Auf Entdeckungstour durch das Ludwigshöhviertel

200 Interessierte erkunden mit den GRÜNEN und Dezernent Michael Kolmer das neue Quartier

Bessungen/Ludwigshöhviertel. Großes Interesse an Darmstadts neuem Stadtquartier: Knapp 200 Menschen folgten am Samstag, 29. August, der Einladung des Arbeitskreises Stadtentwicklung und Mobilität von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN Darmstadt zu einem Rundgang mit Dezernent Michael Kolmer durch das Ludwigshöhviertel.

Aus den geplanten eineinhalb wurden am Ende zweieinhalb Stunden. Kolmer spannte den Bogen von der rund 100-jährigen Geschichte des ehemals militärisch genutzten Geländes bis zur Entwicklung eines modernen, autoarmen Wohnquartiers. Insgesamt sollen hier rund 1.400 Wohnungen für mehr als 3.000 Menschen entstehen.

An mehreren Stationen erläuterte Kolmer, was das Ludwigshöhviertel städtebaulich besonders macht. Rund um den zentralen Karl-Plagge-Platz sind Einzelhandel und weitere Angebote wie Arztpraxen vorgesehen. Hinzu kommen ein Bildungscampus mit Familienzentrum. Bereits entstanden: zwei Landschaftstreppen sowie vielfältige Spiel- und Sportmöglichkeiten für unterschiedliche Altersgruppen.

Ein Schwerpunkt lag auf Klimaschutz und Klimaanpassung. Das Ludwigshöhviertel wurde bereits nach dem Prinzip der Schwammstadt geplant und gilt damit als Beispiel moderner, klimaangepasster Stadtentwicklung. Spezielle Anlagen sorgen dafür, dass das Niederschlagswasser auf dem Gelände zurückgehalten wird und vollständig vor Ort versickern kann. Unter einer der Landschaftstreppen wurden zudem 64 Erdwärmesonden installiert. Sie sollen künftig 140 Wohnungen sowie die Gebäude am Quartiersplatz mit Wärme versorgen.

Wie eng Stadtplanung, Klimaanpassung und Lebensqualität miteinander verbunden sind, zeigte sich auch beim Blick über die Bessunger Kiesgrube bis zum Lincoln-Quartier. Michael Kolmer hatte diesen Punkt bewusst als eine Station des Rundgangs gewählt, um die städtebaulichen Zusammenhänge und die Einbettung des neuen Viertels in den Darmstädter Süden zu erläutern.

Viele Fragen drehten sich um die Mischung des Wohnraums. Im Ludwigshöhviertel entstehen sozial geförderte Wohnungen, geförderter Wohnraum für mittlere Einkommen, genossenschaftliche Projekte und frei finanzierte Wohnungen. Weitere Themen waren Denkmalschutz, Energieversorgung, Fassadenbegrünung, Bepflanzung und die Tierwelt im Quartier – bis hin zu Details einzelner Gebäude.

Besonders intensiv diskutiert wurde das Mobilitätskonzept. Dabei ging es unter anderem um den geplanten Ausbau der Straßenbahn durch das Viertel und ihre Anbindung an das bestehende Schienennetz in der Heidelberger Straße. Teilnehmende aus Eberstadt fragten zudem nach der Weiterentwicklung der dortigen Fahrrad-infrastruktur, etwa einer möglichen Fahrradstraße in der Heinrich-Delp-Straße.

Die Besucherinnen und Besucher kamen nicht nur aus dem Ludwigshöhviertel und den angrenzenden Stadtteilen, sondern aus dem gesamten Stadtgebiet. Entsprechend vielfältig waren Fragen und Perspektiven. Auch kritische Punkte wurden offen diskutiert. Als ein Teilnehmer die Gefahr einer möglichen „Ghettoisierung“ ansprach, widersprachen Bewohnerinnen und Bewohner des Quartiers deutlich und berichteten von einem angenehmen, lebendigen Zusammenleben und einer guten Nachbarschaft.

Nach zweieinhalb Stunden war die Stimme von Michael Kolmer zwar deutlich beansprucht, das Interesse der Gruppe aber ungebrochen. Mehrfach kam der Wunsch nach einer Fortsetzung des Rundgangs und nach ähnlichen Angeboten in anderen Darmstädter Stadtteilen auf. „Wir waren sehr begeistert von dem großen Zuspruch aus der Bürgerschaft für unseren Rundgang. Wir werden in Zukunft ähnliche Angebote planen und den Menschen weitere Entdeckungstouren durch unsere Stadtviertel ermöglichen“, so Zoé Zimmermann, Sprecherin des GRÜNEN Arbeitskreises Stadtentwicklung und Mobilität und Stadtverordnete der GRÜNEN Darmstadt.

Weitere Veranstaltungen der GRÜNEN gibt es im Terminkalender der GRÜNEN:

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