GRÜNE begrüßen, dass ihre Initiative von 2025 in die Planungen für das Rechenzentrum in Eberstadt einfließt
Rechenzentren werden für die digitale Infrastruktur und die wirtschaftliche Entwicklung im Rhein-Main-Gebiet immer wichtiger. Für die Darmstädter Grünen ist zugleich klar: Neue Rechenzentren müssen nachhaltig geplant werden und einen konkreten Mehrwert für die Stadt und ihre Bürgerinnen und Bürger schaffen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Nutzung der entstehenden Abwärme.
Bereits 2025 hatten die GRÜNEN mit einem eigenen Antrag in der Stadtverordneten-versammlung Leitlinien für die Ansiedlung von Rechenzentren in Darmstadt auf den Weg gebracht. Die Fraktion begrüßt, dass wesentliche Inhalte dieser Initiative nun auch in die Erstellung des Bebauungsplans und eines städtebaulichen Vertrags für das geplante Rechenzentrum in Eberstadt einfließen.
„Rechenzentren sind das Rückgrat der Digitalisierung. Sie sind Voraussetzung für moderne Unternehmen, digitale Dienstleistungen und wirtschaftliche Entwicklung. Gleichzeitig benötigen sie große Flächen und viel Energie. Deshalb brauchen wir klare Leitplanken für ihre Ansiedlung und müssen dafür sorgen, dass auch die Menschen vor Ort davon profitieren“, erklärt die klimapolitische Sprecherin der Grünen Fraktion, Heike Böhler.
Besonders wichtig ist den Grünen die konsequente Nutzung der beim Betrieb entstehenden Abwärme. Statt diese Energie ungenutzt an die Umgebung abzugeben, soll sie perspektivisch in die lokale Wärmeversorgung eingebunden werden. Damit können Rechenzentren einen Beitrag zur Wärmewende und zu einer klimafreundlichen Energieversorgung leisten.
„Wenn ein Rechenzentrum große Mengen Energie verbraucht, darf die dabei entstehende Wärme nicht einfach verloren gehen. Sie kann über Wärmenetze für die Versorgung von Wohnungen und Gebäuden genutzt werden. Die technischen und planerischen Voraussetzungen dafür müssen wir von Anfang an mitdenken. Genau das haben wir mit unserem Antrag bereits 2025 eingefordert“, so Böhler.
Die Erfahrungen anderer Städte zeigen, dass Kommunen dabei erheblichen Gestaltungsspielraum haben. In Hanau wurden Flächen für Großwärmepumpen gesichert und zusätzliche Beiträge zum Klimaschutz vereinbart. In Heusenstamm wurde eine Zahlung von fünf Millionen Euro in einen kommunalen Klimafonds erreicht. Auch in Offenbach wurde die Nutzung der Abwärme frühzeitig in die Planungen einbezogen. Diese Beispiele zeigen: Wer frühzeitig plant und konsequent verhandelt, kann dafür sorgen, dass die Ansiedlung eines Rechenzentrums einen Mehrwert über das eigentliche Projekt hinaus schafft.
Genau diesen Weg wollen die GRÜNEN auch in Darmstadt gehen. Über die Bauleitplanung und einen städtebaulichen Vertrag können bereits jetzt die Voraussetzungen dafür geschaffen werden, die Abwärme künftig tatsächlich nutzbar zu machen. Dazu gehören ausreichend Flächen für die notwendige Technik ebenso wie die Berücksichtigung der erforderlichen Strom- und Netzinfrastruktur für den Einsatz von Großwärmepumpen.
„Unser Anspruch ist, Digitalisierung, Klimaschutz und kommunalen Nutzen zusammenzubringen. Wir wollen nicht einfach nur ein Rechenzentrum genehmigen. Wir wollen die Chance nutzen, daraus einen Gewinn für Eberstadt und für Darmstadt zu machen“, betont Heiko Depner, Stadtverordneter und Parteisprecher der GRÜNEN Darmstadt.
Mit der Magistratsvorlage wird dafür jetzt ein wichtiger erster Schritt gemacht. Die GRÜNEN werden den weiteren Prozess aktiv begleiten und sich dafür einsetzen, dass die Potenziale des Projekts konsequent im Interesse der Bürgerinnen und Bürger genutzt werden.
Für uns ist klar: Digitale Infrastruktur und Klimaschutz sind kein Widerspruch. Wenn wir frühzeitig die richtigen Rahmenbedingungen setzen, können Rechenzentren nicht nur die digitale Wirtschaft stärken, sondern auch einen konkreten Beitrag zur Wärmewende vor Ort leisten.