So viel Natur wie möglich in der Stadt

Blühstreifen am Rheinstrassentree
Blühstreifen am Rheinstrassentree

„Neben dem Klimaschutz ist der Artenschutz die Herausforderung unserer Zeit. Dabei beginnt die Verantwortung direkt vor unserer Haustür“, sagen die beiden Parteivorsitzenden der Darmstädter GRÜNEN, Hildegard Förster-Heldmann und Jürgen Deicke. „Deshalb wollen wir in Darmstadt so viel Natur wie möglich!“

In Parks, auf Grünflächen, aber auch in Gärten wollen die GRÜNEN die Artenvielfalt fördern. „Urbane Landschaften sind für viele Vögel, Insekten und andere Tiere unverzichtbare Lebensräume. Darmstadt hat diesbezüglich bereits die richtige Richtung eingeschlagen“, so die beiden.

Das Programm 25-Schritte für mehr Biodiversität, die neue Grünflächenstrategie, die Blüh- und Baumpatenschaften sowie das insekten- und schmetterlingsfreundliche Mähregime sind gute Maßnahmen für den Artenschutz in der Stadt. Im vergangenen Jahr erfreuten sich nicht nur Bienen und Hummeln an den mittlerweile insgesamt 100.000 m² Wildblütenwiesen, sondern auch Bürger*innen hatten Spaß an der bunten und summenden Vielfalt. „Wir haben uns gefreut über die vielen positiven Rückmeldungen“, sagt die zuständige Umweltdezernentin Barbara Akdeniz.

Fortsetzung der schrittweisen Umgestaltung städtischer Grünflächen

Ziel ist es auch weiterhin, städtische Flächen wie Parkanlagen, Spielplätze, Schulhöfe und Außenanlagen von öffentlichen Gebäuden Schritt für Schritt zu naturnahen Bereichen mit hoher biologischer Vielfalt umzugestalten. Dabei sollen regionales Saatgut und heimische Gehölze verwendet werden. Auch die Pflege von Grünanlagen und Straßenbegleitgrün soll konsequent nach ökologischen Grundsätzen erfolgen, ohne den Naherholungswert für die Menschen in der Stadt einzuschränken.

Stadtbäume sind unverzichtbar

„Die Stadtbäume machen uns zurzeit natürlich Sorgen!“, so Deicke. „Sie leiden besonders unter der zunehmenden Hitze und Trockenheit der vergangenen Jahre.“ Auch Versiegelung und Bodenverdichtung entlang der Straßen sind ein Problem.

Bäume sind prägend für das Stadtbild und verbessern in besonderem Maße die Luft, binden CO2, filtern Staub und spenden Schatten. „Das ist unverzichtbar für das Wohlbefinden und die Lebensqualität der Menschen in der Stadt, weshalb wir die Stadtbäume intensiver stärken und pflegen müssen“, fügt Förster-Heldmann hinzu.

Wassersäcke sollen gegen Trockenheit helfen. Entsieglung im Umfeld kann ebenfalls Bäume retten. „Besonders bei Neuanpflanzungen müssen wir für ideale Startbedingungen sorgen. Das beginnt bei der Auswahl der Arten, der Schaffung von ausreichend Wurzelraum sowie der Verwendung wasserspeichernder Substrate“, so die Umweltdezernentin Barbara Akdeniz.

Unter anderem soll das sogenannte „Stockholmer Modell“ bei zukünftigen Planungen in innerstädtischen Bereichen oder bei Sonderstandorten zum Einsatz kommen. Dabei wird die Pflanzgrube mittels eines Schachts be- und entlüftet und Regenabflüsse eingeleitet. Derzeit wird bereits eine Kartierung erstellt, um potenzielle Standorte für neue Bäume in der Stadt zu finden.

Grüne Oasen für die Menschen in der Stadt

„Das Stadtgrün ist für die Naherholung der Menschen ganz wichtig. Grün wirkt wohltuend gegen Stress und fördert die Gesundheit der Stadtbevölkerung!“, so Förster-Heldmann und Deicke. „Wir brauchen auch mehr Begrünung in den Quartieren, um Staub, Hitze und Lärm zu reduzieren.“ Dazu werden im GRÜNEN Wahlprogramm überall wo rechtlich möglich Vorgaben für Fassaden- und Dachbegrünung gefordert. Außerdem will die Stadt nicht nur selbst mit gutem Beispiel vorangehen, sondern auch Anreize durch Förderprogramme schaffen.

2021 sollen erstmals urbane Waldinseln – sogenannte Tiny Forests – gepflanzt werden. Sie gelten als widerstandsfähig und haben eine sehr positive Wirkung auf Stadtklima und Artenvielfalt.

Auch Gärten sind wichtige Lebensräume

Durch die Einrichtung einer Infostelle für Biodiversität möchten die GRÜNEN auch Privatleute dafür begeistern, ihre Gärten und Balkone nachhaltig insekten- und vogelfreundlich zu gestalten. In Workshops und Informationsveranstaltungen sollen Gärtner*innen Unterstützung und Inspiration erhalten. „Das geplante Zentrum für Stadtnatur im Orangeriegarten kann mit Bildungsangeboten und praktischen Übungen zum Thema Umwelt dazu beitragen“, so Förster-Heldmann. „Der BUND leistet in Kooperation mit unserem Umweltdezernat bereits viel praktische Arbeit in der Stadt. Diesen Schulterschluss wollen wir auch im Zentrum für Stadtnatur weiter unterstützen.“

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