
Für eine altersfreundliche Stadt
Seit 2015 in Darmstadt erstmals die Interessenvertretung für ältere Menschen gewählt wurde, sind wir GRÜNE dort vertreten und setzen uns für ein selbstbestimmtes Älterwerden ein.
Von Anfang an ist es unser Grundsatz, ältere Menschen an der Gestaltung der Senior*innen-
Politik zu beteiligen. Das gilt heute mehr denn je, denn viele von uns sind fit bis ins hohe Alter, nehmen aktiv am öffentlichen Leben teil und engagieren sich.
Diesen Erfahrungsschatz wollen wir nutzen, wenn es darum geht, neue Angebote in unserer Stadt zu schaffen und bestehende Projekte auszubauen. Da die Anzahl an Senior*innen in
unserer Gesellschaft stetig größer wird, müssen altersfreundliche Rahmenbedingungen noch
mehr als bisher Berücksichtigung finden – sowohl stadtgestalterisch als auch sozial. Dabei braucht es eine differenzierte Betrachtung. Nicht alle Lebenssituationen und Lebensentwürfe sind gleich. Es gibt auch Senior*innen, die auf Unterstützung – im Kleinen oder im Großen – angewiesen sind.
Wir möchten allen ermöglichen, solange es geht, selbstständig und mobil den Alltag zu
bestreiten – und wenn es notwendig wird, selbstbestimmt Hilfe in Anspruch nehmen zu
können. Wir haben die Potenziale ebenso wie die Herausforderungen im Blick!
Dafür setzen wir uns ein:
Miteinander ins Gespräch kommen
Corona hat es uns allen noch einmal deutlich vor Augen geführt: Begegnungen und Gespräche – und sei es nur ein kleiner Plausch an der Straßenecke – sind so wichtig.
Erzählcafés, „Babbelbänke“, Senior*innen-Treffs, nachbarschaftliche Initiativen wie ein
öffentlicher „Backes“ oder Quartiersgärten unterstützen wir, denn sie sorgen dafür, dass
aus dem Alleinsein keine Einsamkeit wird.
Gemeinschaft stärken
Ob als Senior*in, Single oder junge Familie, generationsübergreifende Wohnprojekte
schaffen Orte für Gemeinsamkeit, an denen eine*r der oder d e m anderen hilft und jede*r
nützlich ist. Darmstadt gilt im Hinblick auf neue Wohnformen als Pionierstadt. Wir wollen,
dass alternative Wohnprojekte aller Preislagen bei der Vergabe von Bauflächen weiterhin
bevorzugt behandelt werden. Für Quartiers- und Nachbarschaftsvereine setzen wir uns ein.
Altersarmut entgegenwirken
Altersarmut ist ein wachsendes Problem und betrifft besonders Frauen, da sie durch Kindererziehung oder Pflege nur in Teilzeit erwerbstätig waren. In Darmstadt gibt es eine Vielzahl an niederschwelligen Beratungs- und Hilfsangeboten. Diese wollen wir noch bekannter machen, damit jede*r die Grundsicherung in Anspruch nehmen kann. Die Angebote der Teilhabecard möchten wir weiterentwickeln und zum Beispiel On-Demand- Services wie den HeinerLeiner integrieren.
Stadtteile lebenswert gestalten
Uns ist wichtig, dass der öffentliche Raum gerecht verteilt und attraktiv gestaltet ist.
Geh- und Radwege müssen ausreichend breit, barrierefrei und sicher sein. Längere Ampel-
zeiten für Fußgänger*innen, nahegelegene Haltestellen, Sitzgelegenheiten, Einkaufs-
möglichkeiten, eine gute Gesundheitsversorgung sowie Pflegestützpunkte vor Ort
und viel Grün – es sind die kleinen Dinge, die unsere Stadtteile lebenswert machen! – Jedes
Quartier ist anders. Wir möchten mit Ihnen ins Gespräch kommen und gemeinsam analysieren, was wo fehlt.
Mobil bleiben
Der Öffentliche Personennahverkehr ist für die Mobilität unverzichtbar. Wir begrüßen deshalb den Ausbau des Bus- und Straßenbahnnetzes. Ergänzende Angebote wie der emissionsfreie HeinerLiner ermöglichen eine an die individuellen Bedürfnisse angepasste Nutzung. Durch die Bündelung von Fahrten ist der Fahrpreis günstig. Auch Menschen mit Rollstuhl werden ohne Aufwand und Mehrkosten transportiert.
Projekte wie „Mitfahrbänke“ und „Radeln ohne Alter“ wollen wir stärken, denn sie sind gut fürs Klima und fördern die Kommunikation. Mit einer Informationskampagne setzen wir
uns für ein gutes Miteinander im Straßenverkehr ein.
Digitale Teilhabe
Wir sind neugierig. Deshalb unterstützen wir Angebote für lebenslanges Lernen. Die Digitalisierung wollen wir nutzen, um die gesundheitliche Versorgung, die Kommunikation und den Zugang zu Mobilität leichter zu machen. Damit niemand abgehängt wird, möchten wir mit Schulungen und Leihgeräten digitale Teilhabe fördern. Dafür ist freies WLAN auch in Pflegeheimen unerlässlich.
Kulturelle Vielfalt leben
In Darmstadt leben Menschen aus über 80 Nationen. Gemeinsam mit den Selbstorganisationen der Migrant*innen arbeiten wir daran, die Altenhilfe kultursensibel weiterzuentwickeln. Kulturelle Vielfalt empfinden wir als Bereicherung und setzen daher auf Austausch!