- und Elternpartizipationsprojekte an Schulen und Kitas weitergeführt und intensiviert werden,
>>> Communities und ihre Selbstorganisationen durch Bildungsprojekte und Beteiligungsstrukturen gestärkt werden,
>>> Migrant*innenselbstorganisationen stärker in Maßnahmen zur Demokratieförderung eingebunden werden – insbesondere über ein neues Modellprojekt Darmstädter MSOs aktiv für Demokratie,
>>> die Kampagne Darmstadt bleibt weltoffen! fortgeführt wird.
1.1. Wichtige Integrationshelfer*innen: Mehrsprachigkeit, Vermittlungskräfte, Spracherwerb
Wir GRÜNE setzen weiterhin auf den Einsatz interkultureller Vermittlungskräfte, die Fachkräfte in Schulen, Kitas und im Gesundheitswesen wirkungsvoll unterstützen.
Wichtige Informationen müssen für alle zugänglich sein – deshalb wollen wir, dass sie auch künftig mehrsprachig und in einfacher Sprache bereitgestellt werden, sowohl gedruckt als auch online. Die Neubürger*innen-Broschüre, die inzwischen in acht Sprachen erscheint, ist ein sichtbares Zeichen gelebter Willkommenskultur.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> Land und Bund nicht bei Integrationskursen sparen und frauen- sowie jugendspezifische Angebote wieder eingeführt werden,
>>> die Kinderbetreuung bei Integrationskursen weiterhin kommunal gefördert wird,
>>> die finanzielle Unterstützung der Migrationsberatungsstellen erhalten bleibt,
>>> Programme wie HIPPY zur Förderung von Kindern in Familien mit Migrationsgeschichte fortgeführt werden.
1.2. Geflüchtete Menschen sind in unserer Stadt willkommen
Seit 2015 ist die Zahl der geflüchteten Menschen, die Darmstadt zugewiesen werden, hoch. Kriege, Gewalt und Krisen in der Welt spiegeln sich auch in Fluchtbewegungen wider, die in unserer Stadt ankommen.
Darmstadt hat diese Herausforderung in den vergangenen Jahren sehr gut gemeistert – gemeinsam mit vielen ehrenamtlich Engagierten, den sozialpädagogischen Diensten und der Verwaltung.
Unser Ziel ist nach wie vor, alle Menschen in eigenem Wohnraum unterzubringen und dadurch die Integration in den Sozialräumen zu stärken. Deshalb war und ist es richtig, dass wir den geförderten Wohnungsbau konsequent vorangetrieben haben.
Aufgrund der hohen Zahl von Menschen, die nach Darmstadt gekommen sind, war die dezentrale Unterbringung nicht immer möglich. Die Stadt hat deshalb in den vergangenen Jahren Erstwohnhäuser und Wohnheime errichtet, die Geflüchteten – sowohl Asylsuchenden als auch anerkannten – eine gute und sichere Unterkunft bieten. Zwischenzeitlich mussten Geflüchtete in Hotels untergebracht werden; diese Mietverhältnisse konnten jedoch beendet werden, weil neue Unterkünfte entstanden sind. Das spart der Stadt Kosten und verbessert vor allem für Familien mit Kindern die Wohnsituation deutlich.
Insbesondere seit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sind viele Menschen von dort nach Darmstadt gekommen. Auch seit 2022 gelingt es, sie wertschätzend und respektvoll aufzunehmen und ihnen Sicherheit und Perspektiven zu bieten.
>>> Besonders wichtig ist uns, dass in allen Unterkünften sozialpädagogische Dienste tätig sind. Sie unterstützen die Menschen, fangen sie in ihrer schwierigen Lebenssituation auf und begleiten sie bei allen notwendigen Schritten zur Integration.
Wir kritisieren:
die Kürzungen bei den Integrationskursen – insbesondere den Wegfall von Frauen- und Jugendkursen sowie die langen Wartezeiten – und die beabsichtigten Kürzungen bei den Migrationsberatungsstellen.
die Einführung der Bezahlkarte, die kein selbstbestimmtes Verwalten der ohnehin geringen Mittel aus dem Asylbewerberleistungsgesetz erlaubt,
die geplante Rückführung von Geflüchteten aus der Ukraine vom SGB II ins Asylbewerberleistungsgesetz.
Die Anerkennung von Schul- und Berufsabschlüssen muss auf Landesebene dringend beschleunigt werden.
>>> Wir wollen, dass sich geflüchtete Menschen in Darmstadt willkommen fühlen und eine echte Integrationsperspektive für sich und ihre Kinder finden.
Mit dem Jobcenter und der Agentur für Arbeit stehen kompetente Partner*innen zur Seite, um die Arbeitsmarktintegration geflüchteter Menschen weiter zu verbessern – hierauf wird ein besonderer Fokus gelegt.
>>>Wir unterstützen weiterhin die ehrenamtlich Aktiven, die sich etwa imKirchenasylengagieren. Und wir halten an unserer politischen Haltung fest,aus Seenot gerettete Menschen über die Quote hinaus in Darmstadt aufzunehmen. 
>>>Unbegleitete minderjährige Geflüchtete werden in Darmstadt sehr gut betreut – sowohl in Wohngruppen als auch im betreuten Wohnen. Ihre schulische und berufliche Entwicklung unterstützen wir nachhaltig mit dem Ziel, ihnen eine selbstständige Existenzsicherung zu ermöglichen.
Für geflüchtete Frauen gibt es bereits verschiedene Projekte – von Alphabetisierung und Spracherwerb bis hin zur beruflichen Qualifizierung. Geschlechtsspezifische Aspekte spielen dabei eine wichtige Rolle und berücksichtigen alle Qualifikationsebenen, denn viele Frauen bringen bereits eine fundierte Ausbildung oder ein Studium mit.

Eine offene Einwanderungs- und Vielfaltsgesellschaft gelingt nur mit starker Demokratieförderung, engagierter Antirassismus-Arbeit, lebendiger Erinnerungsarbeit und konsequenter Extremismusprävention. Aktuelle Entwicklungen – von rechtsextremen und radikalreligiösen Strömungen bis zu einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung – machen das mehr als deutlich. Nationalistische und antidemokratische Haltungen finden in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen Zuspruch und gefährden den gesellschaftlichen Zusammenhalt.
>>>Wir setzen uns für die Stärkung zivilgesellschaftlicher Kräfte, für die Förderung demokratischer Teilhabe und für ein vielfältiges, gewaltfreies Miteinander ein.
>>>Vielfalt als Wert muss sichtbar sein – auch in Sprache, Politik und Verwaltung. Deshalb wollen wir, dass das Büro für Demokratie und gesellschaftlichen Zusammenhalt wieder um den Begriff „Vielfalt“ ergänzt wird.
Fachkräfte und Öffentlichkeit sollen im Umgang mit antidemokratischen Haltungen gestärkt werden – von der Auseinandersetzung mit Nationalismus, Populismus, Antiziganismus und Antisemitismus bis hin zu Homophobie, Muslimfeindlichkeit und radikalreligiösen Tendenzen. Unterschiedliche Formate wie Workshops, Informationsveranstaltungen, Demokratiekonferenzen, Podiumsdiskussionen oder Projekte mit Jugendlichen – in und außerhalb der Schulen – tragen dazu bei, eine aufgeklärte demokratische Haltung zu fördern. 
 Die Umsetzung solcher Projekte braucht eine breite Basis und gut funktionierende Netzwerke: In der Partnerschaft für Demokratie und der AG Aktion Weltoffenes Darmstadt! arbeiten Vertreter*innen aus Politik, Wirtschaft, Bildung, Religion und Zivilgesellschaft zusammen – darunter Kirchen, die Jüdische Gemeinde, Migrant*innenselbstorganisationen, Hochschulen, Schulen, Jugendring, Gewerkschaften und Vertreter*innen von Minderheiten wie dem Verband der deutschen Sinti und Roma, Landesverband Hessen. 
 In Darmstadt gehen Demokratieförderung, Antirassismusarbeit und Erinnerungsarbeit Hand in Hand. Letztere verstehen wir als Aufklärung und Zukunftsaufgabe. Wir sind überzeugt, dass diese Arbeit angesichts der aktuellen (welt-)politischen Lage zunehmend wichtiger wird. Die Darmstädter Gedenkjahre – Gegen das Vergessen! sind dabei ein wichtiger Pfeiler und widmen sich der Aufarbeitung des Nationalsozialismus, der Verfolgung von Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma sowie der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Auch das Gedenken an die rassistischen Angriffe in Hoyerswerda oder die Morde in Hanau ist für uns Teil dieser Arbeit.
>>>Wir wollen die Netzwerke Partnerschaft für Demokratie und AG Aktion Weltoffenes Darmstadt! ausbauen und in ihrer ehrenamtlichen Arbeit stärken. 
>>> Den Preis Gesicht zeigen! werden wir auch in Zukunft vergeben – als klares Signal für Zivilcourage. 
2.1. Proaktiv gegen jede Form von Diskriminierung handeln
Diskriminierung – sei es aufgrund ethnischer Zugehörigkeit, Geschlecht, Religion oder Weltanschauung, einer Behinderung, des Alters oder der sexuellen Identität – hat in unserer Stadt keinen Platz. Wir sehen es als kommunale Aufgabe, hier proaktiv, präventiv und steuernd zu handeln.
 Darum haben wir GRÜNE die Einrichtung einer/s lokalen Antidiskriminierungsbeauftragten unterstützt. Mit der Koordinierungsstelle LSBT*IQ haben wir zudem einen wichtigen Schritt getan, um gezielt Diskriminierung aufgrund von Geschlecht oder sexueller Identität entgegenzuwirken. > Mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz für LSBT*IQ
>>>Auch in Bezug auf Merkmale wie Alter, Herkunft oder Weltanschauung werden wir Maßnahmen entwickeln, die Diskriminierung sichtbar machen, wirksam bekämpfen und gesellschaftlich ächten.
2.2. Präventiv gegen jede Form des Extremismus
Dem wachsenden Einfluss extremistischer Ideologien und der Gefahr einer zunehmenden gesellschaftlichen Spaltung treten wir auch vor Ort entschieden entgegen. Neben rechtsextremen Strömungen gilt es, radikalreligiösen Tendenzen – insbesondere dem Salafismus – ebenso wie Muslimfeindlichkeit und Antisemitismus wirksam zu begegnen.
>>>Wir GRÜNE wollen die DEXT-Fachstelle (Demokratieförderung und Extremismusprävention) dauerhaft sichern. Sie unterstützt Fachkräfte dabei, demokratiefeindliche und extremistische Entwicklungen früh zu erkennen und angemessen zu handeln.
>>>Die Erkenntnisse und Perspektiven der Fachstelle sollen gezielt in Projekte zur Stärkung der Demokratie einfließen.

Darmstadt ist als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort international geprägt – diese Vielfalt soll sich auch in der Stadtverwaltung widerspiegeln. Eine international handelnde Verwaltung stärkt nicht nur die Attraktivität unseres Standorts, sondern verbessert auch Servicequalität und Effizienz für die Bürger*innen.
>>>Wir GRÜNE setzen uns für eine Internationalisierungsstrategie der kommunalen Verwaltung ein, die von allen Fachämtern und städtischen Einrichtungen gemeinsam entwickelt wird.
Internationale Studierende und Wissenschaftler*innen leisten einen wichtigen Beitrag zu Forschung, Innovation und kultureller Vielfalt in Darmstadt. Sie stärken die Stadt als Wissenschafts- und Wirtschaftsstandort und bereichern das gesellschaftliche Leben.
Um die Verfahren rund um die Aufenthaltserlaubnis zu erleichtern, hat die Stadt bereits wichtige Schritte unternommen und die Ausländerbehörde mit zusätzlichem Personal, neuen Räumen und verbesserten Organisationsstrukturen ausgestattet. Dennoch bestehen weiterhin Hürden – etwa durch lange Wartezeiten.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, die Verfahren in der Ausländerbehörde weiter zu modernisieren – mit digitalen Abläufen, klarer Kommunikation und einer gelebten Willkommenskultur für alle, die in Darmstadt studieren, forschen und leben.
Der Austausch mit unseren Partnerstädten und anderen Kommunen weltweit bringt frische Ideen, innovative Lösungen und fördert gegenseitiges Lernen. Internationalität muss daher als Querschnittsaufgabe in allen Bereichen der Stadtverwaltung verankert werden.
>>>Wir wollen den internationalen kommunalen Fachaustausch zu einem strategischen Ziel der Stadt machen.
Globale Herausforderungen wie Klimawandel oder Fluchtbewegungen lassen sich nur gemeinsam bewältigen – auch durch lokales Handeln im Rahmen der Städtediplomatie.
>>>Wir werden unser Engagement in internationalen Netzwerken wie dem EU Mayors Konvent für Klimaschutz, Mayors for Peace, Mayors against Antisemitism, Cities for Life, der Europäischen Städtekoalition gegen Rassismus oder dem Rainbow Cities Network weiter ausbauen und aktiv mitgestalten.
3.1. Europäischen Zusammenhalt stärken
Städtepartnerschaften waren lange das zentrale Instrument, um den europäischen Gedanken in Darmstadt erlebbar zu machen – durch Begegnung, Austausch und gelebte Völkerverständigung. Heute ist das europäische Bewusstsein bei vielen Bürger*innen fest verankert. Gerade in Zeiten, in denen populistische Strömungen den europäischen Zusammenhalt infrage stellen, gilt es, dieses Bewusstsein zu stärken und weiterzuentwickeln.
>>>Wir GRÜNE sind überzeugt: Die Zukunft eines weltoffenen Darmstadts liegt in einem starken, geeinten Europa. Deshalb unterstützen wir die Arbeit von Bürgerinitiativen wie Pulse of Europe und fördern Aktivitäten, die europäische Werte in unserer Stadt sichtbar machen.

Eine weltoffene und international ausgerichtete Einwanderungs- und Vielfaltsgesellschaft wird vor Ort gemeinsam mit den Menschen gestaltet. Das tun wir GRÜNE in Darmstadt bereits und werden es auch künftig mit Nachdruck tun.
Wir unterstützen ein modernes Einwanderungsgesetz, das die Interessen und Fähigkeiten von Menschen mit und ohne sicheren Aufenthaltsstatus, der Herkunftsländer und Deutschlands miteinander in Einklang bringt. Gerade mit Blick auf die jüngste Zuwanderung Geflüchteter setzen wir uns für ein Gesetz ein, das mehr legale Einwanderungsmöglichkeiten schafft, bürokratische Hürden abbaut und Eingewanderten ein selbstbestimmtes Leben in Deutschland ermöglicht.
>>>Wir fordern ein Einwanderungsgesetz, das Asylsuchenden und Geduldeten – bei beruflicher Eignung – einen aufenthaltsrechtlichen „Spurwechsel“ in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglicht. Die bislang bestehende Undurchlässigkeit für Asylsuchende, einen anderen Aufenthaltstitel zu erhalten, hat dazu beigetragen, dass viele Menschen seit langer Zeit durchgehend geduldet werden, aber nicht arbeiten und teilhaben dürfen.
>>>Wir setzen uns für eine beschleunigte Einbürgerung ein – durch effizientere Strukturen in der Ausländerbehörde und schnellere Bearbeitungszeiten im Regierungspräsidium Darmstadt.
4.1. Für ein Kommunales Wahlrecht
 Wir haben in Darmstadt die Partizipationsmöglichkeiten für Migrant*innen auf kommunaler Ebene so weit wie möglich ausgeschöpft – etwa durch die Einführung des Antrags- und Rederechts für den Ausländerbeirat in der Stadtverordnetenversammlung und ihren Ausschüssen.
>>> Wir setzen uns klar für den Erhalt des Ausländerbeirats ein und fordern weiterhin das kommunale Wahlrecht für alle. Eine Demokratie verliert an Substanz, wenn ein Teil ihrer Bevölkerung von politischen Entscheidungen ausgeschlossen bleibt. Es ist höchste Zeit, dass nicht länger zwei Drittel der ausländischen Einwohner*innen von der politischen Willensbildung durch Wahlen ausgeschlossen werden.
4.2. Für ein Antidiskriminierungsgesetz
Wir setzen uns für ein hessisches Antidiskriminierungsgesetz ein, das die bestehenden Lücken im Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG) auf Bundesebene schließt. Schulen und Behörden müssen ausdrücklich einbezogen werden. Vorgesehen sein sollen zudem unabhängige Beschwerdestellen für rassistische und rechtsextreme Vorfälle sowie ein Verbandsklagerecht.
Darüber hinaus fordern wir, Anti-Rassismus als Staatsziel in die hessische Verfassung aufzunehmen.

Gesundheitsvorsorge und medizinische Versorgung müssen für alle Menschen verlässlich zugänglich sein – sowohl im ambulanten wie im stationären Bereich. Für uns GRÜNE ist Gesundheit ein zentraler Bestandteil der kommunalen Daseinsvorsorge. Mit zukunftsfähigen Konzepten wollen wir die medizinische Infrastruktur in Darmstadt weiter stärken und bedarfsgerecht ausbauen.

Der Zusammenschluss des städtischen Klinikums Darmstadt mit dem Agaplesion Elisabethenstift war ein wichtiger Schritt, um die medizinischen Leistungen vor Ort zu sichern und eine kommunale Beteiligung zu erhalten. Er stärkt den Gesundheitsstandort Darmstadt nachhaltig. Wir unterstützen diesen Zusammenschluss ausdrücklich, damit Patient*innen künftig von klaren, gut abgestimmten Versorgungsstrukturen profitieren.

>>> Wir setzen uns dafür ein, die medizinischen Leistungen in Darmstadt zu sichern und, wo möglich, auszubauen.

>>> Wir machen uns dafür stark, dass alle Mitarbeitenden von Klinikum und Agaplesion Elisabethenstift nach Tarif gemäß TVÖD bezahlt werden.

Wir GRÜNE setzen in unserer Gesundheits- und Sozialpolitik auf eine starke, niedrigschwellige Beratungs- und Anlaufstruktur – denn gute Prävention beginnt früh und nah am Menschen. Dazu gehören unter anderem die Angebote des Gesundheitsamts, die psychosoziale Beratung, Krisenintervention, muttersprachliche Unterstützung für Migrant*innen, Familien- und Erziehungsberatung, Frühe Hilfen sowie die Frühförderung durch verschiedene Träger.
Auch Selbsthilfegruppen leisten dabei einen wichtigen Beitrag – als Orte des Austauschs, der gegenseitigen Unterstützung und der Stärkung individueller Gesundheitskompetenz.
Rund neun Prozent der Erwachsenen nehmen im Laufe ihres Lebens an einer Selbsthilfegruppe teil; bei Menschen mit chronischen Erkrankungen liegt der Anteil noch höher. Deshalb gilt die Selbsthilfe als vierte Säule des Gesundheitssystems – neben ambulanter und stationärer Versorgung sowie Rehabilitation und Prävention.
Ein dichtes Netz von Beratungsstellen in den Stadtteilen, frühzeitige Gesundheitserziehung, die Förderung von Bewegung und gesunder Ernährung bilden für uns zentrale Pfeiler wirksamer Prävention – diese wollen wir konsequent stärken und weiter ausbauen.
Die Mitgliedschaft im Gesunde-Städte-Netzwerk bietet eine gute Grundlage, um die Vernetzung und Kooperation der genannten Akteur*innen zu stärken. Gleichzeitig entstehen daraus neue Projekte – wie Gesund in Eberstadt Süd.
 >>> Wir setzen uns dafür ein, dass in allen Quartieren niedrigschwellige Unterstützungsangebote (sozialraumorientiert*) für Menschen aller Altersstufen noch gezielter die Themen Gesundheit und Prävention aufgreifen.
>>> Neben der etablierten Gesundheitskonferenz unterstützen wir den Ausbau des vom Gesunde-Städte-Netzwerk initiierten Gesundheitsforums – mit Schwerpunkten wie Einsamkeit oder Vernetzung.
>>> Zur Prävention sexuell übertragbarer Krankheiten wie HIV wollen wir kostenfreie Testangebote beim Gesundheitsamt und der Aidshilfe Darmstadt e.V. schaffen. Das ist eine Maßnahme, mit der wir als Stadt dazu beitragen, das Ziel der Vereinten Nationen, AIDS bis 2030 zu beenden (UNAIDS 95-95-95 Ziel), zu erreichen.
>>> Bei der Kassenärztlichen Vereinigung Hessen setzen wir uns für eine HIV-Schwerpunktpraxis in Darmstadt ein. Die Verfügbarkeit der Prä-Expositionsprophylaxe (PrEP) in Darmstadt soll verbessert werden.
>>> Informationen zur HPV-Impfung wollen wir breiter streuen, um die Impfrate zu erhöhen und Erkrankungen an Gebärmutterhalskrebs vorzubeugen.

*Sozialraumorientiert bedeutet, dass Angebote und Unterstützung dort ansetzen, wo Menschen leben – also in ihrem Stadtteil, ihrem Quartier, ihrem vertrauten Umfeld. Dabei werden die tatsächlichen Lebensbedingungen vor Ort berücksichtigt: Wege, Nachbarschaften, Treffpunkte und soziale Netzwerke. Ziel ist, dass Hilfen besser zusammenarbeiten, leichter erreichbar sind und die Menschen selbst aktiv einbezogen werden.

In den vergangenen Jahren konnte das Gesundheitsamt Darmstadt durch Bundesmittel personell und strukturell gestärkt werden – ein wichtiger Schritt hin zu einer modernen und bürgernahen Gesundheitsversorgung.
Da das derzeitige Gebäude des Gesundheitsamts weder für die dort Beschäftigten noch für die Bürger*innen zumutbar ist, unterstützen wir den vereinbarten Umzug an den Standort Marienhospital, um moderne Arbeitsbedingungen zu ermöglichen und Raum für die dringend nötige Digitalisierung zu schaffen.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass das Land Hessen diese Finanzierung dauerhaft übernimmt, damit die neu geschaffenen Stellen und die damit verbundenen Leistungen langfristig erhalten bleiben. Denn ein gut aufgestellter Öffentlicher Gesundheitsdienst ist essenziell für Prävention, Aufklärung und Krisenresilienz.
>>> Auch inhaltlich wollen wir den Öffentlichen Gesundheitsdienst weiterentwickeln: Neue Stellen sollen gezielt mit wichtigen gesundheitspolitischen Aufgaben und Bereichen der aufsuchenden Gesundheitsvorsorge verknüpft werden – etwa mit der psychosozialen Versorgung, Sprachförderung, Prävention sowie der Kontrolle hygienischer Standards im Veterinär- und im Gastronomiebereich. 
>>> Wir wollen im Gesundheitsamt eine humanitäre Sprechstunde einrichten – als ergänzendes Angebot zur Malteser Migranten Medizin. Dort sollen Erwachsene, Schwangere und Kinder ohne oder mit ungeklärter Krankenversicherung vertraulich Hilfe und medizinische Unterstützung erhalten. 
>>> Wir wollen bei einem geeigneten Träger eine Clearingstelle einrichten, die nicht versicherten Menschen hilft, in eine Krankenversicherung zu gelangen und soziale Beratung in Anspruch zu nehmen.

Gesundheitsförderung beginnt im Kindesalter – in Kitas und Schulen wird sie nicht nur vermittelt, sondern im besten Fall vorgelebt. Dazu gehören Bewegung, Wissen über Ernährung und ein bewusster Umgang mit dem gemeinsamen Essen.
Ein wichtiger Schritt ist gemacht: In einem breit angelegten Prozess – unter Beteiligung der Elternbeiräte – hat die Stadt erstmals sichergestellt, dass alle Kinder in den städtischen Kitas ein gemeinsames Frühstück und Mittagessen erhalten. Das stärkt nicht nur die Gesundheit, sondern auch das soziale Miteinander.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Kitas und Schulen flächendeckend mit gesundem Mittagessen aus regionalen Bioprodukten versorgt werden. Die Belieferung erfolgt zunehmend durch den städtischen Eigenbetrieb für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) – mit Mahlzeiten aus regionalen, biologisch angebauten oder Fairtrade-zertifizierten Zutaten. Mindestens ein tägliches Angebot soll vegetarisch oder vegan sein.
Zur Förderung der Ernährungskompetenz wollen wir Kitas und Schulen mit Lehrküchen ausstatten. Gemeinsames Kochen und Essen soll als Teil des Bildungsauftrags verstanden und gestaltet werden – altersgerecht, lebensnah und gesund.
>>> Ziel ist es, Kinder gesund zu ernähren und Ernährung sowie gemeinsames Essen als Bildungsangebot erfahrbar zu machen. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
>>> Wir setzen uns für den Ausbau von Kitaküchen und die Umsetzung gemeinsamer Kochangebote ein – möglichst fair, regional, vegetarisch und bio.

Gesundheitsversorgung muss barrierefrei, niedrigschwellig und wohnortnah erreichbar sein. Dafür setzen wir GRÜNE uns ein – mit dem Ziel, Angebote stadtteilbezogen auszubauen und eng mit der Gemeinwesenarbeit zu verknüpfen. Künftig sollen die bestehenden Orte der Gemeinwesenarbeit in den Quartieren auch zu Häusern der Gesundheit weiterentwickelt werden.
Einsamkeit wird von der WHO als vernachlässigter Einflussfaktor auf die Gesundheit eingestuft – das Gefühl sozial isoliert zu sein, erhöht das Sterberisiko um 26 Prozent. > Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei älter werden in Darmstadt
Betroffen sind nicht nur ältere, sondern auch junge Menschen. Hier helfen sozialraumorientierte Angebote: Sie bleiben nah an den Menschen, ermöglichen frühzeitige Intervention, vernetzen Unterstützungsleistungen und stärken die Selbsthilfe – etwa durch die räumliche Anbindung lokaler Selbsthilfegruppen und den Austausch von Fachstellen mit Betroffenenorganisationen. Häuser der Gesundheit übernehmen dabei eine Lotsenfunktion, leisten Krisenintervention – auch im Bereich der Suizidprävention – und helfen, Erkrankungsspiralen zu vermeiden.
 Ein konkreter Baustein dieses Konzepts ist das entstehende Memory-Haus des Darmstädter Demenzforums im Martinsviertel – eine wichtige Anlaufstelle für die älter werdende Stadtgesellschaft. Es versteht sich als offenes Haus und eignet sich daher ideal für eine niedrigschwellige erste Gesundheitsanlaufstelle. Diese ersetzt keine ärztliche Versorgung, sondern dient als Lotse und Orientierungshilfe – insbesondere für sozial benachteiligte Menschen oder Menschen mit Migrationshintergrund, die so frühzeitig erreicht und unterstützt werden können.
>>> Wir setzen uns für die Einrichtung eines Hauses der Gesundheit als erste Anlaufstelle bei gesundheitlichen Problemen oder Fragen ein – analog zum Pflegestützpunkt. Dieses könnte im Memory-Haus im Martinsviertel angesiedelt und mit anderen Gemeinwesenzentren vernetzt werden. Über das Gesunde Städte-Netzwerk können diese Häuser der Gesundheit stadtweit koordiniert und weiterentwickelt werden.
>>> Wir GRÜNE wollen die Quartierszentren schrittweise zu Häusern der Gesundheit weiterentwickeln.

Der Klimawandel beeinträchtigt längst auch unsere Gesundheit. Hitzestress, vermehrte Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Hautkrebs und allergische Atemwegserkrankungen nehmen zu. Gleichzeitig erhöht die Zerstörung natürlicher Lebensräume das Risiko für neue Infektionskrankheiten. Der Klimawandel ist ein ernst zu nehmendes Gesundheitsrisiko – auch bei uns in Darmstadt. Alle Maßnahmen, die dem Klimaschutz dienen, fördern zugleich die Gesundheit. Deshalb fordern wir GRÜNE, der Klimawandel als akuten gesundheitlichen Notfall zu betrachten. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente  
 >>> Auf GRÜNE Initiative hin wurde in Darmstadt ein Hitzeaktionsplan beschlossen. Er bietet konkrete Hilfen und Hinweise – für Privatpersonen, Unternehmen, Institutionen und die städtischen Ämter.
Dieser Plan muss nun mit Leben gefüllt, breit bekannt gemacht und regelmäßig evaluiert werden.

Ausbrüche von Infektionskrankheiten nehmen weltweit zu – drei von fünf sind dabei zoonotischen Ursprungs, wurden also vom Tier auf den Menschen übertragen. Beispiele wie SARS, MERS oder zuletzt Corona zeigen: Die Gesundheit von Mensch, Tier und Umwelt ist untrennbar miteinander verbunden. Genau darauf zielt der One-Health-Ansatz der Weltgesundheitsorganisation (WHO), dem wir uns auch auf kommunaler Ebene verpflichtet fühlen. Um das Risiko künftiger Pandemien zu minimieren, müssen wir die menschliche Gesundheit stärken, in Tiergesundheit investieren und natürliche Lebensräume schützen. Nur so lassen sich Zoonosen wirksam eindämmen.
Zugleich hat die Corona-Pandemie deutlich gemacht, dass auch der Zivilschutz modernisiert werden muss – mit anpassungsfähigen Katastrophen- und Pandemieplänen, ausreichend Schutzausrüstung und einer starken öffentlichen Gesundheitsinfrastruktur.
>>> Wir wollen den bestehenden Krisen- und Pandemieplan der Stadt kritisch überarbeiten, um für künftige länder- und kontinentübergreifende Ausbreitungen von Krankheiten besser gerüstet zu sein.
>>> Wir GRÜNE unterstützen die kommunale Vorhaltung von Schutzausrüstung, damit auch in Zukunft keine Engpässe in den Darmstädter Gesundheitseinrichtungen entstehen. 

Eine inklusive Gesundheitsversorgung ist ein zentrales Element sozialer Gerechtigkeit. Deshalb setzen wir GRÜNE uns dafür ein, Barrieren im Gesundheitssystem konsequent abzubauen – von der baulichen Zugänglichkeit über verständliche Sprache bis hin zu sensibler Beratung. Im kommunalen Projekt Barrierefreie Gesundheitsversorgung wurden bereits wichtige Grundlagen erarbeitet, etwa zu den Themen Zugänglichkeit, Hörbeeinträchtigungen oder verständliche Informationen in einfacher Sprache. Diese Ergebnisse fließen in die Inklusionsberatung der Stadt ein und stärken bestehende Strukturen.
>>> Der Aktionsplan Auf dem Weg zur inklusiven Stadt, entwickelt auf Grundlage der UN-Behindertenrechtskonvention von 2008, wurde evaluiert. Die Ergebnisse wollen wir konsequent im Netzwerk weiterentwickeln und umsetzen.

Die Lebenserwartung ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich gestiegen – und mit ihr die Zahl älterer Menschen, die aktiv am gesellschaftlichen Leben teilhaben. Altersbilder haben sich gewandelt: Alter ist heute vielfältig und darf nicht defizit-, sondern muss potenzialorientiert gedacht werden. > Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei älter werden in Darmstadt
Wir GRÜNE setzen uns für eine zeitgemäße Altenpolitik ein, die ein selbstbestimmtes, aktives und gesundes Leben im Alter ermöglicht – gut abgesichert, mit guter Pflege- und Gesundheitsversorgung, barrierefreier Mobilität und verlässlicher Beratung vor Ort.
>>> Wir wollen, dass sich die Stadt Darmstadt dem WHO-Netzwerk Age-friendly Cities anschließt. Das wäre eine sinnvolle Ergänzung und Weiterentwicklung im Rahmen des Gesunde-Städte-Netzwerks. Mitgliedsstädte verpflichten sich, den Bedürfnissen älterer Menschen besondere Aufmerksamkeit zu schenken – in Planung, Stadtentwicklung und allen Bereichen des öffentlichen Lebens.

Um dem demografischen Wandel und einer älter werdenden Bevölkerung gerecht zu werden, fördern wir GRÜNE innovative Konzepte – auch in der Pflege und der Care-Arbeit. Die Fachkonferenz Altenhilfe, ein Darmstädter Netzwerk verschiedener Institutionen, unterstützt dabei eine abgestimmte, bedarfsorientierte Weiterentwicklung der Pflegeangebote in Darmstadt. Gleichzeitig rückt die Mitgliedschaft im Gesunde-Städte-Netzwerk Themen wie soziale Teilhabe und inklusive Gesundheitsangebote stärker in den Mittelpunkt.
 Ein positives Beispiel ist das Projekt Demenzfreundliche Stadt, das vom Demenzforum Darmstadt gemeinsam mit der Stadt, Kirchen und Vereinen initiiert wurde. Es verfolgt das Ziel, den Umgang mit Demenz zu enttabuisieren, Berührungsängste abzubauen und Wissen über Demenz in die Stadtgesellschaft zu tragen. Begegnungsformate wie das Memory-Haus sollen Menschen mit und ohne Demenz, Jüngere und Ältere zusammenbringen und so gesellschaftliche Teilhabe ermöglichen.Selbsthilfegruppen spielen dabei eine wichtige Rolle, sie fördern Teilhabe, schaffen Vertrauen und stärken die Eigenverantwortung im Umgang mit Krankheit und Alter.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den strukturellen Ausbau bedarfsgerechter Angebote für Pflegebedürftige und Demenzkranke in den Quartieren – etwa durch Tagesangebote im Rahmen der Häuser der Gesundheit,
>>> die Aktualisierung der Pflegebedarfsplanung und ihre enge Verzahnung mit der Altenhilfeplanung,
>>> eine Verbesserung des Personalschlüssels in der Altenpflege auf Bundesebene, damit mehr Zeit und Zuwendung in der Betreuung möglich wird – ohne dass die Kosten allein auf die Pflegebedürftigen umgelegt werden.
Eine grundlegende Pflegereform ist überfällig: Die Pflegekosten steigen stetig und werden immer stärker auf die Pflegebedürftigen verlagert. Das treibt viele Menschen über die Hilfe zur Pflege in die Sozialhilfe und belastet zudem die kommunalen Kassen erheblich.
9.1. Pflegeangebote im Sozialraum
Pflege muss wohnortnah, bedarfsgerecht und für alle zugänglich sein. Unser Ziel ist es, allen Menschen ein Leben in größtmöglicher Selbstständigkeit und Würde zu ermöglichen – auch im Alter oder bei Pflegebedürftigkeit.
Wir setzen uns deshalb für den weiteren Ausbau von Pflegeangeboten im Sozialraum ein. Dazu gehört etwa das Projekt Hiergeblieben e.V., das seit Jahren lebensnahe Wohn- und Pflegeformen in Kranichstein fördert. Dieses Angebot soll dauerhaft und besser unterstützt werden. Auch das kommunale Übergangsmanagement zwischen stationärem Aufenthalt und Versorgung zu Hause wollen wir weiterentwickeln. Eine zentrale Rolle spielt dabei der etablierte Pflegestützpunkt als erste Anlaufstelle für Betroffene und Angehörige – dieses Beratungsangebot wollen wir gezielt stärken und ausbauen. Weitere Aufgaben liegen darin, in den Quartieren und auf Stadtteilebene bedarfsgerechte Angebote für Pflegebedürftige und demenziell Erkrankte, für Migrant*innen sowie Geflüchtete vorzuhalten.
>>> Wir unterstützen die Forderung des Projekts Hiergeblieben e.V. auf dauerhafte Räumlichkeiten mit angeschlossener ambulanter Pflege in Kranichstein als Pilotprojekt und die Übertragung auf andere Stadtteile.
>>> Damit mehr Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit in der Care-Arbeit wagen, setzen wir uns für ein gezieltes Beratungsangebot ein – um dem Fachkräftemangel und den Folgen des demografischen Wandels vorausschauend zu begegnen.
>>> Wir setzen uns für den Ausbau von Beratungs- und Ehrenamtsstrukturen in den Quartieren ein – eng vernetzt mit Gemeinwesenarbeit und Gemeindepflege.
9.2. Gemeindepfleger*innen in allen Stadtteilen
 Wir GRÜNE haben frühzeitig das Potenzial der Gemeindepflege erkannt. Inzwischen sind Gemeindepfleger*innen in verschiedenen Stadtteilen (Wixhausen, Pallaswiesen-/Mornewegviertel/Waldkolonie, Bessungen und Kranichstein) aktiv – mit großem Erfolg: Studien zeigen, dass sie als zentrale Ansprechpersonen wirken, Versorgungslücken schließen und dazu beitragen, dass Menschen länger selbstbestimmt zu Hause leben können – und seltener auf stationäre Pflege angewiesen sind.
>>> Wir wollen das Modell der Gemeindepflege stadtweit ausrollen und in allen Quartieren verankern. Dabei nehmen wir das Land Hessen in die Verantwortung, diese wertvolle Arbeit dauerhaft finanziell abzusichern.
>>> Die Gemeindepfleger*innen sollen eng an die Orte der Gemeinwesenarbeit und ehrenamtliche Strukturen angebunden sein – um Synergien zu schaffen und die Menschen dort zu erreichen, wo sie leben.

Palliativ- und Hospizdienste leisten einen unschätzbaren Beitrag zur Begleitung schwerkranker und sterbender Menschen. Unser Ziel ist es, jedem Menschen ein Leben bis zuletzt in Würde, Schmerzfreiheit und Selbstbestimmung zu ermöglichen.
Die Stadt Darmstadt hat die Charta zur Betreuung schwerstkranker und sterbender Menschen unterzeichnet und bekennt sich damit zu dieser Verantwortung. Besonders die vielen ehrenamtlich Engagierten in der Hospizarbeit verdienen höchste Anerkennung und Unterstützung.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass die Arbeit der Palliativ- und Hospizdienste – auch überkonfessionell – weiterhin unterstützt wird.
>>> Auch die Trauerbegleitung für Angehörige wollen wir stärken und nachhaltig unterstützen.

Trotz wachsender Zahl von Medizinstudentinnen ist das Gesundheitssystem in Deutschland noch immer stark männlich geprägt – sowohl in seinen Führungsstrukturen als auch in Forschung und medizinischer Praxis. Medikamente werden überwiegend an Männern getestet, Studien häufig ohne geschlechterspezifische Auswertung durchgeführt. Weibliche Krankheitsbilder und Symptomatiken werden oft übersehen oder zu spät erkannt. Auch Kinder und Jugendliche kommen in Forschung und Versorgung noch immer zu kurz
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> eine geschlechtergerechte Behandlung, Forschung und Therapieauswahl erfolgt, die die spezifischen Bedürfnisse von Frauen sowie von Kindern und Jugendlichen stärker berücksichtigt.
>>> geschlechterspezifische Aspekte in den pflegerischen und medizinischen Ausbildungen Darmstädter Institutionen stärker beachtet werden und Aufklärungsangebote für Ärzt*innen sowie Bürger*innen größere Verbreitung finden.

Der Zugang zu ambulanten und stationären Therapieplätzen ist vielerorts erschwert – besonders im Bereich der psychiatrischen und psychotherapeutischen Versorgung. Betroffene warten oft monatelang auf einen Termin. 
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Versorgungslücken geschlossen und bedarfsgerechte Angebote geschaffen werden – gerade auch in den Stadtteilen und für besonders vulnerable Gruppen.
>>> Wir setzen uns bei der Kassenärztlichen Vereinigung für den Ausbau der therapeutischen und psychiatrischen Versorgung für alle Altersgruppen ein – insbesondere in der Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie -therapie.
>>> Unser Ziel ist die Einrichtung dezentraler gemeindepsychologischer Zentren und der gezielte Ausbau muttersprachlicher Angebote für Migrant*innen.
>>> Wir setzen uns für eine bessere ärztliche Versorgung HIV-positiver Menschen und Menschen mit Suchterkrankungen sowie für eine verbesserte fachärztliche Versorgungsquote auf Stadtteilebene ein.

Psychische Erkrankungen nehmen zu – und mit ihnen auch die Zahl von Krisensituationen, die professionelle Hilfe erfordern. Für eine wirksame Suizidprävention und die bessere Versorgung psychischer Erkrankungen müssen Kriseninterventionsdienste ausgebaut, personell gestärkt und rund um die Uhr verfügbar sein.Besonders die ambulante Versorgung muss im Sinne der Prävention gestärkt werden, um Chronifizierungen zu verhindern und Menschen frühzeitig zu unterstützen – bevor sie in die Eingliederungshilfe gelangen. Ein wichtiger Schritt ist das wiederaufgebaute kinder- und jugendpsychiatrische Beratungsangebot des Gesundheitsamtes Darmstadt. Es steht als erste Anlaufstelle sowohl besorgten Eltern als auch Jugendlichen selbst zur Verfügung.
Trotzdem fehlen weiterhin zahlreiche Therapieplätze für Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Das verhindert schnelle Hilfe und verzögert Genesung erheblich.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Entwicklung eines umfassenden Konzepts zur Suizidprävention – aufbauend auf den Erfahrungen der Caritas-Krisenhotline und des Projekts der Krisenintervention – das alle Altersgruppen einbezieht,
>>> einen besonderen Fokus auf Kinder und Jugendliche: Suizid ist bei den 10- bis unter 25-Jährigen die häufigste Todesursache,
>>> die finanzielle Unterstützung des Projekts ANNA e.V. mit einem Sockelbetrag – es ermöglicht Kindern und Jugendlichen eine niedrigschwellige, sofortige Kontaktaufnahme,
>>> die personelle Stärkung des sozialpsychiatrischen Dienstes im Gesundheitsamt, damit er in akuten Fällen vor Ort eingreifen kann, denn viele konflikthafte oder gefährliche Situationen im öffentlichen Raum haben einen – häufig unerkannten – psychiatrischen Hintergrund, 
>>> gezielte Schulungen für Polizei und Ordnungsbehörden im Umgang mit psychisch erkrankten Menschen.

Darmstadt ist kein Hotspot der Drogenszene im Rhein-Main-Gebiet – doch auch hier leben Menschen mit Suchterkrankungen. Der Drogenkonsum verändert sich: Neue Substanzen führen zu neuen Konsummustern, die differenzierte und zeitgemäße Antworten erfordern. Der Konsum legaler wie illegaler Drogen ist Teil gesellschaftlicher Realität – und wird es bleiben.
Für uns GRÜNE steht nicht die Frage der Legalität im Mittelpunkt, sondern der verantwortungsvolle und gesundheitsorientierte Umgang mit Drogen. Sucht hat viele Ursachen – gesellschaftliche, soziale, kulturelle und individuelle. Deshalb braucht es eine Politik, die genau hinschaut: auf Altersgruppen, Risiken, Ursachen und die jeweilige Hilfebedürftigkeit der Betroffenen.
Wir bekennen uns zu einer Drogenpolitik, die sich am Zürcher Modell orientiert. Dieses beruht auf den vier Säulen Prävention, Therapie, Schadensminderung und Repression, die miteinander verzahnt wirken. Ziel ist es, sowohl die Gesundheit der Betroffenen zu schützen als auch die öffentliche Sicherheit zu gewährleisten. Dazu gehören pragmatische und bewährte Ansätze wie Konsumräume, Substitutionstherapien, soziale Begleitung sowie räumlich abgegrenzte Zonen der Toleranz innerhalb geschützter Räume. So werden Risiken reduziert, offener Drogenkonsum eingedämmt und Perspektiven für ein suchtfreies Leben eröffnet.
Seit den 1990er-Jahren ist der Herrngarten ein zentraler Treffpunkt der offenen Drogenszene in Darmstadt. Mit dem Neubau des Scentral an der Bismarckstraße stehen heute moderne Räume mit Kontaktladen und Substitutionsambulanz zur Verfügung. Dennoch hat sich ein Teil der Szene wieder in den Herrngarten verlagert – unter anderem durch die Aufgabe der Container an der Schleiermacherstraße. Aktuelle Entwicklungen wie der verstärkte Crack-Konsum verschärfen die Lage und führen zu Konflikten mit Anwohner*innen und Parkbesucher*innen. > Prävention stärken – Sicherheitskonzepte gerecht gestalten
>>> UnserZiel ist ein klar abgegrenzter Toleranzbereich nach Zürcher Vorbild – sichere Orte für Suchtkranke bei gleichzeitig sauberen und nutzbaren öffentlichen Räumen.
>>> Wir haben ein umfassendes Konzept erarbeitet und in die Stadtverordnetenversammlung eingebracht, das nun zügig umgesetzt werden muss. Es umfasst Konsumräume mit medizinischer Betreuung zur Vermeidung von Todesfällen und Infektionen, eine Erweiterung des Außengeländes für Aufenthalt und kontrollierte Konsumzonen, Notschlafplätze sowie Tagesruhebetten zur Stabilisierung suchtkranker Menschen.
>>> Gleichzeitig setzen wir uns für ein konsequentes Vorgehen gegen offenen Konsum und Drogenhandel im öffentlichen Raum ein – im Rahmen des bewährten Darmstädter Weges, der Sozialarbeit und Sicherheitsbehörden eng verzahnt.
>>> Wir machen uns stark für den Erhalt und die Stärkung der Substitutionsambulanz.
>>> Wir fördern passgenaue Unterstützungsangebote – von Prävention über Therapie bis hin zu Beschäftigungs- und tagesstrukturierenden Maßnahmen. Entscheidend ist für uns die Verbindung von gesundheitlicher Versorgung, sozialer Arbeit und praktischer Alltagshilfe.
Die Gruppe der alternden und vorgealterten Drogenkonsument*innen wächst – nicht zuletzt durch bessere Substitution und medizinische Versorgung. Doch viele leben isoliert, sind vereinsamt, häufig pflegebedürftig – und gleichzeitig eingebunden in einen Lebensrhythmus, der nicht zu klassischen Altenpflegeeinrichtungen passt. 
Gleichzeitig müssen wir auch jene in den Blick nehmen, die im hohen Alter erstmals eine Abhängigkeit entwickeln – etwa von Medikamenten oder Alkohol. Hier braucht es spezielle Hilfsangebote, die erreichbar, niedrigschwellig und auf die Lebensrealität älterer Menschen abgestimmt sind.
>>> Wir GRÜNE wollen eine Lebens(end)station für drogenabhängige Menschen schaffen – einen geschützten Ort zum Wohnen mit Gemeinschaft und Begleitung für alte und vorgealterte Abhängige/Suchtkranke.
Teil der Realität sind neben stoffgebundenen Süchten auch Verhaltenssüchte wie (digitales) Glücksspiel, exzessiver Medienkonsum oder gesundheitsschädliches Videospielen. Diese werden oft spät erkannt, obwohl sie gesundheitlich und sozial gravierend wirken können.
>>> Mit gezielter Prävention und Frühintervention wollen wir vor allem jene erreichen, deren Konsumverhalten riskant, aber gesellschaftlich unauffällig ist.
>>> Parallel zur Legalisierung von Cannabis setzen wir uns für eine umfassende Stärkung von Prävention und Jugendschutz ein – durch neue Konzepte, die frühzeitig greifen und zielgruppenspezifisch wirken.
>>> Die Fachstelle Suchtprävention bei Rope e.V. wollen wir ausbauen und das Präventionsangebot erweitern.

