Den Sinti und Roma wurde in ihrer über 600-jährigen Geschichte im deutschsprachigen Raum schweres Unrecht angetan. Trauriger Höhepunkt war der Völkermord während des Nationalsozialismus, den nur wenige Angehörige der Minderheit in Deutschland und Österreich überlebten. Auch nach 1945 setzten sich polizeiliche Sondererfassungen und Diskriminierungen fort. Erst 1982 erkannte die Bundesregierung den Völkermord offiziell an.
Der Verband Deutscher Sinti und Roma – Landesverband Hessen, 1980/81 in Darmstadt gegründet, leistet seit Jahrzehnten wertvolle Arbeit für die Aufarbeitung der Verfolgungsgeschichte und die gesellschaftliche Teilhabe der Minderheit. Die Stadt Darmstadt und das Land Hessen unterstützen diese Arbeit finanziell.
Wie tief antiziganistische Strukturen bis heute wirken, zeigte sich in der langen, schwierigen Suche nach geeigneten Räumen für ein Dokumentationszentrum zur Verfolgung der Sinti und Roma in Darmstadt. Die Raumsuche selbst wurde zur Geschichte einer erneuten Diskriminierung. Erst 2023 – dank des entschlossenen Einsatzes unseres langjährigen GRÜNEN Oberbürgermeisters Jochen Partsch – konnte ein geeigneter Ort gefunden werden: Die Dauerausstellung und die Geschäftsstellen des Verbands sollen ins Erdgeschoss des ehemaligen Stadthauses in der Grafenstraße einziehen.
Laut Magistratsvorlage 2023/0129 ist der Einzug für September 2025 vorgesehen. Um Klarheit über den Zeitplan und die konkreten Schritte zum Umbau zu erhalten, hat die GRÜNE Stadtverordnete Stefanie Scholz-Willenbockel eine Kleine Anfrage an den Magistrat gestellt. Die Antwort steht derzeit noch aus – sobald sie vorliegt, werden wir sie auf der GRÜNEN Website veröffentlichen.
„Gerade angesichts der aktuellen gesellschaftspolitischen Entwicklungen ist es uns wichtig, unsere vielfältige und starke Darmstädter Erinnerungskultur zu erhalten und weiterzugeben. Denn nur so fördern wir demokratisches Bewusstsein – gerade bei Kindern und Jugendlichen“, betont Stefanie Scholz-Willenbockel.
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