Blau machen! Für Lebensqualität und Artenschutz.

„Trotz schmerzhafter Haushaltseinsparungen gehen die Klimaanpassungsmaßnahmen der Stadt kontinuierlich weiter. Ein ganz wichtiger Aspekt dabei ist und bleibt das Management des Wassers. Wir machen Darmstadt zur Schwammstadt, durch die auch der Darmbach seinen Weg finden wird.“ Michael Kolmer | GRÜNER Dezernent für Stadtplanung, Klima und Umwelt

 

Für mehr Lebensqualität und Artenvielfalt – Wie das Wasser zurück in die Stadt kommt.

Unsere Vision: Ein blau-grünes Band in der Stadt

Parks und Grünanlagen, offene Gewässer und Brunnen machen Darmstadt nicht nur schöner, sie kühlen die Stadt und verbessern die Luft. An heißen Sommertagen ist das deutlich spürbar: Dort, wo Bäume, Sträucher und Gräser wachsen, wo Wasser plätschert oder fließt, sind die Temperaturen und die Luftqualität wesentlich angenehmer.

Unsere Vision sind viele Parks und Wasseranlagen, die sich wie ein blau-grünes Band durch die Stadt ziehen. Daran arbeiten wir GRÜNE gemeinsam mit dem Magistrat seit vielen Jahren. Darmstadt soll widerstandsfähiger gegen die Auswirkungen der Klimaveränderungen werden, gegen Hitzeperioden und Trockenheit sowie gegen extremen Starkregen. Und wir wollen öffentliche Orte schaffen, an denen sich die Menschen wohlfühlen.

Obwohl das Projekt „Schlaues Wasser“ leider bei der gemeinsamen Aufstellung des Haushalts mit der SPD – als Sparbeitrag von Oberbürgermeister Benz – gestrichen wurde, gehen alle wichtigen Wasser-Maßnahmen zur Klimaanpassung der Stadt weiter. In diesem Zusammenhang wird die Offenlegung des Darmbachs von einigen gerne als „Ideologie“ tituliert. Das halten wir angesichts des bereits spürbaren Temperaturanstiegs und des Wassermangels in der Stadt für unverantwortlich und zitieren das Darmstädter Echo vom 2. April 2024, „dass ein offen fließender Darmbach keine hoffnungslos-verklärte Grünromantik-Vorstellung ist, sondern Mikroklima und Lebensräume schafft, die auch den Menschen zugutekommen“.

Einen Ausschnitt der Projekte, die wir in den kommenden Jahren umsetzen werden, um Darmstadt zur Schwammstadt zu machen, in der auch der Darmbach fließt, finden Sie hier. 

Für den persönlichen Austausch laden wir zu einem gemeinsamen Stadtspaziergang am Dienstag, 20. August ein. Treffpunkt ist vor dem Vivarium.

Eva Bredow-Cordier & Andreas Ewald

Vorsitzende der GRÜNEN Stadtverordnetenfraktion

 

Geplante Maßnahmen bis 2028

Zusammenführung von Meierei- und Darmbach

Ein wichtiger Baustein zur Klimaanpassung ist die Abkopplung des Meiereibachs vom Kanalnetz und seine Einleitung in den Darmbach. Der Meiereibach führt ganzjährig Wasser, pro Jahr sind es etwa 214.400 m3. Das ist rund ein Drittel der Menge, die jährlich durch den Darmbach fließt. Die Zusammenführung wird helfen, dass Letzterer in den Sommermonaten nicht mehr trocken fällt.

Das Wasser des Meiereibachs besitzt einen hohen Phosphatgehalt, der – obwohl natürlichen Ursprungs – das Algenwachstum im Großen Woog befördern könnte. Um es zu reinigen, ist am Judenteich eine Wasseraufbereitungsanlage in Planung. Anschließend soll der Meiereibach mithilfe einer Druckleitung, eines sogenannten Dükers, unter der Hanauer Straße hindurchgeleitet werden und im Botanischen Garten in den Darmbach münden.

Stärkung des Biotopverbunds rund um den Woog

Seit Schulen und Vereine die Wasserflächen des neuen Nordbads nutzen können, ist das Trainingsbad in der Heinrich-Fuhr-Straße geschlossen. 2025 wird das marode Bauwerk abgerissen und der Bereich neu gestaltet. Vorgesehen ist eine Renaturierung, um das Überleben von Pflanzen- und Tierarten zu gewährleisten und einen Mehrwert für das Woogsviertel zu schaffen.

Der Große Woog profitiert ebenfalls

Durch die Zusammenführung von Meierei- und Darmbach wird der mitten in der Innenstadt gelegene Naturbadesee mehr Frischwasser erhalten. Wasserqualität und -menge sind auch in Trockenperioden gesichert.

Sanierung Kleiner Woog und Renaturierung des Bachbettes

Im Rahmen des Bund-Länder-Programms „Wachstum und Nachhaltige Erneuerung“ für Kapellplatz, Woogsviertel und Ostbahnhof ist vorgesehen, die Rudolf-Mueller-Anlage weiterzuentwickeln und die Qualität von Wasser- und Grünflächen zu verbessern. An den Wegen wurde bereits gearbeitet. Bis 2028 ist der Kleine Woog saniert und der Darmbach in ein natürliches Bachbett überführt, um ihn erlebbarer zu machen.

 

Perspektiven

© Planorama_Stadt-Darmstadt.

Im März wurden die Pläne für die Neugestaltung der Altstadtanlage der Öffentlichkeit vorgestellt. Entlang der Lindenhofstraße wird ein Bereich freigehalten, sodass der Darmbach zu gegebener Zeit freigelegt werden kann. Die Plätze und Grünflächen werden dadurch zusätzlich an Attraktivität gewinnen.

Vom An Sibin in der Landgraf-Georg-Straße bis zum Cityring wird der Darmbach unterirdisch geführt. Vor dem darmstadtium wartet bereits seit 2007 eine Rinne auf ihn, durch die das Wasser offen bis zur Alexanderstraße fließen kann.

Zwischen Welcome-Hotel und Staatsarchiv taucht der Bach wieder auf, um schließlich in den Herrngartenteich zu münden. Bei der Aufstellung des Mahnmals für die Opfer des § 175 StGB wurde der offene Verlauf bereits mitgedacht.

Hier geht es zu unserem Themen-Flyer.

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