Wohnungslosigkeit ist eine extreme Form von Armut. Oft ist sie gepaart mit einer unbehandelten psychischen Erkrankung, sodass das Leben für die Betroffenen kaum noch zu bewältigen ist. Viele wohnungslose Menschen mit psychischen Erkrankungen finden keinen Zugang zur Gesundheitsversorgung – mit der Folge, dass sich ihre Situation immer weiter verschlechtert.
>>> Wir GRÜNE schaffen mit flexiblen Hilfen ein Unterstützungsangebot, das Menschen von der Straße bis in die eigene Wohnung sozialarbeiterisch begleitet.
>>> Wir unterstützen den Aufbau eines Wohnprojekts für psychisch kranke Wohnungslose. Ziel ist es, diesen Menschen den Zugang zu medizinisch-psychiatrischer Versorgung zu ermöglichen, ihre gesundheitliche Lage zu verbessern und ihnen wieder eine stabilere Lebensperspektive zu eröffnen.
>>> Dieses ursprünglich als Projekt angelegte Angebot soll dauerhaft verstetigt werden – sofern es nachweislich zu einer Verbesserung der Lebenssituation beiträgt.
>>> Wir setzen uns dafür ein, das Gesundheits- und Präventionsprojekt Krank auf der Straße für nicht krankenversicherte wohnungslose Menschen zu erhalten. 

Menschen, die in der Straßenprostitution tätig sind, stehen oft unter besonderem gesundheitlichen und sozialen Druck. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, ihre Gesundheit zu schützen, Gewalt zu verhindern und Ausstiegswege zu eröffnen – auf Augenhöhe, niedrigschwellig und respektvoll. Mit Modellprojekten wollen wir die Gesundheitsprävention für Menschen in der Prostitution verbessern und ihnen konkrete Hilfs- und Ausstiegsangebote machen.
>>> Das Projekt OYA, bei dem ein Träger im Auftrag der Stadt aufsuchend mit Frauen in der Prostitution arbeitet und Beratungsangebote macht, soll ausgebaut und gestärkt werden. > Damit Frauen in Darmstadt frei und selbstbestimmt leben können

Digitale Systeme können die Arbeit von Rettungsdienst und Kliniken deutlich verbessern – etwa durch die elektronische Patientenakte, die Echtzeit-Übermittlung von Vitalwerten oder die automatische Standortübermittlung bei Notrufen. Damit solche Lösungen wirken, müssen die Systeme nahtlos miteinander kommunizieren. Wir GRÜNE wollen diese Chancen nutzen und setzen uns dafür ein, dass Digitalisierung im Rettungswesen zu mehr Effizienz und besserer Versorgung führt. > Mehr dazu im Kapitel Digitale Zukunft gemeinsam gestalten

Carearbeit – also Sorge- und Fürsorgearbeit wie Erziehung, Pflege oder Haushaltsführung – ist eine zentrale Stütze unserer Gesellschaft. Sie hält die Gemeinschaft zusammen, bleibt aber oft unsichtbar, unterbewertet und ungleich verteilt. Noch immer leisten überwiegend Frauen den Großteil dieser Arbeit – unbezahlt im Privaten oder schlecht bezahlt wie in den meisten sozialen Berufen. Viele dieser Tätigkeiten werden von Menschen mit prekären Arbeitsverhältnissen ausgeübt, häufig von migrantischen Arbeitnehmer*innen. Diese Ungleichheit ist strukturell gewachsen: Die Trennung von Erwerbs- und Hausarbeit entlang von Geschlechterrollen hat Frauen gesellschaftliche Mitgestaltungsmöglichkeiten über lange Zeit erschwert. Die Pandemie hat deutlich gemacht, dass Careberufe systemrelevant sind – und dass Fürsorge keine private Aufgabe, sondern eine gesamtgesellschaftliche Verantwortung ist.
>>> Wir GRÜNE setzen uns für eine gesellschaftliche und finanzielle Aufwertung von Care-Arbeit in Beruf und Familie ein – damit sie fair entlohnt wird und endlich die Anerkennung erhält, die ihr zusteht. Davon profitieren vor allem Frauen und die Gleichstellung insgesamt.
>>> Wir unterstützen pflegende Angehörige – durch Gesprächskreise und konkrete Beratung, etwa über den Pflegestützpunkt.
Für uns ist Carearbeit kein „Nebenschauplatz“, sondern ein zentraler Kitt für den sozialen Zusammenhalt.

GRÜNE Ordnungspolitik stellt den Menschen in den Mittelpunkt: Wir setzen auf Prävention statt Repression, auf Präsenz und Dialog statt Kontrolle durch Überwachung. Sicherheit heißt für uns nicht nur Schutz vor Kriminalität, sondern auch soziale Sicherheit, ein friedliches Miteinander und ein öffentlicher Raum, der für alle zugänglich und nutzbar ist.

Und dies mit Erfolg: Laut der polizeilichen Kriminalstatistik 2024 liegt Darmstadt unter den sechs kreisfreien Städten in Hessen auf Platz 3 mit einer Häufigkeitszahl von 7.996 Straftaten pro 100.000 Einwohner*innen und gehört damit zu den Städten mit vergleichsweise niedriger Kriminalitäts-belastung. Auch Südhessen insgesamt weist erneut die geringste Kriminalitätsbelastung in Hessen auf – mit rund 4.147 Delikten pro 100.000 Einwohner*innen. Das zeigt: Unser Ansatz wirkt.

Wir GRÜNE machen uns stark für eine Ordnungspolitik, die Vielfalt schützt und das Vertrauen in städtische Behörden und Institutionen stärkt. Denn nur, wenn all dies gewährleistet ist, kann Darmstadt sicher und solidarisch bleiben.

Wir GRÜNE warnen zugleich vor einer falschen Erzählung von absoluter Sicherheit, denn absolute Sicherheit gibt es nicht. Wer sie verspricht, riskiert Freiheit, Lebensfreude und Glaubwürdigkeit. Terrorismus und Gewalttaten entstehen nicht durch fehlende Poller, sondern durch Kriminelle, die unsere freie Gesellschaft missachten und jenseits der Werte und Normen unseres Grundgesetzes stehen. Wir bekämpfen entschieden Radikalisierung, Ausgrenzung und Hetze – online wie offline. Eine wehrhafte Demokratie baut nicht auf Betonblöcke, sondern auf soziale Stärke, Bildung, Prävention und klare Haltung. Gleichwohl stehen wir für einen Rechtsstaat und stärken Ordnungsbehörden, um unsere freiheitliche Grundordnung zu verteidigen.

Darum setzen wir auf Ursachenbekämpfung statt Symbolpolitik: mehr Vorsorge, mehr soziale Teilhabe, mehr Schutz für unsere offene Gesellschaft. Und wenn Regeln verletzt werden, auf die konsequente Durchsetzung von Recht und Gesetz – klar, fair und für alle.

 Der öffentliche Raum gehört allen. Die Menschen wollen sich draußen treffen, feiern, entspannen – besonders in Grünanlagen wie dem Herrngarten, der Orangerie oder auf belebten Plätzen wie dem Georg-Büchner-Platz. Dabei ist ein respektvoller Umgang miteinander und mit dem gemeinsamen Lebensraum unerlässlich. Statt auf Abschreckung zu bauen, wollen wir das Verantwortungsbewusstsein und die Dialogbereitschaft fördern.
>>> Wir wollen Bürger*innen motivieren, Verantwortung für den öffentlichen Raum zu übernehmen. Eine stärkere Umweltbildung sowie gezielte Kampagnen zur Müllvermeidung und -entsorgung sollen das Bewusstsein schärfen. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur  
>>> Statt übermäßiger Ausgaben für Reinigung und nur immer größerer Müllbehälter setzen wir auch auf Maßnahmen wie Pfandsysteme für To-Go-Becher, eine bessere Ausstattung mit Trinkwasserbrunnen und mehr sanitäre Anlagen an stark frequentierten Orten. 
>>> Kommunikator*innen im öffentlichen Raum sollen gezielt auf die Bürger*innen zugehen, deeskalieren und für Rücksicht werben – insbesondere in den Sommermonaten. 
>>> Wir unterstützen die Idee, legale Freiflächen für Outdoor-Veranstaltungen zu schaffen – unter Berücksichtigung von Lärmschutz, Umweltverträglichkeit und den Bedürfnissen der Anwohnenden. > Kulturelle Räume für Demokratie stärken
>>> Wir lehnen pauschale Aufenthaltsverbote für obdachlose Menschen, Bettler*innen oder Drogenabhängige weiterhin ab. Sichtbare Armut ist kein Ordnungsproblem, sondern Ausdruck gesellschaftlicher Ungleichheit – wir setzen auf soziale Unterstützung statt Verdrängung. 
>>> Wir sprechen uns gegen ein generelles Bettelverbot aus. Statt pauschaler Verbote braucht es klare und differenzierte Regelungen: Respektvolles Ansprechen und Bitten um Unterstützung soll möglich bleiben, während belästigendes Verhalten eindeutig benannt und sanktioniert wird.
Nicht zulässig ist insbesondere:
bedrängendes Verhalten, etwa das Festhalten oder Anfassen von Passant*innen,
das Versperren von Wegen oder Nachlaufen,
aufdringliches, wiederholtes Ansprechen trotz ausdrücklicher Ablehnung,
lautstarkes, penetrantes oder einschüchterndes Auftreten.
Darüber hinaus soll die gezielte Ansprache von Kindern und Jugendlichen grundsätzlich untersagt werden, um besonders Schutzbedürftige wirksam zu schützen – ohne das Ansprechen aller Menschen pauschal zu kriminalisieren.
Politische Verantwortung darf nicht an Ordnungskräfte delegiert werden. Es braucht klare, soziale und gerechte Leitlinien, die Grundrechte achten, soziale Realitäten anerkennen und ein menschliches Miteinander im öffentlichen Raum ermöglichen.
>>> Wir GRÜNE nehmen Unsicherheitsgefühle im öffentlichen Raum ernst – ohne sie für rechte Narrative zu instrumentalisieren. Gemeinsam mit den Bürger*innen wollen wir Angsträume identifizieren und baulich wie sozial so gestalten, dass sie sicherer und einladender werden.
1.1. Waffenverbotszone und Videoüberwachung
Wir GRÜNE stehen zur Einführung einer Waffenverbotszone am Luisenplatz – sofern sie gezielt, verhältnismäßig und diskriminierungsfrei umgesetzt wird. Sie ist jedoch nur ein Baustein in einem umfassenden Konzept. 
>>> Eine pauschale Ausweitung der Waffenverbotszone auf den gesamten ÖPNV, wie von der Landesregierung beschlossen, lehnen wir ab. Studien zeigen: Großflächige Kontrollen mit massivem Polizeiaufgebot schaffen kein Sicherheitsgefühl, sondern verstärken Irritationen und Verunsicherung. 
Videoüberwachung leistet bei der Aufklärung von Straftaten einen Beitrag. Sie löst jedoch nicht alle Probleme, teilweise findet nur eine Verlagerung an andere Orte statt. Die Präsenz von Beamt*innen ist ihr grundsätzlich vorzuziehen.
>>> Wir setzen uns für eine ergebnisoffene Evaluierung der bestehenden Videoüberwachung am Luisenplatz ein und wollen die Ergebnisse ernst nehmen. Videoüberwachung soll nur dort zum Tragen kommen, wo sie wirksam ist.


1.2. Herrngarten: Öffentlicher Raum für alle – klare Regeln für Drogenkonsum
Der Herrngarten ist ein Ort für alle – auch für Menschen mit Suchterkrankungen. Offenem Konsum und Dealen muss jedoch konsequent Einhalt geboten werden. Das gelingt nur, wenn zugleich in der Drogenhilfe Scentral passende Angebote geschaffen werden. Wir GRÜNE setzen dabei auf internationale Vorbilder wie das Zürcher Modell und auf die Vier-Säulen-Politik (Prävention, Therapie, Schadensminderung, Repression).
Entscheidend ist eine Erweiterung des Angebots im Scentral: mit klar abgegrenzten Toleranzbereichen mit Aufenthalts-, Konsum- und Übernachtungsmöglichkeiten, Konsummöglichkeiten unter medizinischer Aufsicht und einer kontrollierten Lösung für Kleinstmengenhandel. Erst wenn dies gewährleistet ist, kann ordnungspolitisch konsequent überall sonst durchgegriffen werden. Damit schützen wir die Rechte von Anwohner*innen, Passant*innen und Kindern – und verbessern zugleich die Situation der Betroffenen. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass im Herrngarten die Einrichtung der Drogenhilfe und die Spielangebote für Kinder klarer voneinander getrennt werden. Die Verlegung des Spielplatzes im südlichen Teil des Herrngartens wollen wir prüfen lassen.

Sicherheit entsteht durch Vertrauen. Deshalb setzen wir auf eine gut ausgestattete, bürgernahe Kommunalpolizei, die im Austausch mit der Stadtgesellschaft steht und sich zu Fuß oder mit dem Fahrrad in den Stadtteilen bewegt.
>>> Wir fordern die Evaluation der Stadtwache am Luisenplatz, um die Wirksamkeit und Akzeptanz durch die Bürger*innen zu überprüfen und das Angebot, insbesondere die Öffnungszeiten, gezielt weiterzuentwickeln. 
>>> Die Beschäftigten der Kommunalpolizei sollen in fairen und sicheren Arbeitsverhältnissen direkt bei der Wissenschaftsstadt Darmstadt und dem zuständigen Ordnungsamt angestellt sein. Leiharbeit und den Einsatz privater Sicherheitsdienste in diesem Bereich lehnen wir ab. 
>>> Wir wollen Kooperationsmodelle zwischen Sozialarbeit und Kommunalpolizei entwickeln, die bei Konflikten im öffentlichen Raum zu sozialverträglichen Lösungen führen. 
>>> Wir unterstützen den Aufbau eines Hauses des Jugendrechts, um bessere Prävention durch sozialpädagogische Begleitung und schnellere Verfahren zu ermöglichen. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt
>>> Zur Bekämpfung von sexueller Belästigung und Catcalling im öffentlichen Raum wollen wir die Präventionsarbeit intensivieren, unter anderem durch städtische Kampagnen und eine stärkere Vernetzung mit bestehenden Initiativen wie dem Mädchenarbeitskreis. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt

 
Brandschutz ist ein zentraler Bestandteil der städtischen Sicherheitsarchitektur. Wir GRÜNE stehen hinter einer modernen, gut ausgestatteten Feuerwehr – sowohl im Haupt- als auch im Ehrenamt. Mit der neuen Wache hat die Freiwillige Feuerwehr Arheilgen eine zeitgemäße Ausstattung erhalten. Für die Darmstädter Berufsfeuerwehr wurde eine Lösung gefunden, die dem Wachstum der Stadt gerecht wird.
Digitalisierung eröffnet im Brand- und Katastrophenschutz große Chancen. Die Feuerwehr arbeitet bereits mit modernen Systemen, die kontinuierlich gepflegt und auf dem neuesten Stand gehalten werden müssen. In den kommenden Jahren werden durch den technischen Fortschritt und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) weitere leistungsfähige Systeme hinzukommen – sie gilt es frühzeitig sinnvoll und verantwortungsvoll einzusetzen. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
>>> Das Wachenkonzept der Berufsfeuerwehr umfasst zwei Standorte: Am Neubau im Norden, an der Pfnorstraße, halten wir fest. Für eine südlich gelegene Wache am Donnersbergring setzen wir weiterhin auf eine Lösung mit minimalem Flächenverbrauch und maximaler Funktionalität. Damit erhalten unsere Einsatzkräfte zeitgemäße Standorte.
>>> Ebenso machen wir uns für moderne Wachen der Freiwilligen Feuerwehr stark – in der Innenstadt, in Eberstadt und perspektivisch auch in wachsenden Stadtteilen. 
>>> Die ehrenamtlichen Helfer*innen, die in den Freiwilligen Feuerwehren, im Technischen Hilfswerk (THW), in der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (DLRG) und bei den Rettungsdiensten aktiv sind, verdienen Anerkennung, finanzielle Förderung und gute Rahmenbedingungen. Wir wollen ihre Ausstattung und Qualifizierung gezielt weiterentwickeln. Dazu gehört auch die Unterstützung der Jugendarbeit.
>>> Im Zuge der Klimakrise nehmen Extremwetterlagen zu. Daher wollen wir die Krisenvorsorge in Darmstadt stärken – mit Notfallplänen, Schulungen und einer frühzeitigen Warninfrastruktur (z. B. Sirenen, Apps, Starkregengefahrenkarte, öffentlichen Anlaufstellen). Versickerungsflächen und Rückhaltebecken werden überprüft, wo nötig instand gesetzt oder neu geschaffen. Damit verknüpfen wir Krisenvorsorge konsequent mit unserer Klimapolitik. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur 


Der öffentliche Raum muss für alle Menschen ein Ort der Sicherheit, Freiheit und Teilhabe sein. Doch auch in Darmstadt erleben Menschen immer wieder Anfeindungen – etwa aufgrund ihrer Religion, ihres Geschlechts, ihrer sexuellen Identität, Herkunft oder anderer Merkmale. Die Zahlen tätlicher Angriffe steigen, insbesondere rechtsextreme Gewalt nimmt zu.
Gerade in Zeiten globaler Krisen und Kriege ist es entscheidend, dass diese Konflikte nicht auf unsere Straßen getragen werden. Wir setzen uns dafür ein, dass Darmstadt ein Ort bleibt, an dem Respekt, Vielfalt und Zusammenhalt gelebt werden. Denn unsere Stärke als Stadtgesellschaft erwächst aus dem Miteinander – nicht aus der Abgrenzung.
>>> Wir GRÜNE stehen klar an der Seite all jener, die von gruppenbezogener Menschenfeindlichkeit betroffen sind. Besonders queere Menschen, Menschen mit Behinderung, Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma, Muslim*innen sowie Menschen mit Migrationsgeschichte erleben alltäglich Diskriminierung, Ausgrenzung und Gewalt. Dem treten wir entschlossen entgegen.
>>> Wir setzen uns für gezielte Prävention, niedrigschwellige Anlaufstellen, konsequente Strafverfolgung und eine breite Sensibilisierung in der Stadtgesellschaft ein. Denn Vielfalt braucht Schutz – und Solidarität.
Antisemitismus sollte in unserer Gesellschaft und unserer Stadt keinen Platz haben. Der Schutz jüdischen Lebens und die aktive Förderung jüdischer Kultur sind für uns GRÜNE Ausdruck demokratischer Verantwortung und Teil einer offenen, vielfältigen Stadtgesellschaft. > Vielfalt anerkennen –Zusammenhalt stärken
Doch haben besonders seit dem 7. Oktober 2023 antisemitische Übergriffe, Drohungen und Einschüchterungen auch in Deutschland massiv zugenommen – jüdische Einrichtungen werden zum Ziel geplanter Anschläge und stehen unter verstärktem Polizeischutz, Jüdinnen und Juden erleben Verunsicherung und Angst im Alltag. Das zeigt: Der Schutz jüdischen Lebens ist keine Nebensache, sondern eine zentrale Aufgabe unserer Demokratie.
>>> Der Schutz jüdischer Einrichtungen muss dauerhaft gewährleistet sein. Dabei stehen wir an der Seite der Sicherheitsbehörden, setzen uns zugleich aber für regelmäßige Überprüfungen und Verbesserungen der Schutzkonzepte ein. 
>>> Mit der neuen Antisemitismusbeauftragten der Stadt Darmstadt gibt es erstmals eine Anlaufstelle für Prävention und Monitoring. Wir GRÜNE wollen diese Stelle stärken, gut ausstatten und in ihrer unabhängigen Arbeit unterstützen.
>>> Doch Antisemitismus bekämpfen wir nur gemeinsam: Wir GRÜNE unterstützen die Förderung lokaler Bündnisse gegen Antisemitismus und zivilgesellschaftlicher Initiativen, die sich für jüdisches Leben, Vielfalt und eine wehrhafte Demokratie engagieren.
>>> Neben dem Schutz ist uns die Sichtbarkeit jüdischen Lebens wichtig: Wir unterstützen Bildungsangebote zu jüdischer Geschichte und Gegenwart, Kooperationen mit Schulen sowie öffentliche Veranstaltungen. 
>>> Antisemitische Vorfälle, egal ob im öffentlichen Raum, in Bildungseinrichtungen oder online, müssen ernst genommen und konsequent verfolgt werden. 
Jüdisches Leben gehört zu Darmstadt – gestern, heute und morgen. Wir wollen dafür sorgen, dass Jüdinnen und Juden sich in unserer Stadt sicher, sichtbar und selbstbestimmt entfalten können. 

Darmstadt wächst – über 170.000 Menschen leben heute in unserer Stadt. Mit dem Wachstum verändert sich auch die Altersstruktur, und immer mehr ältere Menschen bereichern unsere Stadtgesellschaft mit Erfahrung, Engagement und Vielfalt. Das ist eine große Chance für Darmstadt!

Die Lebenssituationen im Alter sind so unterschiedlich wie nie zuvor: Viele Senior*innen sind aktiv, gesund und möchten ihr Umfeld mitgestalten. Andere brauchen Unterstützung oder Pflege. Wir setzen uns für eine altersfreundliche Stadtentwicklung ein, die allen Generationen Teilhabe ermöglicht und die verschiedenen Bedürfnisse im Blick behält.

Der Beitritt Darmstadts zum Netzwerk Age Friendly City (Altersfreundliche Stadt) der Weltgesundheitsorganisation (WHO) – zu dem auch Städte wie Hamburg, Stuttgart, Münster oder Heidelberg gehören – soll dafür wegweisend sein.

 Ältere Menschen sind Expert*innen in eigener Sache – ihre Stimme ist für Darmstadt unverzichtbar. Mit der gewählten Interessenvertretung für ältere Menschen haben wir ein starkes Forum geschaffen, das aus einem breiten Beteiligungsprozess hervorgegangen ist und von der Stadt unterstützt wird. Durch ein Delegationssystem kommen auch diejenigen zu Wort, die sonst schwer Gehör finden. Die GRÜNEN 60+ sind mit drei gewählten Sitzen vertreten und bringen sich aktiv ein.

In unserer Partei engagieren sich viele Menschen mit Freude, Erfahrung und Tatkraft für die Anliegen älterer Menschen. Gemeinsam machen wir Darmstadt zu einer Stadt, in der man in jedem Alter gut und selbstbestimmt leben kann.


Wir möchten, dass ältere Menschen in Darmstadt in ihrem vertrauten Umfeld leben können – selbstständig, sicher und gut angebunden. Dafür brauchen wir Quartiere, in denen man sich auch im hohen Alter zu Hause fühlt, sich bewegen und Teil der Gemeinschaft bleiben kann. Altersgerechtes und generationenübergreifendes Wohnen werden immer wichtiger und bleiben zentrale Aufgaben auch für die Wohnungsbaugesellschaften.
 Neben barrierefreiem Wohnraum braucht es kreative Konzepte und tragfähige Finanzierungen. Projekte wie beispielsweise in der Lincoln-Siedlung zeigen, wie generationenübergreifende Ideen in die Stadtentwicklung einfließen – und genau daran wollen wir anknüpfen.
Zu einem guten Leben im Quartier gehören Beratungsangebote, Begegnungsorte und Treffpunkte nach dem Motto: so lange wie möglich, so selbstständig wie möglich in den eigenen vier Wänden.
Erfolgreich sind solche Projekte, wenn sie von den Menschen vor Ort getragen werden, wie in Eberstadt, Wixhausen, Arheilgen, Kranichstein, der Waldkolonie oder der Postsiedlung. Wer sich einmal in diesen gewachsenen Nachbarschaftsnetzwerken umschaut, spürt die Freude und den Stolz, zur Gemeinschaft dazuzugehören.
Wir unterstützen außerdem die Entwicklung innovativer Modelle wie die Virtuelle Altersresidenz der Evangelischen Akademie. Hier sollen auf freiwilliger Basis Netzwerke entstehen, in denen sich ältere Menschen in Form von Zeitkontingenten gegenseitig helfen und Unterstützung erhalten, um trotz Einschränkungen in der eigenen Wohnung zu bleiben. Eine zentrale Organisation wird das Pilotprojekt koordinieren und alle notwendigen Dienstleistungen sicherstellen.
Der Klimawandel betrifft uns alle – ältere Menschen aber besonders stark. Deshalb gehört zu einem guten Leben im Alter auch der Schutz vor Hitze und Extremwetter. Wir wollen Quartiere so gestalten, dass sie Schatten, Abkühlung und Begegnung bieten. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur

Unser Ziel: Menschen sollen in Darmstadt so lange wie möglich selbstbestimmt leben können – zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung. Dazu braucht es eine gute Mischung aus stationären, ambulanten und beratenden Angeboten. Die enge Zusammenarbeit in der Fachkonferenz Altenhilfe sorgt dafür, dass Herausforderungen schnell erkannt und Lösungen umgesetzt werden.
Der Pflegestützpunkt wurde personell verstärkt, die Gemeindepflege in den Stadtteilen Wixhausen, Kranichstein, Pallaswiesen/Mornewegviertel/Waldkolonie und Bessungen aufgebaut – ein starkes Fundament, das wir ausweiten wollen.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> eine Ausweitung und Finanzierung der Gemeindepflege in allen Stadtteilen – finanziert durch das Land,
>>> Versorgungssicherheit im Alter und bei Pflege in allen Quartieren,
>>> Wahlfreiheit zwischen stationärer und ambulanter Versorgung,
>>> mehr Tagespflegeangebote, insbesondere für demenziell erkrankte Menschen,
>>> starke Nachbarschaftshilfevereine, wie zum Beispiel Hiergeblieben e.V., damit ältere Menschen länger in der eigenen Wohnung bleiben können,
>>> ein umfassendes Schnittstellenmanagement zwischen allen Pflegeformen,
>>> den Ausbau von Beratungs- und Präventionsangeboten gegen Einsamkeit, zur Wohnberatung und Barrierefreiheit.
Ein wichtiger Baustein ist das gerade entstehende Memory-Haus des Darmstädter Demenzforums mitten im Martinsviertel als zentrale Anlaufstelle für unsere älter werdende Stadtgesellschaft. Als offenes Haus der Gemeinwesenarbeit bietet es Raum für Begegnung, Beratung, Unterstützung und eignet sich ideal als niedrigschwellige erste Anlaufstelle bei Fragen zum Thema Demenz. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle

Gute Pflege beginnt mit guter Beratung. Mit dem Pflegestützpunkt und dem städtischen Fachdienst Pflege stehen den Menschen in Darmstadt kompetente Ansprechpartner*innen zur Seite.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den Ausbau quartiersnaher Angebote des Pflegestützpunkts – unterstützt durch die Pflegekassen,
>>> eine kontinuierliche Fortschreibung des Pflegebedarfsplans über 2025 hinaus,
>>> eine Altenhilfe, die auch die Lebensrealitäten von Menschen mit Zuwanderungsgeschichte berücksichtigt,
>>> eineengere Zusammenarbeit mit Migrant*innenselbstorganisationen für eine kultursensible Pflege.


Ob zu Fuß, mit dem Rad oder im Bus – wir wünschen uns ein rücksichtsvolles Miteinander aller Generationen. Sicherheit und Aufenthaltsqualität stehen dabei im Vordergrund, besonders bei wachsendem Liefer- und Radverkehr in der Innenstadt. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> Informationskampagnen für ein respektvolles Miteinander im Straßenverkehr,
>>> barrierefreie Wege und eine App unter dem Motto Barrierefrei durch Darmstadt,
>>> Hilfsangebote für den Umgang mit digitalen Tickets sowie Fahrkartenautomaten in ausreichender Zahl,
>>> Mobilitätskonzepte, bei deren Erstellung ältere Menschen aktiv beteiligt werden,
>>> mehr Sitzgelegenheiten und Babbelbänke bei der Neugestaltung von Plätzenwie beispielsweise demErnst-Ludwigs-Platz, die zu Gesprächen und Begegnung im öffentlichen Raum einladen.


 Viele Senior*innen geraten zunehmend an finanzielle Grenzen. Die Teilhabecard ermöglicht ihnen dennoch den Zugang zu kulturellen und sozialen Angeboten – ein wichtiger Schritt für mehr Teilhabegerechtigkeit.
Wir möchten, dass ältere Menschen ihre Erfahrung und Energie weiterhin einbringen können. Dazu brauchen sie Räume und Anlässe für gemeinsames Tun. Die Generation der Babyboomer ist engagiert und bereit, Verantwortung zu übernehmen – dieses Potenzial wollen wir stärker fördern, etwa über das Freiwilligenzentrum. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt

MIT DIR FÜR WIRTSCHAFT, WISSENSCHAFT & DIGITALISIERUNG

Städte in ganz Deutschland ringen um ihre finanzielle Handlungsfähigkeit. Es geht darum, Infrastrukturen für die Menschen verlässlich zu sichern, gute Bildung und Betreuung anzubieten und sozialen Ausgleich zu schaffen. Kurzfristige Lösungen wie der Verkauf städtischer Unternehmen mögen verlockend wirken, schwächen aber dauerhaft die Handlungsfähigkeit der Kommune.
Wir GRÜNE stellen klar: Die Darmstädter Stadtwirtschaft ist keine Verfügungsmasse, sondern eine tragende Säule der Daseinsvorsorge. Sie sichert bezahlbare Leistungen für die Bürger*innen, ist Motor der ökologischen Transformation und bietet Tausende Arbeitsplätze in Stadt und Region – mit einer großen Vielfalt an Berufsfeldern, einschließlich Ausbildungs-, dualen Studien- und Praktikumsangeboten. Rund 9.000 Beschäftigte in fast 120 Unternehmen erbringen eine Gesamtleistung von fast fünf Milliarden Euro. Sie bilden regionale Wertschöpfungsketten, die weit in Mittelstand und Handwerk hineinreichen.
 Die kommunalen Unternehmen leisten zentrale Beiträge in den Bereichen Energie, Wohnen und Mobilität – und damit für Klimaschutz, Stadtentwicklung und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Ohne die ENTEGA keine Energiewende, ohne die bauverein AG kein sozialer Wohnungsmarkt, ohne die HEAG mobilo keine Mobilitätswende. Gemeinsam mit den anderen Unternehmen im Verbund der HEAG Holding AG bilden sie ein fein abgestimmtes Netz für eine starke Stadtgesellschaft.
Wir GRÜNE sind stolz darauf, die Entwicklung dieser Unternehmen seit Jahren aktiv mitzugestalten und gegen Privatisierungsdruck verteidigt zu haben. Diesen Weg setzen wir fort: verantwortungsvoll, konstruktiv und mit klarer Haltung für eine sozial-ökologische Stadtwirtschaft, die Zukunft gestaltet, statt kurzfristig Substanz zu veräußern.
In der übergreifenden Holding wurden bereits erfolgreich Cashmanagement, Wirtschaftsprüfung und Versicherungsmanagement gebündelt. Darauf wollen wir aufbauen: Ein zentrales Immobilienmanagement kann zusätzliche Synergien schaffen – etwa bei der gemeinsamen Nutzung von Büroflächen.
Grundsätzlich gilt für uns: Der demokratische Einfluss der Stadtverordnetenversammlung darf durch organisatorische Veränderungen oder Kompetenzverschiebungen nicht geschwächt werden. Immer mehr Verwaltungsaufgaben an Unternehmen auszulagern, sehen wir kritisch und werden ihr nur in gut begründeten Ausnahmefällen zustimmen.
Wir GRÜNE stehen für die Zukunft einer starken Darmstädter Stadtwirtschaft. Sie sichert Dienstleistungen aus der Region für die Region, Nähe zur Bürgerschaft, nachhaltiges Wirtschaften und gute Arbeits- und Ausbildungsplätze.
>>> Wir setzen uns für die Ausweitung und konsequente Anwendung der Tarifbindung für alle Beschäftigten in der Stadtwirtschaft ein.
Finanz- und Gesundheitssektor
>>> Sparkassenfusion: Wir befürworten den Zusammenschluss der Sparkassen Darmstadt und Dieburg zu einer starken und kundenfreundlichen Struktur. Damit wurde – auch in einer zunehmend herausfordernden Marktlage – eine zukunftsfeste Grundlage geschaffen, die weiterhin notwendige Kredite vergibt, steigenden Gebühren entgegenwirkt und dazu beiträgt, möglichst viele Arbeitsplätze und Filialen zu erhalten.
>>> Klinikverbund: Den Zusammenschluss der Städtischen Kliniken mit dem Agaplesion Elisabethenstift begleiten wir konstruktiv – für eine qualitativ hochwertige medizinische Versorgung und sichere Arbeitsplätze. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
Energie und Klimaschutz
>>> ENTEGA stärken: Wir unterstützen die ENTEGA dabei, Kurs auf Klimaneutralität zu halten. Auch wenn der Bund die Energieversorger bei der Wärmewende weitgehend allein lässt, setzen wir uns dafür ein, alle lokalen Potenziale zu nutzen.
>>> Wärmenetze umbauen – vielfältige Quellen erschließen: Wir stehen dazu, die Abwärme aus dem Müllheizkraftwerk – da sie nun einmal da ist – technologisch so effizient wie möglich zu nutzen. Perspektivisch wollen wir dies mit einer örtlichen CO₂-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS) verbinden. 
An dieser Stelle bleiben wir aber keinesfalls stehen. Für die Dekarbonisierung der Darmstädter Wärmenetze, für Unabhängigkeit, Versorgungssicherheit und stabile Preise für die Kund*innen setzen wir auf ein breites Fundament. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente  
>>> Netzausbau koordinieren: Der steigende Strombedarf für Wärme, Mobilität und Digitalisierung erfordert leistungsfähige Netze. Wir begleiten die ENTEGA beim Ausbau der Infrastruktur und fordern Koordinationsstellen in der Stadtverwaltung, um den Umbau schneller und effizienter zu machen.> Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente
Wohnen und Stadtentwicklung
>>> bauverein AG als Schlüsselakteurin: In der Baukrise, die vielerorts den Wohnungsbau zum Erliegen gebracht hat, hat die bauverein AG weitergebaut und wichtige Projekte vorangetrieben. Das Ludwigshöhviertel hat große Fortschritte gemacht, die Lincoln-Siedlung steht kurz vor dem Abschluss. Das ist ein GRÜNER Erfolg – denn wir haben durch Zuschüsse im sozialen Wohnungsbau die Voraussetzungen dafür geschaffen. Damit zeigt sich: Die bauverein AG ist unverzichtbar, um den Wohnungsmarkt in Darmstadt sozial und stabil zu halten. > Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch
Mobilität
>>> HEAG mobilo als Vorreiterin: Mit E-Bussen, On-Demand-Angeboten wie dem HeinerLiner und autonomen Shuttles zeigt die HEAG mobilo, wie moderne Mobilität funktioniert. Wir wollen diese Rolle weiter stärken.
>>> Liniennetz stärken: Als unseren GRÜNEN Auftrag verstehen wir es, das Liniennetz zu stärken und im Zusammenspiel mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg – und mit dem Kreis Groß-Gerau, wenn es um eine Verlängerung Richtung Wolfskehlen geht – auszubauen. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
>>> Straßenbahnnetz ausbauen: Wir setzen uns für den Ausbau der Straßenbahn in Zusammenarbeit mit den Landkreisen ein – von der Ostkreis-Westkreis-Linie nach Roßdorf/Groß-Zimmern und Weiterstadt. Auch eine Verbindung nach Wixhausen und durch das Ludwigshöhviertel haben wir im Blick. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
>>> Neues Depot: Für den Betrieb braucht die HEAG mobilo ein neues Depot. Wir setzen uns für den Umbau der denkmalgeschützten Ausbesserungshallen in der Starkenburg-Kaserne ein. > Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch

