In Darmstadt stehen Gebäude leer, während Kulturinitiativen, Vereine und engagierte Gruppen händeringend nach bezahlbaren Räumen suchen. Für die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen ist klar: Das ist nicht nur eine Frage effizienter Stadtentwicklung, sondern eine Frage des sozialen Zusammenhalts und der demokratischen Kultur in unserer Stadt.
Gerade in Zeiten knapper Kassen und langwieriger Planungsprozesse können viele Immobilien nicht sofort dauerhaft entwickelt werden. Umso wichtiger ist es, Leerstände nicht brachliegen zu lassen, sondern sie sinnvoll und unbürokratisch zwischenzunutzen. Die Grünen haben sich daher innerhalb der Koalition mit Nachdruck dafür eingesetzt, ein klares politisches Signal für Zwischennutzungen zu setzen und diesen Antrag auf den Weg zu bringen.
„Kultur, Vereine und Initiativen sind das Rückgrat einer lebendigen Stadtgesellschaft“, betont Eva Bredow-Cordier, Fraktionsvorsitzende der Grünen Stadtverordnetenfraktion. „Sie schaffen Begegnung, ermöglichen Teilhabe und stärken den gesellschaftlichen Zusammenhalt – und damit auch unsere Demokratie. Dafür brauchen sie Räume. Zwischennutzungen sind eine pragmatische, kluge und solidarische Antwort auf aktuelle Herausforderungen.“
Mit dem Antrag wird der Magistrat beauftragt, städtische Liegenschaften systematisch zu erfassen, die leer stehen oder kurzfristig nicht genutzt werden, und diese grundsätzlich für kulturelle, soziale, sportliche und ökologische Zwischennutzungen zu öffnen. Ziel ist ausdrücklich die Ermöglichung solcher Nutzungen – durch faire Konditionen, transparente Informationen und eine aktive Unterstützung der Akteur*innen durch die Verwaltung.
Für die Grünen ist dabei entscheidend: Zwischennutzungen dürfen kein Ausnahmefall sein, sondern müssen als fester Bestandteil moderner Stadtentwicklung verstanden werden. Sie geben insbesondere kleinen Initiativen, jungen Vereinen und neuen Projekten die Chance, Ideen auszuprobieren, sichtbar zu werden und sich zu etablieren – ohne existenzielle finanzielle Risiken.
„Eine Stadt lebt nicht nur von fertigen Quartieren“, so Hildegard Förster-Heldmann, Vorsitzende des Kulturausschusses, weiter. „Sie lebt von dem, was Menschen gemeinsam auf die Beine stellen. Verbindlich temporäre Vereinbarungen über Zwischennutzungen zu treffen, ist Ansporn und Anregung für eine aktive Kulturarbeit. “
Mit diesem Antrag setzen Bündnis 90/Die Grünen ein klares Bekenntnis: Öffentliche Räume müssen im Sinne der Stadtgesellschaft genutzt werden. Zwischennutzungen sind kein Lückenfüller, sondern ein starkes Instrument für eine offene, vielfältige und demokratische Stadt.
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