Rechenzentren zukunftsfähig nutzen

BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, CDU und Volt bringen einen Antrag zur Nutzung von Abwärme aus Rechenzentren in die Stadtverordnetenversammlung ein.

Darmstadt, der 23. Juni 2025 – Darmstadt soll Vorbild werden, wie urbane Digitalisierung und klimagerechte Stadtentwicklung zusammengehen. Wenn künftig im Darmstädter Stadtgebiet Rechenzentren errichtet werden, sollen diese möglichst nachhaltig betrieben werden und ihre Abwärme über ein lokales Wärmenetz für Bürgerinnen und Bürger bereitgestellt werden. Ein gemeinsamer Antrag der Koalition in der kommenden Stadtverordnetenversammlung stellt dafür die Weichen.

„Rechenzentren sind relevante Infrastruktur für die Digitalisierung und eine zukunftsfähige Wirtschaft. Bei ihrem Betrieb entstehen große Mengen an Abwärme. Diese soll zukünftig kostengünstig Darmstädterinnen und Darmstädtern zugutekommen“, so Heike Böhler, klimapolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90 / Die Grünen. Die Abwärme aus Rechenzentren fällt ganzjährig an und kann über Großwärmepumpen in ein Wärmenetz eingespeist werden. Laut Antrag sollen Rechenzentrumsbetreiber künftig die Abwärme, elektrische Anschlussleistung sowie entsprechende Flächen und Anschlüsse für eine kostengünstige Wärmeversorgung zur Verfügung stellen. „Dies kann am besten frühzeitig beim Verkauf städtischer Flächen oder in der Bauleitplanung sichergestellt werden. Unser Antrag sorgt dafür“, so die Fraktionsvorsitzenden der Grünen, Eva Bredow-Cordier und Andreas Ewald, „zukünftig soll zudem ein Gesamtkonzept zur Ansiedlung von Rechenzentren erarbeitet werden“.

„Die Digitalisierung muss Hand in Hand mit dem Klimaschutz gehen. Abwärme von Rechenzentren gehört ins Wärmenetz, nicht in die Atmosphäre“, ergänzt Frederik Jobst von Volt. Beispielsweise hat auch die Stadt Hanau das erkannt und sichergestellt, dass auf dem Grundstück des Rechenzentrumsbetreiber Flächen für Großwärmepumpen bereitgestellt wurden, der Rechenzentrumsbetreiber Planungskosten übernimmt und zudem zukünftig in einen städtischen Klimaschutzfonds einbezahlt. In Heusenstamm wurde eine Zahlung von 5 Millionen Euro in einen städtischen Klimafonds vereinbart. Auch soll die Abwärme in einem Wärmenetz den umliegenden Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung gestellt werden.

 

„Wir möchten so sicherstellen, dass Rechenzentren einen Beitrag zur Daseinsvorsorge Darmstädter Bürgerinnen und Bürger leisten“, so Hartwig Jourdan von der CDU, Vorsitzender des Umweltausschusses.

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