Gesellschaftliche Stabilität und sozial-ökologische Transformation gelingen nur mit einer klugen Wirtschaftspolitik. Wir GRÜNE verstehen uns seit langem als verlässliche Partner*innen der in Darmstadt ansässigen und neu hinzukommenden Unternehmen.
Darmstadt ist ein starker Wirtschafts- und Wissenschaftsstandort in der Rhein-Main-Region. Unsere Stadt zählt in den Rankings des Instituts der deutschen Wirtschaft wiederholt zu den zukunftsfähigsten Städten Deutschlands. Gute Arbeitsplätze schaffen individuelle finanzielle Unabhängigkeit, sozialen Frieden und Ausgleich – und sichern die Zukunftsfähigkeit unserer Stadt. Damit das so bleibt, braucht es aktives Handeln.
 Bereits in den 2010er-Jahren haben wir GRÜNE einen wirtschaftspolitischen Ansatz geprägt, der zwei Erfolgsfaktoren zusammenbringt: Stärken stärken und zugleich neue Impulse setzen. Dieses Leitbild verfolgen wir weiter.
Wir haben uns klar zur Wissenschaftsstadt bekannt und die wirtschaftlichen Cluster Darmstadts gestärkt – von Chemie und Pharma über Maschinenbau, Kosmetik und IT bis zur Satellitentechnik. Gleichzeitig haben wir neue Impulse gesetzt: Auf dem Gelände der ehemaligen Kelley-Barracks konnte Döhler als Global Player in der Getränke- und Lebensmittelbranche seine Arbeitsplätze mehr als verdoppeln, während mit der Hauptzentrale von Alnatura ein ökologisches Flaggschiff-Unternehmen nach Darmstadt gekommen ist.
2.1. Wirtschaftsförderung stärken und vernetzen
Erfolge in der Standortpolitik basieren auf Flächenverfügbarkeit – aber das allein reicht nicht. Es braucht Gesprächsformate und Netzwerke, die Wirtschaft, Wissenschaft und Stadtgesellschaft zusammenbringen. Es braucht Vertrauen und Ansprechpartner*innen auf Spitzenebene, die sich kümmern, wenn Anliegen entstehen. Genau diese Strukturen wollen wir GRÜNE in Darmstadt sichern und stärken.
Wir stehen für eine wirtschaftsfreundliche und innovationszugewandte Stadt. Wir hören Wirtschaft und Wissenschaft zu, schaffen Räume für Ideen und sorgen für ein Klima, das Innovation fördert, statt sie auszubremsen.
>>> Wirtschaftsförderung in der Verwaltung: Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass die städtische Wirtschaftsförderung innerhalb der Stadtverwaltung angesiedelt bleibt und nicht ausgelagert wird. Nur so ist die Nähe zu Planung, Genehmigungen und Stadtentwicklung gewährleistet. Gute Wirtschaftspolitik braucht enge Verknüpfung mit anderen Politikfeldern – von Bildung über Wohnen und Soziales bis Mobilität. Dazu gehört auch, dass Fachkräfte gute Ganztags- und Betreuungsangebote für ihre Kinder vorfinden. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt
>>> Wir setzen uns für die Einrichtung von Unternehmenslotsen in der Verwaltung ein. Sie sollen als zentrale Schnittstelle für Unternehmer*innen dienen und als Wegbereiter*innen bei allen Anliegen unterstützen.
>>> Verwaltung digitalisieren: Wir treiben die Digitalisierung der Verwaltung konsequent voran und steigern damit die Wirtschaftsfreundlichkeit durch effizientere Abläufe. Prozesse – etwa in der Ausländerbehörde oder bei der Gewerbeanmeldung – sollen weiter verbessert werden. Wo es sinnvoll ist, fördern wir den Einsatz Künstlicher Intelligenz. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
Der Darmstädter Branchenmix ist stabiler als anderswo, dennoch sehen wir Risiken: Die Präsenz der Deutschen Telekom hat abgenommen, die Software AG ist zerschlagen – der IT- und Digitalstandort steht unter Druck.
>>> Cluster-Strategie IT und Digitales: Wir GRÜNE fordern ein Konzept zur gezielten Weiterentwicklung dieses Sektors. IT ist eine Querschnittsbranche, die allen Wirtschaftsbereichen Impulse gibt. 
 Hessenweit ist Darmstadt bei den Start-up-Gründungen führend und belegt bundesweit den vierten Platz. Politische Aufgabe ist es, diese Unternehmen in ihrer Entwicklung zu fördern, Hindernisse abzubauen und so dauerhaft Gewerbesteuereinnahmen und Arbeitsplätze für Darmstadt zu sichern.
Mit dem Technologie- und Gründerzentrum HUB31 wurde 2017 eine gemeinsame Gesellschaft von Industrie- und Handelskammer (IHK) und der Stadt Darmstadt aus der Taufe gehoben; inzwischen sind auch die Technische Universität Darmstadt (TU Darmstadt) und die Hochschule Darmstadt (h_da) beteiligt. Das HUB31 ist ein Erfolgsmodell und hat sich zum kreativen Zentrum für Innovation und Start-ups entwickelt. Dort entstehen Ideen, Kooperationen und neue Unternehmen. Aus dem Pool der dort tätigen Innovator*innen können die nächsten Sterne des Darmstädter Wirtschaftslebens entstehen. Das ist eine sehr gute Entwicklung, für die wir GRÜNE uns bereits vor zehn Jahren stark gemacht haben – und die wir in Zukunft noch weiter vorantreiben wollen.
Ein Beispiel dafür ist auch der Games-Hub, den wir GRÜNE aktiv begleitet haben. Er setzt auf drei Säulen: die richtigen Räume, die Begleitung junger Teams durch Expert*innen und regelmäßige Events zum Weiterbilden und Vernetzen. Der Games-Hub stellt die richtigen Fragen: Welche Tech-Branche wird als Nächstes durchstarten? Wie machen wir die klugen Köpfe aus Darmstadt zu erfolgreichen Unternehmer*innen?
>>> HUB31 weiterentwickeln: Wir wollen erreichen, dass im HUB31 ausreichend personelle Ressourcen vorhanden sind, um Zukunftsbranchen gezielt zu identifizieren und zu fördern. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
Es ist Teil der GRÜNEN DNA, Wissenschaft und Wirtschaft eng miteinander zu verknüpfen – von der Grundlagenforschung über industrielle Entwicklung bis zur Produktion. Dieses Verständnis hat 2014 zur Gründung des Runden Tisches Wissenschaftsstadt geführt, gemeinsam mit der Schader-Stiftung, der TU Darmstadt und der Stadt.
>>> Runder Tisch Wissenschaftsstadt: Dieses Austauschgremium hat sich bewährt und muss als vertrauensvolle Plattform für Forschungseinrichtungen und Unternehmen erhalten bleiben.
In Zeiten, in denen die Landesregierung die Budgets der Hochschulen kürzt, ihre Fächervielfalt einschränkt und den Abbau von Studien-, Arbeits- und Forschungsflächen betreibt, wird wissenschaftliche Arbeit zusätzlich erschwert. Umso wichtiger ist es, dass wir in Darmstadt ein klares Signal setzen: Investitionen in Universitäten und Hochschulen sind Investitionen in die Zukunft und zahlen sich mehrfach aus. Wir stehen fest an der Seite der Technischen Universität Darmstadt, der Hochschule Darmstadt, der Evangelischen Hochschule, der freien Hochschulen und aller Forschungsinstitute.
>>> Kooperationsbüro Wissenschaftsstadt: Aufbauend auf dem Runden Tisch Wissenschaftsstadt wollen wir ein Kooperationsbüro einrichten. Es soll Reallabore fördern, die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft vertiefen und neue Forschungs- und Entwicklungsinstitute nach Darmstadt holen. Außerdem soll es Impulse für das Zusammenwirken von Kommune, Stadtgesellschaft, Hochschulen und Wissenschaftseinrichtungen geben und entsprechende Projekte unterstützen. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
Wir glauben an die Exzellenz der Darmstädter Wissenschafts- und Forschungslandschaft – und wir werden uns dafür einsetzen, dass sie weiterwächst und sich entfaltet.
2.2. Arbeitskräfte gewinnen, Nachwuchs fördern
In einer alternden Gesellschaft ist der Zugang zu qualifizierten Arbeitskräften ein Schlüsselthema – gerade an einem wissensbasierten Standort wie Darmstadt. Internationale Fachkräfte entscheiden zunehmend, wohin sie gehen möchten. Damit Darmstadt im globalen Wettbewerb attraktiv bleibt, ist es entscheidend, vor Ort alle Potenziale zu nutzen – dazu zählt eine effiziente Ausländerbehörde ebenso wie ausreichend bezahlbarer Wohnraum, vor allem für Studierende. > Vielfalt anerkennen – Zusammenhalt stärken > Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch 
Zudem muss der Nachwuchs frühzeitig gefördert werden. Dazu gehört, Wissenschaft entlang der gesamten Bildungskette erfahrbar zu machen – für Kinder und Jugendliche, über verschiedene soziale Gruppen und Herkünfte hinweg. Die Begeisterung für die MINT-Fächer (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik) zu wecken, bleibt eine Daueraufgabe. Besonders wichtig ist es uns GRÜNEN, Mädchen und junge Frauen gezielt zu unterstützen, da sie in diesen Bereichen nach wie vor unterrepräsentiert sind.
>>> MINT fördern: Wir wollen das MINT-Zentrum Darmstadt stärken und ausbauen. Darüber hinaus nutzen wir jede Gelegenheit, weitere Angebote nach Darmstadt zu holen, die in die gesamte Rhein-Main-Region ausstrahlen und spielerisch Zugang zu Naturwissenschaft und Technik eröffnen. Dazu zählt auch das geplante Besucherzentrum beim Europäischen Raumflugkontrollzentrum (ESOC) zu den Themen Weltraum und Erdbeobachtung – mit Kindern und Jugendlichen als klarer Fokusgruppe. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
>>> Produzierendes Gewerbe und Handwerk stärken: Wir bekennen uns klar zu den Arbeitsplätzen in Industrie und Handwerk. Ohne Handwerk funktioniert keine Stadt – das gilt auch für Darmstadt. Zugleich ist es von hoher sozialpolitischer Bedeutung, dass es hier neben Hochtechnologie auch die sogenannten Blue-Collar-Jobs gibt. Für uns GRÜNE sind das keine Gegensätze, sondern Bausteine eines gemeinsamen, starken Wirtschaftsstandorts.
2.3. Flächen für Wirtschaft und Handwerk nachhaltig entwickeln
Unser Konzept für die gewerbliche Flächenentwicklung ist klar strukturiert und basiert auf drei Säulen:
>>> Bestehende Flächen besser nutzen: Die bestehenden Gewerbegebiete sollen systematisch auf mindergenutzte Flächen und Leerstände untersucht werden. Ergänzend braucht es ein Programm zur Klimaanpassung durch Begrünung und Entsiegelung – gerade in diesen Hitzehotspots der Stadt. So werden Flächenpotenziale gehoben und zugleich attraktivere Arbeitsbedingungen geschaffen.
>>> Nutzung mischen statt trennen: Monofunktionale neue Quartiere soll es nicht mehr geben. Dort, wo Wohnen entsteht, sollen künftig auch Gewerbeflächen angeboten werden. Die Stadt der kurzen Wege wird so Realität.
>>> Neue Flächen mit Augenmaß entwickeln: Darmstadt fehlen gut zugeschnittene, flexibel bebaubare Gewerbeflächen für produzierende Unternehmen. Deshalb begleiten wir die Planungen für ein interkommunales Gewerbegebiet Gehaborner Hof auf Weiterstädter Gemarkung konstruktiv – mit klarer Beachtung von Klima- und Naturbelangen. Das Gebiet muss nach aktuellen Standards klimafreundlichen Bauens entwickelt werden, idealerweise mehr Energie regenerativ erzeugen, als es verbraucht, und möglichst viele Arbeitsplätze schaffen. Logistikzentren oder weitere Fachmarkt-Zentren lehnen wir ab. Die Gewerbesteuer soll zu gleichen Teilen zwischen Darmstadt und Weiterstadt aufgeteilt werden. Ein zentrales Element ist zudem die Anbindung des Quartiers an eine Straßenbahn Darmstadt–Weiterstadt. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
Dass für diese Entwicklung Flächen im Eigentum der Stadt Darmstadt genutzt werden können, ist ein Glücksfall, den wir kreativ einsetzen wollen. Das Stichwort lautet Equity for Services: ein Modell, bei dem Dienstleister*innen im Austausch für Zeit, Fachwissen oder Ressourcen Unternehmensanteile statt Geldleistungen erhalten.
>>> Equity-Modelle prüfen: Wir schlagen vor, dass die HEAG Holding AG jungen, aufstrebenden Tech-Firmen – etwa aus dem HUB31 – Flächen und Infrastruktur im neuen Gewerbegebiet Gehaborner Hof bereitstellt, die sie sich sonst (noch) nicht leisten könnten. Im Gegenzug erhält die HEAG Holding Unternehmensanteile und bietet Beratung, Fachwissen und Netzwerke. Auch das Modell der Beteiligung an Start-ups soll geprüft werden. So übernimmt sie eine aktive Rolle als Business Angel.
>>> Wir prüfen die Einrichtung eines Boarding-Houses durch die bauverein AG. So können neu zugezogene Fachkräfte kurzfristig und zu fairen Konditionen untergebracht werden.
Mit diesem Ansatz wird Darmstadt unabhängiger von Schwankungen der Gewerbesteuer und sichert Einnahmen auch dann, wenn Unternehmen verkauft oder übernommen werden. Gleichzeitig verhindert das Modell, dass attraktive Start-ups mit Subventionen abgeworben werden. Das macht Darmstadt konkurrenzfähiger – und zeigt, wie innovative Wirtschaftspolitik in GRÜNER Verantwortung aussieht.
Auch die Bedingungen des Handwerks wollen wir verbessern. Die Entwicklung des ehemaligen Messplatzes zu einem Wohnquartier ist richtig und sinnvoll. Schon von Beginn an war dort auch ein gewerblicher Anteil vorgesehen – unter anderem aus Gründen der Seveso-Abstandsregelungen zum Werksgelände von Merck. Diesen Bereich wollen wir gezielt nutzen:
>>> Handwerker*innenhof und Azubi-Wohnen: Wir GRÜNE unterstützen die Idee, auf einem Teil des Messplatzes einen Handwerker*innenhof zu entwickeln, der auch als Gründer*innenzentrum für das Handwerk funktioniert – kombiniert mit Räumen für die Handwerkskammer RheinMain. Daneben sehen wir auf dem Messplatz auch den idealen Standort für Azubi-Wohnen (Azubi-Campus) gemeinsam mit Handwerkskammer, Industrie- und Handwerkskammer (IHK) und Betrieben. Die Nähe zu Berufsschulen und Ausbildungsunternehmen bietet beste Voraussetzungen. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft > Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch
Auch das TZ RheinMain braucht eine Weiterentwicklung. Dort stehen viele Büroflächen leer – Sinnbild für den Wandel der Arbeitswelten durch und nach der Pandemie. Homeoffice ist etabliert, neue Büroformen werden erprobt.
>>> TZ RheinMain neu denken: Wir regen ein Konzept an, um das Areal zu einem zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort mit modernen Arbeitsplatzmodellen zu entwickeln. Was wir nicht wollen, ist eine Umwandlung in immer mehr Mikroapartments, die kurzfristige Gewinne bringen, aber die Stadtstruktur schwächen. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch
Generell sehen wir den Büroimmobilienmarkt in Darmstadt als gesättigt an. Rund 200.000 Quadratmeter stehen aktuell zur Vermietung – die Leerstandsquote liegt bei etwa zehn Prozent. Neubau von reinen Büroflächen ist daher nur sinnvoll, wo sie beispielsweise als Schallschutz dienen oder ihr Umfeld deutlich aufwerten, wenn gemischte Konzepte verfolgt oder sie von Unternehmen selbst vorgenommen werden.
Für das Gebiet der nördlichen Rheinstraße zwischen Innenstadt, Hauptbahnhof und Mornewegstraße haben wir GRÜNE einen Rahmenplan angestoßen, der nun fertiggestellt wird. Hier kann in zentraler Lage eine moderne Mischung aus Gewerbe, IT-Unternehmen, Wohnen und Handwerk entstehen – verbunden mit Berufsschulen und kultureller Nutzung. Der Platz der Deutschen Einheit mit seiner vielfältigen Gastronomie zeigt bereits, welches Potenzial in diesem Quartier steckt. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
 Ein weiterer Schwerpunkt sind die Rechenzentren. Sie wachsen im Rhein-Main-Gebiet stark, verbrauchen viel Fläche und schaffen relativ wenige Arbeitsplätze. Mit unserem GRÜN initiierten Beschluss haben wir festgelegt: Rechenzentren dürfen nur dort entstehen, wo sie städtebaulich vertretbar sind und ihre Abwärme genutzt wird – etwa zur Dekarbonisierung von Nah- und Fernwärmenetzen.
>>> Städtebauliches Konzept Rechenzentren: Wir setzen uns für ein verbindliches Konzept ein – vergleichbar mit der Einzelhandelssteuerung. Rechenzentren sollen mit regenerativer Energie betrieben werden, sich an den Umwelt- und Nachhaltigkeitskriterien des DE-UZ 228 (Blauer Engel für Rechenzentren) orientieren und in die städtische Infrastruktur integriert werden. So kann Darmstadt eine europaweite Vorreiterrolle übernehmen. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente
Schließlich wollen wir auch die medizinische Versorgung in die Flächenentwicklung einbeziehen. Arztpraxen entwickeln sich zunehmend zu größeren Gemeinschaftspraxen und Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) mit modernen Geräten und ambulanten OP-Bereichen.
>>> Medizinische Versorgung in Gewerbearealen: Wir schlagen vor, MVZs gezielt in gut angebundene Gewerbestandorte zu integrieren – dort, wo ÖPNV vorhanden und Wohnquartiere in der Nähe sind. So reagieren wir auf die Veränderungen im Gesundheitswesen und sichern eine wohnortnahe Versorgung. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
2.4. Nachhaltig wirtschaften – Fairtrade, Bio, Genossenschaften
Wir GRÜNE setzen auf ein zukunftsgerichtetes Verständnis von Wohlstand. Wachstum wird für uns nicht allein an klassischen Kennzahlen gemessen, sondern an Klimaneutralität, Naturkapital, Nachhaltigkeit, Vorsorge und sozialer Gerechtigkeit – im Sinne einer gemeinwohlorientierten Wirtschaft.
 Darmstadt ist seit 2013 Fairtrade-Kommune, und der Titel wurde kürzlich erneuert. Der Darmstädter Weltladen feierte 2025 sein 50-jähriges Bestehen.
>>> Fairtrade stärken: Wir GRÜNE wollen, dass das Label noch sichtbarer gelebt wird. Die Steuerungsgruppe Fairtrade, die mit großem Engagement arbeitet, soll stärker unterstützt werden. Ganz konkret fordern wir, dass im neuen Stadtfoyer im Carree eine Ausstellungsfläche für die Fairtrade-Stadt eingerichtet wird. Darüber hinaus fordern wir, dass sozial-ökologische Beschaffung und Einkauf in der Stadtverwaltung gestärkt werden.  
Darmstadt ist zudem Gründungsmitglied des Netzwerks Deutscher Bio-Städte und dort im Vorstand vertreten. Das Netzwerk wird zwar durch das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft gefördert, gleichzeitig werden die hessischen Ökomodellregionen von der Landesregierung geschwächt.
>>> Bio-Landwirtschaft fördern: Wir GRÜNE setzen uns für biologische Landwirtschaft ein und für den Einsatz von Bio-Lebensmitteln in der Gemeinschaftsverpflegung ebenso wie in privaten Haushalten. Ökologische Landwirtschaft erhält Kulturlandschaften und Artenvielfalt, fördert bewusste Ernährung und ist damit auch Gesundheitsvorsorge.
In Darmstadt wurde bereits viel erreicht: Die Unterstützung des inklusiven, biodynamischen Hofguts Oberfeld, des Alnatura-Campus-Projekts, der Solidarischen Landwirtschaft, der Initiative Essbares Darmstadt oder der Einsatz von Bio-Lebensmitteln in den Küchen des Eigenbetriebs für kommunale Aufgaben und Dienstleistungen (EAD) für Schulen und Kitas zeigen den Weg. Diesen Kurs wollen wir konsequent fortsetzen – für Klimaschutz durch kurze Wege zwischen Acker und Verbraucher*innen und für eine starke regionale Wertschöpfung.
Wir GRÜNE freuen uns über Initiativen, die auf Müllvermeidung, Kreislaufwirtschaft und Ressourcenschonung setzen – von Repaircafés, Foodsharing und Makerspaces bis zu Unverpackt-Läden. Besonders hervorzuheben ist die Bürger*innen-Genossenschaft, die den Unverpackt-Laden im Martinsviertel erhalten hat. 
>>> Genossenschaften fördern: Genossenschaften sind für uns ein wichtiger Baustein der Bürger*innenbeteiligung – ob im Handel, im Wohnungsbau oder beim Klimaschutz mit Energiegenossenschaften. Wir GRÜNE fordern, dass die Beratung zur Gründung von Genossenschaften ein fester Bestandteil der städtischen Wirtschaftsförderung wird. Zudem werden wir Vorschläge für Förderprogramme einbringen, die genossenschaftliche Modelle gezielt unterstützen. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
2.5. Einzelhandel stärken – Innenstadt und Quartiere lebendig halten
Wir GRÜNE halten in der kommunalen Einzelhandelspolitik an klaren Prinzipien fest: Eine vielfältige, nutzungsgemischte und belebte Innenstadt mit hoher Aufenthaltsqualität, guter Erreichbarkeit sowie kulturellen und nicht-kommerziellen Angeboten bleibt das Herz unserer Stadt. Sie bietet die besten Voraussetzungen für erfolgreichen Einzelhandel, Gastronomie und neue Ideen in diesen Branchen.
>>> Innenstadt stärken: Wir haben die richtigen städtebaulichen Konzepte und werden das Innenstadtentwicklungskonzept konsequent weiterentwickeln. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
Auch in den Quartieren ist eine gute Nahversorgung entscheidend – sie sichert kurze Wege und Nähe zu den Menschen.
>>> Quartiersnahe Versorgung: Wir fördern integrierte Standorte. Supermärkte auf der grünen Wiese lehnen wir ab. Neue Märkte im Erdgeschoss sollen mit Wohnen in den Obergeschossen kombiniert werden. Erfolgreiche Beispiele sind die Neue Mitte Wixhausen oder der Edeka in Eberstadt, die wir GRÜNE initiiert und begleitet haben.
>>> Strategisches Nahversorgungskonzept: Wir stehen zum bestehenden Konzept und sind bereit, eine Novellierung aktiv zu begleiten, wenn sie notwendig wird.
Innenstadt, Stadtteil- und Quartierszentren sind mehr als Orte des Handels. Sie sind Treffpunkte, Orte für kurze Begegnungen ebenso wie für längere Gespräche. Damit sind sie ein wirksames Gegenmittel gegen Einsamkeit und soziale Isolation. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt  
>>> Soziale Zentren erhalten: Bei allen Planungen legen wir Wert darauf, dass diese Orte lebendig bleiben und ihren sozialen Charakter bewahren.

Die Entwicklung der Kommunalfinanzen stellt uns in den kommenden Jahren vor große Herausforderungen. Aufgrund der schwachen bundesweiten Wirtschaftslage und der besonders schwankenden Gewerbesteuer haben sich die städtischen Einnahmen zuletzt deutlich verschlechtert. Diese Situation wird voraussichtlich auch in den nächsten Jahren anhalten.

Uns GRÜNEN ist es ein zentrales Anliegen, dennoch einen soliden Haushalt für Darmstadt aufzustellen – einen Haushalt, der unsere politischen Ziele widerspiegelt und die Stadt handlungsfähig hält. Wir wollen Investitionen in Klimaschutz, Bildung, Mobilität und soziale Infrastruktur sichern und zugleich finanzielle Stabilität gewährleisten.

Unsere kommunalpolitische Verantwortung nehmen wir auch dadurch wahr, dass wir uns im Rahmen unserer Möglichkeiten für eine Verbesserung der kommunalen Finanzlage einsetzen. Dazu gehört insbesondere, uns auf Landes- und Bundesebene für eine verlässlichere und bessere finanzielle Ausstattung der Kommunen starkzumachen. Nur so können Städte wie Darmstadt ihren vielfältigen Aufgaben gerecht werden und die Zukunft lebenswert, nachhaltig und gerecht gestalten.

Die positive Entwicklung der vergangenen 15 Jahre zeigt, was möglich ist – und worauf wir aufbauen können: die Ansiedlung von Unternehmen wie Alnatura, die Rückkehr von Wella, die Entscheidung von Röhm für den Hauptsitz in Darmstadt, der Ausbau von Evonik, die Weiterentwicklung von Merck und IsraVision durch passende Rahmenbedingungen, Spitzenplätze in nationalen Rankings für Start-ups sowie Darmstadts Entwicklung zu einem führenden Wissenschaftsstandort. Diese Erfolge verdeutlichen, dass wir GRÜNE Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung erfolgreich verbinden. 

Der Standort wurde unter GRÜNER Führung organisch aus sich selbst heraus entwickelt – Flächenpotenziale wurden gezielt und verantwortungsvoll eingesetzt. Diese nachhaltige, auf Resilienz ausgerichtete Strategie führte nicht nur zu steigenden Gewerbesteuereinnahmen, sondern auch zu einem beeindruckenden Beschäftigungswachstum. 

>>> Wir setzen uns dafür ein, dass das städtische Finanzcontrolling weiter verbessert wird – durch eine übergreifende Übersicht der Ausgaben, die ein kurzfristiges Nachsteuern ermöglicht. Außerdem wollen wir bei Projekten eine qualitative und quantitative Evaluation einführen. Für uns GRÜNE ist es wichtig, dass Ausgaben kontinuierlich überprüft und transparent dargestellt werden.

>>> Wir setzen uns für eine frühzeitige Aufstellung des Haushalts ein, um eine zügige Genehmigung zu gewährleisten. Das schafft Planungssicherheit – insbesondere für Vereine, Verbände, Kultur und Sport.

Unser Handeln spiegelt sich im Haushalt wider: Hier entscheiden wir, wie viel uns gute Kitas wert sind, wie wir Bildung stärken und welche Investitionen wir für den Klimaschutz sichern. Der Haushalt ist damit das zentrale Instrument, um politische Ziele umzusetzen. Damit wir unsere GRÜNEN Vorhaben dauerhaft verfolgen können, braucht es solide Finanzen. Bund und Land müssen die Kommunen stärker unterstützen und ihrer Verantwortung nachkommen, für die vielfältigen Aufgaben vor Ort ausreichend Mittel bereitzustellen.
>>> Wir GRÜNE stehen für eine nachhaltige Finanzpolitik, die Ökonomie, Ökologie und soziale Verantwortung miteinander verbindet und zugleich die Herausforderungen der Klimakrise in den Blick nimmt.

Eine sozial verantwortliche Haushaltspolitik bedeutet, sorgsam mit Einnahmen und Ausgaben umzugehen. >>> Wir GRÜNE wollen die Steuersätze für Bürger*innen und Wirtschaft im Rahmen halten – das gelingt jedoch nur, wenn Bund und Land die Kommunen verlässlich ausstatten. Nachhaltige Finanzpolitik muss die Stadtentwicklung im Blick haben. Dazu gehört, zukunftssichernde Investitionen in Infrastruktur und Daseinsvorsorge zu ermöglichen. >>> Kredite sind für uns nur dann gerechtfertigt, wenn ihnen Vermögenswerte gegenüberstehen. Eine Neuverschuldung für laufende Ausgaben lehnen wir ab. Ein solider Haushalt ist für uns Ausdruck von Generationengerechtigkeit. Zukunftsaufgaben dürfen nicht auf Kosten der nächsten Generation verschoben werden. Statt kurzfristiger Einsparungen setzen wir auf klare Prioritäten und Transparenz. >>> Wir sichern Investitionen in Klimaschutz, Bildung, Mobilität und soziale Infrastruktur und machen dabei nachvollziehbar, welche politischen Ziele unsere Haushaltsführung leiten. >>> Durch verantwortungsvolle Mittelverwendung stellen wir sicher, dass Darmstadt handlungsfähig bleibt und die großen Herausforderungen unserer Zeit aktiv angeht. Haushaltskonsolidierung heißt für uns nicht Kürzen um jeden Preis, sondern eine vorausschauende, generationengerechte Finanzplanung. >>> Wir prüfen Ausgaben kritisch und setzen klare Prioritäten, um die langfristige Handlungsfähigkeit der Stadt zu sichern.

Zentrale Aufgabe der Stadt ist es, die öffentliche Daseinsvorsorge zu gewährleisten – von gut ausgebauten Straßen über Energie- und Wasserversorgung, öffentliche Sicherheit, einen leistungsfähigen Öffentlichen Personennahverkehr (ÖPNV) und eine moderne Gesundheitsfürsorge bis hin zu Kultur, Freizeit, Schulen und Kinderbetreuung. 
>>> Ziel unserer Haushaltspolitik ist es, diese Leistungen für die Bürger*innen verlässlich, bezahlbar und in guter Qualität bereitzustellen. Ebenso wichtig ist die dauerhafte Finanzierung von Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen.
 Sport und Kultur sind die Seele unserer Stadt. Sie stiften Identität und schaffen Gemeinschaft.
>>> Wir GRÜNE wollen die sogenannten Freiwilligen Leistungen für Sport- und Kulturvereine verstetigen und dauerhaft im Haushalt verankern. Für uns sind diese Mittel keine Kürzungsposten, sondern Investitionen in Lebensqualität und bürgerschaftliches Engagement.

Auch in Zeiten knapper Kassen gilt: Zukunftsinvestitionen in Klima und Ökologie sichern Arbeitsplätze, erhalten die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen und stärken so langfristig die Gewerbesteuereinnahmen.
>>> Wir sichern Zukunftsinvestitionen in Klima und Ökologie konsequent ab.
Zur Daseinsvorsorge gehört auch eine nachhaltige Steuerung der städtischen Unternehmen.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass kommunale Beteiligungen ökologisch, sozial und wirtschaftlich ausgerichtet sind und ihre Gewinne der Stadtgesellschaft zugutekommen. 
So bleibt die öffentliche Hand ein starker Garant für zentrale Leistungen und die Lebensqualität in Darmstadt.

Der Umgang mit öffentlichen Mitteln muss für alle Bürger*innen nachvollziehbar und transparent sein. Ein gutes Beispiel dafür ist der interaktive Haushaltsplan: Alle Positionen werden verständlich dargestellt, ergänzt durch Vorschlags- und Abstimmungsmöglichkeiten.
>>> Wir wollen, dass der gesamte Haushalt online einsehbar und mit Daten aus Vorjahren oder anderen Kommunen vergleichbar ist. Über die städtischen Beteiligungen und Unternehmen legt die Stadt regelmäßig in einem Beteiligungsbericht Rechenschaft ab.
Wir GRÜNE stehen für eine moderne Verwaltung, die Bürger*innen und Unternehmen in den Mittelpunkt stellt und als Ermöglicherin agiert. Ein konsequent ausgebautes Finanzcontrolling soll künftig als strategisches Werkzeug dienen – es macht die Wirksamkeit von Projekten messbar und steuert die Mittelverwendung vorausschauend.
>>> Wir wollen klare Leistungskennzahlen (KPIs) für zentrale Projekte einführen, Ergebnisse transparent evaluieren und regelmäßig berichten. So können Ressourcen effizienter eingesetzt und bei Bedarf frühzeitig Kurskorrekturen vorgenommen werden.
>>> Durch eine konsequente Digitalisierung und Entbürokratisierung wollen wir Prozesse beschleunigen und die Verwaltung als verlässliche Partnerin stärken. 
>>> Bei Ausschreibungen sollen Nachhaltigkeitskriterien stärker berücksichtigt werden, damit finanzielle Entscheidungen konsequent an ökologischen und sozialen Zielen ausgerichtet sind.
>>> Gleichzeitig wollen wir Bürgerbeteiligung effizient, projektbezogen und zielorientiert weiterentwickeln – ohne unnötige Verkomplizierungen.
Wir GRÜNE setzen darüber hinaus auf kommunales Crowdfunding als moderne Form der Beteiligung. Damit können Bürger*innen aktiv entscheiden, welche Projekte sie verwirklicht sehen wollen – und diese auch direkt mitfinanzieren. Gerade in Zeiten knapper Kassen ermöglicht es, Vorhaben wie neue Spielplätze, Urban Gardening, Kulturveranstaltungen oder Klimaschutzprojekte im Quartier umzusetzen. So entsteht greifbare Mitgestaltung, die Transparenz und Vertrauen schafft.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass die Stadt
>>> eine eigene Crowdfunding-Plattform aufbaut oder unterstützt,
>>> Anschubfinanzierungen oder Matching-Funds (z.B. Verdopplung eingesammelter Beträge) bereitstellt,
>>> gezielt Projekte fördert, die gesellschaftlichen Mehrwert schaffen,
>>> Bürger*innen bei der Umsetzung ihrer Ideen professionell unterstützt.
Die bestehenden Blühflächen- und Baumpatenschaften zeigen, wie erfolgreich solche Initiativen wirken können. Kommunales Crowdfunding knüpft daran an – und eröffnet neue Möglichkeiten, die Innovationskraft Darmstadts zu stärken und Teilhabe für alle zu ermöglichen.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass das Vermögen der Stadt nach klaren Kriterien der Nachhaltigkeit, Generationen- und Geschlechtergerechtigkeit und unter strikten Klimaschutzgesichtspunkten angelegt wird. 
>>> Investitionen von städtischem Vermögen in wirtschaftlich riskante, klima- und umweltschädliche, gesundheitsschädigende und menschenunwürdige Geschäftsmodelle schließen wir aus. 
>>> Wir werden die Prinzipien des Gender Budgetings anwenden, damit die Bedürfnisse von Frauen im Haushalt sichtbar werden und angemessen berücksichtigt sind.

Digitalisierung und der wachsende Einfluss von Künstlicher Intelligenz (KI) prägen immer mehr Bereiche unseres täglichen Lebens – von der Verwaltung über Bildung und Wirtschaft bis in den privaten Alltag. Damit die Chancen von Digitalisierung und KI sinnvoll genutzt werden können, braucht es klare Ziele, gute Planung und eine abgestimmte Umsetzung.

Digitalisierung gelingt nur, wenn die einzelnen Schritte ineinandergreifen und die Nutzer*innen von Anfang an mitgedacht und mitgenommen werden. Nur wenn digitale Angebote auf die tatsächlichen Bedürfnisse der Nutzer*innen abgestimmt sind und reibungslos zusammenarbeiten, wirken sie als Entlastung und Bereicherung – nicht als Hürde.

Wir GRÜNE wollen diese Entwicklung nicht nur begleiten, sondern aktiv steuern: mit klugen Konzepten, klarer Ausrichtung und dem Anspruch, dass Digitalisierung das Leben in Darmstadt einfacher, transparenter und inklusiver macht.

Der Wandel von überwiegend analogen Prozessen hin zu einer modernen digitalen Verwaltung ist eine zentrale Aufgabe – sowohl für die internen Abläufe als auch für die Dienstleistungen gegenüber Bürger*innen. Erste wichtige Schritte sind getan: Eine Digitalisierungsstrategie liegt vor und einzelne Ämter – wie das Bürger- und Ordnungsamt und das Bauaufsichtsamt – arbeiten bereits digital. Das ist jedoch erst der Anfang. Wir GRÜNE wollen diesen Prozess deutlich beschleunigen.
Unser Ziel ist eine leicht zugängliche, funktionierende Verwaltung mit einer zentralen digitalen Anlaufstelle, über die Behördengänge, Anträge und Informationen unkompliziert erledigt werden können – nach dem Motto: Einmal hin, alles drin. Dabei bleibt Barrierefreiheit selbstverständlich: Analoge Möglichkeiten werden gleichwertig mitgedacht, damit niemand ausgeschlossen wird.
Auch intern wollen wir die Verwaltung fit für die Zukunft machen: einheitliche Schnittstellen, weniger Medienbrüche (z.B. Einscannen von Papier-Formularen für die digitale Weiterverarbeitung), strukturierte digitale Daten statt Aktenberge. Das macht Abläufe schneller und effizienter – für Bürger*innen heißt das: Weniger warten, mehr leben.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> eine deutliche Beschleunigung der Digitalisierungsprozesse in der Verwaltung,
>>> die Einführung eines digitalen Antragsmanagements inklusive digitaler Rechnungsworkflows und digitaler Zahlungsmethoden,
>>> den Ausbau derBundID-Nutzung für digitale Anträge und weitere Angebote,
>>> die Ausweitung digitaler Unterstützung bei Themen wie Baugenehmigungen oder Wohnungssuche,
>>> den datenschutz- und IT-sicherheitskonformen Einsatz von KI an geeigneten Stellen – zum Beispiel als Chatbot, um Bürger*innen schnell und zuverlässig Auskunft zu Verwaltungsleistungen zu geben und Mitarbeitende zu entlasten.

Das Bereitstellen und der Betrieb von IT-Lösungen sind Aufgaben, denen sich alle Kommunen stellen müssen. Wir möchten dies nicht allein machen, sondern in enger interkommunaler Zusammenarbeit. So können bessere und gleichzeitig kostengünstigere Lösungen geschaffen werden. Da in den kommenden Jahren ein erheblicher Teil der Beschäftigten in den Ruhestand geht, ist es um so wichtiger, die begrenzten personellen und finanziellen Ressourcen effizient einzusetzen.
Andere Kommunen stehen vor denselben Herausforderungen – insbesondere Großstädte wie Frankfurt und Wiesbaden haben vergleichbare Aufgaben zu erfüllen. Durch Bündelung von Ressourcen, Austausch von Know-how und abgestimmtes Handeln lassen sich Kosten senken und bessere Lösungen erreichen, als wenn jede Stadt für sich arbeitet.
Gemeinsame oder koordinierte Beschaffungen stärken zudem die Verhandlungsposition gegenüber IT-Anbietern. Die bevorzugte Nutzung von Open source führt zu qualitativ hochwertigen, passgenauen Lösungen, die von allen Kommunen nachgenutzt werden können – und verhindert Abhängigkeiten von teuren lizenzgebundenen Diensten. Auch der gemeinsame Betrieb von IT-Lösungen oder die Zentralisierung von Rechenzentren spart Kosten und reduziert den Wartungsaufwand. 
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> eine enge interkommunale Zusammenarbeit und Bündelung von Ressourcen bei Beschaffung und Betrieb von IT-Lösungen – insbesondere mit Frankfurt am Main und Wiesbaden,
>>> ein gemeinsames IT-Dienstleistungszentrum bzw. Rechenzentrum,
>>> gemeinsame Beschaffung und Ausschreibungen von IT-Lösungen, bei denen Open source bevorzugt berücksichtigt wird.

 Darmstadt hat in den vergangenen Jahren viele neue Möglichkeiten für Bürger*innen geschaffen, sich einzubringen – sowohl offline als auch online. Digitale Angebote wie das Digitale Stadtlabor, die Beteiligungsplattform
da-bei.darmstadt.de oder der Mängelmelder wurden stetig ausgebaut. Daran wollen wir anknüpfen: mit mehr Bekanntheit und Erreichbarkeit durch bessere Koordination sowie zusätzliche digitale Formate.
Für uns GRÜNE ist Teilhabegerechtigkeit ein zentraler Wert. Jede*r soll über Wahlen hinaus Einfluss auf politische Entscheidungen nehmen können – im persönlichen Gespräch wie auch digital. Das Internet ist längst ein Schlüssel zur gesellschaftlichen Teilhabe: Wer keinen Zugang hat, läuft Gefahr, ausgeschlossen zu werden. Deshalb wollen wir sicherstellen, dass Beteiligung immer sowohl online als auch offline möglich ist und niemand aus finanziellen oder sozialen Gründen außen vor bleibt.
Das Engagement ehrenamtlich getragener Digitalinitiativen – wie etwa des Chaos Computer Clubs (CCC) – leistet einen wichtigen Beitrag zur Digitalisierung und zur Auseinandersetzung mit den damit verbundenen Herausforderungen. Dieses Engagement wollen wir sichtbar machen, wertschätzen und fördern.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> gezielte Werbemaßnahmen und Aktionen, um bestehende Angebote bekannter zu machen,
>>> den Ausbau und die Weiterentwicklung des Stadtlabors,
>>> die kontinuierliche Verbesserung von da-bei.darmstadt.de,
>>> den weiteren Ausbau des Mängelmelders, z. B. durch neue Kategorien, zusätzliche Beteiligungsmöglichkeiten und die Integration in eine zentrale Darmstadt-App,
>>> den Zugang zu digitalen Angeboten auch für Menschen ohne eigene Geräte – etwa über Terminals in Bibliotheken oder öffentliche Anlaufstellen,
>>> den Erhalt von Ansprechpartner*innen in den Ämtern, die persönlich unterstützen können,
>>> digitale Angebote als Ergänzung zu analogen Angeboten, nicht als Ersatz,
>>> die Förderung und Verbreitung digitaler Begegnungsräume, Plattformen und Bildungsangebote – insbesondere für Menschen in schwierigen Lebenssituationen,
>>> barrierefreie digitale Infrastruktur, die auch von älteren oder beeinträchtigten Menschen problemlos genutzt werden kann,
>>> die Förderung gesellschaftlich relevanter Digitalinitiativen in Darmstadt – wie zum Beispiel des CCC Darmstadt.
>>> die Weiterführung des Digitalen Haushaltes > Kommunale Finanzen: Nachhaltig wirtschaften – Zukunft sichern, dort: 4. Transparenz schaffen – Mitgestalten ermöglichen

Seit Beginn dieser Legislaturperiode können Bürger*innen die Sitzungen der Stadtverordnetenversammlung live von zu Hause verfolgen – oder sie später als Aufzeichnung ansehen. Kapitelmarken erleichtern das Auffinden der relevanten Tagesordnungspunkte, und Untertitel sorgen für mehr Barrierefreiheit. So können sich alle ein unmittelbares, ungefiltertes Bild von politischen Debatten und Entscheidungen machen. Das ist gerade in Zeiten wachsender Verbreitung von Fake News ein wichtiger Beitrag zu Transparenz, demokratischer Teilhabe und politischer Bildung.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den dauerhaften Erhalt des Livestreams und der Abrufmöglichkeit,
>>> eine stärkere Bekanntmachung dieses Angebots.

Das von uns GRÜNEN initiierte WiFi Darmstadt ist ein voller Erfolg: In vielen Bereichen der Stadt sowie in Bussen und Bahnen steht heute kostenloses Internet zur Verfügung – und wird täglich von zahlreichen Menschen genutzt. Ergänzt wird das WiFi Darmstadt von Freifunk Darmstadt, einer Initiative des Chaos Computer Clubs Darmstadt. Freifunk ist ein offenes, gemeinschaftlich betriebenes WLAN-Netz, das auf freiwilligem Engagement beruht. Bürger*innen stellen ihre Router zur Verfügung und schaffen so ein dezentrales, freies Netz, das ohne kommerzielle Interessen funktioniert. Das ist auch unter dem Gesichtspunkt sozialer Gerechtigkeit wichtig: Freifunk ermöglicht allen Menschen – unabhängig von Einkommen oder Vertragssituation – den Zugang zum Internet und damit zu Bildung, Information und gesellschaftlicher Teilhabe.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die gezielte Schließung von Versorgungslücken im WiFi Darmstadt,
>>> eine Zusammenarbeit mit Freifunk Darmstadt,
>>> den weiteren Ausbau des 5G-Netzes.

IT-Sicherheit und das Recht auf Privatsphäre sind Grundpfeiler einer modernen digitalen Gesellschaft. Ein hohes Schutzniveau bewahrt Bürger:innen, Unternehmen, Vereine und öffentliche Einrichtungen vor Missbrauch und stärkt das Vertrauen in digitale Angebote. In Darmstadt wurde mit dem Amt für Digitalisierung und IT eine zentrale Stelle geschaffen, die diese Themen voranbringt.
Angesichts der wachsenden Abhängigkeit Europas von großen US-Tech-Konzernen und deren geschlossenen, herstellergebundenen Lösungen gewinnt der Einsatz souveräner Alternativen – wie Open-source-Software – zunehmend an Bedeutung. Auch in Darmstadt gibt es Bemühungen, den Einsatz von Open source zu fördern – unter anderem durch einen Beschluss der Stadtverordnetenversammlung, Open source innerhalb von Ausschreibungen besonders zu gewichten.
 Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den möglichst flächendeckenden Einsatz von Open-source-Software,
>>> die Prüfung und – bei positivem Ergebnis – die Einführung von Open desk, der Office-365-Alternative für die Verwaltung, die aus Open-source-Komponenten besteht und vom Zentrum für Digitale Souveränität (ZenDiS) angeboten wird,
>>> die bevorzugte Nutzung europäischer Softwareprojekte und -produkte bei Neuanschaffungen,
>>> den Ausbau von Beratungsangeboten zur IT-Sicherheit für Vereine, Initiativen und Bürger:innen – unter Nutzung bestehender Strukturen wie dem Haus der digitalen Medienbildung.

*Digitale Souveränität bezeichnet die Fähigkeit von Staat, Wirtschaft und Gesellschaft, digitale Infrastrukturen, Daten und Technologien selbstbestimmt zu nutzen und zu gestalten. Sie steht im Gegensatz zu einer starken Abhängigkeit von einzelnen Anbietern oder Staaten – etwa von großen US-amerikanischen Technologiekonzernen – und zielt auf Kontrolle über eigene Daten, Systeme und digitale Kompetenzen.

Offene, gut aufbereitete Informationen schaffen Transparenz für Bürger*innen und helfen der Verwaltung, Entscheidungen fundiert zu treffen. Datengetriebene Prozesse verbessern Prognosen, Planungen und die Steuerung städtischer Projekte. Darmstadt hat hierfür eine Open-Data-Strategie und eine Informationssatzung eingeführt. Über die städtische Open-Data-Plattform können Bürger*innen, Institutionen und Unternehmen auf städtische Datensätze zugreifen.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> das strukturierte Sammeln und Aufbereiten wichtiger öffentlicher Verwaltungsinformationen, damit sie für Forschungszwecke genutzt werden können und als Grundlage für faktenbasierte Entscheidungen dienen,
>>> eine höhere Qualität und einen größeren Umfang der auf der Open-Data-Plattform bereitgestellten Daten – etwa zu Klimawerten oder Bevölkerungsentwicklungen –, damit sich interessierte Bürger*innen transparent über Kennzahlen und deren Verläufe informieren können,
>>> den Ausbau der Plattform um Statusmeldungen und Kennzahlen zu aktuellen Projekten,
>>> die Entwicklung eines Darmstadt-Dashboards, das Fortschritte transparent macht und Daten maschinenlesbar anbietet,
>>> den Einsatz von Software, die möglichst unter städtischer Kontrolle steht – bei Ausschreibungen soll, wo technisch möglich, das Recht zur Bearbeitung und Weiterentwicklung Voraussetzung sein.

Derzeit gibt es für Darmstadt verschiedene Apps – etwa Darmstadt im Herzen oder die Darmstadt-App – sowie mobile Webseiten, die städtische Dienstleistungen anbieten. Auch der ÖPNV hat mit der App der HEAG mobilo eigene digitale Angebote. Diese Vielfalt kann unübersichtlich sein, zumal jede Anwendung separat beworben und technisch betreut werden muss.
>>> Unser Ziel ist es, die wichtigsten digitalen Angebote der Stadt in einer zentralen App zu bündeln. Dabei wollen wir Synergien mit anderen Städten nutzen und auf Open-Source-Frameworks wie die Smart Village App setzen, um Insellösungen zu vermeiden.
Langfristig soll die zentrale Darmstadt-App folgende Funktionen vereinen:
– Darmstadt im Herzen
– Weitere Funktionen im Bereich Nachbarschaftsnetzwerke
– Schnittstelle zur Stadtwirtschaft
– Digitales Rathaus
– Mängelmelder
– Funktionen aus da-bei
– Digitaler Sicherheitskoffer
– Vermarktungsunterstützung regionaler Produkte
– Kulturkalender, Kataster- und Kartenintegration
– Party- und Veranstaltungskalender
– Tourismus-Informationen

Darmstadt steht für Offenheit, Internationalität und eine starke Wissenschafts- und Technologielandschaft. Als sogenannte Schwarmstadt ziehen wir viele junge Menschen zwischen 20 und 35 an – besonders aus den MINT-Bereichen Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. Hier gibt es eine aktive Start-up-Szene, zahlreiche Forschungsinstitute mit Schwerpunkt Digitalisierung und strategische Projekte wie Industrie 4.0, die bundesweit Beachtung finden.
Mit dem neuen Zentrum zur Erforschung von Künstlicher Intelligenz (hessian.AI) – Hauptstandort Darmstadt – investiert die hessische Landesregierung rund 38 Millionen Euro in die Zukunft. Die TU Darmstadt ist Teil der beiden Exzellenzcluster Reasonable Artificial Intelligence (RAI) und The Adaptive MIND (TAM). Die Europäische Weltraumorganisation (ESA) macht unsere Stadt zum europäischen Tor ins All. Zudem beheimatet Darmstadt gleich mehrere Fraunhofer Institute,  z.B. für Graphische Datenverarbeitung oder Sichere Informationstechnologie. 
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den Ausbau des Datenaustauschs über die städtische Datenplattform,
>>> die Stärkung der Zusammenarbeit und den Aufbau weiterer Netzwerke,
>>> die Förderung des Transfers zwischen Wissenschaft und Wirtschaft.

