Projekt FlexHi – Flexible Hilfe

Für wohnunglose Menschen gibt es in Darmstadt eine Auswahl an qualifizierten Hilfsangeboten. Doch insbesondere wohnungslose Menschen mit psychischen Beeinträchtigungen wie z.B.  Psychosen oder herausforderndem Verhalten werden nicht zuverlässig von diesen Regelangeboten erreicht.

Hier schließt ein innovativer Ansatz, der in Kooperation zwischen der Stadt Darmstadt, dem LWV und der regionalen Diakonie Darmstadt-Dieburg entstanden ist, eine Lücke: Das FlexHi-Projekt.

Mit einer Kombination aus aufsuchenden Hilfen, einer Unterkunft im Einzelzimmer, intensiver, sozialarbeiterischer Unterstützung und der Hilfe in der eigenen Wohnung besteht die begründete Hoffnung, dass auch Menschen in sehr schwierigen Lebenssituationen unterstützt werden können.

Das Projekt bietet Hilfe aus einer Hand, mit dem Ziel auch diesen Menschen Würde, Sicherheit und Teilhabe (zurück-) zu geben.

Der Ansatz wird in einer dreijährigen Projektphase erprobt werden.

Sandras Rede vom 06.11.2025 in der Stadtverordnetenversammlung:

„Sehr geehrter Herr Stadtverordnetenvorsteher,liebe Kolleg:innen,

diese Vorlage behandelt wirklich ein schweres Thema, das oft droht vergessen zu werden. Deshalb bin ich froh, dass wir uns dessen jetzt in dieser Form annehmen.

Wir sprechen über ein Projekt, das Mut macht, weil es genau dort ansetzt, wo das Hilfesystem bisher an seine Grenzen gestoßen ist: das „FlexHi“-Projekt – Flexible Hilfen für wohnungslose Menschen mit psychischen Erkrankungen. Was hier auf den Weg gebracht wird, ist ein Meilenstein für eine inklusive, solidarische Stadtgesellschaft.

Zum ersten Mal wird in Darmstadt ein gemeinsames, rechtskreisübergreifendes Modell erprobt, das Wohnungslosenhilfe, Eingliederungshilfe und Psychiatrie systematisch miteinander verknüpft. Das ist genau der richtige Ansatz: „Nicht die Menschen müssen sich dem System anpassen – das System muss sich den Menschen anpassen.“ Dieser Satz steht am Anfang der Projektkonzeption, und er bringt auf den Punkt, worum es uns Grünen geht: um ein menschenwürdiges Hilfesystem, das flexibel reagiert und niemanden fallen lässt.

„FlexHi“ verbindet vier Bausteine zu einem stimmigen Ganzen: Aufsuchende Leithilfen, Streetwork und persönliche Ansprache dort, wo Menschen leben. Gesicherte Unterbringung, um Stabilität zu schaffen. Sozialpädagogische Begleitung, um Vertrauen aufzubauen und Zugänge zu ermöglichen. Und schließlich Eingliederungshilfe, um echte Teilhabe und langfristige Perspektiven zu eröffnen.

All das geschieht niedrigschwellig, freiwillig, respektvoll. In Kooperation zwischen der Wissenschaftsstadt Darmstadt, dem Landeswohlfahrtsverband Hessen und der Regionalen Diakonie Darmstadt-Dieburg.

Diese enge Zusammenarbeit über Zuständigkeitsgrenzen hinweg ist beispielhaft. Sie zeigt, dass gelingende Sozialpolitik nicht in Zuständigkeiten denkt, sondern in Lebensrealitäten.

Die Zahl der Menschen ohne Wohnung und mit psychischen Erkrankungen nimmt zu. Viele von ihnen haben den Zugang zu Hilfen verloren oder nie gefunden. Wenn wir ihnen keine Brücke bauen, landen sie zwischen den Systemen. Auf der Straße, in Notunterkünften, im Krankenhaus oder in Isolation. „FlexHi“ ist genau diese Brücke. Es schafft Zugänge statt Hürden, Beziehungen statt Bürokratie und Vertrauen statt Kontrolle. Es gibt den Menschen einen Ort, an dem sie ankommen können und eine Chance, wieder selbstbestimmt zu leben.

Was wir hier sehen, ist ein praktisches Beispiel für integrierte, präventive Sozialpolitik. Eine Politik, die Ressourcen bündelt, Doppelstrukturen vermeidet und am Ende sowohl menschlich als auch wirtschaftlich sinnvoll ist.

Denn jeder Mensch, der aus der Obdachlosigkeit in ein stabiles, selbstbestimmtes Leben zurückfindet, spart der Gesellschaft immense Folgekosten und gewinnt vor allem Würde zurück.

Es tut gut zu wissen: Darmstadt übernimmt Verantwortung für alle Menschen in dieser Stadt.

Natürlich stimmen wir zu. Vielen Dank.“

Sandras Rede zum Nachhören im StaVO-Stream findet ihr bei 1h 08min.

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