GRÜNE wollen Darmstadts Wirtschaftsflächen schützen, besser nutzen und geeignete Standorte weiterentwickeln
Darmstadt braucht Platz für Wohnungen – genauso wie für Handwerk, Unternehmen, Forschung und neue Arbeitsplätze. Weil Flächen knapp sind, wollen die GRÜNEN Gewerbe-, Büro- und Mischstandorte gezielter entwickeln. Gemeinsam mit Volt stellen sie in der nächsten Stadtverordnetenversammlung den Antrag, innerhalb eines Jahres ein stadtweites Handlungskonzept vorzulegen.
„Die entscheidende Frage ist nicht: Wohnen oder Wirtschaft? Wir müssen beides ermöglichen – aber nicht überall auf dieselbe Weise“, sagt Heiko Depner, wirtschaftspolitischer Sprecher der GRÜNEN Fraktion und Parteisprecher. „Wo Handwerk, Produktion, Forschung und Entwicklung auf ihre Standorte angewiesen sind, brauchen Unternehmen Sicherheit und Platz zur Entwicklung. Gleichzeitig dürfen schlecht genutzte Flächen nicht einfach sich selbst überlassen bleiben.“
Das Prinzip lautet: Schützen, wo Wirtschaft Fläche braucht; besser nutzen, wo Potenzial vorhanden ist; und verändern, wo Wohnen und Arbeiten sinnvoll zusammenpassen. Flächen, die langfristig für Produktion, Handwerk und Dienstleistungen gebraucht werden, sollen nicht in andere Nutzungen umgewandelt werden. Bestehende Gewerbegebiete können zugleich durch Nachverdichtung besser genutzt werden. Wo Standorte dauerhaft nicht mehr marktgängig sind oder sich für eine neue Mischung eignen, sollen Arbeiten und Wohnen zusammenkommen können – auch mit neuen Möglichkeiten für bezahlbaren Wohnraum und Wohnungen für Auszubildende.
„Eine Schreinerei braucht andere Bedingungen als ein Bürogebäude oder ein Start-up“, so Depner. „Wir wollen deshalb keine pauschale Umwandlung von Gewerbegebieten. Wir schützen funktionierende Betriebe und schaffen dort neue Möglichkeiten, wo Veränderung sinnvoll ist.“
Ein digitales Gewerbeflächenkataster soll geprüft werden, um Leerstände, untergenutzte Grundstücke und Möglichkeiten zur Nachverdichtung sichtbar zu machen. Zu zukunftsfähigen Wirtschaftsstandorten gehören zudem eine leistungsfähige Infrastruktur, mehr Grün sowie Schutz vor Hitze und Starkregen.
Auch Start-ups und Ausgründungen der Darmstädter Hochschulen sollen stärker berücksichtigt werden. Claudia Stricker, in der GRÜNEN Fraktion zuständig für Gründungen und Start-ups, erklärt: „Darmstadt bringt viele gute Ideen hervor. Entscheidend ist, dass daraus hier Unternehmen und Arbeitsplätze entstehen. Junge Unternehmen brauchen nach der Gründung passende und bezahlbare Räume – für Teams, Werkstätten oder Prototypen. Wer hier gründet, soll auch in Darmstadt wachsen können.“
Darmstadt soll dabei enger mit dem Landkreis Darmstadt-Dieburg und der Region FrankfurtRheinMain zusammenarbeiten. Bereits nach sechs Monaten soll der Magistrat eine Empfehlung für ein Pilotgebiet vorlegen. Geprüft werden insbesondere Hilpertstraße/Kleyerstraße/TZ Rhein-Main und das Umfeld Pallaswiesenstraße/Mainzer Straße. IHK, Handwerkskammer, Wirtschaftsverbände sowie Eigentümerinnen und Eigentümer sollen frühzeitig beteiligt werden.
Depner: „Darmstadts Fläche können wir nicht vermehren. Aber wir können sie klüger nutzen. Unser Ziel ist eine Stadt, in der Betriebe investieren können, Gründer Platz zum Wachsen finden und neue Wohnungen entstehen – ohne dass das eine das andere verdrängt.“