Digitalisierung beeinflusst und bereichert alle Lebensbereiche – auch die Kultur. Kultur und Digitalisierung stehen nicht im Gegensatz zueinander, sondern können sich gegenseitig inspirieren und neue Möglichkeiten eröffnen. Gutes Design verbessert digitale Anwendungen, digitale Technologien können Kunst und Kultur erweitern und neue Zugänge schaffen. Wir wollen diese Potenziale noch stärker miteinander vernetzen und nutzen.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> eine engere Verbindung von Kultur und Digitalisierung sowie die Entwicklung gemeinsamer Projekte,
>>> die Förderung der Arbeit des Vereins Kultur einer Digitalstadt und eine stärkere Vernetzung mit weiteren Institutionen, Hochschulen, der Stadtwirtschaft, der Schader-Stiftung und dem Stadtlabor,
>>> die Verknüpfung von Kulturkataster, Kulturkarte und Kulturkalender – integriert in eine zentrale Darmstadt-App,
>>> die Unterstützung von Kunstprojekten durch IT-Know-how, etwa mit 3D-Visualisierungen,
>>> die digitale Erfassung und Zugänglichmachung von Denkmälern – sowohl im Außen- als auch im Innenraum – sowie deren virtuelles Erleben durch digitale Anwendungen wie virtuelle Begehungen.

Digitalisierung betrifft nicht nur Verwaltung und Wirtschaft, sondern auch die Vereine in unserer Stadt. Sie leisten mit ihren vielen Ehrenamtlichen einen wichtigen Beitrag zum sozialen und kulturellen Leben in Darmstadt – und sollen bei der digitalen Weiterentwicklung unterstützt werden.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> städtische Unterstützung für Vereine und Ehrenamtliche bei der Umsetzung von Vorgaben der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO), bei Bürokratie und Formularen sowie bei Satzungsvorlagen, 
>>> die Schaffung eines zentralen städtischen Informations- und Buchungsangebots für eigene und externe Räumlichkeiten – von Veranstaltungsorten über Vereinsräume bis zu Proberäumen. Dieses Angebot soll:
als zentrale Anlaufstelle zeigen, welche Räume wo und unter welchen Bedingungen verfügbar sind,
sowohl Angebot als auch Nachfrage abbilden,
perspektivisch Vereinen ermöglichen, ihre Räume eigenständig einzustellen und Anfragen zu verwalten,
neben der städtischen Website auch Teil der künftigen Darmstadt-App sein.

Digitale Technologien sind ein Schlüssel für die Energiewende. Sie liefern die Steuerungsmechanismen, um erneuerbare Energien, Wasser und andere Ressourcen effizient und nachhaltig zu nutzen.
Damit Digitalisierung ihr volles Potenzial entfalten kann, braucht sie einen klaren ökologischen Ordnungsrahmen. Sie muss konsequent an Nachhaltigkeit und Gemeinwohl ausgerichtet sein. In allen Sektoren – von industrieller Produktion über Mobilität und Logistik bis hin zu Energieversorgung und Landwirtschaft – können digitale Innovationen entscheidend dazu beitragen, die Klimaziele zu erreichen. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den ausschließlichen Einsatz von Strom aus erneuerbaren Energien für den Betrieb der städtischen IT-Infrastruktur,
>>> die Nutzung der Abwärme aus Rechenzentren zur Erzeugung von Nah- und Fernwärme,
>>> die Unterstützung von Technologien mit nachhaltigen digitalen Geschäftsmodellen sowie ressourcenschonender Hard- und Software, 
>>> die gezielte Förderung digitaler Innovationen für den Klimaschutz.

Gefahrenabwehr ist eine zentrale Aufgabe von Kommunen und Land – sie umfasst Katastrophenschutz ebenso wie Feuerwehr und Rettungsdienst. Auch in diesem Bereich bietet die Digitalisierung große Chancen. Damit ihr volles Potenzial genutzt werden kann, muss sie gut geplant, strukturiert und koordiniert umgesetzt werden. Entscheidend ist, dass alle Systeme reibungslos zusammenarbeiten – ohne inkompatible Schnittstellen, unnötigen Mehraufwand oder Medienbrüche.
13.1. Digitalisierung im Rettungswesen
Der Rettungsdienst in Darmstadt arbeitet bereits mit dem System IVENA, um das optimale Krankenhaus zu finden und Patient*innen anzumelden – so entfällt in vielen Fällen die telefonische Abfrage freier Kapazitäten. Mit Rescuetrack werden Rettungsmittel und Leitstelle koordiniert.
Doch die Digitalisierung kann hier noch mehr leisten: Patientendaten und wichtige Vitalwerte könnten in Echtzeit an Kliniken übermittelt werden, digitale Patientenakten dem Rettungsdienst zur Verfügung stehen und digitale Protokolle die Übergabe vereinfachen und Zeit sparen. Voraussetzung dafür sind einheitliche Schnittstellen – denn Digitalisierung stößt an ihre Grenzen, wenn Systeme nicht miteinander kommunizieren.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> einheitliche Schnittstellen zwischen Rettungsdiensten und Notaufnahmen – inklusive der Übermittlung aller erfassten Daten wie EKG, Blutdruck oder Sauerstoffsättigung,
>>> die Prüfung einer Echtzeit-Übertragung relevanter Vitalwerte an die Zielklinik, damit das Klinikpersonal sich frühzeitig auf Notfälle vorbereiten kann,
>>> einen flächendeckenden Zugriff des Rettungsdienstes auf die elektronische Patientenakte,
>>> die automatische Übermittlung der GPS-Daten des Anrufers/der Anruferin an die Rettungskräfte, um Patient*innen auch an unübersichtlichen Orten wie Parks, Wäldern oder Kleingartenanlagen schnell zu finden,
>>> die Prüfung des Einsatzes von Telenotärzt*innen, z. B. zur Medikamentenfreigabe.
13.2 Digitalisierung der Feuerwehr und des Katastrophenschutzes
Die Feuerwehren in Darmstadt arbeiten bereits mit dem modernen Rescuetrack-System und setzen Drohnen im Einsatz ein. Diese Systeme funktionieren sehr gut, müssen aber kontinuierlich gepflegt und auf dem neuesten Stand gehalten werden. In den kommenden Jahren werden durch den technischen Fortschritt und den Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) weitere leistungsfähige Systeme zur Verfügung stehen.
Digitalisierung in der Gefahrenabwehr bedeutet nicht nur eine bessere Ausstattung im Einsatz, sondern auch mehr Prävention. So helfen digitale Werkzeuge, Umweltereignisse wie Starkregen besser vorherzusagen und Vorsichtsmaßnahmen rechtzeitig einzuleiten. Neben einer Hochwassergefahrenkarte gibt es seit 2025 auch eine interaktive Starkregengefahrenkarte, die den Katastrophenschutz unterstützt. 
Auch digitale Resilienz gehört zur Gefahrenabwehr. Mit dem neuen, aus dem LOEWE-Zentrum emergenCITY hervorgegangenen Anwendungs- und Transferzentrum Digital Resilience Xchange (DiReX) an der TU Darmstadt entsteht in Darmstadt eine wichtige Einrichtung für dieses Thema.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die automatische Übermittlung der GPS-Daten des Anrufers/der Anruferin an die Einsatzkräfte, um den Einsatzort auch an unübersichtlichen Orten wie Feldern oder Wäldern schnell zu finden,
>>> den weiteren Ausbau von Fernerkundungssystemen als Ergänzung zum Drohneneinsatz – etwa luft- und satellitengestützte Verfahren, mit denen zusätzliche Informationen gewonnen und analysiert werden können,
>>> den Einsatz moderner digitaler Trainingssoftware, z. B. VR- und AR-gestützte Einsatzplanung und Taktiktraining,
>>> die Fortführung und den Ausbau des Drohneneinsatzes sowie den Einsatz von KI-Auswertungssystemen zur Unterstützung der manuellen Analyse,
>>> den Einsatz moderner KI-Systeme zur Vorhersage von Notfällen und zur Optimierung von Rettungsmaßnahmen – insbesondere bei Großereignissen,
>>> dieweitere Zusammenarbeit und gemeinsame Projekte mit DiReX, wie z.B. das Projekt Mission Digitaler Heinerblock.

MIT DIR FÜR FAIRES WOHNEN

Darmstadt wächst. Als attraktive, sympathische „kleine Großstadt“ im Ballungsraum Rhein-Main zieht es viele Menschen hierher. Seit über 15 Jahren setzen wir erfolgreich auf Innenentwicklung und haben so über 20.000 neue Einwohner*innen aufgenommen – das entspricht der Größe von fast ganz Weiterstadt – ohne in die umliegende Natur auszuweichen. Auf den konvertierten Kasernenflächen ist heute sogar weniger Fläche versiegelt als zu Zeiten der militärischen Nutzung.

 Wir gestalten diese Entwicklung aktiv: Lincoln-Siedlung und Ludwigshöhviertel sind Beispiele für gelungene, städtisch gesteuerte Konversion. Der Strukturwandel im Verlegerviertel hingegen verlief überwiegend investorengesteuert – hier fehlen heute Sozialräume und ein übergreifendes Gesamtkonzept.
Für uns ist zudem klar: Neue Quartiere müssen hohen energetischen Standards entsprechen, um Klimaschutz, bezahlbares Wohnen und dauerhaft niedrige Nebenkosten zu sichern.

>>> Wir prüfen die Einführung einer Grundsteuer C und eines Brachflächenkatasters, um die Innenentwicklung weiter zu fördern. Wir nutzen das städtische Vorkaufsrecht konsequent, um bei Grundstücksverkäufen sicherzustellen, dass tatsächlich gebaut wird – so wie es zuletzt für Arheilgen mehrfach gelungen ist.

>>> Dem Modetrend der letzten Jahre zu langen, monotonen Fassaden und Punkthäusern möchten wir entgegenwirken. Angelehnt an die Gründerzeitviertel setzen wir uns für die Rückkehr zur Blockrandbebauung mit grünen Innenhöfen ein. 

>>> Statt Tiefgaragen bevorzugen wir Quartiersgaragen – das senkt nicht nur deutlich die Baukosten, sondern lässt Raum für groß wachsende Bäume und ihre tiefen Wurzeln. Ergänzt werden sollen die Gebäude und Höfe durch öffentliche Begegnungsorte und Flächen für Kleingewerbe.

Ein mögliches Entwicklungsprojekt ist das Gelände der Starkenburg-Kaserne und der Firma Kuhnwald – insgesamt eine Fläche in der Größenordnung des Johannisviertels.
Allen ist bewusst, dass die geopolitische Lage derzeit Prognosen erschwert. Wenn die Starkenburg-Kaserne aber künftig für Wohnungsbau und Gewerbe zur Verfügung steht, ist das auch ein GRÜNER Erfolg: Seit 2016 haben wir uns auf allen Ebenen für die zivile Nutzung eingesetzt. 2021 fiel die Grundsatzentscheidung des Bundesverteidigungsministeriums, in Pfungstadt ein regionales Servicecenter für die Heeresinstandsetzungslogistik zu errichten.
>>> Wenn die Starkenburg-Kaserne ganz oder teilweise frei wird, wollen wir unser kommunales Erstzugriffsrecht nutzen und die Fläche zusammen mit dem Kuhnwald-Areal nach unseren ökologischen und sozialen Standards gestalten. 
Parallel dazu treiben wir weitere Schlüsselprojekte im Stadtgebiet voran – etwa die Einrichtung des dringend benötigten HEAG-Depots in den denkmalgeschützten Hallen des ehemaligen Ausbesserungswerks. Dieser Standort ist unser Favorit, da er den größten Vorteil für eine Straßenbahn nach Weiterstadt bietet und ein Win-Win zwischen Denkmalschutz und zukunftsorientierter ÖPNV-Planung darstellt. 
 >>> Wir setzen den begonnenen Weg mit enger Einbindung der Menschen in der benachbarten Waldkolonie fort und schaffen im Westen einen lebendigen Stadtschwerpunkt mit einer Mischung aus Wohnen, Sport, Gewerbe und Einkaufsmöglichkeiten. Eine gute Anbindung per Tram an den Hauptbahnhof und die Innenstadt ist selbstverständlich.
Wie bereits auf Lincoln und im Ludwigshöhviertel stellen wir Flächen für Wohnbauprojekte bereit, die durch ihr ehrenamtliches Engagement in die Nachbarschaft ausstrahlen.
Das Bauprojekt Messplatz – mit einer durchdachten Mischung aus Wohnen und Gewerbe sowie Parken in der vorgeschriebenen Schutzzone um die Firma Merck – wird bis 2031 umgesetzt.
>>> Das Konzept der Handwerkerhöfe zur Verbindung von Wohnen und Arbeiten wollen wir an diesem Standort erproben. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
Das Gelände des ehemaligen Klinikums in Eberstadt ist eine große Chance für die Weiterentwicklung des Stadtteils. Ziel ist es, die soziale Durchmischung im Eberstädter Süden gezielt zu stärken. Dafür setzen wir – abweichend vom unten genannten Quotenbeschluss – auf einen höheren Anteil an Wohnungen für mittlere Einkommen und frei finanzierte Wohnungen. Ebenfalls sehen wir seniorengerechtes Wohnen sowie Wohnraum für Studierende und Auszubildende als wichtige Elemente für das Quartier und den Eberstädter Süden. So entsteht eine gute Ergänzung zu den bestehenden Quartieren, die den Stadtteil insgesamt stabilisiert. Die geförderten Wohnungen für niedrige Einkommen werden über Belegungsrechte an anderen Standorten in Darmstadt geschaffen.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass im neuen Quartier ein modernes medizinisches Versorgungszentrum entsteht, das den Bedarf an Haus- und Fachärzt*innen deckt und die wohnortnahe Gesundheitsversorgung langfristig sichert. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
>>> Wir prüfen, ob auf dem Gelände Flächen für kleinteiliges Gewerbe und Start-ups entstehen können, um Innovation und wohnortnahe Arbeitsplätze zu fördern.

Damit auch Menschen mit kleinen und mittleren Einkommen in Darmstadt eine Wohnung finden können, braucht es klare politische Vorgaben und aktives Handeln. Dafür haben wir 2019 das Wohnungspolitische Konzept auf den Weg gebracht.
 Ein wichtiger Baustein ist der von uns GRÜNEN initiierte Beschluss zur sozialen Quote: Wenn die Stadt Baugrundstücke vergibt, muss ein Teil davon für bezahlbaren Wohnraum genutzt werden – konkret 25 Prozent für geförderte Wohnungen für Haushalte mit geringen Einkommen und 20 Prozent für Menschen mit mittlerem Einkommen. So stellen wir sicher, dass bei Neubauprojekten nicht nur teure Wohnungen entstehen, sondern auch Platz für diejenigen bleibt, die es am Wohnungsmarkt besonders schwer haben.
Die soziale Quote soll bei Neubauprojekten bevorzugt im jeweiligen Haus umgesetzt werden.
Auch die überarbeiteten Richtlinien zur Förderung des sozialen Wohnungsbaus leisten einen wichtigen Beitrag, um Investor*innen und Wohnungsbaugesellschaften bei der Schaffung von bezahlbarem Wohnraum zu unterstützen. 
>>> Beim Verkauf von Grundstücken werden wir das Instrument der Konzeptvergabe auch weiterhin anwenden, um Einfluss auf die künftige Bebauung nehmen zu können – so wie es beispielsweise erfolgreich am Marienplatz praktiziert wurde.
>>> Wir wollen, dass städtische Grundstücke möglichst nicht verkauft, sondern im Erbbaurecht vergeben werden. So bleibt der Boden in öffentlicher Hand, und die Stadt kann auch künftig aktiv auf eine soziale und ökologische Stadtentwicklung Einfluss nehmen.
Durch Neubau und den gezielten Ankauf von Belegungsrechten sorgt die Stadt dafür, dass das Angebot an bezahlbarem Wohnraum weiterwächst.
Ein weiteres wichtiges Instrument ist der qualifizierte Mietspiegel. Er sorgt dafür, dass sich Mieten und Nebenkosten in Darmstadt in einem nachvollziehbaren und fairen Rahmen entwickeln.
>>> Wir werden den qualifizierten Mietspiegel alle zwei Jahre fortschreiben oder neu aufstellen.
2.1. Sozialer Wohnungsbau mit der bauverein AG
Die städtische bauverein AG ist für uns eine wichtige Partnerin, um den Wohnungsmarkt in Darmstadt sozial zu gestalten. Das zeigt sich auch im eigenen Wohnungsbestand: Dort liegt die durchschnittliche Miete aktuell bei 8,42 Euro pro Quadratmeter.
Dank der städtischen Richtlinien zum geförderten Wohnungsbau sind die Mieten für geförderte Wohnungen sogar noch günstiger: Für Haushalte mit geringem Einkommen beträgt die Durchschnittsmiete 6,91 Euro pro Quadratmeter, für Haushalte mit mittlerem Einkommen 8,29 Euro pro Quadratmeter. Diese Wohnungen sind außerdem für 30 Jahre zweckgebunden, sodass sie dauerhaft Menschen mit kleinerem Einkommen zugutekommen.
 Im neuen Ludwigshöhviertel hat die bauverein AG zusätzlich hunderte geförderte Wohnungen geschaffen. Insgesamt werden dort rund 630 neue geförderte Wohnungen entstehen – ein deutlich sichtbarer Erfolg GRÜNER Sozial- und Wohnungspolitik in Darmstadt.


Darmstadt ist Pionierstadt für alternative und inklusive Wohnformen. Schon zu Beginn der 1990er-Jahre hat eine erste Initiative zusammengefunden, um Konzepte für gemeinschaftliche und generationsübergreifende Wohnprojekte – bestehend aus Senior*innen, Familien mit Kindern, Alleinerziehenden, Studierenden und Menschen mit Behinderung – zu erarbeiten. In den vergangenen Jahrzehnten entwickelten sich nach diesem Vorbild Projekte wie WohnSinn1, WohnSinn2 und WohnArt in Kranichstein, Sandberghof in Bessungen oder Heinersyndikat, ZusammenHaus und WohnSinn3 in der Lincoln-Siedlung.
Diese Entwicklung unterstützen wir aktiv: Im Sozialdezernat haben wir eine Koordinationsstelle für Wohnprojekte eingerichtet. Sie dient als zentrale Anlaufstelle im Wohnungsamt und unterstützt Initiativen, die gemeinschaftliches Wohnen umsetzen. Solche Projekte haben für uns eine wichtige soziale Funktion: Sie stärken das Zusammenleben in den Quartieren und fördern ein gutes Miteinander in der Nachbarschaft.
>>> Wir fördern gemeinschaftliche, solidarische, inklusive und generationenübergreifende Wohnprojekte, indem wir sie von Beginn an in neue Baugebiete einplanen. 
>>> Die städtische bauverein AG als Preisdämpferin und aktive Saniererin im Darmstädter Wohnungsmarkt fördern wir weiterhin. Unser Ziel ist, dass trotz angespannter Haushaltslage die Gewinne möglichst im Unternehmen verbleiben, sodass sie durch die bauverein AG reinvestiert werden können. 
>>> Beim Land setzen wir uns dafür ein, dass die Fehlbelegungsabgabe wirksamer wird – damit geförderte Wohnungen wirklich den Menschen zugutekommen, die sie am dringendsten brauchen.
>>> Um Menschen mit geringem Einkommen vor Verdrängung durch Luxussanierungen zu schützen, wollen wir – wo rechtssicher möglich – den Milieuschutz in Darmstadt weiter ausbauen.
Mikro- und Studierendenwohnungen haben ihre Berechtigung – doch ihre Entwicklung wollen wir so lenken, dass Baulücken nicht ausschließlich mit diesen derzeit besonders lukrativen Wohnformen bebaut werden. Gerade für Studierende und Auszubildende wollen wir auch größere Wohnungen schaffen, die sich für Wohngemeinschaften eignen.
>>> Wir setzen uns für einen Azubi-Campus ein, damit Auszubildende bezahlbaren Wohnraum finden, und unterstützen den weiteren Ausbau und die Angebotserweiterung für Studierendenwohnheime. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
2.2. Leerstand wirksam bekämpfen – sozialen Wohnungsbau stärken
Darmstadt hat in den vergangenen Jahren hessenweit die größten Anstrengungen für den sozialen Wohnungsbau unternommen – mit sichtbarem Erfolg: Rund jede 15. Wohnung in Darmstadt ist inzwischen eine Sozialwohnung, während der Hessenschnitt bei etwa jeder 38. liegt (Stand 2024). Diesen Kurs wollen wir fortsetzen. Dafür braucht die Stadt jedoch verlässliche Zuschüsse vom Land. Allein im Jahr 2024 fehlten in Hessen rund 500 Millionen Euro für die Wohnraumförderung – Mittel, die dringend benötigt werden, um weiterhin bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.
Gleichzeitig ist die Bekämpfung von spekulativem Leerstand eine zentrale Aufgabe. Das aktuell beschlossene Leerstandsgesetz der Landesregierung greift aus unserer Sicht zu kurz: Zu viele Ausnahmen ermöglichen weiterhin genehmigten Leerstand und öffnen spekulativen Praktiken Tür und Tor. Wir erwarten von der Landesregierung, dass wirksame Instrumente des Mieterschutzes erhalten bleiben und nicht aufgeweicht werden. Dazu gehören insbesondere:
der Genehmigungsvorbehalt für die Umwandlung von Miet- in Eigentumswohnungen und
der Erhalt der achtjährigen Kündigungssperrfrist nach Eigentümerwechsel.
Beides schützt Mieter*innen vor Verdrängung und sichert bezahlbaren Wohnraum – gerade in urbanen Räumen wie Darmstadt, wo soziale Durchmischung und ein diverses Zusammenleben zentrale Bestandteile einer lebenswerten Stadt sind.
Auch auf kommunaler Ebene wollen wir weitergehen:
>>> Wir entwickeln wirksame Präventions- und Nutzungskonzepte gegen Leerstand,
erfassen Leerstände systematisch, verpflichten Eigentümer*innen zur Meldung nicht genutzter Wohnungen und fördern eine zügige Belegung.
So stärken wir ein soziales, vielfältiges Darmstadt und verhindern Gentrifizierung durch konsequente, faire Regeln.

Den begrenzten Raum einer wachsenden Stadt so zu gestalten, dass er möglichst vielen Bedürfnissen gerecht wird – das ist die Kunst guter Stadtentwicklung. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass alle Bürger*innen – ob jung oder alt – sich gerne in Darmstadt aufhalten und sich sicher und barrierefrei bewegen können, egal, welche Fortbewegungsart sie nutzen. 

Dazu gehören gut ausgebaute Fuß- und Radwege sowie ein leistungsfähiger öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV), der stetig weiter verbessert und erweitert werden muss.

Ebenso wichtig sind Maßnahmen zur Klimaanpassung. Bei allen Planungen und Neuordnungen des Straßenraums müssen Bäume, Begrünung und Entsiegelung künftig höchste Priorität haben – nur so können wir auch in den kommenden Jahrzehnten ein lebenswertes Stadtklima sichern. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur

Und schließlich gilt: Stadtentwicklung ist mehr als Verkehr und Infrastruktur. Auch Orte für Begegnung, Aufenthalt, Sport, Vereinsleben, Nahversorgung und Kultur müssen für alle Altersgruppen mitgedacht werden, damit Wohnviertel lebendige Quartiere bleiben – und nicht zu reinen Schlafstätten werden.

Unser Ziel ist es, Darmstadt bis 2031 zu einer Stadt der kurzen Wege zu entwickeln: Geschäfte, Arztpraxen und andere wichtige Versorgungsangebote sollen in allen großen Stadtteilen fußläufig erreichbar sein – zum Beispiel durch den Neubau der Einkaufszentren in Wixhausen und Kranichstein sowie der Supermärkte am Tierbrunnen und am Marienplatz.
Ein leistungsfähiger ÖPNV bindet alle Stadtteile an die Innenstadt an – mit ihrer bürgernahen Verwaltung, spezialisierten Dienstleistungen sowie einem vielfältigen Angebot an Handel, Gewerbe und Kultur.
In den Quartieren schaffen öffentlich zugängliche Räume in städtischen Gebäuden Möglichkeiten für soziale Begegnung. Diese sogenannten „Dritten Orte“ stehen Vereinen, Nachbarschaftsinitiativen und anderen Ehrenamtsprojekten an allen sieben Tagen der Woche offen. Gleichzeitig dienen sie im Sommer als „Kühle Orte“ mit aktiver Klimatisierung und bieten so Schutz und Aufenthaltsqualität auch bei Hitze.

Die Innenstadt ist das Herz Darmstadts – ein Ort für Kultur, Begegnung, Einkauf und städtisches Leben. Doch wie in vielen deutschen Städten verändert sich das Bild: Der wachsende Online-Handel setzt den stationären Einzelhandel unter Druck, und die Gefahr von Leerstand steigt. Unsere Aufgabe ist es, die Darmstädter Innenstadt und die Stadtteilzentren gemeinsam mit Bürger*innen, Gewerbetreibenden und weiteren Akteur*innen so weiterzuentwickeln, dass sie attraktiv, lebendig und zukunftsfähig bleiben. Um sich Gestaltungsfreiheit zu sichern, muss die Stadt bei Leerstand oder Verkauf von Immobilien ihr Vorkaufsrecht aktiv nutzen. 2.1. Aktive Gestaltung der Innenstadt
Mit dem Innenstadtentwicklungskonzept haben wir eine Grundlage geschaffen, die nun Schritt für Schritt umgesetzt wird. Ziel ist eine vielfältigere Mischung aus Handel, verträglichem Gewerbe, Wissenschaft, medizinischer Versorgung, Co-Working- und Start-up-Flächen, Kulturangeboten, Sport, Wohnen – und vor allem mehr Grün.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Sicherung von Erdgeschossen und ersten Obergeschossen als „Frequenzbringer“ für öffentlich zugängliche Nutzungen,
>>> mehr Grün in der Innenstadt – durch große Bäume, vielfältige Bepflanzungen oder Sonnensegel als Schattenspender,
>>> zusätzliche Sitz- und Spielgelegenheiten, die zum Verweilen ohne Konsumzwang einladen, sowie Trinkwasserbrunnen,
>>> eine klimafreundliche Neugestaltung der Wilhelminenstraße im Zuge der Sanierung des Citytunnels – mit möglichst vielen Bäumen, Versickerungslösungen, weiteren Schattenspendern und einer Öffnung der Karstadt-Terrasse im ersten Stock als Aufenthaltsort. Darüber hinaus begrüßen wir den Ankauf des Luisencenters durch lokal verwurzelte Investor*innen und begleiten dessen Aufwertung positiv.
>>> eine Fortführung der Finanzierung des Ladenflächen- und Quartiersmanagements in der Innenstadt durch Stadt und Land, denn die daraus resultierende Belebung ist ein Erfolg und muss weitergehen.
2.2. Räume schaffen für neue Initiativen und Begegnung
 Mit dem Bebauungsplan und der Vorkaufssatzung für die Innenstadt verfügt die Stadt über wirksame Instrumente, um deren Entwicklung aktiv zu steuern. Wo möglich, sollen Gebäude angekauft und für städtische Nutzungen oder neue, gemeinwohlorientierte Konzepte umgestaltet werden – als Gegenmaßnahme zu Spekulation und Leerstand.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Prüfung eines städtischen Vorkaufsrechts in Gebieten mit besonderem Entwicklungspotenzial,
>>> ein verstetigtes Leerstandsmanagement, das Flächen für Neugründungen, Künstler*innen und ehrenamtliche Initiativen bereitstellt,
>>> die Fortführung temporärer Stadtmöblierung und Bepflanzungsprojekte sowie die Schaffung grüner Freiräume mit hoher Aufenthaltsqualität – etwa in Form von Pocketparks,
>>> die Förderung genossenschaftlicher oder ähnlich organisierter Wohnprojekte in der Innenstadt, wenn sich entsprechende Immobilien übernehmen lassen – als belebendes Element für das Quartier.
2.3. Attraktive Innenstadt in alle Himmelsrichtungen
Eine lebendige Innenstadt endet nicht am Luisenplatz – sie strahlt in alle Richtungen aus. Wir wollen die angrenzenden Quartiere so entwickeln, dass sie die Innenstadt ergänzen, verbinden und bereichern.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> Nach Norden – Richtung Klinikum: Neugestaltung des Vorplatzes des Klinikums einschließlich der gegenüberliegenden ehemaligen Materialprüfungsanstalt. Durch die neue Führung des L-Busses mit Halt direkt vor dem Klinikum soll die ÖPNV-Anbindung verbessert werden. Für die Gebäude der Materialprüfungsanstalt und der Frauenklinik suchen wir neue, sinnvolle Nutzungen.
>>> Nach Osten – Richtung Altstadtanlage: Im Bereich Justus-Liebig-Haus und dem Platz Am Kleinen Woog (im Rahmen des Förderprogramms Wachstum und Nachhaltige Erneuerung), an Kleinschmidt-Steg und Citytunnel stehen in den kommenden Jahren verschiedene Bauprojekte an. Wir setzen uns dafür ein, dass diese Vorhaben nicht isoliert, sondern als Teil einer Gesamtstrategie umgesetzt werden.
Ziel ist die Belebung der Innenstadt – von der Schustergasse über den Stadtkirchenplatz und den Vorbereich der Krone bis hin zur Altstadtanlage und zum Platz Am Kleinen Woog. Der Bildungscampus Innenstadt mit Volkshochschule und Stadtbibliothek ist dabei ein weiterer wichtiger Baustein.
>>> Bessere Verbindungen schaffen: Wir GRÜNE wollen die Chance der Neustrukturierung nutzen, um die Querung am Ludwig-Metzger-Platz über die Holzstraße (Cityring) zu verbessern. Durch Begegnungsverkehr im Tunnelbereich und die Umwandlung der Holzstraße in eine einspurige Einbahnstraße kann Raum für breitere Rad- und Gehwege sowie eine sichere Fußgängerquerung in der dann einspurigen Tempo-30-Zone entstehen.
>>> Cityring entlasten: Ein Linksabbiegen für den Durchgangsverkehr von der Nieder-Ramstädter Straße in die Hügelstraße (Tunnel) könnte den Cityring im Bereich von der Grohe-Brauerei bis zur Krone deutlich entlasten. Wir wollen prüfen, inwieweit die verschiedenen Tunnelein- und -ausfahrten weiterhin erforderlich sind und wie hier ein Begegnungsverkehr ermöglicht werden kann.
>>> Nach Westen entlang der Rheinstraße: Zwischen Tunnelausfahrt und Kennedyhaus wollen wir die Aufenthaltsqualität deutlich erhöhen – mit mehr Bepflanzung (trotz aller Leitungen), zusätzlichen Sitzgelegenheiten und einer Verlagerung des Radverkehrs aus den Arkaden auf die Fahrbahn. Für den Abschnitt der Rheinstraße bis zum Hauptbahnhof setzen wir den neu aufgestellten Rahmenplan um, der eine schrittweise Entwicklung über die kommenden Jahrzehnte vorgibt.
>>> Nach Süden in Richtung Stadthaus Grafenstraße und Marienplatz: Wir wollen die Fußgängerzone in der Wilhelminenstraße im Zuge der Tunnelsanierung zu einer klimaresilienten Modellstraße umgestalten. 
Am Marienplatz setzen wir auf die Fertigstellung der Wohnbebauung mit Kita, Kleingewerbe und Supermarkt – verbunden mit mehr Aufenthaltsqualität entlang der Gehwege.
Für das Stadthaus Grafenstraße wollen wir neben der Nutzung durch den Verband deutscher Sinti und Roma, Landesverband Hessen, mit einer Dauerausstellung zum Thema Antiziganismus auch Ideen umsetzen, die den Ort an allen Wochentagen und nach Feierabend beleben – statt einer reinen Büronutzung des restlichen Gebäudes.

> Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch 

Darmstadts Wirtschaftslandschaft befindet sich im Wandel. Der Trend zum Homeoffice hat den Bedarf an Büroflächen verändert – rund zehn Prozent stehen derzeit leer. Neubauten sind nur noch dort gerechtfertigt, wo sie beispielsweise als Schallschutz dienen oder ihr Umfeld deutlich aufwerten, wenn gemischte Konzepte verfolgt oder sie von den Unternehmen selbst vorgenommen werden. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
>>> TZ RheinMain neu denken: Wir regen ein Konzept an, das das Areal zu einem zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort mit modernen Arbeitsplatzmodellen weiterentwickelt. Was wir nicht wollen, ist eine Umwandlung in immer mehr Mikroapartments – sie mögen kurzfristige Gewinne bringen, schwächen aber die Stadtstruktur. 
 Gleichzeitig benötigen Unternehmen Flächen für Wachstum. In den vergangenen Jahren sind hier wichtige Erfolge gelungen – von der modernen Batteriefabrik von BorgWarner Akasol über IsraVision und Döhler bis zur Ansiedlung der Alnatura-Zentrale. 
>>> Unser Ziel bleibt, wachsende Firmen in Darmstadt zu halten, Technologieunternehmen zu gewinnen und Produktionsarbeitsplätze in der Stadt zu sichern.
Darmstadt verfügt zudem über eine herausragende und führende Start-up-Kultur.
>>> Diese wollen wir im europäischen und globalen Wettbewerb weiter gezielt stärken – damit in Darmstadt die nächste Generation erfolgreicher Unternehmen entsteht und hier zukunftsfähige Arbeitsplätze schafft. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
Eine besondere Chance sehen wir in dem gerade vollzogenen Verkauf des Software AG-Geländes in Eberstadt an einen Darmstädter Unternehmer. Damit bleibt eines der bedeutendsten Gewerbeareale der Stadt in lokalen Händen – und eröffnet neue Perspektiven für die Zukunft des Wissenschafts-, Wirtschafts- und Innovationsstandorts Darmstadt.
>>> Wir werden die Entwicklung des Areals politisch unterstützen. Wir setzen uns dafür ein, dass hier ein modernes Campus-Quartier entsteht – mit offenen Arbeitsformen, Energieeffizienz, geteilter Mobilität und Raum für neue Ideen. Auch eine teilweise Umnutzung von Büro- zu Wohnflächen sollte geprüft werden. Start-ups, die bei Erfolg schnell wachsen, brauchen das Komplettpaket für Arbeiten und Wohnen. Dies auf einem Campus zu verzahnen, wäre ein tragfähiges Modell und ein echter Standortvorteil.
Auch das Thema Rechenzentren gewinnt im Umfeld des Frankfurter Internetknotens an Bedeutung. Mit dem von uns GRÜNEN initiierten Grundsatzbeschluss hat Darmstadt festgelegt:
 >>> Rechenzentren dürfen nur dort entstehen, wo sie städtebaulich vertretbar sind und ihre Abwärme für umliegende Unternehmen oder Wohngebiete genutzt wird. Sie müssen mit erneuerbarer Energie betrieben werden und dürfen keine eigenen Gas- oder Diesel-Kraftwerke errichten. So kann Darmstadt europaweit Vorreiter bei der klimafreundlichen Integration von Rechenzentren werden. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
Gemeinsam mit der Stadt Griesheim entwickeln wir das über Griesheim verkehrlich erschlossene Gewerbegebiet am ehemaligen Flughafen.

Das geplante interkommunale Gewerbegebiet rund um den Gehaborner Hof bei Weiterstadt begleiten wir kritisch-konstruktiv:
>>> Es muss nach hohen Standards klimafreundlichen Bauens entwickelt werden, mehr Energie regenerativ erzeugen als verbrauchen und viele Arbeitsplätze schaffen. Logistikzentren oder weitere Fachmarktzentren lehnen wir ab. Die Gewerbesteuer ist fair zwischen Darmstadt und Weiterstadt zu teilen.
Für das Gebiet der nördlichen Rheinstraße zwischen Innenstadt, Hauptbahnhof und Mornewegstraße liegt ein Rahmenplan vor.
>>> Hier kann in bester Lage eine moderne Mischung aus Gewerbe, IT-Unternehmen, Wohnen und Handwerk entstehen – verbunden mit der Weiterentwicklung der Berufsschule und einer kulturellen Nutzung. Der Platz der Deutschen Einheit mit Park und vielfältiger Gastronomie zeigt bereits das Potenzial dieses Quartiers.

Neben der großen Aufgabe der Klimaanpassung > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur wollen wir GRÜNE die Aufenthaltsqualität in Darmstadt deutlich steigern. Die Stadt als gemeinsamer Garten – so verstehen wir Darmstadt: ein Ort, der allen offensteht, grün, lebenswert und einladend ist. Gerade für Menschen ohne eigenen Balkon, eigene Terrasse oder eigenen Außenbereich sind öffentliche Räume unverzichtbare Rückzugs- und Begegnungsorte.
Darmstadt wächst und wird dichter – damit steigt auch der Bedarf an Freiräumen. 
>>> Straßen und Plätze gehören den Menschen und so sollten sie auch gestaltet sein: weg von grauen Abstellflächen, hin zu lebendigen Orten des Miteinanders. Straßen sollen nicht nur der Durchfahrt dienen, sondern zu Plätzen werden, an denen Kinder spielen, Nachbar*innen ins Gespräch kommen und Menschen sich gerne aufhalten.
>>> Viele Stadtteile haben bereits beliebte Märkte. Diese wollen wir als nachbarschaftliche Treffpunkte stärken – mit mehr Aufenthaltsqualität, Freiluftgastronomie und kulturellen Angeboten. Spielstraßen, Straßenmärkte wie in der Frankfurter Kaiserstraße oder ein jährliches „Diner en Blanc“ auf einer Hauptstraße können zusätzliche Impulse setzen.
Unser Ziel: mehr Grün, mehr Aufenthaltsqualität, mehr Begegnung im Viertel – für eine lebendige und soziale Stadt. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur 

Die Sommer werden heißer – Darmstadt braucht mehr Grün. Jeder Baum, jeder Strauch, jede begrünte Fassade spendet Schatten, senkt die Temperaturen und macht die Stadt lebenswerter. Wir GRÜNE wollen, dass in allen Stadtteilen grüne Oasen entstehen – vom Tiny Forest über Pocketparks bis hin zu neuen Stadtbäumen. Sie bieten Erholung, kühlen die Umgebung und laden zum Verweilen ein.
Wir wissen: Die Flächen sind knapp, die Konkurrenz groß. Umso wichtiger ist es, Begrünung von Anfang an mitzudenken und konsequent umzusetzen. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur 
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> eine höhere Priorität von Begrünung bei allen städtischen Planungen,
>>> Bäume als festen Bestandteil jeder Planung – von Anfang an,
>>> verbindliche Bepflanzungsvorgaben zu Qualität, Größe, Art und Dichte der Begrünung in städtischen Projekten, Bebauungsplänen und der Stellplatzsatzung,
>>> den Erhalt aller bestehenden Baumstandorte und die aktive Suche nach neuen,
>>> die Anpassung von Kriterien, um mehr Baumstandorte zu ermöglichen,
>>> die Wiederbepflanzung verlorener Standorte,
>>> zusätzliche Sitzgelegenheiten mit integrierter Begrünung als „Klimaoasen“ im Stadtraum,
>>> weitere Tiny Forests und neue Pocketparks (eine unserer Ideen: der Bennelbächerweg im Martinsviertel),
>>> eine schnelle Umsetzung der beschlossenen Überarbeitung des Quartiersplatzes Lincoln mit mehr Bäumen als bisher sowie für temporäre Übergangslösungen (mobile Bäume, Sonnensegel etc.).

Lärm mindert die Lebensqualität, deshalb setzen wir GRÜNE uns für den größtmöglichen Schutz der Bevölkerung vor Verkehrslärm ein – sei es Straßen-, Schienen- oder Fluglärm. Das zeigt sich in unserem Einsatz für lärmmindernde Tempo-30-Zonen und für Elektromobilität ebenso wie in unserem Eintreten für Tunnellösungen an der ICE-Neubaustrecke. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt Nicht immer ist Lärmschutz einfach umzusetzen – das wird beim Thema Fluglärm besonders deutlich. Hier halten wir es für unabdingbar, dass die größten, ältesten und lautesten Flugzeugtypen („Heavies“) am Frankfurter Flughafen endlich ausgemustert werden. Zudem muss der Lärmfaktor der Maschinen als Steuerungsinstrument angemessen in die Flughafengebühren einfließen. Auch dürfen die Betriebskonzepte der Airlines nicht dazu führen, dass die erste und letzte Betriebsstunde zur Rushhour werden und damit die Lebensqualität rund um den Flughafen massiv einschränken. 
Wir wollen die Entlastung möglichst vieler Menschen von Lärm – und die bestmögliche Minimierung der Belastung dort, wo sie nicht vermeidbar ist.
>>>Wir setzen uns dafür ein, dass möglichst viele Menschen in Darmstadt möglichst gut vor Lärm aus dem Straßen-, Bahn- und Luftverkehr geschützt werden. In einer aktiven, wachsenden Großstadt erfordert das Kompromisse. Das ist uns bewusst. Gerade deshalb sind aktiver und passiver Lärmschutz wichtig. 

 Mit dem Lichtenbergblock im Martinsviertel ist die erste Ausbaustufe von Darmstadts erstem autoarmen Bestandsquartier entstanden – getragen von viel Engagement aus der Nachbarschaft. Die bisherige Umsetzung geht uns dabei noch nicht weit genug. Wir wollen dieses Modell weiterentwickeln und auf andere Stadtteile übertragen. Um die nächsten Ausbaustufen zu erreichen, braucht es neben einer gesicherten Finanzierung auch Lösungen für organisatorische und rechtliche Hürden.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>>die Umsetzung von Stufe 2 und 3 des Heinerblocks im Martinsviertel mit Verbesserungen in der Aufenthaltsqualität, Begrünung und weiteren Verkehrslenkungsmaßnahmen,
>>> den Start weiterer Heinerblock-Projekte in anderen Stadtvierteln.

Urban Gardening bringt produktive Gärten zurück in die Stadt: Brachen werden zu Nutzbeeten, Nachbarschaften gestalten ihr Umfeld aktiv mit und es entsteht Gemeinschaft und Verbundenheit mit dem Quartier. In Darmstadt engagiert sich unter anderem der Verein Urban Garden Darmstadt federführend – unterstützt von vielen weiteren Menschen und Gruppen, die in Schreber- oder Saisongärten, in solidarischer Landwirtschaft oder anderen Projekten gärtnern. 
Die Initiative Essbares Darmstadt mit ihrem Standort in der Klause am Hauptbahnhof und das neue Zentrum für Stadtnatur unter Federführung des BUND in der Orangerie sind Orte der Begegnung, Umweltbildung und Information – von Klimaanpassung bis zur biologischen Vielfalt.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Belebung des öffentlichen Raums und die Nutzung brachliegender Flächen durch Urban Gardening sowie bürgerschaftliche Pflanzaktionen mit Kräutern und Gemüse,
>>> die Prüfung neuer Schrebergartenflächen als Ersatz für die schadstoffbelasteten Kleingärten rund um den Bürgerpark,
>>> die Förderung weiterer Saisongartenprojekte in der Stadt.

Die Darmstädter*innen bringen viel Engagement für ihre Stadt mit – gleichzeitig sind Diskussionen über Veränderungen oft hitzig und von Einzelinteressen geprägt. Eine bloße Ja/Nein-Befragung wird der Komplexität selten gerecht und ignoriert auch die Nachteile des aktuellen Zustands. Jede Option hat Vor- und Nachteile und steht in Wechselwirkung zu anderen Entscheidungen.
Gesellschaftsräte bzw. Bürgerräte bieten hier einen besseren Weg: Repräsentativ ausgewählte Gruppen erhalten denselben Wissensstand, beraten gemeinsam und entwickeln ausgewogene Empfehlungen. So werden Argumente eingeordnet und abgewogen – mit dem Gemeinwohl im Blick statt lauten Partikularinteressen oder kurzfristigen Emotionen. 
Beteiligung muss dabei fair und nachvollziehbar sein: Aus privilegierten Positionen heraus Zuzug, Nachverdichtung oder öffentliche Nutzungen zu blockieren, ist nicht gerecht. 
>>> Wir wollen sicherstellen, dass Beteiligung mehrsprachig und über vielfältige Kanäle erfolgt – nicht nur über klassische Medien. Fundierte Informationsangebote sind entscheidend, um Debatten zu versachlichen und tragfähige Lösungen zu ermöglichen.
>>> Wir wollen in der kommenden Wahlperiode Gesellschaftsräte bzw. Bürgerräte in Darmstadt erproben und langfristig etablieren, z. B. bei der Entwicklung des Geländes des nicht realisierten Aldi-Marktes in Arheilgen, des Starkenburg- und Kuhnwald-Areals, bei Schwammstadtprojekten in Stadtvierteln oder bei den nächsten Heinerblock-Initiativen.

