Grüne Fraktion begrüßt neues Modell zur Teilhabeassistenz an Darmstädter Grundschulen 

Die Grüne Fraktion in der Stadtverordnetenversammlung Darmstadt begrüßt die Magistratsvorlage und die neue Rahmenvereinbarung zur Einführung eines Poolmodells für die Teilhabeassistenz an Grundschulen ausdrücklich. Mit diesem Schritt wird die inklusive Bildung in Darmstadt weiterentwickelt und ein zeitgemäßes, gerechteres Unterstützungssystem auf den Weg gebracht. 

Kern des neuen Ansatzes ist, dass Teilhabeassistenz künftig nicht mehr ausschließlich einzelnen Kindern zugeordnet wird, sondern schulbezogen organisiert ist. Assistenzkräfte können mehrere Kinder innerhalb einer Klasse oder Lerngruppe unterstützen – orientiert an der jeweiligen Bedarfslage. Nicht jedes Kind benötigt dauerhaft eine 1:1-Begleitung. Eine feste Einzelzuweisung kann zudem Druck erzeugen und zu einer Stigmatisierung innerhalb der Lerngruppe führen. Das Poolmodell ermöglicht es, die Teilhabeassistenz stärker als selbstverständlichen Teil der Klassengemeinschaft zu denken. 

Eva Bredow-Cordier, Fraktionssprecherin und Mitglied im Sozialausschuss, unterstreicht den sozialpolitischen Ansatz: 

„Das Poolmodell erlaubt einen flexibleren und passgenaueren Einsatz der Teilhabeassistenz. Es stärkt soziale Teilhabe, fördert Selbstständigkeit und vermeidet unnötige Stigmatisierung durch permanente Einzelzuordnungen.“ 

Zugleich bleibe klar: „Individuelle Bedarfe der Kinder sind weiterhin maßgeblich. Wo eine persönliche Assistenz notwendig ist, kann sie auch künftig gewährt werden.“ 

Die neue Rahmenvereinbarung schafft zudem klare Zuständigkeiten zwischen Jugendamt, Schule und Leistungserbringer:innen. Für Schulen bedeutet das deutlich mehr Planungssicherheit. Künftig gibt es feste Ansprechpartner:innen im Jugendamt und eine reduzierte Zahl an Trägern pro Schule. Der organisatorische Aufwand sinkt spürbar. 

Philipp Löwel, Fraktionssprecher und Mitglied im Schulausschuss, hebt die konkreten Vorteile für die Schulen hervor: 

„Weniger Einzelverträge, verlässliche Strukturen und eine bessere Einbindung der Assistenzkräfte ins Schulteam entlasten den Schulalltag deutlich.“ 

Die Teilhabeassistenz werde dort, wo es möglich ist, „als Teil der Klasse verstanden und nicht als externe Einzelmaßnahme“. Das eröffne mehr pädagogischen Handlungsspielraum für Lehrkräfte und Schulleitungen. 

Die Grüne Fraktion betont zugleich, dass das Poolmodell kein Abbau von Rechten ist, sondern ein anderes Umsetzungsmodell. Angesichts des Mangels an qualifizierten Teilhabeassistenzen könne so vorhandenes Personal sinnvoller eingesetzt werden. „Inklusion ist und bleibt eine große Herausforderung für Schulen. Sie kann nur gelingen, wenn alle Beteiligten ihren Beitrag leisten“, so Löwel weiter. Kritisch sieht die Fraktion dabei die Entscheidung des Landes, das Referendariat für Förderschullehrkräfte zu verkürzen: „Das ist vor diesem Hintergrund mehr als ein Schritt in die falsche Richtung. Ebenso ist festzuhalten, dass es nicht Kernaufgabe der Jugendhilfe ist, inklusive Schulstrukturen bereitzustellen. Das Kultusministerium muss mehr in die Inklusion an Schulen investieren“, stellt Löwel abschließend klar. 

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