Zukunft der Initiative OHA gesichert

Neuer Standort neben dem Kunstdepot – Main Hall zieht mit um

Die Initiative OHA ist aus der Darmstädter Kulturszene längst nicht mehr wegzudenken. Mit ihren kreativen Formaten hat sie vielen jungen Menschen den Zugang zur Kultur ermöglicht und unsere Stadt kulturell bereichert.
Deshalb war es uns GRÜNEN wichtig, ein neues Zuhause für den OHA zu finden, wenn die Interimslösung am Osthang für das Informationszentrum gebraucht wird.
Jetzt steht fest: Die Initiative bekommt einen festen Standort direkt neben dem Kunstdepot. Auch die beliebte Main Hall zieht mit um.
Anfang Juni waren die GRÜNEN-Sprecherinnen Eva Bredow-Cordier (Fraktion) und Hildegard Förster-Heldmann (Kreisverband) auf Einladung des Asta im 221qm zu Gast und haben sich noch einmal dafür stark gemacht, dass die Stadt die Initiative dauerhaft unterstützt. Besonders wichtig war uns dabei, dass auch künftig der künstlerische Austausch mit der Mathildenhöhe erhalten bleibt und der Verein bei städtischen Veranstaltungen miteinbezogen wird.
Wir freuen uns sehr, dass die Stadtverordnetenversammlung den Weg nun frei gemacht hat.

Evas Rede findet Ihr hier:

Lieber Stadtverordnetenvorsteher, liebe Kolleginnen und Kollegen, liebe Zuhörerinnen und Zuhörer,

wenn es heißt, die einzig legitime Nachfolge der Lebensreform-Bewegung und der Künstlerkolonie werde von der Mathildenhöhe vertrieben, dann ist das einfach falsch.

Wenn behauptet wird, das sei nicht im Sinne des Jugendstils, ist das Quatsch.

Und wenn man sagt, die Subkultur störe das Welterbe, während in Darmstadt das Biedermeier regiert, dann ist das eine verzerrte Sicht auf unsere Zeitgeschichte.

Und wenn unterstellt wird, in Umweltgutachten werde getrickst und es sei gar nicht belegt, dass das Welterbe-Infozentrum am Osthang gebaut werden müsse, dann grenzt das an Legendenbildung.

Ich verstehe den Schmerz und die Trauer darüber, dass die Mainhall vom Osthang wegzieht, dass das Idyll zwischen den Bäumen verlassen werden muss.

Aber – mal ehrlich! Was für eine Chance eröffnet sich hier für junge, kreative Menschen mit unserem Vorschlag!

Die Mainhall wird abgebaut und umgezogen, und beides wird bezahlt. Der Verein OHA erhält eine langfristige Perspektive an einem neuen Ort. Das schafft Räume, Möglichkeiten und Perspektiven, die es so bisher noch gar nicht gab. Und das Beste: Die Aktiven vom OHA können auch künftig bei Festen auf der Mathildenhöhe aktiv sein. Die Mathildenhöhe war immer ein Ort des Aufbruchs – das wird sie auch nach dem Bau des Infozentrums bleiben! Und ich halte gar nichts davon, den Aktiven, die sich auf den neuen Ort und die Unterstützung der Stadt freuen, vorzuhalten, sie würden an den Stadtrand in eine Brache vertrieben. Das ist eine falsche Annahme.

Meine drei eigenen Kinder, die zwischen 21 und 28 Jahre alt sind, und deren Freundinnen und Freunde, sind oft im PAMO unterwegs, in der Galerie Kurzweil und im Weststadt-Café oder sie treffen sich auch einfach davor, wenn das Geld nicht für den Eintritt langt. Alles Orte am neuen Standort, die abends und an den Wochenenden Scharen junger Menschen anziehen.

Warum also – so frage ich – sollte man Kreativen nicht zutrauen, dass sie auch am neuen Ort ihre Ideen umsetzen können?

Ich möchte heute die Lust auf Zukunft wecken und Mut für Neues machen. Darmstadt ist ein Ort des progressiven Aufbruchs – offen, vielfältig und zukunftsorientiert.

Der neue Standort bietet tolle Chancen, innovative Formate zu entwickeln, Impulse aufzunehmen und kreative Kultur lebendig zu halten.

Für uns Grüne ist klar: Kultur braucht Raum – verlässlich, vielfältig und sichtbar. Ich vertraue den jungen Kreativen, dass sie mutig den neuen Ort gestalten und ihre Ideen einbringen.

Abschließend noch das: Wir Grüne werden uns stets dafür einsetzen, dass kreative Räume, vor allem für Jugendliche, wenn möglich, erhalten bleiben. Wenn das nicht möglich ist, werden wir uns dafür stark machen, neue Orte zu finden.

Und damit sind wir schon beim nächsten aktuellen Thema – dem drohenden Wegfall des Jugendkulturortes Hütte. Auch dort machen wir uns stark dafür, dass junge Menschen Orte haben, an denen sie zusammenkommen, sich ausprobieren, Musik machen, mutig sein und aus sich herauswachsen können. Es kann nicht sein, dass die Kirche einfach Räume aufkündigt, die seit 70 Jahren für aktiv gelebte Jugendarbeit und Jugendkultur stehen, und für die obendrein die Stadt Darmstadt alle Personal- und Sachkosten trägt. Da hoffen wir und da setzen wir auf eine Kurskorrektur der Kirche und wenn das scheitern sollte, braucht es einen guten Alternativort in der Stadtmitte, das ist doch ganz klar.

Denn junge Menschen brauchen Räume und Orte und unsere Unterstützung.

Vielen Dank!

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