Denkmalschutz ist kein Selbstzweck – er bewahrt das historische Gedächtnis und die Identität unserer Stadt, die durch die Zerstörung während des Zweiten Weltkrieges bereits so viel verloren hat. Wir GRÜNE stehen für einen pragmatischen, zukunftsorientierten Denkmalschutz, der Klimaschutz und energetische Sanierung mitdenkt und kluge neue Nutzungen ermöglicht. Unser Grundsatz dabei: Ermöglichen statt verbieten.
>>> Zusammen mit der Technischen Universität Darmstadt setzen wir die begonnene 3D-Digitalisierung von verschlossenen Denkmälern fort, um sie der Bevölkerung zumindest virtuell zugänglich zu machen.

Auch bei städtischen Gebäuden kommt es zu Leerständen – häufig nur vorübergehend, etwa weil Sanierungen aufgrund der angespannten Haushaltslage verschoben werden müssen. 
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass solche Leerstände zentral erfasst und für Zwischennutzungen geöffnet werden. So können Initiativen und Vereine die Räume sinnvoll nutzen – und Darmstadt gewinnt an Lebendigkeit und kultureller Vielfalt.> Kulturelle Räume für Demokratie stärken

Die TU Darmstadt stellt unter anderem mit dem Wissenschaftsschloss, dem Schlossgarten, dem Botanischen Garten und dem Hochschulbad Orte mit hoher Aufenthaltsqualität für Studierende und viele weitere Bürger*innen bereit. Wir möchten in Zeiten von Sparzwängen in den Dialog treten, wie diese Attraktivität erhalten werden kann. 

MIT DIR FÜR KINDER & ZUKUNFT

Gute Bildungsmöglichkeiten sind in vielerlei Hinsicht der Schlüssel zur Zukunft unserer Stadt: Sie fördern die individuelle Entwicklung, sichern berufliche Perspektiven, ermöglichen eigenständige Existenzsicherung, gesellschaftliche Teilhabe und demokratische Mitgestaltung. Ein starkes, bedarfsgerechtes Bildungsangebot macht Darmstadt nicht nur lebens- und liebenswert, sondern auch zu einem zukunftsfähigen Wirtschaftsstandort. Bildung trägt wesentlich zur Stadt- und Kulturentwicklung bei.

Bildung entscheidet über die Lebenschancen junger Menschen – und beginnt früh: in der Kita, setzt sich über Schule und Ausbildung fort und reicht bis zum Studium. Doch damit endet sie nicht. Ob im Handwerk, in der Wissenschaft, im Dienstleistungsbereich, in der Pflege, Industrie oder Verwaltung – Bildung begleitet uns ein Leben lang. Deshalb bedeutet „Bildung für alle“ für uns GRÜNE auch: Bildung für alle Altersgruppen.

Ziel ist es, allen Menschen gleiche Chancen zu eröffnen. Inklusive Bildung heißt für uns: gleichberechtigte Teilhabe an Bildungsangeboten, die persönliche Entwicklung und Entfaltung ermöglichen. Bildungseinrichtungen wollen wir zu lebendigen Orten gelebter Inklusion weiterentwickeln.

Benachteiligungen abbauen – Bildungschancen vergrößern

Bildung umfasst viele Dimensionen: frühkindliche und berufliche Bildung, allgemeine und außerschulische, formale und informelle, Hochschulbildung und lebenslanges Lernen. Lern- und Bildungsorte sind dabei vielfältig: Familien, Kitas > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt , Schulen, Jugendzentren, Vereine, Migrant*innenorganisationen, Volkshochschulen, Familienzentren, Akademien, freie Träger, Betriebe, Kammern, Hochschulen – sie alle leisten einen Beitrag.

Gerade für (junge) Menschen mit Benachteiligungen entstehen aus dem Zusammenspiel dieser Bildungsakteur*innen neue Chancen: persönliche Erfolgserlebnisse, Motivation, gezielte Unterstützung und eine gestärkte Persönlichkeitsentwicklung.

Wir GRÜNE nehmen die Aufgabe ernst, eine kommunale Bildungslandschaft aktiv zu gestalten. Dafür müssen Kooperationen gestärkt, Netzwerke ausgebaut und Übergänge gut gestaltet werden. Der öffentliche Raum soll kreatives Lernen ermöglichen, außerschulische Bildungsorte müssen leicht zugänglich und auf die Bedürfnisse von Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen zugeschnitten sein.

Die kommunale Bildungspolitik in Darmstadt hat vielfältige Einflussmöglichkeiten. Sie muss konstruktiv mit Landes- und Bundesverantwortlichkeiten verzahnt werden. Entscheidend ist, dass alle politischen Ebenen koordiniert zusammenarbeiten – damit Bildung gelingt.

Schulen sollen Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen nicht nur Wissen vermitteln, sondern auch Raum für Lernerlebnisse, individuelle Förderung, soziale Kontakte und persönliche Entwicklung bieten. Dafür braucht es Schulen, die gleichermaßen integrieren und individuell fordern und fördern – sowohl begabte als auch benachteiligte Lernende.
Darmstadts Stadtgesellschaft ist vielfältig – und sie wächst weiter. Daher braucht es eine ebenso vielfältige und zukunftsfähige Schullandschaft: Grundschulen, Stadtteilschulen und Gesamtschulen, Mittelstufenschulen, Förderschulen, Gymnasien, berufliche Schulen, Abendschulen sowie Schulen in freier Trägerschaft. Unsere GRÜNE Bildungspolitik unterstützt alle Schulformen darin, mit ihren jeweiligen Profilen zur Kompetenzentwicklung, Persönlichkeitsbildung und Bildungsgerechtigkeit beizutragen.
Investitionen in Schulbau und Sanierung 
 In den letzten Jahren wurde schon viel erreicht. Allein im Bereich der Grund- und Förderschulen wurden Baumaßnahmen an zwölf Standorten umgesetzt – darunter Sanierungen oder Neubauten an der Erich-Kästner-, Ernst-Elias-Niebergall-, Wilhelm-Hauff-, Heinrich-Hoffmann-, Herder-, Luise-Büchner-, Christoph-Graupner- und Elly-Heuss-Knapp-Schule. Hinzu kamen Erweiterungen der Heinrich-Heine- und Andersenschule, neue Mensa- und Ganztagsräume an der Georg-August-Zinn-Schule sowie ein Rettungsweg an der Christian-Morgenstern-Schule. Für die neue Grundschule am Park an der Albert-Schweitzer-Anlage haben die Bauarbeiten begonnen. Zudem wurde die Ursula-Fuchs-Schule organisatorisch von der Mornewegschule getrennt und als eigenständige Schule eingerichtet.
Auch bei den weiterführenden Schulen gab es wichtige Fortschritte: Die Gutenbergschule wurde digitalisiert und der Schulhof neu ausgestattet. Die Gesamtsanierung des Ludwig-Georg-Gymnasiums ist in der Umsetzung, der Neubau der Bertolt-Brecht-Schule abgeschlossen, und die Sanierung der Stadtteilschule Arheilgen schreitet voran. Für die Bernhard-Adelung-Schule und die Wilhelm-Leuschner-Schule sind die Planungen zur Gesamtsanierung angestoßen.
Im Bereich der beruflichen Schulen wurde die Gesamtsanierung des Berufsschulzentrums Nord mit Neubau von Mensa, Weiterbildungsberatung und offenem Lernzentrum abgeschlossen. Parallel laufen Teilsanierungen an der Peter-Behrens-Schule und der Erasmus-Kittler-Schule. Für das Berufsschulzentrum Mitte haben die Planungen mit einer Kick-off-Veranstaltung begonnen.
>>>Wir GRÜNE setzen das erfolgreiche Schulbau- und Sanierungsprogramm konsequent und mit hoher Priorität fort. Dabei stehen moderne Raumkonzepte im Fokus, die den pädagogischen und sozialen Anforderungen gerecht werden: Zusätzliche Räume für offene Lernformen und Betreuung (Differenzierungsräume), Funktionsräume wie Mensen und Aufenthaltsbereiche, Beratungs- und Büroräume für multiprofessionelle Teams sowie Arbeitsräume für Lehrkräfte und Teamarbeit. Barrierefreiheit ist dabei für uns selbstverständlich.
Unsere konkreten Vorhaben:
>>> Die Schulplätze im Bereich der Sekundarstufe I (Klasse 5 bis 10) müssen ausgebaut werden. Dafür wollen wir die Kapazitäten der Gesamtschulen erweitern – durch Aus- und Neubau.
>>> Die Sanierung der Wilhelm-Leuschner-Schule und der Bernhard-Adelung-Schule haben für uns Priorität – sie soll umgehend umgesetzt werden.
>>> Die Wilhelm-Leuschner-Schule wollen wir als Mittelstufenschule im Quartier gezielt stärken.
>>> An Gymnasien sollen mehr Klassen pro Jahrgang angeboten werden – wie es der Schulentwicklungsplan empfiehlt.
>>> Zusätzliche Oberstufenkapazitäten sollen durch Erweiterung der beruflichen Gymnasien entstehen, etwa um die Fachrichtungen Erziehungswissenschaften, Umwelttechnik, Bautechnik, Gestaltungs- und Medientechnik.
Wir GRÜNE setzen auf praxisnahe Berufsorientierung ab Klasse 5. Kooperationen mit regionalen Unternehmen, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer und freien Trägern sollen jungen Menschen ermöglichen, ihre Fähigkeiten und Interessen frühzeitig zu entdecken.
Gleichzeitig wollen wir mit Projekten zur Berufs- und Studienorientierung tradierte Rollenbilder hinterfragen und geschlechtersensible Beratung stärken. Das umfasst etwa die Sichtbarkeit von Frauen in MINT-Berufen und Politik ebenso wie die Rolle von Männern in pädagogischen oder sozialen Berufen.

Darmstadt braucht qualifizierte Fachkräfte – in Erziehung, Handwerk, Industrie, Verwaltung und vielen weiteren Bereichen. Angesichts des demografischen Wandels und des zunehmenden Fachkräftemangels müssen berufliche Schulen gestärkt und ihre Bildungsgänge attraktiv gehalten werden. Bezahlbarer Wohnraum für Auszubildende ist eine wichtige Voraussetzung dafür, dass die Berufswahl nicht am Wohnort scheitert. Deshalb braucht es auch hier flexible und erweiterbare Konzepte, die zeitnah umgesetzt werden. 
Berufliche Schulen leisten nicht nur einen Beitrag zur Fachkräftesicherung, sondern sind auch zentrale Orte für Bildungsgerechtigkeit und Integration. Sie ermöglichen Abschlüsse mit Praxisbezug auf allen Niveaustufen – auch für junge Menschen ohne Schulabschluss bieten sie Chancen auf einen Beruf und damit auf ein selbstbestimmtes Leben.
 
Das Berufsschulzentrum Nord ist bereits heute beispielgebend dafür, wie ein moderner Lernort im beruflichen Bildungskontext aussehen kann.
Unsere Vorhaben für die berufliche Bildung in Darmstadt:
>>> Die Erarbeitung eines tragfähigen Konzepts für das zweite Berufsschulzentrum Mitte hat begonnen. Die Bedarfe im Bereich der dualen Ausbildung müssen zusammen mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg umfassend analysiert und anschließend zügig umgesetzt werden.
>>> Im Rahmen der Planung für das Berufsschulzentrum Mitte muss die Alice-Eleonoren-Schule unbedingt einbezogen werden.
>>> Wir GRÜNE halten es für dringend geboten, die Gespräche zwischen der Stadt Darmstadt und dem Landkreis Darmstadt-Dieburg zur Zukunft der beruflichen Schulen wiederaufzunehmen. Eine gemeinsame Schulträgerschaft in Form eines Schulverbands ist aus unserer Sicht weiterhin eine attraktive Option.
>>> Wir GRÜNE setzen uns für den Bau eines Azubi-Campus ein: mit zweckmäßig und ansprechend eingerichteten Zimmern, Gemeinschaftsräumen und attraktiven Außenflächen, mit qualifizierter pädagogischer Betreuung und einem vielfältigen Freizeitprogramm, das die Bewohner*innen auch selbst mitgestalten können. Alternativ oder ergänzend zu einem Neubau ist auch der Umbau von leerstehenden Bürogebäuden zu prüfen – etwa in der Umgebung des Messplatzes oder des TZ RheinMain. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt 
Für diese Investitionsmaßnahmen können Fördermittel aus dem Programm Junges Wohnen der Landesregierung eingesetzt werden. Die Förderrichtlinien wurden zuletzt ausdrücklich um Wohnraum für Auszubildende erweitert. Modelle zur Finanzierung der laufenden Betriebskosten sollen gemeinsam mit der Agentur für Arbeit, der Industrie- und Handelskammer (IHK), der Handwerkskammer und interessierten Darmstädter Unternehmen erarbeitet werden. Die Berufsausbildungsbeihilfe als Zuschuss für Auszubildende mit eigener Wohnung kann dabei einbezogen werden.

Digitale Medien und Plattformen sind aus dem Schulalltag nicht mehr wegzudenken. Sie bereiten auf die Herausforderungen einer zunehmend digitalen Lebens- und Arbeitswelt vor, ermöglichen individualisiertes Lernen, fördern Teamarbeit unter Schüler*innen und unterstützen die Zusammenarbeit von Lehrkräften.
Eine moderne digitale Bildung braucht mehr als Technik und funktionierende Infrastruktur – sie braucht pädagogische Konzepte und medienpädagogische Begleitung für einen kritischen und reflektierten Umgang. Die Zusammenarbeit mit qualifizierten Medienpädagog*innen ist dabei ein zentraler Baustein.
Mit dem Medienentwicklungsplan liegt für Darmstadt eine strategische Grundlage zur digitalen Ausstattung der Schulen vor, die laufend fortgeschrieben wird. Er umfasst sowohl Hardware und Software als auch agile Supportstrukturen für rasche Hilfe an den Schulen vor Ort über zentrale IT-Dienstleistungen, die beim städtischen Schulamt verankert sind.
 Ein weiterer wichtiger und vorbildlicher Akteur ist das Haus der digitalen Medienbildung, ein Kooperationsprojekt der Wissenschaftsstadt Darmstadt mit dem Institut für Medienpädagogik und Kommunikation Hessen e.V.. Es bietet Workshops, Online-Veranstaltungen, Diskussionsrunden und Reflexionsräume zur digitalen Medienwelt – für Kinder, Jugendliche, Eltern, Lehrkräfte und pädagogische Fachkräfte. 
Unsere Ziele für die digitale Bildung in Darmstadt:
>>>Flächendeckendes WLAN an allen Schulen und bedarfsgerechte, aktuelle digitale Ausstattung.
>>> Auf allen schulischen Endgeräten soll bevorzugt Open-Source-Software zum Einsatz kommen. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
>>> Das Medienzentrum Darmstadt soll an die aktuellen Anforderungen angepasst werden. Dazu gehört der Ausbau zeitgemäßer Fortbildungsangebote für Lehrkräfte – etwa zur Nutzung der Schul-IT oder zum pädagogischen Umgang mit Künstlicher Intelligenz. Die Perspektive der Schüler*innen soll dabei systematisch einbezogen werden.
>>> Bei allen Schulbau- und Sanierungsvorhaben muss die digitale Infrastruktur frühzeitig und kontinuierlich mit den Schulen abgestimmt werden.
>>> Kommunale Mittel, Landes- und Bundesmittel (z. B. aus dem Digitalpakt 2.0) müssen strategisch gebündelt und mit verlässlicher Planungsperspektive eingesetzt werden.

Beteiligung ist für uns GRÜNE ein zentraler Bestandteil gelebter Demokratie. Besonders in der Schule gilt: Schüler*innen stehen im Mittelpunkt. Sie sollen aktiv an der Gestaltung ihrer Schule und ihres Schulalltags mitwirken können – denn Schule ist nicht nur ein Ort des Lernens, sondern auch ein wichtiger Lebensraum.
Hier entstehen Ideen, werden Projekte entwickelt und Erfahrungen gesammelt. Damit Kinder und Jugendliche sich entfalten können, brauchen sie Freiräume – auch für kreatives, musisches oder sportliches Tun. Lernen und Bewegung, Konzentration und Entspannung, Zielstrebigkeit und freies Ausprobieren sollen gleichermaßen ihren Platz finden. Der Lern- und Lebensraum Schule muss für alle Kinder und Jugendlichen offen sein – auch für diejenigen, die besondere Unterstützung benötigen. Dafür wollen wir die Rahmenbedingungen für gelingende Inklusion kontinuierlich weiterentwickeln.
Schule muss dabei auch ein Ort der Gesundheit sein – im umfassenden Sinne: mit Raum für Bewegung und Wahrnehmung, bewusster Ernährung, psychische Gesundheit, Resilienz, Gewalt- und Suchtprävention sowie einem reflektierten Umgang mit Konsum.
Unsere konkreten Vorhaben für Schule als Lebensraum:
>>> Wir GRÜNE fördern und unterstützen das Projekt Jugendplenum als jugendgerechte Form gelebter Demokratie. Jugendliche zwischen 12 und 17 Jahren können dort unmittelbar an der Stadtpolitik mitwirken, in Sitzungen städtischer Gremien mitreden und die Interessen ihrer Altersgruppe vertreten. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt
>>> Wir GRÜNE fordern strukturelle Verbesserungen bei den Rahmenbedingungen für den Einsatz von Schulassistenzen. Hochwertig ausgestaltete Pool-Modelle können eine sinnvolle Ergänzung zur individuellen Schulassistenz sein. Sie ermöglichen Schüler*innen mehr Selbstständigkeit und eröffnen Synergieeffekte sowie neue Formen der Kooperation zwischen den beteiligten Institutionen. So kann Inklusion spürbar vorangebracht werden.
>>> Wir GRÜNE wollen ein Programm zur Sanierung, Entsiegelung und Begrünung von Schulhöfen umsetzen. Schulgelände sollen Bewegung und Aufenthalt im Freien fördern – offen, attraktiv und mit positiver Ausstrahlung ins Quartier hinein.
>>> Flächen und Infrastruktur für den Schulsport wollen wir dort ausbauen, wo es nötig ist. Es muss sichergestellt sein, dass alle Kinder schwimmen lernen können.
>>> Die flächendeckende Ausstattung mit Mensen wird fortgesetzt. Wir setzen uns dafür ein, dass dort kostengünstiges, gesundes Essen aus regionaler Herkunft angeboten wird. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle
>>> Schulgärten sollen gefördert und verstärkt eingerichtet werden – als Lernorte für biologische Zusammenhänge und die Wertschätzung von Lebensmitteln.
>>> Wir unterstützen die Arbeit von Schulsanitätsdiensten – inklusive der Bereitstellung geeigneter Räume, wo erforderlich.
>>> Saubere Schultoiletten und der kostenlose Zugang zu Hygieneprodukten müssen selbstverständlich sein. Geschlechtsneutrale Toiletten und Umkleideräume, die sich viele Schulgemeinden wünschen, sollen zum Standard werden. Besonders sanierungsbedürftige Toiletten müssen unabhängig von einer Gesamtsanierung einer Schule angegangen werden.
>>> Der sichere Schulweg ist eine Daueraufgabe. Wir setzen uns für sichere Fuß- und Radwege ein und sorgen für ausreichend Fahrradabstellmöglichkeiten an den Schulen. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt

Darmstadts Schulen übernehmen Verantwortung für die Persönlichkeitsentwicklung und Prävention. Sie setzen Projekte um, die sich mit Konfliktverhalten, Schulvermeidung, Suchtprävention, Krisenbewältigung und Gewaltprävention befassen. Diese wichtige Arbeit kann ihr volles Potenzial nur entfalten, wenn sie eng mit professioneller Schulsozialarbeit verzahnt ist.
 Der sozialraumorientierte, flächendeckende Ausbau der Schulsozialarbeit ist in Darmstadt inzwischen Realität: Alle Schulen profitieren heute von dieser Unterstützung. Damit Schulsozialarbeit wirksam bleibt, braucht es eine enge, verlässliche und gleichberechtigte Zusammenarbeit in multiprofessionellen Teams – auf Augenhöhe und mit dem gemeinsamen Ziel, Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bestmöglich zu begleiten.
>>> Wir GRÜNEN setzen uns für die Überwindung der künstlichen Trennung zwischen Landesaufgaben und kommunaler Verantwortung bei der Schulsozialarbeit ein.
>>> Wir unterstützen eine stärkere Vernetzung der Schulsozialarbeit mit der offenen Kinder- und Jugendarbeit, der Jugendberufshilfe sowie mit kommunalen Angeboten in den Bereichen Krisenintervention, Inklusion und psychosoziale Unterstützung.

In den vergangenen Jahren hat die Stadt Darmstadt umfangreich in Schulbau und Schulsanierung investiert – mit einem klaren Fokus auf eine lernförderliche Gestaltung und nachhaltige Bauweise. Dabei kamen klimafreundliche Materialien zum Einsatz, Photovoltaikanlagen wurden installiert und mit intelligenter Verschattung wurde für ein gutes Raumklima gesorgt.
Jetzt gilt es, dieses hochwertige öffentliche Vermögen auch im Betrieb nachhaltig zu nutzen. Das bedeutet: sorgfältiger Umgang, effektive Steuerung der Gebäudetechnik und gut geschultes Personal.
Unsere Ziele für einen nachhaltigen Schulbetrieb:
>>> Angesichts der zunehmenden Klimaerhitzung sind steigende Kühlbedarfe nur durch innovative Konzepte und moderne Technik zu bewältigen. Bei Neubauten müssen Daten zu Kühlung, Haustechnik und Verschattung systematisch erfasst, ausgewertet und in die Gebäudesteuerung integriert werden.
>>> Nutzer*innen und Verantwortliche im Gebäudemanagement – insbesondere Hausmeister*innen und Haustechniker*innen – müssen regelmäßig geschult werden.
>>> Wir GRÜNE halten es für sinnvoll, die Gebäudesteuerung auch extern zu ermöglichen, um die Nutzung fachgerecht zu unterstützen. Dafür braucht es klare vertragliche Regelungen und technische Unterstützung durch die städtische IT.
>>> Die Übergabe neuer oder sanierter Schulgebäude an den Schulbetrieb muss transparenter und effektiver gestaltet werden. Dazu gehören klar geregelte Zuständigkeiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen den Schulen und dem Eigenbetrieb Immobilienmanagement (IDA). 
>>> Nachhaltigkeit muss ganzheitlich gedacht werden: Bau, Betrieb und Rückbau eines Schulgebäudes müssen gemeinsam bewertet werden – inklusive der sogenannten grauen Energie, also des gesamten Energieaufwands über den Lebenszyklus hinweg.
>>> Auch kurzfristig müssen wirksame Hitzeaktionspläne für bestehende Schulgebäude vorliegen. Trinkwasserspender sollten zur Verfügung stehen. Wo eine Begrünung noch keinen ausreichenden Sonnenschutz bietet, sollen Sonnensegel oder Sonnenschirme eingesetzt werden.

Schulgebäude sind öffentliche Infrastruktur – gebaut mit öffentlichen Mitteln. Für uns GRÜNE ist es deshalb ein zentrales Ziel, dass diese Gebäude möglichst vielfältig und effizient genutzt werden – über den reinen Schulbetrieb hinaus.
Anstatt neue Gebäude für unterschiedliche Bedarfe und Tageszeiten zu errichten, wollen wir bestehende Flächen besser koordinieren und öffnen – für schulübergreifende Nutzung ebenso wie für das Gemeinwesen.
>>> Schulräume sollen schulform- und schulübergreifend geplant und genutzt werden können. Wenn eine Schule zu wenig Räume hat und eine benachbarte Schule über freie Kapazitäten verfügt, muss ein sinnvoller Ausgleich ermöglicht werden. Dafür braucht es eine zentrale Stelle, die die Raumsituation systematisch erfasst und koordiniert – denn einzelne Schulen kennen gegenseitige Bedarfe oder Überhänge oft nicht.
>>> Schulgebäude sollen so gebaut oder umgebaut werden, dass sie auch außerhalb der Schulzeiten nutzbar sind – etwa für Vereine, Initiativen oder außerschulische Bildungsangebote. Dafür sind geeignete zusätzliche Zugänge und ein einfach bedienbares, sicheres Schließsystem notwendig.

Darmstadt ist eine wachsende Stadt mit vielfältigen wirtschaftlichen und kulturellen Potenzialen. Neue Wohnquartiere entstehen, die Bevölkerungsstruktur wandelt sich – das stellt auch das Bildungssystem vor neue Aufgaben. Die Schulentwicklungsplanung muss mit vorausschauenden Prognosen auf diese Entwicklungen reagieren und die Schullandschaft entsprechend weiterentwickeln.
Detaillierte Schulentwicklungspläne für alle Schulformen und Schulstufen wurden in den vergangenen Jahren auf den aktuellen Stand gebracht – sie müssen aber kontinuierlich fortgeschrieben werden, um dynamisch auf Veränderungen reagieren zu können. 
Für uns GRÜNE ist dabei klar: Schulentwicklung ist mehr als Standortplanung. Sie bedeutet, Bildungschancen zu verbessern, soziale Ungleichheit abzubauen und den gesellschaftlichen Zusammenhalt zu stärken. Ein verlässliches Bildungs- und Betreuungsangebot im Anschluss an die Kita-Zeit muss für alle Kinder gewährleistet sein. Darmstadt ist hier auf einem guten Weg: Alle Grundschulen nehmen inzwischen am Pakt für den Ganztag teil.
Gleichzeitig denken wir Schulentwicklung über kommunale Grenzen hinaus. Schon heute nutzen viele Familien Bildungsangebote über Stadtgrenzen und behördliche Zuständigkeiten hinweg. Daher bleibt der systematische Ausbau einer regionalen Bildungslandschaft – gemeinsam mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg – eine zentrale Aufgabe.
>>> Wir GRÜNE unterstützen das Startchancenprogramm, mit dem Schulen in besonders herausfordernder Lage gezielt gefördert werden. Ziel ist mehr Chancengerechtigkeit, die Entkopplung von Bildungserfolg und sozialer Herkunft sowie die Förderung von Ausbildungsreife. Wir setzen uns dafür ein, dass die Investitionsmittel (Säule I) wirksam eingesetzt und die beteiligten Schulen gut vernetzt werden.
>>> Der Zuschnitt der Grundschulbezirke muss überprüft und bei Bedarf angepasst werden. Uns GRÜNEN ist es zum Beispiel wichtig, dass im Zuge der Entwicklung des Klinikgeländes Eberstadt der Schulbezirk der Wilhelm-Hauff-Schule neu zugeschnitten wird.
>>> Den Ausbau von Ganztagsschulen wollen wir bedarfsgerecht vorantreiben – und erwarten dabei auch die Unterstützung von Landes- und Bundesebene. Nur so kann das Recht auf Ganztagsbetreuung in der Grundschule schrittweise ab 2026 umgesetzt werden. 
>>> Die Arbeitszeiten, die für die Schulsekretariate zur Verfügung gestellt werden, sollten Koordinationsaufgaben im Rahmen des Ganztagsangebots angemessen berücksichtigen und müssen bei Bedarf aufgestockt werden.
>>> Durch den quantitativen Ausbau und die qualitative Weiterentwicklung der Ganztagsangebote kann vieles, was Lehrkräfte heute zur Förderung der Kinder und Jugendlichen leisten, gezielt unterstützt werden. Dabei soll Raum entstehen für besondere Förderkonzepte, für präventive, pädagogische und gesundheitliche Maßnahmen, für den Zugang zu Erfahrungswelten wie Musik und Sport sowie für den Erwerb praktischer Kompetenzen wie Handwerk oder Kochen. Wichtig ist uns die enge Vernetzung und Integration von Musikschulen, Sportvereinen und Kunst- und Kreativkursen sowie weiteren außerschulischen Einrichtungen in das Schulleben.
>>> Über den Pakt für den Ganztag hinaus bleibt für uns die Entwicklung rhythmisierter, gebundener Ganztagsschulen ein vorrangiges Ziel. 
>>> Die Kooperation mit dem Landkreis zur Entwicklung einer vernetzten Bildungsregion für alle Bildungsformen muss wieder aufgegriffen und systematisch weitergeführt werden.
>>> Um Schulen den Zugang zu Förderprogrammen und EU-Mitteln zu erleichtern, wollen wir eine städtische Fachstelle für Bildungsmanagement einrichten. Sie soll Schulen bei Antragstellung und Umsetzung unterstützen – damit mehr Ressourcen für Bildung in Darmstadt nutzbar gemacht werden können.

Die Transformation von Wirtschaft und Gesellschaft gelingt nur, wenn Bildung über alle Lebensphasen hinweg gedacht wird. Lebenslanges Lernen muss fester Bestandteil kommunaler Bildungspolitik sein – zugänglich, bezahlbar und verständlich für alle.
Damit das gelingt, müssen Informationen über Weiterbildungs- und Qualifizierungsangebote leicht auffindbar und verständlich aufbereitet sein – für Menschen aller Altersgruppen, mit und ohne Schulabschluss, mit Behinderungen, mit Deutsch als Zweitsprache, in Arbeitslosigkeit oder beruflicher Neuorientierung. Die Volkshochschule Darmstadt spielt dabei als öffentlicher Bildungsträger eine zentrale Rolle.
 Ein wichtiger Schritt war der 2023 eröffnete Bildungspunkt am Berufsschulzentrum Nord – eine gemeinsame Initiative der Wissenschaftsstadt Darmstadt, der Volkshochschule, der Agentur für Arbeit, des Hessencampus und der IHK Darmstadt. Er bietet Beratung, Orientierung und Unterstützung rund um Ausbildung, Weiterbildung und Qualifizierung – für Bürger*innen ebenso wie für Unternehmen.
Ein besonderes Augenmerk gilt den rund 10.000 Menschen in Darmstadt, die nach wissenschaftlichen Schätzungen von funktionalem Analphabetismus betroffen sind. Obwohl sie meist erwerbstätig sind, haben sie große Schwierigkeiten mit dem Lesen und Schreiben – mit Folgen für ihre gesellschaftliche Teilhabe und Lebensqualität. Wir GRÜNE wollen diese Zielgruppe verstärkt erreichen und unterstützen.
Unsere Ziele für eine inklusive Weiterbildungslandschaft:
>>> Wir GRÜNE befürworten die Schaffung eines zentrumsnahen Bildungszentrums, das Stadtbibliothek und Volkshochschule unter einem Dach vereint – als Ort für Lernen, Kultur, Kreativität, Freizeit und konsumfreie Begegnung.
>>> Angebote der Grundbildung und Alphabetisierung, wie kostenfreie Lese-, Schreib- und Rechenwerkstätten, sollen fortgeführt und bei Bedarf ausgebaut werden – inklusive öffentlicher Sensibilisierung für das Thema.

In Darmstadt engagieren sich viele außerschulische Partner*innen für praxisnahe, lebendige Lernangebote – von Umweltbildung über kulturelle Projekte bis hin zur Demokratieförderung. Sie vertiefen schulische Unterrichtsvorhaben und eröffnen neue Perspektiven auf gesellschaftliche, ökologische und kreative Themen.
Wir GRÜNE setzen uns deshalb für eine stärkere Vernetzung von Schulen mit außerschulischen Lernorten, Vereinen sowie Künstler*innen, Schriftsteller*innen, Unternehmen und Expert*innen aus unterschiedlichen Bereichen ein.
Beispiele für solche Lernorte in und um Darmstadt sind:
die Kinder- und Jugendfarm in Arheilgen, der Werkhof in Eberstadt, das Hofgut Oberfeld, der Jugendhof Bessunger Forst, das Berufsbildungs- und Technologiezentrum Weiterstadt, das MINT-Zentrum Darmstadt, das Bioversum Jagdschloss Kranichstein sowie das BUND Zentrum für Stadtnatur in der Orangerie.
Unsere Vorhaben im Bereich außerschulisches Lernen:
>>> Wir GRÜNE unterstützen Schul- und Jugendprojekte zu Klimaschutz, Energie, Ernährung, Mobilität und Biodiversität – mit den Möglichkeiten, die die Stadt bietet.
>>> Bildungsprojekte zur Demokratieförderung sollen stärker mit historischen Lern- und Gedenkorten verknüpft werden. Darmstadt verfügt hier über vielfältige Anknüpfungspunkte und fachkundige Ansprechpartner*innen – wir wollen diese sichtbar machen und Kontakte vermitteln.
>>> Wir setzen uns für den Aufbau einer Datenbank ein, in der Pädagog*innen spannende Lernorte und externe Fachkräfte in Darmstadt einfach finden und für ihre Bildungsarbeit nutzen können.

Seit 1997 trägt Darmstadt den Titel Wissenschaftsstadt. Das ist Auszeichnung und Auftrag zugleich. Angesichts der von der Landesregierung 2025 beschlossenen Kürzungen der Hochschulbudgets um zehn Prozent ist es umso wichtiger, dass wir auf kommunaler Ebene entschieden gegensteuern. Forschung und Bildung sind das Herzstück unserer Stadtentwicklung – sie dürfen nicht geschwächt werden.
Mit der Technischen Universität (TUD), der Hochschule Darmstadt (h_da), der Evangelischen Hochschule, privaten Hochschulen und zahlreichen Forschungsinstituten verfügt unsere Stadt über eine herausragende wissenschaftliche Landschaft. Sie steht für Innovation, Start-ups und Zukunftstechnologien und prägt damit das Leben in Darmstadt. Dieses Potenzial wollen wir GRÜNE aktiv nutzen – für eine starke Wissenschaftsstadt, die ihre Bürger*innen einbindet und die Stadtgesellschaft als Ganzes stärkt.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den konsequenten Ausbau der Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen – besonders zu Fragen einer nachhaltigen und zukunftsfähigen Stadtentwicklung. Erfolgreiche Beispiele wie die wissenschaftliche Begleitung des Radschnellwegs Frankfurt–Darmstadt durch die h_da zeigen, wie Stadt und Wissenschaft gemeinsam wirken können.
>>> ein Kooperationsbüro bei der Stadt, das als Schnittstelle zwischen Kommune und Hochschulen dient, den Austausch koordiniert, Wissen bündelt und Netzwerke stärkt. Gleichzeitig fördern wir die Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft und Unternehmen, um Innovationen in die Wirtschaft zu tragen.
>>> mehr Sichtbarkeit der Wissenschaftsstadt Darmstadt – durch Veranstaltungen, Wissenschaftsfestivals und eine stärkere Präsenz im öffentlichen Raum.
>>> die Unterstützung innovativer Bildungs- und Forschungsprojekte – gerade im Zeitalter von Künstlicher Intelligenz, Fake News, mangelnder Medienkompetenz und den damit verbundenen Gefahren für die Demokratie.
>>> Darmstadt als attraktiven Standort für Start-ups mit innovativen Finanzierungs- und Teilhabemodellen. Investitionen in Bildung und Innovation bleiben dabei der Motor für eine stabile Stadtwirtschaft.
>>> wissenschaftliche Bildung von Anfang an – mit Brücken zwischen Schulen, Hochschulen und außerschulischen Lernorten, damit Wissen und Innovation in der Breite ankommen.
>>> mehr Fördermittel von Land, Bund und Europäischer Union für Darmstadt und einen leichteren Zugang für lokale Akteur*innen.
>>> eine enge Verbindung von Wissenschaft und Stadtentwicklung – durch vorausschauende Flächenplanung, moderne Mobilität und bezahlbaren Wohnraum. So wird Darmstadt noch attraktiver als Lehr- und Lernort für Studierende, Lehrkräfte und Familien.

Darmstadt ist jung, vielfältig – und wächst kontinuierlich: Mehr als ein Viertel der Bevölkerung ist unter 27 Jahre alt. Junge Menschen prägen schon heute unsere Stadt und gestalten ihre Zukunft. Sie sollen sicher aufwachsen, frei leben und echte Mitbestimmung erfahren – in einer Umgebung, die ihnen Räume eröffnet, sie schützt, fördert und ernst nimmt.

Für uns GRÜNE ist Jugendpolitik eine Querschnittsaufgabe. Sie umfasst Bildung, Digitalisierung, Gesundheit, Mobilität, Klima, Wohnen, Kultur, Demokratie, Vielfalt und Integration. Eine zeitgemäße Umsetzung braucht verlässliche Strukturen, verbindliche Beteiligung, starke Prävention, gute Bildung, sichere Wege und vielfältige Freiräume – sowie ein entschlossenes Eintreten für die Rechte junger Menschen in Darmstadt.

Darmstadt ist eine Bildungsstadt. Von gut ausgestatteten Kitas über Ganztagsschulen bis hin zu Jugendzentren und außerschulischen Lernorten wollen wir Strukturen weiterentwickeln, die allen Kindern gleiche Chancen eröffnen. Angebote wie Familienzentren, die Präventionsketten, die Bildungsregion oder das Haus der digitalen Medienbildung leisten dabei wertvolle Arbeit – sie bilden das Fundament einer gerechten und inklusiven Bildungslandschaft. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
Wir setzen uns ein für:
>>> verlässliches, gesundes und bezahlbares Kita- und Schulessen, den Ausbau von Lehrküchen und Ernährung als festen Bestandteil von Bildung,
>>> starke Kitas mit guter Personalausstattung sowie gezielte Unterstützung für Kinder mit besonderen Bedarfen durch Frühförderung,
>>> inklusive Schulen mit moderner Ausstattung, guten Lernräumen und einer ausgebauten Schulsozialarbeit,
>>> einen vielfältigen Ganztag, der Musik, Sport, Kultur, Umweltbildung und Kooperationen mit Vereinen und Jugendzentren stärkt,
>>> Bildungs- und Teilhabeangebote in allen Quartieren, um Kinderarmut wirksam zu bekämpfen.

Die psychische Gesundheit junger Menschen ist ein zentrales Zukunftsthema – in Darmstadt besonders, denn Therapieplätze und alltagsnahe Unterstützung sind knapp. Angebote wie ANNA e.V., der sozialpsychiatrische Dienst oder die Suchtprävention Rope e.V. sind daher unverzichtbar und müssen gestärkt werden. Unser Ziel ist, dass alle jungen Menschen schnell, zuverlässig und niedrigschwellig Hilfe bekommen. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle


Wir setzen uns ein für:
>>> mehr Therapie- und Beratungsangebote für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene,
>>> ein umfassendes Suizidpräventionskonzept speziell für 10- bis 25-Jährige,
>>> eine starke Suchtprävention, unter anderem durch Rope e.V., HALT-Projekte und Maßnahmen gegen riskanten Medienkonsum,
>>> den Ausbau niedrigschwelliger Hilfen und mobiler Krisenintervention im öffentlichen Raum,
>>> die Sensibilisierung von Polizei und Ordnungsamt für den Umgang mit Jugendlichen in psychischen Krisen.

Darmstadt braucht sichere Orte für Kinder und Jugendliche – frei von Diskriminierung, Gewalt, Ausgrenzung und gefährdenden Situationen. Besonders queere junge Menschen erleben oft Belastungen, sei es im Elternhaus oder im öffentlichen Raum. Deshalb braucht es starke Unterstützungsnetzwerke und sensibel geschulte Fachkräfte. > Mehr Sichtbarkeit und Akzeptanz für LSBT*IQ
Wir setzen uns ein für:
>>> mehr Sensibilisierung in Jugendamt, Schulen und Kitas für die Lebenslagen queerer Jugendlicher,
>>> eine enge Zusammenarbeit mit vielbunt e.V., SCHLAU und der LSBT*IQ-Koordinierungsstelle,
>>> geschlechtsneutrale Toiletten und sichere Räume in öffentlichen Gebäuden, Sportstätten und Schulen,
>>> klare Schutzkonzepte sowie klar getrennte Bereiche im öffentlichen Raum,
>>> spezialisierte Unterbringungsangebote für queere Jugendliche in Krisen und Kooperationen mit freien Trägern.

Junge Menschen wollen mitgestalten – und Darmstadt braucht ihre Perspektiven. Politische Bildung, echte Mitbestimmung und digitale Beteiligungsformate stärken nicht nur die Demokratie, sondern auch das Vertrauen in städtisches Handeln. Damit ihre Stimme nicht nur gehört, sondern wirksam wird, braucht es Strukturen, die Entscheidungen transparent machen und Beteiligung von Beginn an einplanen – nicht erst am Ende eines Prozesses. > Teilhabe, Respekt und Akzeptanz für ein gerechtes Darmstadt
Wir setzen uns ein für:
>>> verbindliche Jugendbeteiligung in städtischen Prozessen, unter anderem durch das Jugendplenum,
>>> digitale Beteiligungsinstrumente und eine transparente Kommunikation politischer Entscheidungen,
>>> starke Medienkompetenzprogramme, unterstützt durch das Haus der digitalen Medienbildung,
>>> barrierefreie digitale Infrastruktur, inklusive WLAN an Schulen und Jugendzentren.

Darmstadt hat eine lebendige Jugend- und Subkultur: Oetinger Villa, 806qm, Huette, Parkoursparks und Jugendhäuser sind zentrale Orte für Begegnung, Kreativität und Ausdruck. Viele dieser Räume stehen jedoch unter Druck oder werden knapp. Junge Menschen brauchen verlässliche Treffpunkte – Orte zum Musikmachen, für Kunst, Sport und Austausch, frei von Konsumzwang. > Kulturelle Räume für Demokratie stärken
Wir setzen uns ein für:
>>> Erhalt und Ausbau von Jugendzentren und Projekten wie Oetinger Villa, Huette und 806qm,
>>> mehr Proberäume für junge Bands und Künstler*innen,
>>> attraktive Parks und Spielplätze, begrünte Schulhöfe und konsumfreie Treffpunkte,
>>> Sport- und Bewegungsflächen in allen Quartieren – etwa Calisthenics-Anlagen, Skateflächen und offene Sportplätze,
>>> stärkere Unterstützung nicht-kommerzieller Veranstaltungen und kultureller Nachwuchsarbeit.

Mobilität entscheidet über Teilhabe: Nur wer sicher zur Schule, zu Freund*innen, zum Sport oder ins Jugendzentrum kommt, kann frei am Stadtleben teilnehmen. Darum fördern wir sichere Wege, eine starke Radinfrastruktur und einen ÖPNV, der für junge Menschen gut nutzbar ist. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
Wir setzen uns ein für:
>>> sichere Schulwege und mehr Tempo-30-Zonen,
>>> durchgängige Radverbindungen und geschützte Radwege,
>>> barrierefreie Haltestellen und digitale Ticketunterstützung,
>>> ein einfach zugängliches Sozialticket für junge Menschen.

Viele junge Menschen können sich Darmstadt kaum leisten. Gerade die Übergänge zwischen Schule, Ausbildung, Studium und Beruf brauchen verlässliche Unterstützung – und bezahlbarer Wohnraum ist dafür entscheidend. Damit junge Menschen nicht aus ihrer eigenen Stadt verdrängt werden, braucht es eine Politik, die Wohnen als soziale Grundlage begreift und ihnen echte Perspektiven eröffnet. > Wohnen mit Weitblick gestalten: sozial und ökologisch > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
Wir setzen uns ein für:
>>> einen Azubi-Campus und mehr bezahlbaren Wohnraum für Auszubildende und Studierende,
>>> frühe Berufsorientierung ab Klasse 5 sowie gezielte Unterstützung für Jugendliche ohne Abschluss,
>>> Schutz vor Verdrängung junger Menschen durch steigende Mieten und Luxussanierungen,
>>> eine starke Jugendberufshilfe, die niemanden auf dem Weg ins Erwachsenenleben zurücklässt.

Junge Menschen spüren die Auswirkungen der Klimakrise besonders. Eine klimafitte Stadt ist eine zentrale Investition in ihre Zukunft: mit Schatten, Wasser, Grünflächen und Orten, die auch bei Hitze sicher und angenehm nutzbar sind. Konsequente Klimapolitik ist daher immer auch Jugendpolitik – sie schützt Gesundheit, schafft Lebensqualität und erhält Gestaltungsspielräume für kommende Generationen. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur
Wir setzen uns ein für:
>>> klimaangepasste Schulhöfe, Spielplätze und Jugendfreiräume,
>>> Trinkwasserstellen, Schattenplätze und kühlende Aufenthaltsräume,
>>> ökologische Bildungsangebote wie Tiny Forests oder Klimaprojekte mit Schulen und Jugendinitiativen,
>>> verkehrsberuhigte Quartiere und sicher gestaltete Wege im Alltag.

