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Historie – Entwicklung des Scentral
Seit den 1990er-Jahren ist der Herrngarten ein zentraler Treffpunkt der offenen Drogenszene in Darmstadt. 1996 wurde das Scentral in der Bismarckstraße eröffnet. Das Gebäude war von Anfang an nur als Provisorium gedacht, entwickelte sich jedoch schnell zu einem festen Anlaufpunkt für suchtkranke Menschen aus Darmstadt und den umliegenden Gemeinden.
In den folgenden Jahren gab es immer wieder Diskussionen über Alternativstandorte. Die Vorschläge scheiterten jedoch regelmäßig – sei es an baulichen Hürden oder am Widerstand der Anwohnerschaft.
2022 musste das alte Scentral-Gebäude schließlich abgerissen werden, da es nicht mehr sanierungsfähig war. Zwischenzeitlich wurde mit Containern in der Schleyermacherstraße eine Übergangslösung geschaffen. Auch diese führte immer wieder zu Konflikten mit den Anwohnern und ansässigen Geschäften. Im Juli 2025 konnte der Neubau an der Bismarckstraße, unmittelbar am Herrngarten, bezogen werden. Mit Kontaktladen und Substitutionsambulanz ist dort nun eine moderne Infrastruktur vorhanden. Gleichzeitig hat sich ein großer Teil der Szene zurück in den Herrngarten verlagert.
Als GRÜNE Fraktion haben wir diesen Prozess über viele Jahre begleitet. Wir haben uns stets dafür eingesetzt, dass die Drogenpolitik nicht bei kurzfristiger Verdrängung stehen bleibt, sondern auf nachhaltige Lösungen setzt: niedrigschwellige Angebote und die Integration in eine umfassende städtische Sozial- und Ordnungspolitik. Unsere GRÜNE Sozialdezernentin und Bürgermeisterin Barbara Akdeniz hat sich dabei immer für die Belange der Suchtkranken und für ein soziales Miteinander stark gemacht. Mit dem Neubau und den aktuellen Debatten sehen wir nun auch eine Chance unsere GRÜNE Linie konsequent weiterzuführen.
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Aktuelle Situation
Mit dem verstärkten Crack-Konsum hat sich die Lage im Herrngarten und in der gesamten Drogenszene in jüngster Zeit massiv verschärft: Konsum, Handel und Konflikte mit Anwohner*innen belasten Besuchende des Parks und die Nachbarschaft. Das neue Scentral soll Entlastung bringen, ist jedoch bislang weder ausreichend ausgestattet (der Außenbereich ist noch im Umbau, es gibt keine Konsumräume und keine Übernachtungsmöglichkeiten) noch rechtlich vollständig abgesichert. Reine Verdrängung hat sich als wirkungslos erwiesen – wir setzen uns für ein neues, umfassendes Konzept ein.
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Unsere Zukunftsvision
Nach Zürcher Vorbild soll in Darmstadt ein klar abgegrenzter Toleranzbereich geschaffen werden, der Konsum-, Aufenthalts- und Übernachtungsmöglichkeiten bietet. Offizielle Konsumräume mit medizinischer Betreuung, eine geschützte „Sleep Zone“ und die kontrollierte Steuerung von Mikrohandel im Innenbereich sorgen für Sicherheit, Gesundheitsschutz und Ordnung. Zugleich gilt außerhalb konsequente Null-Toleranz. So entsteht ein sauberes, sicheres Umfeld für die Stadtgesellschaft, während Suchtkranke Hilfe, Schutz und Perspektiven erhalten. Wir freuen uns sehr, dass wir gemeinsam mit der Koalition aus CDU und Volt einen diesbezüglichen Antrag in die Stadtverordnetenversammlung einbringen konnten. So arbeiten wir parteiübergreifend und lösungsorientiert am Scentral der Zukunft.
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