UNESCO-Welterbe Mathildenhöhe

Spatenstich für Infozentrum – Wettbewerb für nachhaltige Freiflächen startet


Nach sieben Jahren intensiver Planung ist es so weit: Im Dezember beginnt der Bau des neuen Informationszentrums am Osthang der Mathildenhöhe – ein wichtiger Schritt für die Weiterentwicklung unseres UNESCO-Welterbes.
„Mir persönlich gefällt das Ergebnis sehr gut“, sagt Stefanie Scholz-Willenbockel, GRÜNES Mitglied im Ausschuss für Kultur. „Ein Pavillon im Park – leicht, offen, mit Sichtachsen in alle Richtungen. Die Funktionen sind übereinandergestapelt und auf nur 20 x 20 Meter Grundfläche konzentriert. So bleibt die Bodenversiegelung minimal.“
Dank dieser klugen Architektur kann der wertvolle Baumbestand und die grüne Wildnis, die sich hier seit 1945 entwickelt hat, weitgehend erhalten bleiben. Die behutsame Einbindung dieser Naturflächen und die Berücksichtigung der denkmalgeschützten Nachbarschaft – wie des Gartens am Atelierhaus von Albin Müller – sind Teil eines integrierten Planungswettbewerbs, den die Stadtverordnetenversammlung jetzt beschlossen hat.

Mehr darüber in Stefanies Rede:

Sehr geehrter Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen,
Mit diesen beiden Vorlagen endet eine siebenjährige Entwicklung und intensive Planung, und ein neues Kapitel beginnt – sowohl für die Mathildenhöhe als auch für die Initiative OHA!
Ein neues Kapitel für die Weiterentwicklung unseres UNESCO-Welterbes!
Noch in diesem Jahr beginnt der Bau des neuen Informationszentrums auf der Mathildenhöhe. Der intensive Planungsprozess, der 2018 mit einem Architekturwettbewerb begann, endet im Dezember mit dem Spatenstich am Osthang. Der erste Entwurf von m+m erlebte im Lauf der Jahre viele Änderungen. Das ursprüngliche „Besucherzentrum“ wurde verschoben, verkleinert, seine Funktionen wurden gestapelt, es wurde leichter und lichtdurchfluteter. Es gab intensive Diskussionen und Kontroversen. Schließlich wurde daraus das heutige „Informationszentrum“.
Mir persönlich gefällt das Ergebnis sehr gut: ein „Pavillon im Park“ – leicht, offen, mit Sichtachsen in alle Richtungen. Die Funktionen sind gestapelt, das Gebäude auf einen Würfel mit minimalem Platzbedarf reduziert. Damit verringert sich auch die versiegelte Fläche – ganz in unserem Sinne. Es wird energetisch auf dem neuesten Stand gebaut, inklusive Photovoltaik, Wärmepumpe, Gründach mit Wasserrückhaltung und schaltbarer Sonnenschutzverglasung – eine digitale Sonnenbrille für den Hitzeschutz.
Mein Dank gilt allen, die diesen jahrelangen Prozess mitgestaltet haben! Es hat sich gelohnt! Das neue Besucherzentrum kann sich sehen lassen und wird die Mathildenhöhe bereichern!
Der Entwurf erfüllt sämtliche Anforderungen, beherbergt alle benötigten Funktionen und lässt dabei deutlich mehr Raum für die Außenflächen. Das Gebäude liegt quasi am Schnittpunkt zwischen dem großen Entreeplatz, dem Garten vor dem Atelierhaus von Albin Müller und dem Park im Nordosten.
Die Gestaltung der Außenanlagen ist ein wesentlicher Teil der heutigen Vorlage.
Wir beschließen, dass im Rahmen eines wettbewerblichen VV ein Entwurf für einen grünen, von Bäumen beschatteten Platz vor dem Besucherzentrum erstellt werden soll.
Der Platz wird übrigens nicht versiegelt – weder mit Betonplatten noch anderen Materialien –, sondern wasserdurchlässig befestigt. Die Landschaftsarchitekten werden viel Grün integrieren und auch einen Trafo, der für die energetische Versorgung notwendig ist. Der Ateliergarten soll barrierefrei zugänglich und die Wildnis auf dem Osthang behutsam in einen Park mit hoher Aufenthaltsqualität umgewandelt werden. Dabei bleiben die Bäume soweit es geht erhalten. Ich freue mich auf die Entwürfe und bin auf die Umsetzung gespannt!
Und es beginnt auch ein ganz neues Kapitel für die Initiative OHA! – an einem neuen Ort, nicht im Osten, nicht am Hang, sondern in der Weststadt auf einer Fläche vor dem Kunstdepot. Eine neue Situation.

Die Künstlerkolonie auf der MH war ursprünglich ja auch ein Ort des Aufbruchs, des Neuanfangs, einer der progressivsten Orte überhaupt. Es ging damals um die Frage: „Wie wollen wir eigentlich in Zukunft leben?“ Die Künstlerinnen und Künstler verabschiedeten sich radikal vom damaligen Status quo und gingen neue Wege. Sie gestalteten die Zukunft, ohne zu wissen, wie die aussehen würde.
Das ist heute im Jahr 2025 aktueller denn je. Genau diese Haltung und diesen Mut der Künstlerkolonie wünsche ich auch der Initiative OHA an ihrem neuen Standort vor dem Kunstdepot.
Wir wünschen (euch dort) einen guten Neuanfang! Die Mainhall wird umziehen an einen langfristigen Standort. Mit der Unterstützung der Stadt Darmstadt. Auch wir GRÜNEN werden Euch weiterhin unterstützen.
Ihr bekommt eine neue Chance. Macht was draus! Bringt neue, progressive Ideen ein und bleibt dem Welterbe verbunden. Mischt euch weiter ein.
Wir freuen uns schon auf die Beiträge zum Word Design Capital 2026.
Ich bitte um Zustimmung. Vielen Dank!

 

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