MIT DIR FÜR VEREINE & KULTUR

Demokratische Gesellschaften leben von kultureller Vielfalt. Kunst und Kultur benötigen ein von Toleranz und Neugier geprägtes Umfeld, wie es in den letzten Jahrzehnten auch in Darmstadt wachsen und sich entwickeln konnte. Diese wechselseitige Beziehung ist bedroht, wenn antidemokratische Kräfte künstlerische Aktivitäten einzuschränken versuchen oder das kulturelle Angebot nur noch Teilen der Bevölkerung zugutekommt. 

Unser Anspruch ist es, alle Darmstädter*innen, ungeachtet von Herkunft, Geschlecht, Bildung und Einkommen, am kulturellen Leben teilhaben zu lassen. Kunst und Kultur sind für uns elementare Bausteine einer offenen und demokratischen Gesellschaft, durch sie reift ein Gespür für ungewohnte Perspektiven und die Neugier am Neuen. Kulturförderung ist immer auch Demokratieförderung – und umgekehrt. 

Das kulturelle Leben in Darmstadt wird geprägt durch etablierte Institutionen, durch privatwirtschaftliche Angebote sowie viele ehrenamtliche Initiativen und Vereinigungen. Musik, Literatur, Theater, Kino, bildende Kunst und Traditionsvereine bereichern die unterschiedlichen Stadtteile – bis hinein in Wald und Wiesen. Diese Organisationen, Vereine und Projekte bilden einen bunten Teppich, der unentwegt von Künstler*innen und Kulturschaffenden mal allein, mal gemeinsam gewebt und von der Bevölkerung weit über die Stadtgrenzen hinaus erlebt wird. Letztlich ist es der Boden, auf dem eine streitende und zugleich an Verständigung orientierte Gesellschaft steht und auf dem sie gedeiht: im Geiste der Menschenrechte, die ohne eine Idee der kulturellen Teilhabe und ohne die Freiheit der Künste nicht zu denken sind. 

Viele kulturelle Angebote sind bedroht – knappe Budgets und gestiegene Kosten lassen gerade Musikveranstaltungen und Feste wegfallen. Der Kostendruck bringt zahlreiche Projekte ins Wanken. Diese Entwicklungen schaden nicht nur unserer Kommune als kulturellem Begegnungsraum, sie schaden letztlich dem demokratischen Zusammenhalt. Schlimmstenfalls werden die Lücken gefüllt von demokratiefeindlichen Organisationen oder regressiven Initiativen – online und auf der Straße.

>>>Uns GRÜNEN ist es wichtig, kulturelle Vielfalt und künstlerische Entfaltungsmöglichkeiten zu stärken, denn sie halten unsere Stadt lebendig und befördern – direkt oder indirekt – das demokratische Miteinander. Durch Netzwerk- und Strukturangebote wollen wir sie weiter unterstützen.

>>>Wir setzen uns für eine faire und transparente Verteilung der Kulturmittel ein, damit Kunst und Kultur frei, vielfältig und unabhängig von parteipolitischer Einflussnahme ausgeübt werden können.

>>> Wir werden prüfen, ob die Einführung eines Kultureuros, so wie er in Frankfurt beschlossen wurde, auch für Darmstadt möglich ist. Dadurch soll ein Hilfs- und Unterstützungsfonds für die freie Theaterszene aufgebaut werden.

Kultur entsteht im Zusammenspiel vieler Beteiligter: der Kultureinrichtungen, der Stadtverwaltung und politischen Gremien, von Künstler*innen, der Zivilgesellschaft und der örtlichen Kulturwirtschaft. Damit dieser Austausch gelingt und weiterentwickelt werden kann, haben wir GRÜNE ein städtisches Kulturreferat auf den Weg gebracht. Außerdem hat unser Arbeitskreis GRÜNES Bündnis Kultur das parteiübergreifende Format Kreatives Mittagessen initiiert – ein regelmäßiger Treffpunkt, der allen Kulturschaffenden offensteht und neue Impulse ermöglicht.
1.1. Schaffung eines Kulturbeirats
Darmstadt verfügt über eine vielfältige und lebendige Kulturszene. Um ihre Anliegen direkter in die politischen Entscheidungsprozesse einzubringen, wollen wir eine Instanz schaffen, die den Austausch zwischen Kulturschaffenden und den städtischen Gremien stärkt. Ziel dieses Kulturbeirats ist es, Impulse zu setzen, die Transparenz zu erhöhen, Beteiligung auf Augenhöhe herzustellen und Entscheidungswege zu beschleunigen.
>>> Wir setzen uns für die Einrichtung eines Kulturbeirats ein, in dem alle Kultursparten Darmstadts – sowohl die staatlichen und städtischen Einrichtungen als auch die freie Szene – durch Delegierte vertreten sind.
>>> Damit Kulturpolitik unabhängig und übergreifend gestaltet werden kann, setzen wir uns dafür ein, dass die Leitung des Kulturreferats nicht mit der Führung eines einzelnen städtischen Kulturinstituts verknüpft wird.
1.2. Potenziale der Digitalisierung nutzen 
Die Digitalisierung bewirkt tiefgreifende Veränderungen in nahezu allen Bereichen unserer Gesellschaft. Auch im Kulturbereich bringt sie gleichermaßen Chancen und Herausforderungen mit sich. Sie ist dabei nicht nur wirtschaftlich relevant, sondern steht für einen umfassenden kulturellen Wandel, der unser Zusammenleben in vielerlei Hinsicht prägt. 
Der Verein Kultur einer Digitalstadt hat eine Plattform geschaffen, um gemeinschaftlich die kulturellen Aspekte und Möglichkeiten der Digitalisierung sichtbar zu machen, zu diskutieren und weiterzuentwickeln, und damit den Dialog mit der Stadtgesellschaft anzustoßen.
Die Digitalisierung der Verwaltung, auch der kulturzuständigen Bereiche, eröffnet neue Möglichkeiten der Kommunikation, Vernetzung und vor allem auch der Förderung. 
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Unterstützung von Kulturschaffenden im Umgang mit neuen Technologien. Hierfür stärken wir vorhandene Strukturen, ermöglichen Schulungen und fördern einen interdisziplinären Austausch zwischen Künstler*innen und Expert*innen. 
>>> die Entwicklung einer digitalen Schnittstelle, um Kulturangebote in Darmstadt besser aufeinander abzustimmen und Überschneidungen von Terminen zu vermeiden. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten




1.3. Kultur von und für Studierende und Auszubildende
In Darmstadt gibt es rund 45.000 Studierende. Mit Projekten wie dem Schlosskeller, dem Schlossgarten, dem 806qm oder dem Glaskasten bereichern studentische Initiativen die Stadt mit einem vielseitigen Kulturprogramm. Von den günstigen Preisen und der offenen Atmosphäre profitieren auch Schüler*innen und Auszubildende.
>>> Wir setzen uns für den Erhalt dieser überwiegend ehrenamtlich getragenen Kulturorte ein und wollen ihre stärkere Vernetzung mit anderen Kultureinrichtungen fördern.
1.4. Clubs erhalten, Live-Kultur stärken
Seit den 1970er-Jahren hat sich in Darmstadt eine vielfältige Club- und Livemusikszene entwickelt. Orte wie die Goldene Krone, Bessunger Knabenschule, Galerie Kurzweil, Oetinger Villa, das Weststadtcafé, 806qm, HoffArt, der Schlosskeller, Sumpf, das Achteckige Haus und viele andere prägen Jugend-, Sub- und Gegenkultur und sind damit unverzichtbare Teile unserer urbanen Vielfalt.
Wir GRÜNE sehen Clubs und Livemusik nicht nur als Freizeitangebote, sondern als kulturelle Räume mit gesellschaftlicher Bedeutung. Sie stehen jedoch unter Druck: steigende Kosten für Technik und Personal, wegbrechende Einnahmen aus Tonträgerverkäufen und Streaming sowie höhere Gagenanforderungen machen es schwer, Veranstaltungen zu fairen Eintrittspreisen anzubieten.
Gleichzeitig wird es für junge Nachwuchsbands immer schwieriger, geeignete Proberäume zu finden – Orte wie die Glasbläserei oder die Huette wurden geschlossen. Deshalb wollen wir die Club- und Livekultur in Darmstadt gezielt stärken und ihre Rahmenbedingungen verbessern. 
Wir setzen uns ein für:
>>> bessere Entwicklungsmöglichkeiten für junge Bands, u. a. durch ausreichend Proberäume beispielsweise in der ehemaligen Materialprüfanstalt, im TZ Rhein-Main und in der Neuen Künstlerkolonie. Für alle Stadtteile soll geprüft werden, ob es leerstehende städtische oder stadtwirtschaftliche Liegenschaften gibt, die hierfür bereitgestellt werden können.
>>> Netzwerkformate wie den Runden Tisch Kultur,
>>> die Vernetzung junger Bands über eine digitale Plattform oder App, die den Austausch und die gemeinsame Nutzung von Proberaumkapazitäten ermöglicht, > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
>>> die Stärkung nicht-kommerzieller Spielstätten und Formate jenseits des Mainstreams, etwa den Jazzkeller im Achteckigen Haus oder den Schlosskeller,
>>> die Prüfung weiterer Unterstützungsmöglichkeiten für nicht-kommerzielle Veranstalter*innen, z. B. für Initiativen wie Live at Bedroomdisco e.V..








1.5. Darmstadt – Stadt des Jazz
 Mit dem Jazzinstitut besitzt Darmstadt ein echtes Alleinstellungsmerkmal von weltweiter Strahlkraft. Diesen Ruf als Stadt des Jazz wollen wir weiter ausbauen. 
Im Dezember 2022 wurde aus dem Netzwerk Jazz in Hessen heraus der Jazzverband Hessen e.V. gegründet – als Interessenvertretung der hessischen Jazzszene und Brücke in die Politik. Der Verband setzt sich dafür ein, die Professionalisierung der Jazzszene voranzubringen und sowohl ehrenamtliche als auch professionelle Strukturen in Hessen zu stärken und zu verstetigen. Dazu regt er die Bildung von Zentren für Jazz und improvisierte Musik an, in denen Synergien mit bestehenden Akteur*innen entstehen und gegenseitige Impulse gefördert werden.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass das Jazzinstitut Darmstadt – mit Unterstützung des Landes – zu einem Zentrum für Jazz und improvisierte Musik weiterentwickelt wird. Neben seiner Rolle als Archiv- und Dokumentationszentrum für Jazz mit Schwerpunkt Deutschland soll es zugleich Anlaufstelle für die deutsche Jazzszene, Experimentierlabor für neue Veranstaltungs- und Vermittlungsformate sowie Ort künstlerischer und wissenschaftlicher Forschung sein. Damit stärken wir Darmstadts Profil als lebendige Kulturstadt mit internationaler Ausstrahlung.
1.6. Innenstadt neu beleben – Zukunft für das Kaufhof-Gebäude
Eine lebendige Innenstadt braucht Orte, an denen Menschen gerne zusammenkommen – egal ob Jugendliche, Senior*innen oder alle dazwischen. Räume für Begegnung und Austausch stärken das Miteinander und machen unsere Stadt attraktiv.
Das ehemalige Kaufhof-Gebäude bietet als möglicher Community Hub eine einmalige Chance, neue Impulse für die Innenstadt zu setzen. Wir GRÜNE machen uns dafür stark, dass dort – ergänzend zu anderen Nutzungen – ein offenes Haus für die Stadtgesellschaft entsteht: ein Ort der Begegnung und der Dienstleistungen mitten in Darmstadt. Auch wenn unsere Einflussmöglichkeiten begrenzt sind, haben wir über den Bebauungsplan darauf hingewirkt, die künftige Nutzung in diesem Sinne zu gestalten.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Entwicklung eines gesellschaftlich relevanten Begegnungsorts in der Innenstadt, der zumindest in Teilen Elemente wie ein Fahrradparkhaus, ein Bildungszentrum mit Stadtbibliothek oder Leihladen, Co-Working-Spaces, Ateliers und Proberäume umfasst – Orte zum Denken, Musizieren und Ausprobieren, die das kulturelle Leben bereichern,
>>> die Einrichtung eines Kulturtreffs als Beitrag zu einer altersfreundlichen Stadt (Age-friendly City) als mögliches Element in diesem Nutzungskonzept.

Darmstadt ist eine weltoffene Stadt, in der Menschen aus vielen Nationen und Kulturen zusammenleben. Uns GRÜNEN ist es wichtig, dass sich diese Vielfalt auch im Kunst- und Kulturangebot widerspiegelt.
Kunst und Kultur haben ihren eigenen Wert: Sie dürfen weder von Politik noch von Wirtschaft vereinnahmt werden, noch müssen sie einem bestimmten Zweck dienen. Gleichzeitig tragen sie dazu bei, Diversität sichtbar zu machen und erlebbar zu gestalten. Indem sie Begegnungen mit Neuem ermöglichen, regen sie dazu an, alte Denkmuster zu hinterfragen und eröffnen Chancen, Vorurteile abzubauen.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass das Kulturangebot allen offensteht und die gesamte Bevölkerung daran teilhaben kann.
2.1. Kulturarbeit der Vielfalt
Gemeinschaftliche Kulturprojekte zeigen, wie künstlerische Arbeit Stadtteile und ganze Stadtgesellschaften zusammenbringen kann. Das Stationentheater Kranichstein represent (Deutschland braucht das) und Darmstadt represent (verweile doch!) des Staatstheaters geben den Menschen vor Ort eine Stimme, stärken ihr Selbstbewusstsein und machen ihre Geschichten sichtbar. So entsteht ein vielschichtiges Bild der Stadt, das Vorurteile abbaut und neue Begegnungen ermöglicht. 
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass freie Träger und etablierte Kulturinstitutionen, die solche Projekte initiieren, bei Vernetzung und Umsetzung unterstützt werden.
>>> Vereine und Institutionen wie das Deutsche Polen-Institut, die Società Dante Alighieri Darmstadt oder der Studentische Filmkreis bereichern Darmstadts Kulturlandschaft – etwa mit Filmen in Originalsprache oder unabhängigen Produktionen. Wir wollen diese wertvolle Arbeit sichern und weiter fördern.
2.2. Kultur von allen – für alle
Darmstadt soll eine inklusive Stadt sein – auch im Bereich Kunst und Kultur. Menschen mit Behinderungen sollen kulturelle Angebote möglichst selbstständig nutzen können. Dazu gehören barrierefreie Wege, bezahlbare Tickets, Programmtexte in Leichter Sprache sowie Gebärdendolmetschungen bei Führungen und Veranstaltungen.
 Gleichzeitig wollen wir kreative Talente sichtbar machen: Viele Menschen mit Behinderungen sind selbst künstlerisch aktiv. Ihre Ausbildung und ihre Kunst zu fördern bedeutet, Klischees aufzubrechen und neue Perspektiven zu eröffnen. Beispiele dafür sind die Projekte der Theatergruppe Theaterlabor INC. oder die Initiative BehindART, der die Stadt mit der FoyerGalerie im Stadthaus II einen dauerhaften Raum für inklusive Kunst gegeben hat – einen der ersten dieser Art in Deutschland.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass inklusive Kunstprojekte im Darmstädter Kulturleben stärker verankert und vernetzt werden, damit sie mehr Sichtbarkeit und Öffentlichkeit erfahren.

Kunst und Kultur müssen von Anfang an in die Stadtplanung einbezogen werden. Öffentliche Plätze werden nach und nach neugestaltet, um die Aufenthaltsqualität deutlich zu erhöhen. Seit 2011 sorgt der von uns GRÜNEN eingesetzte Gestaltungsbeirat dafür, dass bei stadtbildprägenden Bauvorhaben hohe ästhetische Ansprüche gelten – und entwickelt Ideen, wie aus unwirtlichen Orten lebendige Räume entstehen können.
3.1. Neugestaltung der unteren Rheinstraße – ein würdiges Entree für die Wissenschaftsstadt Darmstadt
Darmstadt ist eine der wenigen europäischen Städte, deren zentrales Entree nicht von Industrie- oder Gewerbeflächen geprägt ist. Dieses Potenzial wollen wir nutzen: Die Rheinstraße als wichtigste Einfahrt von Westen soll zu einem Schaufenster der kulturellen Stärken unserer Stadt werden – mit Hinweisen auf herausragende Institutionen ebenso wie auf temporäre Highlights.
>>> Wir setzen uns für ein klares Kommunikationskonzept ein, das die kulturellen und wissenschaftlichen Glanzpunkte Darmstadts beim Einfahren über die Rheinstraße sichtbar macht.
3.2. Platzentwicklung im Umfeld der Kunsthalle 
  Der Platz zwischen Kunsthalle und DGB-Haus markierte einst den historischen Eingang vom Westen in die Residenzstadt Darmstadt. Heute soll er wieder stärker als prägender Ort wahrgenommen werden. Erste Schritte sind bereits getan: Zäune wurden entfernt, neue Bäume gepflanzt und Sitzgelegenheiten geschaffen. 
Im Zusammenspiel mit der geplanten Umgestaltung der mittleren Rheinstraße zu einem Boulevard kann so eine zentrale Achse mit hoher Aufenthaltsqualität entstehen – vom Schloss über den Luisenplatz bis zum Platz an der Kunsthalle und weiter stadtauswärts.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass die Umgestaltung des Platzes zwischen Kunsthalle und DGB-Haus im Sinne des landschaftsarchitektonischen Wettbewerbs von 2017 konsequent fortgeführt wird, sodass ein stimmiges Gesamtbild entsteht. 
>>> Dabei soll auch Darmstadts Geschichte als Stadt der Künste aufgegriffen und in einer zeitgemäßen Formensprache erlebbar gemacht werden.

*Wettbewerb zur Neugestaltung des Vorplatzes der Kunsthalle und des angrenzenden städtebaulichen Umfeldes 
Im Zeitraum zwischen Januar und März 2017 hat die Wissenschaftsstadt Darmstadt ein wettbewerbliches Verfahren zur Neugestaltung des Vorplatzes der Kunsthalle und der angrenzenden öffentlichen Flächen durchgeführt. Den ersten Preis erhielt das Büro „Mann Landschaftsarchitektur“ aus Fulda. Der Siegerentwurf öffnet den Vorplatz der Kunsthalle zur Rheinstraße. Mittels gestalterischer Elemente wie Bodenbeläge und Baumpflanzungen wird das Zusammenspiel mit den Flächen vor dem Gewerkschaftshaus auf der gegenüberliegenden Platzseite gestärkt. Die Dokumentation der Wettbewerbsergebnisse ist auf der Homepage der Stadt einsehbar: https://www.darmstadt.de/standort/stadtplanung/verschiedene-projekte/vorplatz-kunsthalle

 Wir GRÜNE sehen es als gemeinsame Aufgabe von Kultur-, Wirtschafts- und Stadtentwicklungspolitik, Freiräume für künstlerische Aktivitäten im Stadtraum zu schaffen. 2014 wurde mit der Aufnahme des Pallaswiesen-/Mornewegviertels (PaMo) in das Städtebauförderprogramm Soziale Stadt die Grundlage für ein Kreativquartier gelegt. Auf dem ehemaligen Industriegelände an Landwehrstraße und Kirschenallee haben inzwischen erste Akteur*innen aus der Kreativwirtschaft und freie Kulturschaffende Räume gefunden – darunter eine Filmproduktionsfirma, ein TV-Formatentwicklungsunternehmen, ein Tonstudio und bildende Künstler*innen. 
Dieser Mix aus Wirtschaft und Kultur bereichert das Stadtviertel, das zuvor stark von Industrie und Verkehr geprägt war.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass sich das PaMo-Viertel zu einem lebendigen, kreativen Erlebnisraum weiterentwickelt und langfristig verstetigt wird.
>>> Initiativen wie die ehemalige Kultur-Tankstelle und Prima e.V., die im PaMo-Viertel aktiv sind, sollen gezielt unterstützt und gefördert werden. Außerdem wollen wir sicherstellen, dass das Viertel auch bei Veranstaltungen in der Innenstadt einbezogen wird.
>>> Wir unterstützen die Initiative OHA e.V. an ihrem neuen Standort neben dem Kunstdepot. Sie soll ein Ort kultureller Begegnung bleiben – mit der Mainhall als wichtigem Identifikationspunkt. Dabei wollen wir gewährleisten, dass OHA e.V. sowohl bei Veranstaltungen in der Innenstadt als auch auf der Mathildenhöhe berücksichtigt wird.
4.1. Junge Kreative in der Stadt halten 
Bezahlbare Ateliers und Proberäume sind entscheidend, damit die junge Kreativszene in Darmstadt bleibt und nicht in Metropolen wie Frankfurt oder Berlin abwandert. Mit dem entstehenden Kreativquartier im PaMo übernimmt die Stadt eine aktive Rolle: Sie vermittelt mit Unterstützung durch die Wissenschaftsstadt Darmstadt Marketing GmbH Räume an Künstler*innen und Kulturschaffende. 
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass im PaMo weitere bezahlbare Atelier- und Arbeitsräume entstehen – besonders für junge bildende Künstler*innen.
>>> Die Entwicklung des Kreativquartiers soll durch sichtbare und öffentlichkeitswirksame Maßnahmen begleitet werden, damit es stärker wahrgenommen und bekannter wird.
4.2. Leerstände kulturell nutzen
Der wachsende Onlinehandel führt voraussichtlich zu mehr Leerständen in den Innenstädten. Auch Darmstadt, bislang stark vom Einzelhandel und der Gastronomie geprägt, wird davon betroffen sein. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass die Innenstadtförderung fortgeführt wird und freie Räume kulturell zwischen-, um- oder nachgenutzt werden. Temporäre Kunst- und Aktionsflächen können die Innenstadt beleben und zugleich ein attraktives Umfeld für Handel, Dienstleistungen und Tourismus schaffen.
4.3. Volksfeste und Festivals unterstützen
Volksfeste und Festivals wie das Heinerfest, das Schlossgrabenfest, die Residenzfestspiele oder das Golden Leaves Festival sind wichtige Bindeglieder unserer Stadtgesellschaft. Sie bringen Menschen verschiedener Generationen und Hintergründe zusammen, schaffen Gemeinschaft und prägen die Identität Darmstadts.
Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen stark verändert: Deutlich gestiegene Kosten für Technik, Personal und Sicherheitsmaßnahmen – etwa im Bereich Terrorprävention – belasten die Veranstalter*innen erheblich. 
>>> Damit diese Feste auch in Zukunft stattfinden können, braucht es verlässliche Rahmenbedingungen und tragfähige Konzepte. Dabei wollen wir Unterstützung leisten.

Das historische Erbe einer Stadt stiftet Identität – es schafft Unverwechselbarkeit und ein Gefühl von Zugehörigkeit. Heute geht es jedoch nicht mehr darum, Geschichte für eine weitgehend homogene Bürgerschaft zu überliefern. Vielmehr muss das kulturelle Erbe so vermittelt werden, dass es für eine vielfältige und interkulturelle Stadtgesellschaft zugänglich und erlebbar ist. Geschichtsarbeit verstehen wir dabei als interdisziplinäre Aufgabe, die die unterschiedlichen Perspektiven unserer Bevölkerung einbezieht.
5.1. Kultur der Erinnerung stärken
Die Anschläge von Halle und Hanau und der zunehmende Antisemitismus zeigen, wie wichtig eine starke Erinnerungskultur ist. Auch in Darmstadt sind Gedenkorte durch Vandalismus und Diebstahl bedroht – vom Denkzeichen Güterbahnhof über die Menora an der Liberalen Synagoge sowie die Gedenktafel am ehemaligen Standort der orthodoxen Synagoge bis hin zu Denkmälern auf dem Waldfriedhof.
Wir GRÜNE verstehen Erinnern als Aufklärung und Verantwortung für die Zukunft. Erinnerung bedeutet, der Opfer zu gedenken, aus der Geschichte zu lernen und unser Zusammenleben heute frei von Diskriminierung zu gestalten. Um auch junge Generationen zu erreichen, wollen wir neue, zeitgemäße Formen der Erinnerungskultur fördern. Der Verein Darmstädter Geschichtswerkstatt leistet diesbezüglich seit vielen Jahren wertvolle Arbeit.
Unsere Forderungen:
>>> Das Denkzeichen Güterbahnhof soll dauerhaft gepflegt und sichtbar bleiben.
>>> Der Erinnerungsort Liberale Synagoge braucht mehr öffentliche Wahrnehmung, auch durch erweiterte Öffnungszeiten.
>>> Am Ernst-Ludwigs-Platz soll ein zeitgemäßes Denkmal an die Brandnacht errichtet werden.
>>> Das geplante Dokumentationszentrum zur Verfolgung der Sinti und Roma muss im ehemaligen Stadthaus in der Grafenstraße zeitnah realisiert werden.
5.2. Mathildenhöhe: UNESCO-Welterbe und lebendiger Kulturort
 Die Mathildenhöhe ist UNESCO-Welterbe – ein einzigartiges Ensemble am Übergang vom 19. ins 20. Jahrhundert und ein Wegbereiter der Moderne und des Bauhauses. Sie steht für den Geist des Aufbruchs: Darmstadt städtebaulich, ästhetisch, landschaftsplanerisch und sozial weiterzudenken.
Wir GRÜNE haben die Bewerbung aktiv unterstützt und uns stets dafür eingesetzt, die Mathildenhöhe nicht museal zu konservieren, sondern als lebendigen Kulturort weiterzuentwickeln. Mit der denkmalgerechten und zugleich energetischen Sanierung der Gebäude wurde die Basis für eine zukunftsfähige Nutzung gelegt. Heute entspricht das Ausstellungsgebäude internationalen Standards, die Künstlerhäuser und das Große Haus Glückert sind dauerhaft gesichert.
Renommierte Institutionen wie die Deutsche Akademie für Sprache und Dichtung und das PEN-Zentrum Deutschland sind auf der Mathildenhöhe beheimatet. Ein Besucherzentrum ist in Planung, der Platanenhain konnte durch moderne Technik gerettet und zahlreiche Skulpturen restauriert werden.
>>> Wir setzen uns dafür ein, den Welterbe-Status der Mathildenhöhe dauerhaft zu sichern und unserer Verantwortung gegenüber Darmstadt und der internationalen Öffentlichkeit gerecht zu werden.
>>> Das Besucherzentrum ist Bestandteil des Darmstädter Welterbekonzepts. Es wird die Bedeutung der Mathildenhöhe zeitgemäß vermitteln und den Tourismus fördern. Als barrierefreier Ort der Begrüßung, Information und Weiterbildung entsteht ein offenes Haus für alle Besucher*innen des Welterbes. 
>>> Die Kostenentwicklung des Besucherzentrums betrachten wir auch kritisch. Daher unterstützen wir einen Prozess, der die Reduzierung der Kosten zum Ziel hat.
5.3. Künstlerkolonie im Ludwig-Engel-Weg neu beleben
Wir wollen, dass die Atelierhäuser im Ludwig-Engel-Wegim Geist der Neuen Künstlerkolonie der 1950er- und 1960er-Jahre neu belebt werden. Bis ein Konzept entwickelt und die Sanierung abgeschlossen ist, sollen die Gebäude nicht brachliegen, sondern einer kreativen Zwischennutzung offenstehen.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass ein klares Konzept zur Neubelebung der Künstlerkolonie im Ludwig-Engel-Weg entwickelt wird – mit Sanierung, inhaltlicher Neuausrichtung und Zwischennutzungen für Künstler*innen und Bands.
6. Kulturelle Vielfalt sichern und ausbauen
Darmstadt lebt von kultureller Vielfalt – sie ist unsere Stärke. Für uns GRÜNE ist sie unverzichtbar, weil sie die Stadt lebendig macht und allen Menschen Identifikationspunkte bietet. Unterschiedliche kreative Impulse aus Institutionen, Initiativen und Gruppen sorgen dafür, dass Kultur in Darmstadt breit, vielfältig und zugänglich bleibt.
 Neben einer verlässlichen und transparenten Förderpraxis haben wir GRÜNE die Modernisierung bestehender Kulturinstitutionen vorangetrieben und durch unsere Unterstützung neue Kulturorte geschaffen. So wurden Kunsthalle, Bessunger Knabenschule, die Mathildenhöhe und das Mollerhaus energetisch saniert und instandgesetzt. Mit dem Kreativquartier PaMo und dem LEW 1 an der Rosenhöhe sind neue Räume für Kunst und Kultur entstanden. Auch das Kleine Haus des Staatstheaters wurde saniert und gerade wiedereröffnet – der Spielbetrieb ist damit nachhaltig gesichert.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass auch weitere kulturelle Spielorte energetisch saniert und an die klimatischen Herausforderungen unserer Zeit angepasst werden. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass die Darmstädter Kulturszene weiterhin Raum für künstlerische Entwicklungen erhält, damit das Erbe der Moderne fortgeführt und weiterentwickelt werden kann.
>>> Die vielfältige Darmstädter Vereinskultur – von Karnevalsvereinen und Chören bis zu vielen anderen ehrenamtlichen Initiativen – wollen wir erhalten und in ihrem Engagement unterstützen.
>>> Das Internationale Musikinstitut prägt mit seiner internationalen Strahlkraft das kulturelle Profil Darmstadts. Wir setzen uns dafür ein, dass die von ihm ausgerichteten Internationalen Ferienkurse für Neue Musik auch künftig alle zwei Jahre stattfinden und die Stadt mit innovativer Kunst und lebendigem Austausch bereichern.

Eine lebendige Demokratie braucht Menschen, die sich einbringen. Menschen, die sich engagieren und Freude daran haben, in den verschiedensten (Lebens-)Bereichen ehrenamtlich mitzuarbeiten. Wir GRÜNE sehen in einer starken Zivilgesellschaft das Rückgrat unseres Gemeinwesens. Engagement kennt viele Formen: von Feuerwehr, Chor und Sportverein über Geflüchteten- und Nachbarschaftshilfe bis hin zum Einsatz für Umwelt, Menschenrechte oder globale Gerechtigkeit. Das Ehrenamt ist eine tragende Säule einer funktionierenden Gemeinschaft und stärkt Zusammenhalt, fördert Teilhabe und unterstützt öffentliche Aufgaben dort, wo kommunale Angebote an ihre Grenzen stoßen. Wir GRÜNE fördern inklusives Ehrenamt, das Menschen aller Herkünfte, Altersgruppen und Lebenslagen beteiligt. Barrierefreiheit, sprachliche Zugänge und transparente Entscheidungsprozesse sind Grundvoraussetzungen. Wir legen Wert auf eine Kultur, in der ehrenamtliches Wirken anerkannt, begleitet und nachhaltig unterstützt wird – damit unsere Stadt solidarisch, vielfältig und zukunftsfähig bleibt. 

Verpflichtende soziale Dienste lehnen wir ab. Freiwilliges Engagement entsteht aus eigenem Antrieb – nur so ist es von echter Leidenschaft getragen. Jede*r kann sich in dem Bereich einbringen, in dem die eigenen Stärken und das besondere Interesse liegen – und das zum Nutzen aller. In einem Umfang, den jede*r für sich selbst bestimmt. 

Ehrenamt und Selbsthilfe sind freiwillig, selbstbestimmt und kritisch – sie decken Lücken im staatlichen Handeln, geben Impulse und zeigen neue Wege auf. Sie sind Teil der gesellschaftlichen Teilhabe und bieten gleichzeitig auch die Möglichkeit, persönliche Erfolgserlebnisse zu schaffen, sich abseits von Beruf und Karriere zu verwirklichen und sich in ganz anderen Bereichen oder Gebieten einzusetzen und auszuprobieren. Sie ersetzen jedoch nicht die Aufgaben, für die die öffentliche Hand sowie Hauptamtliche Verantwortung tragen. Allerdings ist die Verbindung von Haupt- und Ehrenamt eine Bereicherung: Sie schafft Synergien und profitiert von der Kombination aus Pragmatismus und Erfahrung. Ganz besonders Bildungs- und Kulturprojekte leben von bürgerschaftlichem Engagement. Das wollen wir gezielt fördern. 

Unsere Gesellschaft steht vor großen Herausforderungen. Gerade jetzt brauchen Ehrenamtliche verlässliche Strukturen, Räume, Beratung und Anerkennung. Wir möchten stabile Rahmenbedingungen schaffen, die ehrenamtliches Engagement einfach umsetzbar machen – von niedrigschwelligen Einstiegsmöglichkeiten bis zur langfristigen Begleitung durch Vereine und Initiativen. Wer in Menschen investiert, die sich für andere einsetzen, stärkt den gesellschaftlichen Zusammenhalt.

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass

>>> Ehrenamt gefördert, anerkannt und attraktiv gestaltet wird,

>>> Ehrungen für engagierte Bürger*innen – insbesondere Jugendliche – fortgeführt werden,

>>> die Angebote der Jugendleiter*innen-Card (JuLeiCa) – ein bundesweiter Ausweis für ehrenamtlich Engagierte in der Jugendarbeit, der auch in Darmstadt mit verschiedenen Vergünstigungen verbunden ist – und andere Anreize und Unterstützungsleistungen weiter ausgebaut werden,

>>> Arbeitgeber*innen stärker für die Vereinbarkeit von Beruf und Ehrenamt gewonnen werden,

>>> die Ehrenamtskarte zusätzliche kulturelle Vergünstigungen bietet,

>>> Räume für bürgerschaftliches Engagement geschaffen werden, die auch zur überkonfessionellen Nutzung bereitgestellt werden können.

In Darmstadt arbeiten Menschen täglich ehrenamtlich daran, Quartiere lebendig, demokratisch und sozial gerecht zu gestalten. Wir wollen, dass Darmstadt ein Ort bleibt, an dem Ehrenamt und Selbsthilfe sichtbar, willkommen und gut begleitet sind, wo sich Menschen darauf verlassen können, dass gewisse Strukturen und Angebote funktionieren – gerade jetzt, wo gesellschaftlicher Zusammenhalt wichtiger denn je ist. Dafür braucht es nicht nur warme Worte, sondern verlässliche Unterstützung und gute Rahmenbedingungen – zum Nutzen aller. 

Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass

>>> Projekte mit Ehrenamtlichen eine qualifizierte hauptamtliche Begleitung erhalten – u. a. durch das seit 30 Jahren bestehende Selbsthilfebüro, das wir weiter ausbauen wollen,

>>> die Freiwilligenagentur weiterhin ausreichend Ressourcen erhält,

>>> Engagement durch Formate wie eine jährlich stattfindende (statt: alle zwei Jahre) Dankeschön-Veranstaltung, einen Engagement-Preis oder Porträtkampagnen sichtbarer wird, 

>>> ein Haus für Alle entsteht – ein offener Treff- und Arbeitsort für Selbsthilfegruppen, Initiativen und engagierte Bürger*innen, mit kostenfrei nutzbaren Räumen. 

Sport verbindet Menschen. Je vielfältiger und komplexer unsere Gesellschaft wird, desto wichtiger ist diese Erfahrung von Gemeinschaft. Gemeinsam Ziele erreichen, Verantwortung füreinander übernehmen und Vertrauen aufbauen – das sind Werte, die in einer zunehmend individualisierten Welt gestärkt werden müssen.

Sport bringt Menschen zusammen – unabhängig von Alter, Herkunft oder Geschlecht. Er stärkt die physische und psychische Gesundheit, fördert Zusammenhalt und schafft Orte der Begegnung. Ob im Verein, beim Joggen im Wald, auf dem Fahrrad oder bei offenen Bewegungsangeboten im Quartier: Darmstadt ist eine sportlich aktive Stadt. Damit das so bleibt, wollen wir GRÜNE das Sport- und Bewegungsangebot weiterentwickeln – sozial und ökologisch nachhaltig.

Wir GRÜNE wollen sicherstellen, dass Sport in Darmstadt für alle zugänglich bleibt – ob im Verein, informell oder im öffentlichen Raum. 
>>> Wir unterstützen weiterhin die Kooperation von Vereinen sowie die Schaffung neuer Bewegungsräume wie Calisthenics-Parks, Trimm-dich-Pfade oder andere öffentliche und kostenlos zugängliche Sportangebote.
>>> Wir machen uns dafür stark, dass multifunktionale Bewegungsflächen ausgebaut werden, die flexibel nutzbar sind – etwa durch urbane Sportboxen mit digitalem Zugang zu Geräten für verschiedene Sportarten.
>>> In jedem Stadtteil soll mindestens eine teilweise geöffnete Sportanlage für die Bürger*innen zugänglich sein.
>>> Wir setzen uns für die Einführung einer städtischen Sport-App ein, die alle Sportangebote – von Vereinen über öffentliche Flächen bis zu Kursen – bündelt, Hallenbelegungen transparent macht und spontane Sporttreffs erleichtert. > Digitale Zukunft gemeinsam gestalten
>>> Wir wollen die Energieberatung für Vereine mit eigenen Liegenschaften ausbauen – und so Klimaschutz mit Sportförderung verbinden.
>>> Wir setzen uns für ein Förderprogramm für Vereine ein, die ihre Anlagen auf Solarenergie, Regenwassernutzung oder nachhaltige Materialien umstellen. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente

Sport darf nicht isoliert betrachtet werden, sondern muss in die Stadtentwicklungs- und Sozialplanung integriert sein. Studien zeigen: Mit dem Wachstum der Stadt steigt auch der Bedarf an Sportflächen – und diese geraten in Konkurrenz zu anderen Nutzungen. Solche Zielkonflikte lassen sich nicht technisch „auflösen“, sondern müssen politisch entschieden werden. Dabei dürfen wirtschaftliche Interessen nicht allein den Ausschlag geben. Es geht um eine grundsätzliche Frage: Wie wollen wir in Darmstadt leben – und welchen Stellenwert soll dabei der Sport haben?
Die im Baugesetzbuch verankerte Priorität für Innenentwicklung verschärft die Flächenkonkurrenz zusätzlich. Umso wichtiger ist eine vorausschauende Planung, die Sportflächen als integralen Bestandteil des sozialen und gesellschaftlichen Lebens unserer Stadt versteht. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten  
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass Sportentwicklungsplanung interdisziplinär erfolgt und insbesondere bei Neubauquartieren frühzeitig berücksichtigt wird – für vereinsgebundene ebenso wie für nicht-vereinsgebundene Angebote.
>>> Wir setzen uns für die Realisierung des Sportparks Süd-West ein – in Anlehnung an die Angebote im Bürgerpark. Er soll ein zusätzliches Bewegungsangebot für die Menschen in den Quartieren Heimstättensiedlung, Ludwigshöhe, Bessungen und Lincoln schaffen. Zudem soll die Suche nach einem alternativen Standort für das Baseballfeld Memory Field rechtzeitig abgeschlossen werden, bevor die Bauarbeiten für die ICE-Anbindung beginnen. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
>>> Auch beim Ludwigshöhviertel und künftigen Baugebieten achten wir weiterhin auf ausreichende Flächen für Sport und Bewegung. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten  
>>> Auf Grundlage der städtischen Bestands- und Bedarfsanalyse wollen wir eine langfristige Sportentwicklungsplanung erarbeiten, die Sanierung, Neubau und ökologische Standards gleichermaßen berücksichtigt.

Bewegung von klein auf bis ins hohe Alter ist uns wichtig. Gerade für Kinder, Jugendliche und ältere Menschen ist der unmittelbare Bezug zum eigenen Lebensumfeld entscheidend, damit Sport- und Bewegungsangebote attraktiv wirken und gerne genutzt werden.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> an allen Darmstädter Grundschulen die im Lehrplan vorgesehenen drei Sportstunden pro Woche auch tatsächlich stattfinden – denn sie fallen noch immer zu oft aus, weil Sport im Schulalltag nicht ausreichend priorisiert wird. Zudem unterstützen wir das Projekt des Sportkreises Darmstadt-Dieburg, eine vierte Sportstunde einzuführen.
>>> Kooperationen zwischen Kitas, Schulen und Vereinen verstetigt werden, insbesondere durch ein Konzept zur Integration von Vereinsangeboten in den Ganztag, > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
>>> Bewegungsparcours für Senior*innen in den Quartieren ausgebaut und mit Vereinen sowie freien Trägern weitere Angebote geschaffen werden, > Selbstbestimmt und diskriminierungsfrei älter werden in Darmstadt
>>> wohnortnahe Sportangebote erhalten und – wo möglich – ausgebaut werden,
>>> Kinder und Jugendliche im Sport stärker gehört werden und Mitspracherechte erhalten, etwa durch Projekte zur Mitbestimmung in Sportvereinen und Initiativen.

Darmstadt investiert in seine Schwimmbäder und gehört damit zu den wenigen Kommunen, die ihre Schwimmflächen in den letzten Jahren ausgebaut und modernisiert haben. Naturschwimmbäder wurden entschlammt und das Nordbad wurde erfolgreich saniert und neu gestaltet. Schulen, Vereine und Bürger*innen profitieren heute von der modernen Ausstattung und den guten Bedingungen. Der Neubau entstand bei laufendem Badebetrieb und wurde gezielt an den Wünschen der Bürger*innen und Vereine ausgerichtet.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> die Grundsanierung des Eberstädter Mühltalbads zeitnah abgeschlossen wird – mit möglichst kurzer Schließungszeit,
>>> das Gelände des ehemaligen Trainingsbads in der Heinrich-Fuhr-Straße nicht bebaut wird, sondern Aufenthaltsqualität und Freiraum im Woogsviertel erhalten bleiben,
>>> auf dem Gelände eine Renaturierung erfolgt, die Grünflächen schafft, den Biotopverbund stärkt und damit einen ökologischen Mehrwert für Pflanzen, Tiere und Anwohner*innen bietet. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur

Wir GRÜNE wollen, dass Sport für Menschen mit Behinderungen selbstverständlich möglich ist – barrierefrei, inklusiv und sichtbar. Sport soll allen Menschen offenstehen, unabhängig von Herkunft, Geschlecht, besonderen körperlichen oder geistigen Bedürfnissen, sexueller Orientierung oder religiösem und kulturellem Hintergrund. 
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> Neubau- und Sanierungsprojekte städtischer Sportstätten konsequent barrierefrei gestaltet werden,
>>> die Kooperation zwischen inklusiven Sportgruppen, Schulen und Vereinen weiter ausgebaut wird,
>>> inklusive Sportveranstaltungen gezielt unterstützt werden, um Begegnung im Alltag zu fördern.

Darmstadt ist auch die Stadt des vielfältigen, hochklassigen Amateursports – von Tanz- und Rhönradsport über Amateurfußball, Roundnet, Kraft- und Schwimmsport, verschiedene Ballsportarten und Leichtathletik bis hin zum Tischfußball. Oft stehen diese Leistungen zu Unrecht im Schatten des Spitzen- und Profisports. Wir GRÜNE wollen den leistungsorientierten Amateursport stärker in den Blick nehmen und ihm die öffentliche und politische Aufmerksamkeit verschaffen, die er verdient.


Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> die Zusammenarbeit mit Vereinen des leistungsorientierten Amateursports intensiviert und ihre Bedürfnisse systematisch in die Sportentwicklung einbezogen werden,
>>> der leistungsorientierte Amateursport in der strategischen Sportentwicklungsplanung ausdrücklich berücksichtigt und gezielt weiterentwickelt wird,
>>> die Vielfalt der Sportarten nicht nur in der Breite, sondern auch in der Spitze des Amateursports erhalten und ausgebaut wird.

Darmstadt ist auch Heimat hochklassiger Athlet*innen – bis hin zu Teilnehmer*innen an Olympischen und Paralympischen Spielen sowie Welt- und Europameisterschaften.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> eine strategische Förderung des Spitzensports in enger Zusammenarbeit mit Vereinen und Athlet*innen entwickelt wird,
>>> Athlet*innen-Wohnungen entstehen, um Training besser mit Studium oder Ausbildung zu verbinden,
>>> die Förderung von Frauen und Männern gleichberechtigt erfolgt und der Parasport von Anfang an mitgedacht wird.

