Grafenstraße: GRÜNE unterstützen Umgestaltung und wollen Aufenthaltsqualität sowie Barrierefreiheit weiter verbessern

Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen in der Darmstädter Stadtverordnetenversammlung wird der Magistratsvorlage 2026/0168 zur Umgestaltung der Verkehrsführung in der Grafenstraße zustimmen. Gleichzeitig bringen die Grünen einen Änderungsantrag ein, um die Planungen in zwei zentralen Punkten weiterzuentwickeln und die langfristige Vision für das Umfeld des Klinikums bereits heute stärker sichtbar zu machen.

„Die Umgestaltung der Grafenstraße war ein wichtiger Bestandteil unseres Wahlprogramms. Es geht dabei um weit mehr als Fahrradverkehr. Wir wollen einen echten Klinik-Vorplatz mit hoher Aufenthaltsqualität, sichere und barrierefreie Fußwege, attraktive Aufenthaltsflächen und eine gute Anbindung für den Radverkehr schaffen“, erklärt Stefan Opitz, verkehrspolitischer Sprecher der Darmstädter Fraktion von Bündnis90/Die Grünen.

 Diese Magistratsvorlage sei ein wichtiger erster Schritt zu dieser Vision, der noch weitere in den nächsten Jahren folgen müssen, um die Fläche am Klinikum nachhaltig aufzuwerten.

Gehwege am Regierungspräsidium verbreitern

Mit ihrem Änderungsantrag fordern die GRÜNEN, die Situation für Fußgängerinnen und Fußgänger im Bereich des Regierungspräsidiums zu verbessern. Dort ist der Gehweg teilweise nur rund einen Meter breit und bleibt damit deutlich hinter den Anforderungen an eine barrierefreie und komfortable Nutzung zurück.

„Menschen müssen sich auf Gehwegen sicher begegnen können, ohne auf die Fahrbahn ausweichen zu müssen. Unser Ziel sind Gehwege mit mindestens 1,50 Metern, besser noch über 1,60 Metern Breite. Auch wenn eine vollständige Umsetzung nicht sofort möglich ist: Jeder zusätzliche Meter hilft und verbessert die Situation spürbar“, so Opitz.

Als Vorbild verweisen die GRÜNEN auf die Verbreiterung der Haltestelle am Willy-Brandt-Platz, die bereits vor vielen Jahren mit vergleichsweise einfachen Maßnahmen umgesetzt wurde.

Aufenthaltsfläche an der ehemaligen Materialprüfungsanstalt schaffen

Ein weiterer Schwerpunkt des Änderungsantrags betrifft die bereits seit Jahren abgepollerten ehemaligen Parkflächen an der Materialprüfungsanstalt – für die wir GRÜNEN die Ansiedlung der Experiminta als Nachfolgenutzung favorisieren. Die GRÜNEN schlagen vor, diese Flächen schon jetzt als Aufenthaltsbereich für Patientinnen und Patienten, Besucherinnen und Besucher sowie Beschäftigte des Klinikums nutzbar zu machen.

„Gerade vor dem Klinikum fehlen attraktive Aufenthaltsorte. Die heute ungenutzten Flächen bieten die Chance, kurzfristig Sitzgelegenheiten, Verschattung, mobile Begrünung oder sogar erste Entsiegelungsmaßnahmen umzusetzen. Damit können wir die Aufenthaltsqualität unmittelbar verbessern“, sagt Opitz.

Langfristige Vision für das Klinikum-Umfeld

Für die GRÜNEN ist die aktuelle Vorlage Teil einer umfassenderen Entwicklungsperspektive für die Grafenstraße. Dazu gehören schattige und barrierefreie Fußwege, die Entwicklung der ehemaligen Materialprüfungsanstalt mit neuen Nutzungen, zusätzliche Entsiegelungsmaßnahmen sowie eine attraktive durchgehende Radverbindung zwischen Zimmerstraße und Grafenstraße als Umgehungsroute der Fußgängerzone.

Auch die künftige Führung des öffentlichen Nahverkehrs müsse weiter diskutiert werden.

„Wir nehmen die Hinweise ernst, dass selbst eine barrierefreie Haltestelle in der Bismarckstraße für Menschen mit starken Mobilitätseinschränkungen noch weit vom Haupteingang des Klinikums entfernt wäre. Deshalb werden wir uns konstruktiv an der Prüfung beteiligen, ob eine Führung des L-Busses über die Grafenstraße sinnvoll und umsetzbar ist“, erklärt Opitz.

Abschließend betont der verkehrspolitische Sprecher: „Unsere Vision bleibt ein echter Klinik-Vorplatz: ein lebendiger, grüner und barrierefreier Stadtraum mit hoher Aufenthaltsqualität auf beiden Seiten der Grafenstraße. Die Magistratsvorlage ist ein wichtiger Anfang – mit unserem Änderungsantrag wollen wir diesen Weg konsequent weitergehen.“

Foto-Vision Grafenstraße: KI generiert