Scentral und Herrngarten: Ein Jahr zwischen Beschluss und Umsetzung ist zu lang

GRÜNE begrüßen konkrete Maßnahmen – und erwarten jetzt eine schnelle Umsetzung

Die Darmstädter GRÜNEN begrüßen, dass für das Scentral und den Herrngarten jetzt endlich konkrete Maßnahmen auf den Weg gebracht werden. Die neue Magistratsvorlage greift wichtige Teile des Antrags „Scentral / Herrngarten – Sicherheit und Hilfe gemeinsam stärken“ auf, den GRÜNE, CDU und Volt im September 2025 eingebracht hatten und dem die Stadtverordnetenversammlung mit nahezu einstimmiger Mehrheit zugestimmt hatte.

Der damalige Beschluss war klar: Die offene Drogenszene soll an einem betreuten Ort gebündelt werden. Hilfsangebote und Streetwork sollen ausgebaut, der Außenbereich neu geordnet und zugleich Sicherheit, Sauberkeit und der Schutz sensibler Bereiche gestärkt werden. Hinzu kommen Perspektiven für Konsumräume, Ruhe- und Übernachtungsangebote sowie Prävention und eine systematische Evaluation. Der Ansatz verbindet bewusst soziale Hilfe mit klaren Regeln im öffentlichen Raum. 

„Die Stadtverordnetenversammlung hat ihren Teil bereits im vergangenen Jahr erledigt. Wir haben nicht nur über das Problem gesprochen, sondern mit einer sehr breiten Mehrheit einen konkreten Weg beschlossen“, sagt Eva Bredow-Cordier, Fraktionsvorsitzende der Darmstädter GRÜNEN. „Deshalb ist es gut, dass jetzt endlich die nächsten Schritte kommen. Ein betreuter Aufenthaltsbereich, mehr Streetwork, mehr Sauberkeit und zusätzliche Hilfsangebote können die Situation für drogenkranke Menschen ebenso verbessern wie für Anwohnende und alle Menschen, die den Herrngarten nutzen.“

Die Magistratsvorlage sieht unter anderem einen abgegrenzten und sozialarbeiterisch begleiteten Aufenthaltsbereich, erheblich ausgeweitete Streetwork-Zeiten, die Verstetigung der Tagesruheplätze, zweimal tägliche Reinigung und zusätzliche Präventionsangebote vor. Eine Inhalationsfläche sowie ein rückbaubarer Drogenkonsumraum sollen weiter geprüft werden. 

Für die GRÜNEN bleibt jedoch unverständlich, warum zwischen dem politischen Beschluss und der konkreten Umsetzung nahezu ein Jahr liegt. Eine erste Fassung der Magistratsvorlage war bereits Ende Dezember 2025 vorhanden. Danach zog sich die Abstimmung über viele Monate hin. 

„Wenn ein fast einstimmiger Beschluss rund ein Jahr lang nicht umgesetzt wird, verbessert sich die Situation nicht“, sagt Heiko Depner, Sprecher der Darmstädter GRÜNEN. „Im Kommunalwahlkampf saßen Kandidatinnen und Kandidaten auf Podien und mussten erklären, wie sie die Situation am Herrngarten lösen wollen. Dabei hatte das Parlament längst entschieden. Eigentlich hätte dort der Magistrat sitzen und erklären müssen, wann er diesen Beschluss umsetzt.“

Depner stellt zugleich klar: „Das Sozialdezernat hat eine Vorlage erarbeitet, die seit vielen Monaten vorliegt. Es geht deshalb nicht darum, jetzt Schuldige zu suchen. Aber ein Magistrat muss in der Lage sein, bei einem so drängenden Thema gemeinsam zu entscheiden. Fast ein Jahr Wartezeit ist nicht akzeptabel.“

Bredow-Cordier abschließend: „Die Richtung ist beschlossen, konkrete Maßnahmen liegen auf dem Tisch. Jetzt geht es darum, sie zügig umzusetzen und die noch offenen Teile unseres damaligen Beschlusses konsequent weiterzuverfolgen.“