Wir GRÜNE stehen klar zum Profifußball am Böllenfalltor und bekennen uns zum SV Darmstadt 98 als wichtigem Teil der Stadtgesellschaft. Der Verein schafft Identifikation, leistet wichtige Nachwuchsarbeit und trägt zur Integration in unserer Stadt bei.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> der Verein bei der weiteren Modernisierung des Stadions unterstützt wird,
>>> gemeinsam mit dem SV 98 geprüft wird, wie das Stadion an spielfreien Tagen auch für andere Sportarten und Veranstaltungen genutzt werden kann.
Wir verbinden Gesundheit, Begegnung, Teilhabe, Inklusion, Amateur- und Spitzensport sowie Nachhaltigkeit – für ein sportliches, lebenswertes Darmstadt.

MIT DIR FÜR BESSERE MOBILITÄT, REGIONALE ENERGIE & SCHUTZ IM KLIMAWANDEL

Straßen sind mehr als Verkehrswege – sie sind Orte der Begegnung und des Miteinanders. Doch jahrzehntelang hat das Leitbild der „autogerechten Stadt“ die Flächen dominiert. Autos wurden immer mehr und immer größer, die Luftverschmutzung nahm zu, und Wege wurden blockiert. Im Durchschnitt stehen Autos 23 Stunden am Tag ungenutzt herum – während gleichzeitig immer weniger Menschen gemeinsam im Auto unterwegs sind. 

 Heute gehen wir in Darmstadt einen anderen Weg: Wir ordnen den Straßenraum neu, schaffen Platz für Menschen, Grün und nachhaltige Mobilität. Diesen Kurs wollen wir GRÜNE konsequent fortsetzen. Wir verfolgen dabei das Konzept der Stadt der kurzen Wege. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
Neue Quartiere gestalten wir von Anfang an autoarm, mit guten Angeboten für Bus, Bahn, Fuß- und Radverkehr sowie mit ausreichend Grün- und Erholungsflächen. Das heißt, das Auto verschwindet nicht gänzlich, sondern wird weniger oft gebraucht. Das schafft mehr Lebensqualität, auch für die, die gerne Auto fahren.

In bestehenden Stadtteilen ist die Umgestaltung anspruchsvoller – doch auch hier setzen wir Schritt für Schritt Maßnahmen um.

Unser Leitbild: Mobilität als Miteinander, nicht als Gegeneinander!

Straßen sind Orte für viele: zu Fuß, auf dem Rad, im Auto, im Bus. Wenn wir den Platz neu ordnen, geht es um eine faire Verteilung. Damit gewinnt Darmstadt an Sicherheit, Ruhe und Lebensqualität.

Mobilität ist ein komplexes System, in dem jede Veränderung vielfältige Folgen hat. Deshalb braucht es Mut, Ideen zu testen und bei Erfolg langfristig umzusetzen. Die Erfahrung zeigt: Was früher undenkbar schien – etwa ein Radweg am Cityring – ist heute Realität.

>>> Stadtentwicklung, Mobilität und Grünflächenplanung gehören untrennbar zusammen. Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, diese Bereiche wieder in einem gemeinsamen, GRÜN-geführten Dezernat zu bündeln, um Planungen zu beschleunigen und Reibungsverluste zu vermeiden. 

Verkehr endet nicht an der Stadtgrenze. Zwar stammt der größte Teil der Fahrten von Darmstädter*innen selbst, doch ein erheblicher Anteil entsteht im sogenannten Quell- und Zielverkehr mit dem Umland. Dort dominiert das Auto noch stärker, während gleichzeitig wichtige Impulse – etwa beim regionalen Verkehrsentwicklungsplan (Sustainable Urban Mobility Plan, kurz SUMP) – nur zögerlich aufgenommen wurden. Für eine echte Mobilitätswende braucht es daher nicht nur entschlossenes Handeln in der Stadt, sondern auch im Landkreis.

>>> Wir setzen weiterhin auf Verkehrsversuche, um Veränderungen praktisch zu testen und die Ergebnisse in die Planung einfließen zu lassen – wie etwa in der Innenstadt oder in der Dieburger Straße.

>>> Da sich Mobilität rasant verändert, begleiten wir auch neue Entwicklungen wie autonomes Fahren, neue Fahrzeugklassen oder veränderte Verkehrsregeln aktiv, um ihre Chancen und Grenzen für Darmstadt auszuloten. Das Auto bleibt Teil der Zukunft, aber in moderner, umweltfreundlicher Form. Mobilitätswende heißt für uns, das Beste aus allen Welten zusammenzubringen.

Eins ist jedoch klar: Für eine schnellere Mobilitätswende in Stadt und Region braucht es starke GRÜNE. 

Um Gesundheit und Leben der Menschen in Darmstadt zu schützen, gestalten wir den Straßenraum konsequent um. Unser Ziel bleibt die Vision Zero: keine Toten und Schwerverletzten mehr im Straßenverkehr.
 Bereits heute ist sichtbar, dass unsere Verkehrspolitik wirkt. Der Anteil des Umweltverbunds – also von Fuß-, Rad- und Öffentlichem Nahverkehr (ÖPNV) – am Modal Split liegt nahe am Ziel von 75 Prozent. Das ist das Ergebnis aktiver Gestaltung: Ohne die Verlagerung von zehn Prozent der zurückgelegten Wege vom Auto auf das Rad wäre Darmstadt längst im Dauerstau versunken. Jede Strecke, die ohne Auto getätigt wird, verbessert die Situation – für alle, auch für die, die weiterhin auf das Auto angewiesen sind. Das zeigt sich deutlich in den Stauzeiten: Während Autofahrende in Darmstadt 2022 noch 47 Stunden pro Jahr im Stau standen, waren es 2024 nur noch 38 Stunden – und damit weniger als im bundesweiten Durchschnitt von 43 Stunden.
Eine wichtige Grundlage bildet die 2019 auf GRÜNE Initiative beschlossene Radstrategie. Ihre Umsetzung schreitet voran, doch noch längst nicht alle Maßnahmen sind realisiert. Hier zeigt sich immer wieder, dass es für eine konsequente Umsetzung starke GRÜNE braucht. Die Ziele der Radstrategie, der Vision Zero und des 80/20-Modal Splits fließen in den neuen Verkehrsentwicklungsplan (SUMP) ein, der derzeit erarbeitet wird.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> in der nächsten Wahlperiode das Ziel von 80 Prozent der zurückgelegten Wege im Umweltverbund erreicht wird, 
>>> die beschlossene Radstrategie konsequent umgesetzt wird, inklusive fünf Kilometer zusätzlicher Fuß- und Radwege pro Jahr – der Verkehrsentwicklungsplan dient dabei als Grundlage zur Schließung von Lücken, 
>>> schwere Unfälle systematisch ausgewertet und die Ergebnisse der Unfallkommission transparent veröffentlicht werden, 
>>> der Mängelmelder um die Möglichkeit erweitert wird, Beinahe-Unfälle zu melden.


1.1. Verkehrssicherheit erhöhen
Wir setzen auf konkrete Maßnahmen, die mehr Sicherheit bringen und Konflikte im Straßenverkehr entschärfen, anstatt Stillstand zu verwalten. Regelunklarheiten wollen wir abbauen, ein aufgeheiztes Miteinander beruhigen. Regelmäßige Befahrungen mit Feuerwehrfahrzeugen stellen sicher, dass Rettungswege frei bleiben – denn zugeparkte Zufahrten sind gefährlich. 
Fehler sind menschlich – im Straßenverkehr können sie jedoch schwerwiegende Folgen haben. Deshalb schauen wir auf erfolgreiche Beispiele aus anderen Ländern, die zeigen, wie sich die Sicherheit im Miteinander aller Verkehrsmittel erhöhen lässt. Auch in Darmstadt wollen wir die Infrastruktur so anpassen, dass Risiken von vornherein minimiert werden. 
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> jede schwere Verletzung und jeder Todesfall im Straßenverkehr verhindert wird, indem wir Infrastruktur so gestalten, dass sie Unfällen vorbeugt und Folgen begrenzt: Zum Beispiel werden Radwege an Kreuzungen verschwenkt, um Abbiegeunfälle zu verhindern, und Straßen an bestimmten Stellen aufgepflastert, damit Fußgänger*innen sicher queren können,
>>> in einer stadtweiten Kampagne für ein sicheres Miteinander sowie über neue Regelungen der Straßenverkehrsordnung (StVO) (z. B. Überholabstand zu Fahrrädern, neue Verkehrsschilder) und in Vergessenheit geratene Regeln informiert wird,
>>> der Holländische Griff zum Öffnen von Autotüren bekannter gemacht wird, um Unfälle durch fehlenden Schulterblick zu verhindern,
>>> beim Radfahren die Nutzung von Handzeichen beim Abbiegen oder vor dem Bremsen stärker beworben wird,
>>> – sobald rechtlich möglich – Handy- oder Lärmblitzer eingesetzt werden, um gefährdendes Fahrverhalten von Autos zu reduzieren,
>>> durch regelmäßige Befahrungen mit Feuerwehrfahrzeugen die Rettungssicherheit in allen Stadtvierteln überprüft wird,
>>> Verfahren getestet werden, um Straßenbahnschienen gegen Radunfälle abzusichern,
>>> eine Fuß- und Fahrradstaffel eingerichtet wird, die die Perspektive von Radfahrenden und Fußgänger*innen in die Verkehrsüberwachung einbringt.

1.2. Sichere Schulwege
Nach dem Vorbild von Wien und anderen europäischen Städten wollen wir auch in Darmstadt sogenannte Schulstraßen einführen. Dabei wird die Straße vor Schulen rund um Beginn und Ende des Unterrichts temporär für den Autoverkehr gesperrt. So entstehen sichere Schulwege, weniger Stress vor den Schulen und mehr Raum für Kinder. > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> erste Initiativen für Schulstraßen aus der Elternschaft – wie in Eberstadt – aufgegriffen und als Pilotprojekte umgesetzt werden,
>>> BiciBus-Projekte, bei denen Kinder in Gruppen und begleitet von Erwachsenen gemeinsam mit dem Rad zur Schule fahren, gefördert werden, 
>>> die Zahl der sogenannten Elterntaxis – das heißt, das Bringen der Kinder mit dem Auto – durch gezielte Maßnahmen deutlich reduziert wird, um die Sicherheit für alle zu erhöhen,
>>> die Geschwindigkeitsbegrenzung vor Schulen kontrolliert und durchgesetzt wird,
>>> sichere Querungen, z. B. vom Johannesviertel zur wiedereröffneten Kyritzschule im Martinsviertel, geschaffen werden.

1.3. Sicherheit an Kreuzungen
Ein Großteil der schweren Unfälle mit Radfahrenden ereignet sich an Kreuzungen. Deshalb hat deren sichere Gestaltung für uns GRÜNE höchste Priorität.
>>> Wir werten die Erfahrungen aus dem Umbau der Kreuzung Teichhausstraße/Landgraf-Georg-Straße aus und übertragen die Erfahrungen auf weitere Kreuzungen.
>>> Neue sogenannte frei laufende Rechtsabbiegerspuren werden nicht mehr gebaut, bestehende wollen wir zurückbauen, da sie die Gefahr von Unfällen erhöhen.
>>> Wir schaffen mehr Grünpfeile für Radfahrende dort, wo gefahrlos abgebogen werden kann, um für alle den Verkehrsfluss zu erhöhen.
>>> Mit vorgeschalteten Grünphasen und eigenen Aufstellflächen für den Radverkehr sowie Fahrradampeln reduzieren wir Konflikte zwischen Rad- und Kraftfahrzeugen.
>>> Eine zuverlässige Fahrraderkennung an Ampeln soll sicherstellen, dass Radfahrende erkannt werden und Grün erhalten. 

Das Fahrrad ist in Darmstadt oft das schnellste Verkehrsmittel: vorbei am Stau, direkt ans Ziel. Radfahren ist leise, gesund, macht Spaß, entlastet die Straßen sowie Anwohnende und schont das Klima. Zusammen mit guten Fußwegen schafft es eine umweltfreundliche und lebenswerte Stadt.
Je mehr Menschen aufs Rad steigen, desto besser für alle – auch für diejenigen, die auf das Auto angewiesen sind. Gleichzeitig entlasten Radwege die Gehwege und sorgen so für entspanntes Zufußgehen.
2.1. Mehr Radnetz, weniger Auto-Stau
 Um noch mehr Menschen in den Sattel zu bringen, braucht es eine engagierte Radverkehrspolitik. Das bestehende Radprogramm muss mit hoher Priorität fortgeführt werden. Von den 35 Maßnahmen, die gemeinsam mit der Initiative Radentscheid erarbeitet wurden, ist vieles umgesetzt. Von einem durchgängigen stadtweiten Radwegenetz sind wir noch weit entfernt, doch die Puzzleteile fügen sich zunehmend zu einem Gesamtbild. Jetzt gilt es, die Erfolge entschlossen auszubauen. Unsere Maßnahmen für die nächsten Jahre schließen weitere Lücken und erweitern das Netz Schritt für Schritt.
Wir brauchen ein engmaschiges Radwegenetz, mehr Fahrradstraßen und – wo sinnvoll – auch Fahrradzonen. Dort, wo die Straßenbreite keinen Radweg zulässt, setzen wir auf sichere Lösungen im Mischverkehr, etwa durch Tempo 30. Perfektionismus darf uns dabei nicht ausbremsen: Pragmatische und kreative Ansätze sind uns wichtiger als Stillstand und Formalismus. Jede umgesetzte Maßnahme ist besser als eine perfekte Planung in der Schublade – auch im Hinblick auf die Verkehrssicherheit.
Baustellen, die Straßen verengen, sollen gezielt als Verkehrsversuche genutzt werden. So lässt sich testen, welche Umgestaltungen dauerhaft tragfähig sind. 
Rad- und Fußwege sind zudem deutlich günstiger als klassischer Straßenbau. In Zeiten knapper Kassen sind sie das effektivste Mittel, Verkehrspolitik nachhaltig zu gestalten.
>>> Wir setzen auf pragmatische und kreative Lösungen beim Ausbau der Rad- und Fußwege.
>>> Wir bauen einen Radschnellweg durch die Stadt (bevorzugt die Variante Gerader Gustav vom aktuellen Ausbau-Ende über den Basketballplatz zum Arheilger Bahnhof, weiter zu Merck und Täubcheshöhlenweg bis zum Nordbahnhof) sowie einen weiteren Radschnellweg im Westen – verbunden durch Querverbindungen. 
>>> Wir schaffen eine durchgehende Ost-West-Verbindung über die Heinrichstraße.
>>> Wir bauen einen Radweg entlang der Kasinostraße als Teil des innerstädtischen Radschnellwegs und als direkte Verbindung vom Bürgerpark- und Martinsviertel zum Hauptbahnhof.
>>> Die Verbindung vom Hauptbahnhof über die Mornewegstraße in die Innenstadt wird verbessert.
>>> Wir richten die Heinrich-Delp-Straße in Eberstadt als Fahrradstraße ein – und schaffen damit eine sichere Radverbindung und einen sicheren Schulweg.
>>> Wir schließen die Lücke auf der Heidelberger Landstraße, damit ein durchgehender Radstreifen von der Lincoln-Siedlung bis Eberstadt entsteht.
>>> Wir asphaltieren die Zimmerstraße und machen sie zur Umleitung für die Fußgängerzone, sodass sie leichter mit dem Rad umfahren werden kann und es zu weniger Konflikten kommt.
>>> Wir gestalten den Vorplatz des Ostbahnhofs barrierefrei und mit sicheren Rad- und Fußwegen und schaffen (Rad-)Aufstellflächen an der Fußgängerampel Landgraf-Georg-Straße/Ostbahnhofsvorplatz. 
>>> Wir schließen die Radwegelücken zwischen Riedbahn, Innenstadt und dem TZ Rhein-Main.
>>> Wir schaffen eine Fahrradverbindung entlang der Bahnstrecke im Komponistenviertel (Wolfskehlstraße, Im Emser, Breitwiesenberg).
>>> Wir verbessern die Radverbindung von der Lincoln-Siedlung in Richtung Karlsruher Straße/Heimstätte.
>>> Wir optimieren die Radführung an den Bahnbrücken Mainzer Straße und Gräfenhäuser Straße.
>>> Wir bauen Radwege in der Mainzer Straße und der Pallaswiesenstraße.
>>> Wir bringen den Rad- und Fußwegetunnel an der Eisenbahnunterführung Pfungstädter Straße auf den Weg.
>>> Wir bauen einen Radschnellweg von Eberstadt nach Süden.
>>> Wir entwickeln Herdweg und Jahnstraße zu Fahrradstraßen oder Fahrradzone.
>>> Wir verbinden das Ludwigshöhviertel mit Bessungen und der Innenstadt über die Klappacher Straße, ergänzt durch eine Verbindung über die Ludwigshöhstraße ins Bessunger Zentrum.
>>> Wir verbessern die Rad- und Fußwegeanbindung von Sportstätten, wie beispielsweise an die Sportgemeinschaft (SG) Arheilgen. Dies ergänzen wir um ein Förderprogramm für Radabstellanlagen bei Sportvereinen.
>>> Wir verbessern die Verbindung von der TU-Lichtwiese über das Woogsviertel in die Innenstadt.
>>> Wir stärken die Radwege ins Umland. > siehe auch 2.3. Gemeinsame Radprojekte mit dem Landkreis
2.2. Radfahren noch attraktiver machen
Ein gutes Radwegenetz allein reicht nicht – auch Komfort und Service machen das Radfahren attraktiv. Dazu gehören eine an die Radgeschwindigkeit angepasste Grüne Welle, sichere und ausreichend große Abstellanlagen an Bahnhöfen und ÖPNV-Knotenpunkten (z. B. das Fahrradparkhaus am Hauptbahnhof und Anlagen an Stadtteilbahnhöfen), Radreparaturstationen, eine bessere Ausschilderung der Hauptrouten sowie eine übersichtliche Radwegekarte für die Stadt. 
Auch Sharing-Angebote sind ein wichtiger Bestandteil: Sowohl kommerzielle Angebote als auch das ehrenamtliche Heinerbike-Projekt leisten hier einen wertvollen Beitrag und sollen weiter ausgebaut werden.
>>> Neben dem Infrastrukturausbau sorgen wir für mehr Komfort vor, während und nach der Fahrt – bewährte Konzepte aus anderen europäischen Ländern übernehmen wir und passen sie an Darmstadt an.
>>> Sharing-Angebote für Fahrräder und Lastenräder werden wir weiter fördern.
2.3. Gemeinsame Radprojekte mit dem Landkreis
Radverkehr hört nicht an den Stadtgrenzen auf. Die Entfernungen von Roßdorf oder Weiterstadt zum Luisenplatz sind vergleichbar mit denen aus Wixhausen oder Eberstadt – deshalb denken wir GRÜNE Radwege regional. Gemeinsam mit unseren Nachbarkommunen planen wir Verbindungen, die Darmstadt und das Umland sinnvoll verknüpfen. Unsere Forderungen finden sich auch in den GRÜNEN Wahlprogrammen der umliegenden Kommunen wieder. So wird regionale Zusammenarbeit jenseits bloßer Ankündigungen ganz konkret gelebt.
Die gemeinsamen Forderungen der GRÜNEN Darmstadt und Darmstadt-Dieburg:
>>> Der Radweg von Darmstadt-Ost nach Roßdorf wird gebaut.
>>> Die Rad-Direktverbindung Darmstadt – Weiterstadt – Klein Gerau – Rüsselsheim wird mindestens im Abschnitt Darmstadt und Weiterstadt umgesetzt.
>>> Der Radweg entlang der B449 vom Böllenfalltor nach Mühltal wird ausgebaut, mit Anschluss nach Ober-Ramstadt und ins Modautal, weil die heute viel genutzten Waldwege nicht allwettertauglich sind.
>>> Zwischen Eberstadt und Pfungstadt entsteht neben der zu engen Eisenbahnunterführung eine zweite Röhre für Fuß- und Radverkehr. Beide Seiten werden mit guter Anbindung an die Orte erschlossen.
>>> Wir halten an derRadschnellwegverbindung RS15 Darmstadt – Rhein-Neckar fest. Daher treiben wir die Planung für den Abschnitt Eberstadt – Malchen – Seeheim- Jugenheim – Alsbach (und weiter bis Zwingenberg) voran.

Ob Schulkind oder Senior*in – alle Darmstädter*innen sind regelmäßig zu Fuß unterwegs. Rund ein Drittel aller Wege in der Stadt wird auf diese Weise zurückgelegt. Dafür braucht es sichere, barrierefreie und gut ausgebaute Gehwege. Sie müssen frei bleiben von Fahrzeugen, Mülltonnen, E-Scootern, Fahrrädern und anderen Hindernissen und so gestaltet sein, dass man sich bequem bewegen kann – sei es nebeneinander, mit Kinderwagen oder im Rollstuhl.
In den kommenden fünf Jahren legen wir den Schwerpunkt auf freie und sanierte Gehwege für alle Generationen. Die dafür geltenden Regeln sind seit Jahrzehnten in der Straßenverkehrsordnung verankert, werden aber vielerorts ignoriert. 
3.1. Kampagne fürs Laufen
Mit einer breit angelegten Öffentlichkeitskampagne zu den Themen „Gehwegparken“ und „freie Gehwege“ rücken wir die Bedeutung ungestörter Fußwege ins Bewusstsein. Eine Fußverkehrskarte – analog zum ÖPNV-Liniennetz – soll zudem sichtbar machen, wie schnell sich viele Strecken zu Fuß zurücklegen lassen. Ergänzend benennen wir eine*n Fußverkehrsbeauftragte*n, die/der insbesondere mit kleinen Maßnahmen spürbare Verbesserungen direkt in den Quartieren anstößt.
Unsere Ziele:
>>>Freie Gehwege zum entspannten nebeneinander Laufen.
>>>Falschparker konsequent kontrollieren.
>>>Automatische Poller für die Fußgängerzone und weitere sensible Bereiche.
>>>Flächen für Mülltonnen, Parkscheinautomaten, E-Scooter, Ladesäulen etc. von den Gehwegen auf die Fahrbahn verlagern.
>>>Die Einrichtung ausgewiesener E-Scooter-Parkflächen.
>>>Chronisch zugeparkte Gehwege – etwa südlich der Lincoln-Siedlung – mit Pollern oder Findlingen freihalten.
>>>In der Fußgängerzone das Projekt Miteinanderzone fortführen, Regeln verdeutlichen und ihre Einhaltung besser kontrollieren.
>>>Rad- und Wirtschaftsverkehr aus Parks verlagern.
3.2. Lückenschlüsse im Gehwegenetz
Darmstadt verfügt über ein weit ausgebautes Gehwegenetz – dennoch gibt es Lücken und Sanierungsbedarf. Trampelpfade zeigen oft deutlich, wo Menschen sichere Wege brauchen, etwa von der Rheinstraße zur neuen Fuß- und Radbrücke am TZ Rhein-Main. Diese „Abstimmung mit den Füßen“ greifen wir auf und bauen provisorische Wege zu vollwertigen Gehwegen aus – wie jüngst entlang der Jägertorstraße oder der Knell. An Hauptrouten sollen die heutigen „Schönwetterwege“ aus Sand oder Kies befestigt werden.
Durch Straßen unterbrochene Grünanlagen wollen wir wieder zusammenführen – etwa durch die Umgestaltung der Havelstraße in der Albert-Schweitzer-Anlage. An Kreuzungen setzen wir pragmatische Maßnahmen für mehr Sicht und Sicherheit um: Fahrradbügel oder feste Elemente halten Ecken frei, schaffen zusätzliche Radabstellplätze und verhindern illegales Parken.
Barrierefreiheit bleibt zentral: Abgesenkte Gehwege an Kreuzungen müssen schneller und flächendeckend umgesetzt werden. Zudem wollen wir Querungen für Fußgänger*innen sichtbarer machen, etwa durch eine groß angelegte Zebrastreifen-Offensive.
Ein weiterer Schwerpunkt ist die Ampelschaltung. In den letzten Jahren wurden im Zuge der Luftreinhaltepolitik an einigen Kreuzungen automatische Grünschaltungen für Fußgänger*innen abgeschafft (Bettelampeln), um den Kfz-Verkehr zu verflüssigen. Mit der Mobilitäts- und Antriebswende verbessert sich die Luftqualität deutlich – deshalb wollen wir, dass Fußgänger*innen wieder parallel zum Autoverkehr automatisch Grün erhalten, wie etwa an der Kreuzung Neckarstraße/Elisabethenstraße.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>>Lücken im Gehwegenetz geschlossen und Trampelpfade zu sicheren Wegen ausgebaut werden,
>>>Kreuzungen barrierefrei und fehlertolerant gestaltet werden – mit abgesenkten Gehwegen und zusätzlichen Zebrastreifen,
>>>Zugeparkte Ecken schnell und pragmatisch freigeräumt werden, z. B. mit der Installation von Fahrradbügeln,
>>>Bettelampeln zurückgebaut und automatische Grünschaltungen für Fußgänger*innen wieder eingeführt werden.
3.3. Besetzt und bespielt die Stadt! – Gehwege als Aufenthaltsräume
Zu einer fußgängerfreundlichen Stadt gehört mehr als sichere und barrierefreie Wege. Auch die Aufenthaltsqualität spielt eine zentrale Rolle: Wer zu Fuß unterwegs ist, soll Möglichkeiten finden, sich auszuruhen, im Schatten zu verweilen oder spontan ins Spiel zu kommen.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> mehr Bänke, Sitz- und Anlehnelemente in der Stadt installiert werden, auch durch Parklets,
>>> das Programm Bespielbare Innenstadt fortgeführt und durch Fitnessgeräte in öffentlichen Anlagen ergänzt wird,
>>> zusätzliche Bäume gepflanzt, neue Schattenspender geschaffen und mehr öffentliche Trinkwasserspender aufgestellt werden.

Autos werden auch in Zukunft ein Teil der Mobilität in Darmstadt sein – sei es im Wirtschaftsverkehr, im Rettungswesen oder für größere Transporte. Auch wir GRÜNE nutzen Autos als Fahrende oder als Mitfahrende.
Gleichzeitig ist klar: Der Trend zu immer mehr und immer größeren Fahrzeugen mit immer weniger Mitfahrenden kann nicht fortgesetzt werden. Unser Straßenraum ist begrenzt, Darmstadt stand zeitweise kurz vor dem Verkehrskollaps. Die begonnene Trendumkehr – weniger Autoverkehr, mehr Umweltverbund – muss deshalb konsequent weitergeführt werden. Jeder Weg, der nicht mit dem Auto zurückgelegt wird, entlastet die Straßen und kommt auch denjenigen zugute, die weiterhin auf das Auto angewiesen sind.
Die Erneuerung der Rheinstraßenbrücke ist überfällig. Ihre Sperrung konnte nur deshalb abgefedert werden, weil wir GRÜNE seit 2011 – nach jahrzehntelangem Stillstand – endlich die südlichen Umleitungsbrücken ertüchtigen ließen. Das Umleitungskonzept funktioniert deutlich besser als zunächst befürchtet, auch wenn es im Detail weiter optimiert werden muss. 
>>> Im Zuge der nun anstehenden Überplanung der Rheinstraßenbrücke setzen wir uns für eine zügige Umsetzung ein – mit möglichst geringen Abhängigkeiten von der darunterliegenden Eisenbahnstrecke.
4.1. Schlüsselprojekt Verträglicher Autoverkehr 
Wir GRÜNE wollen eine Stadt, in der der verbleibende Autoverkehr so leise, sicher und sauber wie möglich ist. Unser Ziel ist klar: weniger Lärm, weniger Schadstoffe und keine schweren Unfälle. Damit schaffen wir mehr Lebensqualität für alle.
>>> Überall, wo Menschen an Straßen wohnen, setzen wir auf Tempo 30 – das senkt den Lärm, verringert Unfallrisiken und kostet kaum zusätzliche Fahrzeit.
>>> Mit Einbahnstraßen, Modalfiltern bzw. Diagonalsperren, die nur Fuß- und Radverkehr durchlassen, verlagern wir den Durchgangsverkehr konsequent auf die Hauptstraßen und entlasten so die Quartiere.
>>> Die bestehende Umweltzone hat ihre Wirkung auf die Luftqualität bewiesen – sie bleibt erhalten.
>>> Wir fördern die Antriebswende hin zu Elektromobilität durch den Ausbau der öffentlichen und privaten Ladeinfrastruktur – für eine spürbar leisere und gesündere Stadt. Alle Darmstädter*innen sollen innerhalb von 300 Metern um ihr Wohngebäude einen Ladepunkt vorfinden können. Zudem sorgen wir dafür, dass vor allen öffentlichen Gebäuden Ladepunkte entstehen.
4.2. Parkraum: effizient nutzen und gerecht gestalten
 In den letzten Jahren haben wir wichtige Fortschritte bei der Parkraumentwicklung erzielt: Quartiersgaragen für die Lincoln-Siedlung wurden gebaut, für das Ludwigshöhviertel sind sie auf den Weg gebracht, und die Tiefgarage unter dem Friedensplatz ist wieder in städtischem Eigentum. Zudem wurde die Bewirtschaftung auf weitere Quartiere ausgeweitet.
>>> Um das Parken künftig gebündelt aus einer Hand und gezielt weiterzuentwickeln, schaffen wir eine neue zentrale Gesellschaft in der Stadtwirtschaft. Sie soll Parkraum vermarkten, zusätzliche Flächen anmieten und private Parkplätze – etwa von Supermärkten, das TU-Parkhaus im Martinsviertel oder Stellflächen entlang der Kasinostraße – auch nachts zugänglich machen.
Wir setzen den eingeschlagenen Weg der Parkraumbewirtschaftung für Quartiere mit hohem Parkdruck entschlossen fort.
>>> Die Kontrolle in bewirtschafteten Gebieten bauen wir aus, damit Anwohnende mit Parkausweis tatsächlich einen Vorteil haben.
>>> Wir prüfen digitale Kontrollsysteme wie Scancars und begleiten Pilotprojekte, um eine moderne und effiziente Überwachung zu ermöglichen.
>>>Wir wollen die Anwohnerparkgebühren staffeln: Für große Autos soll künftig mehr bezahlt werden als für kleine.
Carsharing ist ein zentraler Schlüssel zur Entlastung des Parkraums. Jedes geteilte Auto ersetzt mittelfristig bis zu 20 private Fahrzeuge – dafür haben wir stadtweit Carsharing-Stationen geschaffen.
>>> In der nächsten Wahlperiode wollen wir die Zahl dieser Carsharing-Stationen verdoppeln.
Auch die Antriebswende spielt beim Parken eine Rolle.
>>> Wir fördern sie mit einem konsequenten Ausbau der Ladeinfrastruktur für Elektroautos.
>>> Die Stellplatzsatzung entwickeln wir kontinuierlich weiter – mit klaren Vorgaben für Fahrradabstellplätze, Begrünung von Stellflächen und einer maßvollen Stellplatzbaupflicht.
>>> Freiwerdende Flächen sollen nicht allein für Autos genutzt werden, vielmehr ist die Aufenthaltsqualität im Quartier mit Pflanzkübeln, Stadtmöbeln, densogenannten Parklets, Sitzgelegenheiten oder Spielgeräten zu verbessern.
4.3. Straßenaufteilung und Führung hinterfragen
Wo Straßen mehr Raum einnehmen, als für den Autoverkehr tatsächlich nötig ist, wollen wir Flächen neu verteilen. Breite oder doppelte Fahrspuren können zu schmaleren, einspurigen Straßen werden. Mit dem neuen Instrument breiter Schutzstreifen und schmaler Kernfahrbahn – wie demnächst in der Dieburger Straße – orientieren wir uns an erfolgreichen Beispielen aus den Niederlanden.
Baustellen bieten die Möglichkeit, neue Verkehrsführungen zu testen. So zeigte die Sanierung am Kleinen Haus des Staatstheaters, dass die Straße auch mit zwei statt vier Fahrspuren gut funktioniert. Verkehrsversuche wie auf dem Cityring, in der Heidelberger oder der Nieder-Ramstädter Straße helfen, Planungsprozesse zu beschleunigen, indem Ideen praktisch erprobt und anschließend angepasst werden.
>>> Wir führen auch künftig kontinuierlich Verkehrsversuche durch, um dauerhafte Umgestaltungen vorzubereiten. Der gewonnene Platz soll für sichere Geh- und Radwege sowie für mehr Grün genutzt werden.
>>> Jede größere Baustelle begreifen wir als Verkehrsversuch, um neue Aufteilungen zu erproben.
>>> Im Zuge der anstehenden Sanierung des Citytunnels testen wir, ob das Modell des großen Einbahnstraßenrings bleibt oder ob Zweirichtungsverkehr direktere Verbindungen ermöglicht, um den Cityring in der Kirch- und Holzstraße zu entlasten. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
>>> Auch bei geplanten Neubauprojekten bleiben wir kritisch: Sowohl bei der Planstraße A als auch der Westranderschließungsstraße warten wir die Entwicklung ab.

Wenn wenige Menschen Auto fahren und viele Menschen den Umweltverbund nutzen, profitiert davon vor allem der Wirtschaftsverkehr.
5.1. Paket- und Lieferverkehr erleichtern und ordnen
Der Lieferverkehr nimmt stetig zu und sorgt vielerorts für Probleme – etwa durch wildes Parken von Paketdiensten. Die Fahrer*innen stehen unter großem Zeitdruck, gleichzeitig fehlen oft geeignete Kurzzeitparkplätze. Wir haben Verständnis für die Situation, wollen aber die Rahmenbedingungen so verbessern, dass Konflikte gar nicht erst entstehen.
>>> Wir schaffen zusätzliche Ladezonen, die klar geregelt sind und zuverlässig kontrolliert werden.
>>> Wir stellen mehr Flächen für Paketboxen zur Verfügung, die allen Anbietern offenstehen – sowohl auf städtischen Grundstücken als auch im Rahmen neuer Bebauungsplanverfahren.
5.2. Stadt und Stadtwirtschaft als Vorbild
 Die Stadt und ihre Tochterunternehmen zeigen an vielen Stellen schon heute, dass nachhaltige Mobilität alltagstauglich ist. Der städtische Fuhrpark wird bereits Schritt für Schritt auf Elektroantriebe umgestellt, mehr und mehr Nutzfahrzeuge sind elektrisch unterwegs. Bei Sonderfahrzeugen wie Müllautos ist die Umstellung technisch noch herausfordernd, doch auch hier treiben wir den Wandel voran.
Für die Mitarbeitenden in Verwaltung und Stadtwirtschaft setzen wir auf attraktive Alternativen: Mit dem Jobticket wird schon lange eine umweltfreundliche Option angeboten, künftig soll dies durch Jobrad-Modelle konsequent ergänzt und ausgebaut werden. 
Wir GRÜNE wollen:
>>> den städtischen Fuhrpark weiterhin konsequent auf Elektroantriebe umstellen,
>>> das Jobticket in der Stadtverwaltung erhalten und durch Jobrad-Angebote ergänzen,
>>> die Vorbildrolle von Politik und Verwaltung stärken, indem GRÜNE Dezernent*innen weiterhin auf exklusive Dienstwagen verzichten und stattdessen auf Dienst- und Jobräder sowie geteilte Elektroautos zurückgreifen.
5.3. Sonderparkausweise für Handwerk und Pflegedienste bekannter machen
 Der regionale Handwerkerparkausweis und die Sonderparkausweise für Pflegedienste sind Erfolgsmodelle: Sie ermöglichen bestimmten Berufsgruppen das Parken dort, wo es für ihre Arbeit unverzichtbar ist. Noch sind diese Angebote jedoch nicht ausreichend bekannt.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, die Sonderparkausweise für Handwerker*innen und Pflegekräfte stärker zu bewerben, damit sie flächendeckend genutzt und die Arbeit dieser wichtigen Berufsgruppen erleichtert wird.

Ein leistungsfähiger und attraktiver Öffentlicher Nahverkehr (ÖPNV) ist das Rückgrat der Mobilitätswende. Deshalb wollen wir den ÖPNV in Stadt und Region gemeinsam weiterentwickeln und seine Rolle als zentrale Säule einer nachhaltigen Mobilität stärken.
6.1. Gemeinsame ÖPNV-Verantwortung mit dem Landkreis
Mobilität endet nicht an Stadtgrenzen. Seit über 25 Jahren ist die Darmstadt-Dieburger Nahverkehrsorganisation (DADINA) ein Erfolgsmodell für die enge Zusammenarbeit der Stadt Darmstadt mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg. Sie steht für sachorientierte Arbeit, Transparenz und gemeinsame Verantwortung.
Ein gut verzahntes Nahverkehrsangebot in Stadt und Landkreis entlastet Straßen, reduziert den Autoverkehr und schafft attraktive Alternativen für Pendler*innen.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, die DADINA als gemeinsame und unabhängige ÖPNV-Organisation von Stadt und Landkreis zu erhalten und zu stärken.
6.2. Erfolgsmodell Neues Linienkonzept verstetigen und ausbauen
 Mit dem neuen ÖPNV-Konzept haben wir erreicht, dass auf vielen Linien ein 10-Minuten-Takt, teilweise sogar ein 5-Minuten-Takt angeboten wird. An diesen 
Erfolg wollen wir anknüpfen und die letzten Ausbaustufen – etwa die Linie 10 von Kranichstein zum Hauptbahnhof – konsequent umsetzen.
Die durch Einsparungen entstandene nächtliche Taktlücke wollen wir rückgängig machen und dafür sorgen, dass der ÖPNV rund um die Uhr verfügbar ist. Gleichzeitig bleibt es eine Daueraufgabe, das Liniennetz zu überprüfen und an die Stadtentwicklung anzupassen. Dabei unterstützt uns die digitale Messung von Fahrgastströmen, die derzeit aufgebaut wird: Sie macht sichtbar, wo neue Direktverbindungen oder zusätzliche Umsteigepunkte sinnvoll sind.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass:
>>> das derzeit stark sternförmig auf den Luisenplatz ausgerichtete Netz um Querschnittslinien ergänzt wird,
>>> das Klinikum und das Bioversum eine direkte ÖPNV-Anbindung erhalten,
>>> im Westen Darmstadts die Linienwege von H, K, R und 40 an den Strukturwandel angepasst werden und die Machbarkeit einer Straßenbahn geprüft wird,
>>> das Nachtnetz neu gedacht wird: mit einer besseren Anbindung des Hauptbahnhofs an die Taktknoten und flexibleren Linienwegen, sodass Viertel nachts mit einer statt zwei Linien versorgt werden können,
>>> aus allen großen Stadtteilen direkte Nachtverbindungen zum Hauptbahnhof geschaffen werden.
Der HeinerLeiner als Premium-Ergänzung des ÖPNV kann derzeit nicht wirtschaftlich im Rund-um-die-Uhr-Betrieb gefahren werden. 
>>> Wir optimieren den aktuell reduzierten Betrieb des On-Demand-Angebots HeinerLeiner weiter und sorgen so für einen guten Kompromiss zwischen Kosten und Angebot.
6.3. Fuhrpark modernisieren – Erfolgsmodell Elektromobilität fortsetzen
Die HEAG mobilo steht seit über 100 Jahren für Elektromobilität in Darmstadt und der Region. Mit der Umstellung von inzwischen zwei Dritteln der Busflotte auf Elektroantrieb konnten die positiven Effekte noch einmal deutlich verstärkt werden: leisere Busse für Anwohner*innen, weniger Abgase für alle und ein modernes, komfortables Angebot für die Fahrgäste.
Die Mindestanforderung von vermeintlich emissionsarmen HVO100-Kraftstoffen im DADINA-Gebiet reicht uns nicht aus. Wir setzen stattdessen auf eine klare Priorität für emissionsfreie Fahrzeuge.
Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass
>>> HVO100 maximal nur als zeitlich eng befristete Übergangslösung genutzt wird,
>>> die gesamte Busflotte in Stadt und Landkreis bis zum Ende der Wahlperiode auf Elektromobilität umgestellt wird – mit Ausnahme weniger Ersatzbusse. 
>>> Wir unterstützen die HEAG mobilo dabei, die neuen Straßenbahnen des Typs TINA vom Hersteller so anpassen zu lassen, dass sie rumpelfrei und geräuscharm verkehren. So können die Vorteile der höheren Kapazität und des modernen Designs schon bald stadtweit zum Tragen kommen.
6.4. Infrastruktur ausbauen
Barrierefreiheit, leistungsfähige Knotenpunkte und ein konsequenter Ausbau der Straßenbahn sind die Grundlage für einen attraktiven ÖPNV. Wir wollen hier zügig vorankommen.
Unsere Ziele:
>>> Barrierefreiheit verbessern: Für die Haltestellen Böllenfalltor, Nordbahnhof, Eberstadt Wartehalle und punktuell am Luisenplatz entwickeln wir schnelle, auch provisorische Lösungen – etwa barrierefreie Einstiege im Bereich einer Tür. Mittelfristig planen wir dauerhafte Umbauten, am Luisenplatz allerdings mit unvermeidbaren Kompromissen aufgrund der Platzsituation, aber auch Abstrichen beim Denkmalschutz des Platzes.
>>> Zentrale Umbauprojekte: Das große Projekt Bismarckstraße/Willy-Brandt-Platz und die restliche Frankfurter Straße wird fertiggestellt.
>>> Straßenbahn nach Wixhausen: Wir bekennen uns klar zur Anbindung als zukunftsfähigen Nahverkehr. Belastungen während der Bauzeit sind nachvollziehbar, dürfen aber nicht über den Nutzen für die nächsten Jahrzehnte entscheiden. Nachteile der geprüften Trassen wollen wir durch Optimierungen des Streckenverlaufs und Flächensicherung ausräumen.
>>> Neue Verbindungen: Die Verlängerung der Linie 3 und der Lückenschluss vom Ludwigshöhviertel zur Heidelberger Straße werden umgesetzt. Mit der Linie 3 als Ringlinie entstehen neue Querverbindungen, die das Netz langfristig und auch temporär bei Baustellen oder Unfällen flexibler machen.
>>> Regionale Schienenprojekte: Nach Abschluss der Nutzen-Kosten-Untersuchung treiben wir die Straßenbahn nach Weiterstadt – Roßdorf – Groß-Zimmern voran. Verzögert sich die Umsetzung in einer Gemeinde, bauen wir zunächst bis zur Stadtgrenze und richten dort Umstiege vom Bus auf die Straßenbahn ein. Durch den Kauf von Zweirichtungsfahrzeugen sichern wir in diesem Fall die Möglichkeit eines schrittweisen Weiterbaus ohne Wendeschleifen.
Den Ausbau Griesheim – Wolfskehlen – Goddelau unterstützen wir, auch wenn Darmstadt selbst hier nur eine begrenzte Rolle spielt.
Jede neue Schienenverbindung in die Region stärkt den Umweltverbund, schafft neue Wege und entlastet die Stadt.
6.5. Straßenbahnnetz langfristig weiterentwickeln – Entscheidungen heute treffen
Darmstadt wächst und damit die Zahl der Fahrgäste. Schon heute zeigen die neuen TINA-Straßenbahnen mit 43 Metern Länge, wie sehr sich die Kapazität steigern lässt. In anderen Städten wie Mannheim oder Heidelberg fahren bereits 60-Meter-Bahnen – auch für Darmstadt ist das eine Perspektive.
>>> Damit wir mittelfristig diese Kapazitäten erreichen können, müssen wir schon heute bei allen Sanierungs- und Ausbauprojekten längere Haltestellen mitdenken und planen. So schaffen wir die Voraussetzungen, künftig auch 60-Meter-Fahrzeuge einsetzen zu können.
Ein weiteres Dauerthema sind die Oberleitungsmasten, die das Stadtbild prägen.
>>> Um ihre Zahl mittelfristig zu verringern, prüfen wir Verpflichtungen für Gebäudeeigentümer*innen entlang bestehender und geplanter Strecken, bei Neubauten oder größeren Sanierungen die Voraussetzungen für Wandanker zu schaffen.
Auch der Luisenplatz leidet unter der Vielzahl an ein- und ausfahrenden Fahrzeugen. Die nachhaltigste Entlastung entsteht durch die Verlagerung der Weiterstädter und Ostkreis-Busse auf leistungsfähige Straßenbahnen.
>>> Bis zur Umsetzung dürfen auch Zwischenlösungen – wie die Verlagerung von Buslinien an den Mathildenplatz – kein Tabu sein, auch wenn sie die Attraktivität von Umsteigeverbindungen vorübergehend reduzieren.
Kurzfristig bleibt entscheidend, provisorische barrierefreie Ausstiege an allen Innenstadthaltestellen einzurichten, damit der ÖPNV für alle zugänglich bleibt.
6.6. Einfach zum Ticket – Deutschlandticket sichern, Vorverkauf stärken
Wichtig ist uns, den Vorverkauf von Papierfahrkarten über Kioske und andere nachbarschaftliche Geschäfte auszubauen und stadtweit sicherzustellen.
Zentral bleibt das Deutschlandticket: Der Bund muss die Finanzierung sichern und das Ticket günstig halten. Statt in technisch aufwendige Lösungen wie BeIn/BeOut zu investieren, fordern wir den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) auf, die Mittel in ein einfaches und verständliches Tarifsystem zu lenken. Wenige klar strukturierte Tickets – digital wie analog erhältlich – reichen aus und schaffen finanzielle Freiräume für mehr Fahrleistung im ÖPNV.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> den Ticketvorverkauf über Kioske und kleine Geschäfte,
>>> ein vereinfachtes Tarifsystem,
>>> ein Aussetzen der Strafanzeigen für wiederholtes Schwarzfahren bis zu einer bundesweiten Neuregelung der Gesetzeslage. Das Bestrafen über das erhöhte Beförderungsentgelt ist ausreichend.
6.7. Hessenexpress
Darmstadt braucht nach Jahren der Planung endlich eine schnelle Anbindung an die Landeshauptstadt Wiesbaden und den Flughafen Frankfurt. Die Verantwortung für die Planung liegt zwar vor allem beim Land und beim Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV), doch wir GRÜNE setzen uns mit Nachdruck dafür ein, dass der Hessenexpress in der kommenden Wahlperiode Realität wird.
6.8. Ausbau Odenwaldbahn
Die Odenwaldbahn ist eine zentrale Verkehrsachse für viele Pendler*innen aus der Region. Damit sie auch künftig leistungsfähig bleibt, braucht es mehr Kapazität und moderne Technik. Kurzfristig müssen zusätzliche Fahrzeuge bereitgestellt werden, um die wachsende Nachfrage zu decken. Mittelfristig braucht es den Ausbau von Bahnsteigen für längere Züge sowie – wo möglich – zweigleisige Abschnitte, die eine dichtere Taktung ermöglichen.
>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, dass spätestens mit dem neuen Verkehrsvertrag die Umstellung auf batteriebetriebene Fahrzeuge erfolgt. Durch verlängerte Bahnsteige wollen wir den Einsatz längerer Züge ermöglichen und so die Kapazität erhöhen. Damit leisten wir einen spürbaren Beitrag zu weniger Lärm und sauberer Luft in der Region.
6.9. S-Bahn über Dieburg ins Offenbacher Land
Mit der Verlängerung der S-Bahn aus Ober-Roden/Rödermark über Dieburg nach Darmstadt entsteht eine Ringverbindung Darmstadt–Frankfurt–Offenbach, die auch die angrenzenden Gemeinden besser anbindet. So werden neue Direktverbindungen möglich, die den Pendelverkehr deutlich erleichtern.
6.10. Weitere Verbesserungen im Schienenverkehr
Neben dem Ausbau von Strecken braucht es bessere Verknüpfungspunkte zwischen Schienenverkehr und Stadt. Dabei stehen für uns konkrete Projekte im Vordergrund:
>>> Der Hauptbahnhof Darmstadt ist zu Stoßzeiten überlastet. Mittelfristig muss hier ein zweiter Fußgängersteig durch die DB InfraGO gebaut werden.
>>> Der Bahnübergang Judenteich muss durch die DB InfraGO so ausgebaut werden, dass auch große Fahrräder sicher queren können.
>>> Der Nordbahnhof wird saniert und barrierefrei zugänglich gemacht.
>>> Der Südbahnhof erhält eine bessere Anbindung nach Westen in Richtung Heimstättensiedlung durch den Weiterbau der Fußgängerbrücke.
>>> Beim Bahnübergang Jägertorstraße setzen wir uns für sachliche, realistische und finanzierbare Lösungen ein.

