Miteinander Wachsen: #Wald

Historie – Darmstadts Wald

Darmstadt wurde früher wegen des umgebenden Walds die „Stadt im Walde“ genannt. Noch heute ist die Hälfte des Stadtgebiets bewaldet: Zwei Drittel des Walds stehen im Besitz des Landes Hessen, ein Drittel im Eigentum der Stadt Darmstadt. Der Wald leistet für das Stadtklima von Darmstadt unverzichtbare Dienste. Für die Darmstädter*innen ist er eine Herzenssache.

Die Beförsterung des Stadtwalds übernimmt HessenForst in enger Abstimmung mit dem Grünflächenamt der Stadt und streng nach dem Leitbild Wald. Stand bis 2017 die Holznutzung im Vordergrund, erfordern heute Waldzustand und -gesundheit eine naturnahe Ausrichtung mit möglichst geringen Eingriffen.

Seit den 1980er Jahren prägt das Thema Waldsterben den Blick auf den Wald. Zunächst schädigen Luftschadstoffe wie Schwefeldioxid die Gesundheit des Waldes. Heute ist es die voranschreitende Erdüberhitzung.

Hitzewellen im Sommer sowie anhaltende Trockenperioden und dadurch begünstigte Entwicklung von Borken- und Maikäfern schwächen die Wälder. Hitze bedeutet größeren Wasserverlust, stabile Hochdrucklagen verlängern Dürrezeiten, warme niederschlagsarme Winter verstärken den Trockenstress.

2017 reduziert ein GRÜN-geführter Magistrat den Holzeinschlag, 2019 stoppt er ihn komplett. Parallel entsteht unter Leitung der damaligen Dezernentin Barbara Akdeniz der „Runde Tisch Wald“, der das Holzeinschlag-Moratorium in das Leitbild Wald überführt.

Kernpunkt des Leitbilds ist der Verzicht auf Holzeinschlag und Holzentnahme. Mehr Totholz verbessert Wasserspeicherung, Nährstoffversorgung und Biodiversität und fördert die natürliche Waldverjüngung.

Für dieses Konzept darf unser aktueller Umweltdezernent Michael Kolmer 2023 die NABU-Waldmedaille entgegennehmen. Es ist das erste Mal, dass eine Stadt diese renommierte Auszeichnung erhält.

 

Aktuelle Situation

Heute dient der Darmstädter Wald vor allem als naturnaher Erholungswald mit Wegen zum Spazierengehen, Radfahren, Joggen und Reiten. Gleichzeitig erfüllt er weitere wichtige Ökosystem-Dienstleistungen: Sauerstoffproduktion, Kohlenstoffbindung, Wasserspeicherung, klimatische Pufferzone und Lebensraum für zahlreiche Arten.

Doch die Klimakrise setzt ihm enorm zu: Neben anhaltenden Hitzewellen und Wassermangel beeinträchtigen Erosion aufgrund von Extremniederschlägen und häufigere Spätfröste bei frühem Vegetationsbeginn die Widerstandsfähigkeit des Walds.

Der Waldzustandsbericht 2024 weist den Darmstädter Stadtwald als eines der am stärksten geschädigten Waldgebieten Hessens aus.

 

Unsere Zukunftsvision

Damit der Wald seine Funktionen erfüllt, muss er lebendig und widerstandsfähig sein. Als GRÜNE-Stadtverordnetenfraktion ist es unsere Aufgabe, die Resilienz des Walds zu stärken – direkt durch eine Bewirtschaftung nach den Kriterien des Leitbilds Wald, indirekt durch konsequenten Klimaschutz und das Ziel Klimaneutralität.

Wir wachsen miteinander, wenn wir Räume schaffen, in denen Natur und besonders auch unser Wald sich entfalten und gedeihen kann; so bleiben Darmbach, Fischteiche, Steinbrücker Teich, Ruthsenbach, Ludwigshöhe und die Scheftheimer Wiesen auch für kommende Generationen wertvolle Orte der Erholung und Naturerfahrung.

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