 Die Anbindung Darmstadts an das ICE-Hochgeschwindigkeitsnetz und den Deutschlandtakt ist ein Meilenstein für unsere Stadt und die gesamte Region. Damit ist langfristig gesichert, dass Darmstadt Teil einer leistungsfähigen und klimafreundlichen Verkehrsinfrastruktur in Europa bleibt.
Mit der festgelegten Trassenführung wurden viele zentrale Forderungen von uns Darmstädter GRÜNEN berücksichtigt. Besonders wichtig ist uns, dass die Strecke im Bereich der Heimstättensiedlung überwiegend im Tunnel verläuft und Eingriffe in den Westwald sowie dessen Zerschneidung auf ein Minimum reduziert werden.
Als verlässliche Partner*innen in der Region geht es uns nicht nur um Darmstadt selbst, sondern auch um die Nachbarkommunen entlang der Main-Neckar- und der Riedbahn. Auch sie profitieren, weil der nächtliche Güterverkehr spürbar abnimmt.
Für Darmstadt bedeutet die neue Trasse einen deutlichen Zugewinn an Fernverkehrsverbindungen. Bahnreisen werden schneller, komfortabler und attraktiver – eine entscheidende Voraussetzung, um Kurzstreckenflüge zu vermeiden und die Klimaziele zu erreichen.
Auch der Nahverkehr wird profitieren: Die Fahrzeit nach Wiesbaden verkürzt sich künftig auf rund 30 Minuten, und die Main-Neckar- sowie die Riedbahn erhalten mehr Kapazitäten für den Regionalverkehr. Das kommt insbesondere den vielen Pendler*innen aus der Region zugute.
>>> Wir setzen uns beim Bund und der Deutschen Bahn dafür ein, dass die Belastungen für Anwohner*innen während der Bauzeit so gering wie möglich gehalten werden.
>>>Wir fordern eine Verlängerung des Tunnels entlang der Eschollbrücker Straße bis zur A5, um zusätzlichen Schutz für Mensch und Natur zu schaffen.
>>>Gemeinsam mit den Nachbarkommunen kämpfen wir für umfassenden, auch übergesetzlichen Lärmschutz an den Bestandsstrecken.
>>> Für die Realisierung des Projekts plädieren wir für die Einrichtung eines Projektbeirats, der Transparenz schafft und die Beteiligung der Region sicherstellt.

Die vergangenen Jahre waren von multiplen Krisen und viel Verunsicherung geprägt. Steigende Lebenshaltungskosten und die Sorge um soziale Sicherheit und Wohlstand belasten die Menschen. Politische Kräfte am rechten Rand – aber leider nicht nur dort – versuchen, diese Situation zu nutzen: Sie verharmlosen die Klimakrise, machen Klimaschutz lächerlich oder stellen ihn als Ursache aller Kostenprobleme in Bauen, Wohnen, Mobilität und Energie dar. Manche erklären ihn sogar für verzichtbar – damit alles wieder ist, „wie es einmal war“. Diese Haltung begegnet uns global, bundes- und landesweit, aber auch lokal.

 Wir GRÜNE sind in dieser Situation in Darmstadt die unverzichtbare Konstante: mit Gestaltungskraft, Gestaltungswillen und klarem Kompass. Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente gehen nur mit uns. Mit dem Amt für Klimaschutz und Klimaanpassung haben wir in der Verwaltung vorbildliche Strukturen geschaffen. Sie zeigen, welche Bedeutung Klimaschutz haben muss – und wie man ihn kraftvoll auf den Weg bringt.

Wir GRÜNE stehen zu den Zielen der Klimaneutralität. Wir setzen auf Klimaschutz- und Klimaanpassungsmaßnahmen > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur, die den konkreten Nutzen für die Menschen in der Stadt im Blick haben: Entlastung der Haushaltseinkommen mittel- und langfristig, Versorgungssicherheit vor Ort und Unabhängigkeit von Diktator*innen, die nach Belieben an der Preisschraube drehen.

>>> Wir GRÜNE sagen klar und deutlich: Runter vom Gas! So schnell wie machbar, so weit wie machbar. Bezahlbarkeit und Versorgungssicherheit brauchen Erneuerbare Energien.

Wir GRÜNE sagen auch selbstbewusst: Darmstadt hat in den letzten Jahren riesige Schritte im Klimaschutz und in der Energiewende gemacht. Darauf sind wir gemeinsam mit allen Darmstädter*innen stolz. Ohne unseren Einsatz, unseren Willen, dicke Bretter zu bohren und zugleich kluge Kompromisse einzugehen, wäre das nicht möglich gewesen.

>>> Wir machen unsere Energieversorgung lokal, bezahlbar, erneuerbar und enkeltauglich. Wir stehen für lokale Wertschöpfung und Investitionen in Erneuerbare statt für den Abfluss von Geld ins Ausland für Öl und Gas.

Dabei gilt: Ehrlichkeit und Transparenz sind unverzichtbar. Wasserstoff ist kein Ersatz für die heimische Gasheizung. Er wird ein teures Nischenprodukt bleiben – vor allem für industrielle Anwendungen. Wir GRÜNE verfolgen diesen Irrweg nicht. Wir gaukeln niemandem vor, dass Wasserstoff die Lösung für Privathaushalte ist.

>>> Wir GRÜNE halten am Ziel fest, dass Darmstadt im direkten Einflussbereich des Magistrats bis 2035 klimaneutral sein soll. Auf dieser Basis stellen wir die Weichen für die Klimaneutralität der Stadtwirtschaft und der Gesamtstadt.> Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt

>>> Für die städtischen Liegenschaften wollen wir ein Energy-Reporting einführen. Ein jährlicher Energiebericht soll zeigen, wie sich Energieeffizienz, Wirtschaftlichkeit und Nutzung regenerativer Energien entwickeln.

Das Energy-Reporting macht deutlich, wie viel Geld aus Darmstadt in regionale Wertschöpfungsketten fließt – statt in fossiles Öl und Gas. Als nächsten Schritt wollen wir ein solches Reporting mit vertretbarem Aufwand für die Gesamtstadt ermöglichen, zum Beispiel durch Modellierungen. So wird für alle sichtbar, wo wir in der Energiewende stehen, und die regionale Wirtschaft wird gestärkt.

In der vergangenen Wahlperiode wurde unter GRÜNER Führung eine Kommunale Wärmeplanung erstellt. Wir GRÜNE werden sie weiterhin begleiten und bei allen Fortschreibungen konsequent auf erneuerbare Umweltwärme setzen.
>>> Unser Ziel ist es, allen Bürger*innen ein Angebot für eine erneuerbare Heizungslösung zu machen – entweder mit Wärmepumpe oder durch einen Anschluss an Wärmenetze in enger Kooperation mit dem städtischen Energieversorger ENTEGA. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt  
Für die Dekarbonisierung der Darmstädter Wärmenetze, für Unabhängigkeit, Versorgungssicherheit und stabile Preise für die Kund*innen müssen zusätzliche Energiequellen erschlossen werden. Dazu zählen die Abwärme aus Abwasser und Rechenzentren – deren Nutzung wir GRÜNE mit einem Beschluss in der Stadtverordnetenversammlung abgesichert haben –, alle Formen der Geothermie, für die Darmstadt insbesondere im Westen beste Potenziale für mitteltiefe und tiefe Nutzung aufweist (auch interkommunal nutzbar), sowie Großwärmepumpen als Teil eines modernen Wärmenetzes.
>>> Das ist unser GRÜNES Ziel: zukunftssichere Wärmenetze für Darmstadt. Dafür setzen wir uns ein.> Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt  
>>> Wir unterstützen die ENTEGA darin, in der Energiewende Kurs in Richtung Klimaneutralität zu halten.
Leider lässt der Bund die Energieversorger – und damit die Kund*innen – auf diesem Weg finanziell allein. Der Ausbau der Wärmenetze muss eigenwirtschaftlich getragen werden. Das sehen auch wir GRÜNE realistisch. Gerade deshalb gilt: Wenn Abwärme aus dem Müllheizkraftwerk genutzt wird, dann technologisch und ökologisch so effizient wie möglich. Aus unserer Sicht bedeutet das: perspektivisch mit einer örtlichen CO₂-Abscheidung und -Speicherung (Carbon Capture and Storage, CCS). > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt  

Darmstadt ist Wissenschaftsstadt. Kooperationsprojekte zwischen Verwaltung, Stadtwirtschaft und Wissenschaft haben sich bewährt und bringen großen Mehrwert – für die Partner*innen und vor allem für die Menschen in unserer Stadt. Diese Zusammenarbeit wollen wir im Bereich Energie und Klimaschutz fortführen und weiter intensivieren.
Ein Beispiel ist Delta, das Schaufenster für die urbane Energiewende mit energieoptimierten Quartieren, federführend von der TU Darmstadt umgesetzt und vom Bund gefördert. Solche Projekte zeigen: Wissenschaftliche Exzellenz aus Darmstadt wirkt direkt vor Ort.
>>> Unser Ziel bleibt es, bis 2030 auf allen geeigneten stadteigenen Dächern Photovoltaikanlagen installiert zu haben. Dafür braucht es in der kommenden Wahlperiode einen Umsetzungsturbo beim städtischen Immobilienmanagement (IDA). 
>>> Auch die energetische Sanierung und Ertüchtigung des stadteigenen Gebäudebestands muss konsequent vorangetrieben werden – mit ausreichenden Mitteln, mehr Personal und festen Planstellen für das Energiemanagement. So können Verbräuche reduziert, Energiekosten gesenkt und die Gebäudetechnik für gutes Lernen, Arbeiten und Sport treiben optimal genutzt werden. Mit Nachhaltigkeitsstandards für die städtischen Gebäude haben wir wichtige Maßstäbe geschaffen. Diese sollen auch weiter umgesetzt werden. Beim sommerlichen Hitzeschutz setzen wir auf pragmatische Lösungen. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur
Ein zentraler Motor der energetischen Sanierung im Wohnungsbau ist die bauverein AG. Ihre Sanierungen – insbesondere bei Nachkriegsbauten – erreichen Einsparungen von über 80 Prozent beim Endenergiebedarf und bei den CO₂-Emissionen. Gleichzeitig war die bauverein AG eines der wenigen öffentlichen Wohnungsbauunternehmen, das trotz Baukrise im Neubau aktiv blieb, vor allem in der Lincoln-Siedlung und im Ludwigshöhviertel. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
>>> Wir GRÜNE unterstützen diesen klaren Kurs: Investitionen dort, wo sie den größten Nutzen für Klima und Mieter*innen bringen. Mit dem **Mieter*innenstrommodell**, das heute schon in über 100 Liegenschaften, darunter z.B. der Mathildenhof, angeboten wird, zeigt die bauverein AG zudem, wie Klimaschutz und direkte Vorteile für Bewohner*innen Hand in Hand gehen.
>>> Sobald es die kommunale Haushaltslage erlaubt, wollen wir der bauverein AG einen Sanierungsbooster ermöglichen – für soziales, bezahlbares und klimafreundliches Wohnen in Darmstadt.
>>> Bei Neubauten und Bauvorhaben städtischer Beteiligungen halten wir am EH40-Standard fest, bei Sanierungen in der Regel am EH55-Standard. So verbinden wir Klimaschutz, Wirtschaftlichkeit und langfristige Fördermittel optimal. Im Neubau wollen wir Schritt für Schritt zu Plus-Energie-Gebäuden übergehen, die nicht nur sich selbst versorgen, sondern auch ihre Quartiere mit Energie stärken.
Auch die Mobilitätswende ist von hoher Bedeutung für den Klimaschutz. Die Reduktion von Emissionen im Straßenverkehr durch den Ausbau der Fuß- und Radwegeinfrastruktur sowie eines elektrifizierten Öffentlichen Nahverkehrs (ÖPNV) sind effiziente Maßnahmen für Gesundheitsschutz, Luftreinhaltung und Klimaschutz. > Leiser Verkehr – lebenswerte Stadt
In einer Stadt, in der nicht in jedem Vorgarten ein Stromanschluss möglich ist, kommt dem Ausbau der öffentlichen Lade- und Schnellladeinfrastruktur eine besondere Bedeutung zu.
>>> Wir GRÜNE stehen hier an der Seite der ENTEGA, die diesen Bedarf erkannt hat und gemeinsam mit der Stadtverwaltung vorantreibt. Unser Credo: Wer in seinem Wohnumfeld Strom tanken möchte, soll einen Ladepunkt in vertretbarer fußläufiger Entfernung vorfinden können. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt
Auch bei der Ertüchtigung und dem Ausbau der Stromnetze als Basis der Energiewende sehen wir GRÜNE große Chancen – insbesondere durch den Aufbau von Batteriespeichern. Sie ermöglichen es, Tages- und Wochenspitzen in Erzeugung und Verbrauch von erneuerbarem Strom abzufangen und die Schwankungen des freien Strommarkts auszugleichen.
>>> Wir GRÜNE unterstützen entsprechende Batteriespeicher-Projekte ausdrücklich und sehen die ENTEGA als starke Akteurin, die hier in und für Darmstadt Maßstäbe setzen kann. > Wirtschaft & Wissenschaft: Motor für eine lebenswerte Stadt

Klimaschutz, Wärmewende und die gesamte Energiewende gehen nur zusammen – und nur gemeinsam mit der Bürgerschaft. In Darmstadt hat der Klimaschutz eine tiefe Einbettung in die Stadtgesellschaft. Ein großartiges Vorbild ist die Initiative heiner*energie mit ihren ehrenamtlichen Bürgersolarberater*innen. Ohne sie stünde der Solarausbau nicht dort, wo er heute ist.
>>> Die Unterstützung von heiner*energie setzen wir fort. Es soll weiter das sehr erfolgreiche Format der Solarpartys geben.
Auch die Stadtteilveranstaltungen „Zukunftssichere Wärme für…“, die in Zusammenarbeit mit der ENTEGA und der Effizienzklasse GmbH organisiert werden, haben sich bewährt. Sie informieren konkret über Wärmepumpen, räumen Heizungsmythen aus dem Weg und nehmen Verunsicherung. Dieses Format werden wir in allen Quartieren ausrollen, die nicht für einen Fernwärmeausbau infrage kommen.
Ein weiterer Baustein ist der Modernisierungskonvoi, den wir GRÜNE initiiert haben. Tausende Bürger*innen haben bereits eine kostenlose individuelle Beratung zu Sanierungsmöglichkeiten erhalten, wurden über Förderungen informiert und konnten die nächsten Schritte für ihr persönliches Klimaprojekt planen. Für uns ist klar: 
>>> Der Modernisierungskonvoi fährt weiter – er ist die zentrale Maßnahme für die Sanierung von Privatgebäuden in Darmstadt.
Auch der Klimapreis der Stadt, eine GRÜNE Idee, hat sich bewährt. Er macht Bürger*innen als Held*innen der Energiewende sichtbar und zeigt, wie erfolgreich die Sanierung der eigenen Immobilie sein kann.
>>> Wir GRÜNE werden den Klimapreis fortführen und ihn mit weiteren Formaten ergänzen, etwa Tagen der offenen Heizungskeller – Showrooms für Wärmepumpen und energetische Sanierung, direkt aus der Bürgerschaft für die Bürgerschaft.
 Wir wollen die Bürger*innen-Energiewende konsequent weitergehen, in enger Partnerschaft mit der ENTEGA. 
>>> So wollen wir prüfen, ob nach dem Vorbild der Heidelberger Stadtwerke mit ihrer KLIMA-INVEST auch in Darmstadt Bürger*innen in die großen Aufgaben der Energiewende wie den Fernwärmeausbau investieren können – etwa über einen Bürger*innenklimafonds. Ein gutes Beispiel dafür ist die Finanzierung der PV-Anlage auf dem Dach des Merck-Stadions am Böllenfalltor. 
Beteiligung heißt auch Energy Sharing auf Nachbarschaftsebene oder Mieter*innenstrommodelle. Damit können auch Menschen ohne eigene Immobilie Teil der Energiewende werden. Ein starkes Beispiel liefert die Feuerwehr Arheilgen mit ihrer Bürger*innenenergiegenossenschaft. 
>>> Bürger*innenenergiegenossenschaften werden wir in Zukunft noch stärker unterstützen. 
 Seit 2021 gibt es dank GRÜNER Initiative das Förderprogramm Photovoltaik für Privatleute, Vereine und kleine und mittelständige Unternehmen (KMU). Über 3.500 Anträge wurden bewilligt, mehr als 13,3 MWp Leistung sind so auf Darmstädter Dächer und Balkone gekommen. Das Programm ist nicht nur quantitativ ein Erfolg, sondern auch sozialpolitisch: Es fördert Balkonsolarmodule und Haushalte mit wenig Geld – und ermöglicht einkommensunabhängige Teilhabe an der Energiewende. 
Ebenso trägt der seit 2016 bestehende Elektrogerätetausch zu sozial gerechtem Klimaschutz bei. Die Stadt bezuschusst die Anschaffung energiesparender Kühlschränke für einkommensschwache Haushalte. 2022 wurden die Fördermittel verdoppelt und die Unterstützung unter bestimmten Bedingungen – etwa in Abhängigkeit von Familiengröße und Wohnverhältnissen – auf Wäschetrockner und Tiefkühlgeräte ausgeweitet.
Gleichzeitig bringen diese Programme Menschen in Kontakt mit Energieberater*innen und lösen Folgeinvestitionen aus, von denen Handel und Handwerk profitieren.
>>> Wir GRÜNE werden das Förderprogramm Photovoltaik fortführen und gezielt weiterentwickeln – mit besonderem Blick auf Haushalte, die nicht finanzkräftig sind.
Klimaschutz ist keine Verbotsorgie – er ist bürger*innenfreundliche Mitmachpolitik für alle. 
>>> Deshalb werden wir ein neues Förderprogramm für Fassaden- und Dachbegrünung, für Entsiegelung von Privatflächen und für Zisternen auf den Weg bringen. 
Zusammen mit einer Begrünungssatzung, die Schottergärten verhindert, trägt dies zu einem umfassenden Schwammstadt-Programm bei. > Nachhaltige Stadtentwicklung, lebenswerte Quartiere, wertvolle Natur 
Bundesförderungen, etwa beim Heizungstausch, unterstützen wir nachdrücklich – Förderquoten bis zu 70 Prozent und zinsgünstige Kredite sind unverzichtbar. Aber auch die kommunale Ebene muss ihren Beitrag leisten. 
>>> Wir GRÜNE beabsichtigen deshalb ein neues Förderprogramm für energetische Sanierung von Gebäuden im Besitz von Privatleuten, Vereinen und kleinen und mittelständischen Unternehmen (KMU), um die Sanierungsrate in Darmstadt deutlich zu erhöhen. Zwei Prozent jährlich sind das Minimum.

*Was ist KLIMA-INVEST?
Bei Modellen wie KLIMA-INVEST können Bürger*innen selbst Geld in konkrete kommunale Klimaschutzprojekte investieren – zum Beispiel in Fernwärme, Photovoltaikanlagen oder Energieeffizienzmaßnahmen. Statt dass ausschließlich die Stadt oder die Stadtwerke Projekte finanzieren, können sich Menschen vor Ort finanziell beteiligen und erhalten dafür in der Regel eine feste Verzinsung. Die Vorteile sind: mehr Kapital für die Energiewende vor Ort, eine transparente und sinnvolle Anlageform für Bürger*innen sowiedie Stärkung der lokalen Identifikation, weil Klimaschutzprojekte gemeinsam gestemmt werden.

Darmstadt gehört zu den heißesten und trockensten Städten Deutschlands. Die drohende Verschärfung der Klimakrise muss bei allen Fragen der Stadtentwicklung maßgebend berücksichtigt werden. Der Erhalt eines lebenswerten Stadtklimas für die Bürger*innen unserer Stadt hat dabei höchste Priorität und ist eines der zentralen Zukunftsthemen.

>>> Wir GRÜNE setzen uns dafür ein, den bestehenden Hitzeaktionsplan konsequent umzusetzen und weiterzuentwickeln. Dazu gehört, dass wir offen und pragmatisch auch über aktive Kühlung zu Spitzenzeiten sprechen – etwa in Kitas, Schulen und Senioreneinrichtungen. > Gesundheit und Wohlbefinden für alle

Nur starke GRÜNE in der Stadtregierung garantieren, dass Klimaanpassung in Darmstadt entschlossen vorangetrieben wird – für eine Stadt, die auch in Zukunft lebenswert bleibt.
 In der vergangenen Wahlperiode haben wir den Klimaanpassungsplan auf den Weg gebracht. Unter GRÜNER Führung entstand außerdem ein Freiraumentwicklungskonzept – eine Zukunftsvision für die Vernetzung von Grünflächen und Parks.
Diese Pläne bilden die strategische Grundlage, um Darmstadt „klimafit“ zu machen. Aber die Zeit drängt: Jetzt heißt es handeln – und zwar ganz praktisch mit Schaufel, Hacke und, wo nötig, mit dem Presslufthammer. Wir müssen pflanzen, gießen, pflegen, Schatten schaffen, Wasser in die Stadt bringen, versiegelte Flächen aufbrechen und Spielplätze klimaangepasst umgestalten. Das braucht Menschen, nicht nur Beschlüsse. Die Stadtverwaltung ist dafür derzeit nicht ausreichend ausgestattet – die Klimakrise hat den Aufwand für die Pflege des Stadtgrüns deutlich erhöht und neue Aufgaben geschaffen.
>>> Wir GRÜNE setzen uns deshalb für ein Beschäftigungs- und Investitionsprogramm Klimaresilienz ein, dessen Herzstück eine deutliche Personalaufstockung im gärtnerischen und handwerklichen Bereich des Grünflächenamts ist.
Denn Grünflächen, Parks und Spielplätze sind Lebensqualität und Klimaschutz zugleich – sie kühlen in heißen Sommern und bieten Erholung für alle Generationen. Wir schaffen Hitzeschutzinseln – insbesondere für die verletzlichen Bevölkerungsgruppen. Die Liste von „Kühlen Orten“, die an heißen Tagen Linderung bringen, wollen wir ausbauen. Das Programm greift auf, was wir begonnen haben, entwickelt es weiter und setzt neue Akzente. Konkret:
>>> Bestehende Bäume erhalten: Großkronige, schattenspendende Bäume tragen spürbar zur Abkühlung des Straßenraums bei – durch Beschattung ebenso wie durch Verdunstung. Deshalb hat für uns der Erhalt gewachsener Bäume oberste Priorität. Wo Bauprojekte anstehen, setzen wir weiterhin auf das Verpflanzen von Bäumen. Abgestorbene Bäume wollen wir konsequent am selben Standort ersetzen.
>>> Baumpflanzprogramm ausbauen: Unser Ziel ist es, künftig mindestens dreimal so viele neue Bäume pro Jahr zu pflanzen wie bisher. Parks und Spielplätze sollen gezielt mehr Bäume erhalten. Neue Alleen – von der Messeler Parkstraße in Wixhausen bis zum Eberstädter Ortskern – sollen entstehen. Bei der Auswahl der Baumarten ist auf klimaresiliente Sorten zu achten, denn alte, große Bäume spenden besonders viel Schatten.
Wir GRÜNE sind mit Leidenschaft auf den Kerben in den Stadtteilen unterwegs – dort kommen wir mit den Menschen ins Gespräch und hören zu. Dabei erfahren wir immer wieder, dass manche Parkplätze gar nicht gebraucht werden und stattdessen der Wunsch nach neuen Bäumen besteht – für mehr Schatten, bessere Luft und Aufenthaltsqualität uff de Gass.
>>> Nachbarschaftsbäume in den Stadtteilen: Gemeinsam mit den Menschen für die Menschen wollen wir die Stadt grüner machen. Mit einer Kampagne Ein Baum vor deiner Tür wollen wir Nachbarschaften die Möglichkeit geben, selbst aktiv zu werden und gemeinsam neue Bäume zu pflanzen – für mehr Grün, mehr Miteinander und ein besseres Stadtklima.
 >>> Tiny Forests erweitern: Der Tiny Forest in der Berliner Allee ist ein voller Erfolg und hat bundesweit Aufmerksamkeit erregt. In den nächsten fünf Jahren sollen mindestens zwei weitere Tiny Forests entstehen – möglichst in Zusammenarbeit mit Schulen als ökologische Bildungsprojekte.
>>> Mehr Aufenthaltsqualität im Grünen: Wo Bäume Schatten spenden, wollen wir auch mehr Tische und Bänke, andere Sitzgelegenheiten ohne Konsumzwang und öffentliche Sportgeräte schaffen – damit Grünflächen einladende Orte für alle Generationen werden.
>>> Parks sanieren und ausweiten: Den begonnenen Weg der Parksanierungen – etwa an der Modaupromenade in Eberstadt, im Eheleute-Zapf-Park im Verlegerviertel oder durch die Wegesanierung im Herrngarten – wollen wir konsequent fortsetzen. Wo es möglich ist, erweitern wir bestehende Parks: etwa durch den Abriss des ehemaligen Trainingsbades im Woogsviertel, den Umbau der trennenden Havelstraße in der Albert-Schweitzer-Anlage oder durch die Prüfung eines alternativen, nahen Standorts für die Kita Regenbogenland an der h_da.
>>> Parks als Attraktionen: Wir wollen Parks nicht nur als Grünflächen, sondern auch als lebendige Orte der Begegnung gestalten. So soll ein Park der Städtepartnerschaften entstehen, in dem je ein typischer Baum aus jeder Partnerstadt wächst – ergänzt durch Picknicktische und Begegnungsflächen. Auch kleinere Maßnahmen wie das Pflanzen von Obst- und Maronenbäumen oder die Anlage eines Kirschhains, der im Frühjahr besonders attraktiv ist, können neue Anziehungspunkte schaffen.
Straßen und Plätze gehören den Menschen – und so sollten sie auch gestaltet sein: weg von grauen Abstellflächen, hin zu lebendigen Orten des Miteinanders. Straßen sollen nicht nur der Durchfahrt dienen, sondern zu Plätzen werden, an denen Kinder spielen, Nachbar*innen ins Gespräch kommen und Menschen sich gerne aufhalten. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
>>> Sommerstraßen: Wir wollen insbesondere in den Sommermonaten Straßenabschnitte zeitlich begrenzt für den Durchgangsverkehr sperren und mit temporärer Stadtmöblierung, Begrünung und kleinen Freiräumen mit hoher Aufenthaltsqualität gestalten – etwa in Form von Pocketparks. So entstehen Orte, an denen Kinder spielen und Nachbarschaften sich treffen können. Auch temporäre Wasserspiele an heißen Tagen sollen geprüft werden. Wo solche Sommerstraßen entstehen, wollen wir direkt aus den Quartieren erfahren – die Entscheidung liegt bei den Bürger*innen selbst.
>>> Sonnenschutz für Spielplätze: Nicht alle Spielplätze sind in heißen Sommern ausreichend beschattet. Neue Bäume brauchen Zeit zum Wachsen. Bis dahin wollen wir kurzfristig Sonnensegel installieren – mit zusätzlichem Personal und finanziellen Mitteln für Beschaffung und Wartung. Eine Investition, die sich für das Wohl der Kinder lohnt.
>>> Kühle Fußgängerzone: Bei der anstehenden Sanierung der Wilhelminenstraße gestalten wir die grüne, beschattete Innenstadtstraße der Zukunft. > Darmstadt weiterdenken – nachhaltig planen, lebenswert gestalten
>>>Mehr mobiles Grün: Die Darmstädter*innen und ihre Gäste lieben das Mobile Grüne Zimmer der Stadt. An heißen Tagen ist es ein beliebter Treffpunkt und lädt zum Verweilen ein. Wir GRÜNE nehmen diese positive Resonanz ernst und wollen das Angebot weiterentwickeln – für noch mehr grüne Aufenthaltsqualität im öffentlichen Raum.
>>> Mit dem von uns geforderten Förderprogramm für Fassaden- und Dachbegrünung wollen wir die Innenstadt grüner und klimaresilienter gestalten. > Klimaschutz und Wärmewende mit klarer sozialpolitischer Komponente
>>> Luftleitbahnen schützen und ausbauen: Unter GRÜNER Führung wurden jüngst aktuelle Stadtklimaanalysen erstellt. Sie zeigen, wo nächtliche Kaltluftströme für Abkühlung in der Stadt sorgen. Diese Luftleitbahnen wollen wir schützen und konsequent von Bebauung freihalten. Wo möglich, sollen sie sogar erweitert werden – zum Beispiel durch den Abriss des alten Schul- und Trainingsbads am Woog.

Städte tragen eine große Verantwortung auch für den Artenschutz. Wir wollen noch mehr für die biologische Vielfalt in Darmstadt tun – und unsere Erfolge sichtbarer machen. Die Landschaftstreppe im Ludwigshöhviertel, das BUND Zentrum für Stadtnatur und der Grünzug am Ostbahnhof sind Erfolge der letzten Wahlperiode – und zugleich erst der Anfang. Auch die Kampagne Points of Insects war ein gelungener Start.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> weitereGrünverbindungen und die Überwindung von Barrieren, wo Wohnquartiere vom Grün durch Verkehr und Infrastrukturen abgetrennt sind, 
>>> die Erweiterung bestehender Grünanlagen mit Beginn an der Südwestecke des Prinz-Emil-Gartens,
>>> insektenfreundliche Mahd-Konzepte (staffelweises Mähen) in allen Stadtteilen und eine gesicherte Bewässerung der Stadtbäume, 
>>> igelfreundliche Parks, Gärten und Hinterhöfe – denn wo der Igel sich wohlfühlt, profitieren viele weitere Tier- und Pflanzenarten,
>>> die Stärkung des Umweltdiploms für Kinder und Jugendliche – denn nur, was man kennt, kann man auch schützen,
>>> pädagogische Gärten, die Biodiversität erlebbar machen – wie etwa die Gärten der Vielfalt in der Orangerie, > Gute Bildung als Schlüssel für die Zukunft
>>> die Verstetigung der erfolgreichen Points of Insects-Kampagne und die Anlage weiterer Naturgartenflächen in den Quartieren und Stadtteilen als Impuls für die private Gartengestaltung,
>>>die Erhöhung der Zahl der beliebten Staudenbeete. Mit ihrer Auswahl heimischer Pflanzenarten sind sie über lange Zeiträume hinweg Bienenweide für Insekten und Augenweide für die Menschen,
>>> die Überprüfung der bestehenden Naturschutzgebiete – mit dem Ziel, mehr Naturschutz zu erreichen und zusätzliche Flächen auszuweisen,
>>>die Stärkung der Biodiversität und Erholungsqualität auf den landwirtschaftlichen Flächen in Darmstadt – gemeinsam mit den Landwirt*innen und zugunsten der Sicherung ihrer wirtschaftlichen Grundlagen. Hervorzuheben sind hier die beiden demeter-zertifizierten Vorzeigebetriebe Hofgut Oberfeld Landwirtschaft AG und der Eichwaldhof, die wir GRÜNE weiterhin unterstützen.
>>> die schrittweise Vervollständigung und Neuaufstellung von Artenkartierungen der Darmstädter Flora und Fauna in Zusammenarbeit mit Wissenschaftler*innen, zum Beispiel des Fachbereichs Biologie der TU Darmstadt. Sie sollen Grundlage eines Arten- und Biotopschutzkonzepts werden,
>>> die konsequente Umsetzung der von uns initiierten Lichtleitlinie für energiesparende, kosteneffiziente sowie menschen- und tierfreundliche Beleuchtung.
Bürgerschaftliches Engagement ist ein Herzstück unserer Stadt. Viele Bürger*innen wollen ihren persönlichen Beitrag leisten, um das öffentliche Grün in unserer Stadt vital zu halten. Das unterstützen wir.
>>> Die bestehenden Programme für Baum- und Blühpatenschaften werden wir qualitativ und quantitativ ausbauen. 
Auch private Gärten und Hinterhöfe sind entscheidend für ein klimafittes Darmstadt. Deshalb setzen wir nicht nur auf eine Begrünungssatzung gegen Schottergärten und biologische Ödnis, sondern auch auf Förderung:
>>> Wir stehen zur Notwendigkeit einer Begrünungs- und Entsiegelungsförderung für die Bürgerschaft und für eine Fortführung der Zisternenförderung. 
Nur gemeinsam erreichen wir unsere Ziele. Anreize zu handeln, sind wichtig, um ins Gespräch zu kommen. Jeder investierte Euro wirkt mehrfach – für die Natur, für die Lebensqualität und für die gesamte Stadt.
In den nördlichen Stadtteilen wie Arheilgen und Wixhausen mehren sich in den letzten Jahren die Begegnungen mit Wildschweinen. Durch milde Winter, ein reiches Nahrungsangebot und den Übergang zwischen Wald, Feld und Siedlung finden die Tiere hier ideale Lebensbedingungen. Das führt zunehmend zu Problemen – etwa durch umgepflügte Gärten, beschädigte Grünflächen und Unsicherheit bei Anwohner*innen. Um die Balance zwischen Naturschutz, Sicherheit und städtischem Leben zu wahren, braucht es abgestimmte, wirksame Maßnahmen.
>>> Wir setzen uns dafür ein, dass die Wildschweinpopulation in besonders betroffenen Stadtteilen ökologisch verantwortungsvoll und wirksam reguliert wird. Dazu gehören Maßnahmen der Vergrämung und – wo notwendig – der Entnahme ebenso wie eine vorausschauende Prävention im Rahmen der Jagd und durch fachkundige Beratung.

Entsiegelung ist ein Schlüssel für mehr Klimaresilienz in Darmstadt. Weniger versiegelte Flächen bedeuten weniger Hitzeinseln, mehr Raum für Grün und eine bessere Versickerung von Regenwasser. Ein gutes Beispiel hat die TU Darmstadt mit der Umwandlung einer ungenutzten Fahrbahn auf der Lichtwiese gegeben. Daran knüpfen wir an – in der Innenstadt ebenso wie in den Stadtteilen.
Ein wichtiger Schritt ist bereits getan: Die Stadt Darmstadt verfügt über ein Kataster entsiegelter Flächen und Gründächer, das auf ihrer Homepage öffentlich einsehbar ist – und so die Fortschritte beim Klimaschutz für alle sichtbar macht.
Wir GRÜNE setzen uns ein für:
>>> die Entsiegelung von Flächen – besonders auf Schulhöfen, öffentlichen Plätzen wie zum Beispiel dem Quartiersplatz in der Lincoln-Siedlung und Straßen, die in ihrer aktuellen Form nicht mehr benötigt werden, 
>>> die Fortschreibung des Entsiegelungs- und Gründachkatasters,
>>> die Stärkung der Grün-Blauen-Infrastruktur Darmstadts: Mehr Wasser in der Stadt kühlt an heißen Tagen, wertet Grünanlagen auf und kann – wo gut geplant – ein erlebnisreicher Spielort für Kinder sein,
>>> den Ausbau von Wasserspielplätzen und Trinkbrunnen,
>>> die Prüfung technisch einfacher Sprühnebelanlagen nach dem Vorbild vieler europäischer Großstädte wie zum Beispiel der Wiener Sommerspritzer,
>>> die Aufwertung und das Erlebbar-Machen der Bäche in den Quartieren und Stadtteilen, denn sie sind ein Schatz unserer Stadt,
 Dazu zählt auch der Darmbach, den wir weiterhin mit dem Meiereibach verbinden wollen, damit er ganzjährig fließt. Vom Bereich des Alten Trainingsbads bis zum Herrngarten wurden in den letzten Jahren Vorhalteflächen und planerische Voraussetzungen geschaffen. Von Ost nach West wollen wir diese Chancen Stück für Stück pragmatisch einlösen, um dem Darmstädter Osten seinen Bach wiederzugeben und die Stadt besser zu machen. Dass die Badenutzung des Woogs außer Frage steht, ist eine Selbstverständlichkeit.
Fehlende Niederschläge und starke Hitze setzen zunehmend auch die Darmstädter Gewässer unter Druck. Öffentlich sichtbar wurde dies in den letzten Jahren durch die Sperrung von Badeseen wegen Blaualgenblüten. Wir GRÜNE nehmen das ernst.
>>> Zur Sicherung ihres ökologischen Nutzens und ihres Erholungswerts fordern wir ein Gewässersanierungs- und Renaturierungsprogramm für die Darmstädter Seen und Teiche. In einer wasserarmen Stadt wie Darmstadt sind sie ein wertvolles Gut.
>>> Darüber hinaus setzen wir uns fürdie Einführung einer vierten Reinigungsstufe in der Zentralkläranlage ein.Damit werden Spurenstoffe wie Medikamentenreste, Mikroplastik und Chemikalien noch wirksamer aus dem Abwasser entfernt – ein wichtiger Beitrag zum Gewässerschutz und zur Sicherung der Trinkwasserqualität. 
Teil der Klimakrise sind vermehrt Starkregenereignisse: Die Erfahrungen der letzten Sommer zeigen, dass wir in Darmstadt immer häufiger mit Extremwetterlagen konfrontiert sind. Deshalb müssen wir noch konsequenter in Maßnahmen der sogenannten Schwammstadt investieren – eine der zentralen Aufgaben der kommenden Jahre.
Darauf haben wir bereits reagiert. Darmstadt hat Starkregengefahrenkarten erstellt, die von der Bevölkerung mit großem Interesse aufgenommen wurden und die wir fortschreiben werden. Parallel wurden Mittel beim Land Hessen für ein digitales Starkregenfrühalarmsystem eingeworben – praktischer Bevölkerungsschutz. 
>>> Wir betreiben Starkregenschutz, um Gefahren zu verringern: Wir schaffen kleine Rückhalte- und Versickerungsflächen an Straßen und in den Quartieren und legen beispielsweise Bolzplätze tiefer.
>>> Wir sorgen dafür, dass Rückhaltebeckenüberprüft und wo nötig instand gesetzt werden – wie zum Beispiel in Arheilgen. Wo es noch keine oder nur wenige Rückhalteflächen gibt, wie zum Beispiel in der Innenstadt und in Eberstadt rund um die Modau, müssen diese zügig umgesetzt bzw. erweitert werden. 
 Unser städtebauliches Ziel bleibt die Schwammstadt: Regenwasser soll im Quartier versickern, Bäume versorgen und die Umgebung kühlen. Dächer und Fassaden sollen, wo möglich, begrünt werden, um die Stadt zu kühlen und die Feuchtigkeit (wie ein Schwamm) vor Ort zu halten. Das Ludwigshöhviertel ist dafür ein über Darmstadt hinaus beachtetes Vorzeigeprojekt. Wir werden dies an anderen Stellen weiterführen. Auch Gewerbegebiete wollen wir klimaresilient gestalten:
>>> Gemeinsam mit Unternehmen und der Industrie- und Handelskammer entwickeln wir Konzepte, die mehr Grün, weniger Hitze und bessere Arbeits- und Produktionsbedingungen schaffen – und zugleich dafür sorgen, dass Regenwasser vor Ort versickern kann.

Wir kümmern uns nicht nur um Quartiere, Stadtteile und Gewerbegebiete – auch unser Wald braucht Unterstützung, um sich selbst zu regenerieren.
 >>> Mit uns GRÜNEN bleibt das Leitbild Stadtwald unverändert: Beim Wiederaufwachsen des Westwaldes und beim Erhalt des Ostwaldes setzen wir auf Naturverjüngung. Der Wald soll aus eigener Kraft gestärkt werden – mit dem Holz, das im Wald verbleibt, Wasser speichert, Schatten spendet, die Biodiversität fördert und nicht-kommerziell verwertet wird. So entsteht ein Erholungswald statt eines holzproduzierenden Nutzwaldes.
2023 wurde dieses Engagement mit der renommierten NABU-Waldmedaille ausgezeichnet. In Darmstadt gehen Schwammstadt und Schwammwald Hand in Hand – für Klimaresilienz und lebenswerte Natur.
>>> Unser GRÜNES Ziel ist es, einen Teil des Stadtwaldes als Naturwald im Rahmen eines KlimaWildnis-Projekts auszuweisen. Gleichzeitig wollen wir ein Umweltbildungskonzept entwickeln, das diesen Darmstädter „Urwald“ für die Bevölkerung erlebbar macht. So stellen wir sicher, dass der Stadtwald dauerhaft – ohne zeitliches Limit – wertvoll für Biodiversität und Klimaschutz bleibt.